Seelenverwandt


Mia - Die Luna des Alpha




Bea Stache

 

 

 

 

1.





Bist du dir auch wirklich sicher, Mia?", fragte ihre Schwägerin Rahel, die Mate ihres Bruders und inzwischen gute Freundin sie noch einmal besorgt und half ihr ihre Tasche und den Eisenstab aus dem Kofferraum zu holen.

Er hat mich nicht abgeholt. Er hat gesagt er würde an meinem Geburtstag kommen, aber seid Wochen warte ich und bei ihm geht keiner ans Telefon oder zumindest der Anschluss ist gesperrt.
Was wenn er verletzt ist oder gefangen genommen wurde und ich weiß nichts davon?
Ich bin hier die Luna des Rudels, also denke ich nicht das die mich gleich zusammen kloppen werden. Aber falls doch, hab ich ja die Stange, sagte Mia angespannt über den Mind-Link, mit dem das Rudel sich auch stumm verständigen konnte.

Sicher dass ich dich nicht doch besser noch ein Stück begleiten soll?", fragte Rahel sie noch einmal besorgt und Mia lächelte sie beruhigend an.
Danke, aber nein, Danke! Du bist Luna eines potentiell feindlichen Rudels, okay? Die würden dich killen, wenn sie es auf Dared abgesehen hätten oder aber ein hohes Lösegeld für dich verlangen.
Bei so was solltest du echt noch vorsichtig sein. Gilt übrigens auch für Dennis. Wenn du ihn trotzdem siehst grüße ihn bitte noch von mir. Ich werde euch allen ein Lebenszeichen schicken oder zumindest eine Karte... wenn mein neuer Alpha mich lässt.
Kann aber auch sein dass er mir den Umgang mit euch nun ab sofort komplett verbietet und wir kehren wieder zurück zur alten Feindschaft, spottete sie kurz und räusperte sich dann sichtlich angespannt.
Rahel sah sie nun mit Tränen in den Augen an.
„Wenn ich etwas an diesem Werwolfdasein wirklich hasse dann diese abgesprochenen Feindschaften.
Ich hab dich lieb Mia, für immer! Also pass bloß auf dich auf und schreib mir. Sonst überrede ich Dared hier einzufallen und hole dich wieder raus.
Und das kannst du Torben auch gerne noch von mir ausrichten . Ich werde dir außerdem ebenfalls einmal im Monat schreiben. Der Brief braucht einen höchstens zwei Tage also pass jeweils am 1. - 3. des Monats auf, falls die deine Post unterschlagen. Verlass dich drauf das wir immer Freundinnen sein werden, okay? Und es ist mir total egal was eure blöden Wolfsgesetze davon halten.", umarmte sie die Jüngere noch einmal und Mia hätte beinahe ebenfalls los geweint.
Es gelang ihr nur so gerade eben sich zu fassen und ihr zu zu nicken, mehr nicht mehr
Dann stieg Rahel wieder in den unauffälligen Mietwagen, lies ihn an und fuhr davon.
Ein Glück.

Mia sah den Rücklichtern des Autos traurig nach, weil sie wusste das eine Freundschaft oder sogar Verwandschaft unter Lunas beim verlassen des Rudels schlagartig endete.

Nur Rahel wollte absolut nichts davon wissen.
Menschen hatten es doch immer so viel leichter und besser... und ihre Schwägerin hatte selbst in eineinhalb Jahren noch nicht wirklich begriffen wie tief die Differenzen unter den Rudeln tatsächlich doch gingen und das sie, Mia verpflichtet sein würde sich an die neuen Gesetze und Regeln dieses wilden Rudels hier anzupassen.

Der Taunus war schon immer der Feind der Schwarzwald-Wölfe gewesen.
Und einzig deren Alpha konnte darüber entscheiden, ob es auch so bleiben würde.

Alpha Torben

Ihr Mate, der sie nicht wie versprochen an ihrem 16. Geburtstag abgeholt hatte.
Das ganze Rudel hatte den ganzen Tag lang auf ihn und seine Gefolgschaft gewartet... und den nächsten... und den übernächsten auch noch... bevor Rahel schließlich entnervt angerufen hatte ...und keiner rann gegangen war.

Warum hatte er sie gebissen, wenn er sie nun ablehnte?
Warum hatte er ihr letztes Jahr diesen idiotischen Spezialisten für Ihre Kehle geschickt, der sie auch noch operiert hatte? Und warum bestimmte er immer noch über sie... wenn sie ihm doch so offensichtlich nichts bedeutete?

Nein, da lief was falsch. Irgendwas war passiert. Ihre innere Wölfin war besorgt und beunruhigt. Also hatte die sich nun selbstständig auf den Weg gemacht.

Sie hatte heute nur leichtes Gepäck dabei, damit sie im Notfall schnell abhauen konnte.

Sie würde in dem Fall zwar einige Tage zurück zu laufen haben aber ihr Bruder würde seine Wächter an die Grenze schicken, die nach ihr Ausschau hielten.
Angespannt und unsicher schulterte sie ihren schweren Rucksack und sah die Straße entlang.
Der Tag war schön aber noch kalt... letzteres hatte zumindest Rahel behauptet und sie gezwungen eine Jacke anzuziehen.
Sehnsüchtig blickte sie in die Richtung in die Rahel davon gefahren war, dann drehte sie sich um und wanderte die Straße entlang.

Das Schloss des Rudels musste hier irgendwo sein. Sie hatte es sich im Internet angesehen, es war eine Touristenattraktion.
Komisch.
Dass sie die Menschen einfach zu sich rein ließen...?!
Na ja. Vielleicht auch als Köder. Immerhin war dieser Alpha ja ein Rogue. Er hatte kein geerbtes Vermögen von seinem Vater, dem Alpha oder Beta. Selbst wenn die das Rudel wohl bei ihrer Übernahme vor drei Jahren sicher erst einmal  ausgeplündert hatten.

Ihr Bruder hatte ihr erklärt das hier vieles ganz anders sein würde als zu Hause.
Aber das wusste sie ja schon.
Ihr graute es schon richtig vor ihrem neuen Herrn, Mate und Gefährten.
Er hatte sie bisher immer grausam behandelt wenn sie Schwäche oder Angst gezeigt hatte. Doch seit über einem Jahr herrschte nun Funkstille.
Keine Besuche, keine Kontrollanrufe... noch nicht mal bei Sebastian oder Jens, ihren beiden Ausbildern im Wolfskampf.
Aber das hatten sie auch nur deshalb sein dürfen, weil sie beide einen männlichen Mate hatten.
Weil sie schwul waren.
Idiotische Alphas und ihre Eifersuchtsdramen. Selbst Rahel konnte zwei-drei Lieder davon singen.
Aber dann noch nicht mal die Höflichkeit aufbringen sie zu informieren, dass er sie nicht holen würde... oder wollte... oder konnte.

Na ja, zumindest war er nicht tot, denn als seine verbundene und gebissene Mate währe sie es sonst ja auch.

Die Sonne stieg langsam höher hinauf und es wurde wärmer. Sie wusste dass sie nur noch knappe zehn Kilometer zu laufen hatte. Der Taunus war ihr fremd, doch wenn sie wie ein Mensch auf der Straße bliebe würde sie sicher bald schon jemandem auffallen...
Oder war es schon längst, wie das leise knacken im Buschwerk ihr verriet. Sie verfolgten sie sicher schon seid zwei Kilometer.
Die Rudelwächter waren also durchaus aufmerksam.
Da kam ihr ein Wagen mit hoher Geschwindigkeit entgegen und hielt mit quietschenden Reifen sich vor ihr schräg heran driftend haltend an. Ein paar grimmig aussehende Wölfe, die sie noch nie gesehen hatte, sprangen mit gezogenen Waffen heraus...?!
Sie hob sofort ihre Hände, lies die Eisenstange neben sich auf den Rasenstreifen fallen und wich hastig ein paar Schritte vor den Wölfen zurück.
Ihr Herz begann wie Wild zu klopfen. Waren das etwa Werwolf-Hunter, die das Taunus gebiet übernommen hatten?
Wenn, dann wussten sie nicht dass Mia einer wahr oder?!
Aber sie rochen eindeutig mach Wolf.
Der größte der Wölfe kam nun mit leicht fassungslosem Blick auf sie zu und sah sie an, während sie eingeschüchtert vor ihm zurück wich.
Da lies er seine Waffe plötzlich sinken und schnaubte kurz spöttisch auf.
„Ihr Idioten versetzt das ganze Rudel in Alarmbereitschaft wegen eines kleinen verschüchterten Wolfsmädchens?
- Marsch zurück an die Grenze, bevor ich euch an den Eiern in die Bäume hänge!", knurrte er leise... benutze gerade wohl beides, den Inneren Mind-Link der Werwölfe, mit dem sie sich verständigen konnten, wie auch seine Stimme bevor er die Waffe wieder einsteckte und sie nun viel freundlich ansah.
„Keine Panik. Wir sind Rogues gegenüber wohl gesonnen. Hast du dich verlaufen, oder wolltest du zu uns, Kleine?", fragte er sie nun viel freundlicher.
Mia öffnete schon den Mund um zu sprechen, doch es hatte ihr vor Schreck für Stimme verschlagen, darum kam nur ein Krächzen raus.
Stirnrunzelnd starrte der Wolf sie an, doch dann grinste er kurz.
„Haben sie dich also in deinem Rudel verstoßen, weil du stumm bist?", fragte er sie mitfühlend.
Sie schüttelte nur kurz den Kopf und runzelte besorgt die Stirn. Wollte ihren Block und Stift aus ihrer Jacke herausholen um es ihm aufzuschreiben wer sie war, doch auf einmal wurde die gepackt und gegen das Auto gedonnert.
Waffe!!!", brüllte einer der anderen Wölfe und ihr Block und Stift flogen davon.

Der Typ der sie herum geschleudert hatte hielt die plötzlich auch noch im harten Schwitzkasten und von da ab bekam sie nicht mehr viel mit. Das hatte sie schon einmal so erlebt und wollte sie niemals wieder.
Jemand schrie noch irgendwas von „Idiot.. das ist doch nur Schreibzeug...", doch Mia verwandelte sich bereits panisch in ihre Wölfin und nutzte den Überraschungsmoment für sich aus, biss dem Wächter heftig in Hand und Schulter und Gesicht, während der nur noch laut fluchend ihre Jacke zu fassen bekam, doch sie war schon hinausgeschlüpft und rannte davon, so schnell sie nur konnte... weg von der Straße, ab in den Wald.

NEIN!!!"
„Hey! ...BLEIB STEHEN!"
Manus, du Arschloch!!!"
„Sie Haut ab!"
„Muss wohl ein kleines Omega-Wölfchen sein und harte Angriffe gewohnt.
Linus, Arram! Folgt ihr...!"

Das war's!
Die Hetzjagd war eröffnet.
Mia spornte ihre Wölfin an und hetzte in den Wald hinein. Hitziges Geheul und jaulen und Hecheln folgten ihr.
Absolut toll!
Die Luna wurde gerade von ihrem eigenen Rudel gejagt. Also hatten sie alle keine Ahnung von ihr... Und das hieß dann wohl, sie war gerade auf unbekanntem Terrain, vor unbekannten Rudelwölfen, die sich hier bestens auskannten auf der Flucht und hatte noch nicht einmal einen Mind-Link zu ihnen, um sich zu erkennen zu geben. Sie konnte auch nicht um Hilfe heulen, oder gegen so viele Angreifer lange verteidigen.

Mit einem Wort ausgedrückt:

Scheiße!!!


Im dichten Wald viel es den Wölfen schwerer die flinke zierliche Mia einzuholen, denn sie konnte durch Spalten und enges Gebüsch schlüpften, während andere außen herum herum rennen mussten.
Das hielt sie auf und Mia gewann immer mehr Vorsprung, während sie nach einer passenden Stelle Ausschau hielt an der die den ersten der beiden Wächter stellen und überrumpeln konnte.
Sebastian hatte ihr erklärt dass es immer leichter war einen Angreifer zu töten als nur zu verletzen. Und das Flucht keine Lösung war, sondern eher noch mehr Probleme schaffte.
Aber genau diese Situation hier hatten sie unglaublich oft geübt.

Mia verfolgt von zwei Wächtern und wenn sie sie erwischt hatten und sie dann den Kampf verlor hatten sie sie immer in dem Matsch gedrückt und ausgelacht.
Kleines süßes Lunchen!"
Putziputzi!"
Lerne doch besser Stricken..."
Krieg einfach ein paar Welpen und koche deinem Alpha was gutes. Ist besser so für dich."
Sie war einfach zu klein und zu schmächtig gewesen, außerdem Lustlos und nach ihrem letzten Mateball mit 14 Jahren nur noch mies drauf.
Welch ein Wunder, wenn man das größte Arschloch auf Erden zum Gefährten abbekommen hatte.
Doch genau deshalb hatte ihre Schwägerin ja darauf bestanden, dass sie zu kämpfen lernte, als Wolf und als Mädchen.

Sie kam auf einer Lichtung an. Hier gab es kräftige Äste am Boden.
Schnell hatte sie dich verwandelt und einen Aufgehoben, wirbelte herum und erwischte ihren ersten Angreifer mit dem herum sausenden Stab mitten im Gesicht.
Er ging zu Boden und der zweite Wolf sprang mit einem kurzen kläffen zu dem sich leicht schüttelnden rotbraunen Wolf auf die zu geschlichen, nun böse knurrend. Aber Mia wirbelte nur wieder den Stab herum um Hieb ihm den gleich noch mal gegen den Kopf. Während der andere Wolf über sie zu springen versuchte.
Das war haargenau so wie in ihren Übungen mit Jens...
Blitzschnell rammte sie dem Springer das Stabende in den Bauch, benutzte seine Geschwindigkeit als Hebel und schon flog der Angreifer jaulend über die hinweg.

Schluss jetzt! Was fällt euch ein??? Seid ihr denn toll, ein kleines Mädchen anzugreifen, ihr Höllenbestien?", erklang plötzlich eine barsche Frauenstimme.
Mia drehte sich um. Da stand eine Frau mittleren Alters... so ungefähr wie ihre Mutter, nur trug die hier die Haare nicht hochgesteckt sondern zu einem langen, blonden Zopf geflochten.

Hat der Alpha euch nicht ausdrücklich gesagt dass unserem Rudel alle Rogues herzlich willkommen sind, ganz egal von wo auch immer?", fauchte sie weiter und kam zu der überrascht und verwirrt keuchenden Mia hingelaufen. Die Frau kleidete sich wie ein Mensch... und roch auch wie einer oder?... War sie eine frisch Gebissene?
Warum hörten dann die andere Wölfe so auf sie?


Du brauchst jetzt keine Angst mehr zu haben, Kind.
Ich bin Selma, die Mutter unseres Alpha. Wir haben zwar eine Luna, doch sie ist noch nicht da, weil noch zu jung, um ihren Platz an der Seite meines Sohnes einzunehmen.", erklärte sie ihr freundlich.
Mia runzelte nur leicht befremdet die Stirn.
Sie war jetzt schließlich schon Sechzehn und damit für eine Luna alt genug...
„Du bist herzlich Willkommen auf d m Gebiet der Taunuskrallen und wirst hier auch nicht mehr gejagt oder von irgendeinem Wolf angegriffen sein, darauf hast du mein Wort.", fuhr die Mutter ihres Mate lediglich fort.
Schnell versuchte Mia ihr zu erklären wer sie war, öffnete den Mund und wollte es ihr erzählen... doch da kam wieder nur ein krächzen raus, statt Worte
Also ehrlich...
Das konnte sie nach der Op aber schon besser... runzelte die nur noch verwirrter von allen die Stirn und hustete kurz, räusperte sich ... es kam nur quietschen raus.
Linus! Arram! Was denkt ihr euch eigentlich!?
Denkt ihr überhaupt jemals?"

Selma, die Kleine ist nicht so zart und schwach wir es scheint. Am Besten du rufst mal den Alpha an und bleib ihr fern!", warnte Arram sie knurrig.
Linus nickte nur und hielt dich die blutige Nase. „Sie weiß wie man kämpft. Ein Omega ist sie also schon mal ganz sicher nicht!"
„Sie wurde von der Schwarzwaldseite mit dem Auto nahe ran gebracht. Was , wenn sie hier spionieren soll?!"
„Genau, den Devils ist nicht zu trauen!", nickte auch Arram erneut ganz ernsthaft.

Okay?!
Mia verschränkte kurz augenrollend die Arme vor der Brust ...und hustete dann aber wieder kurz.
Denn jaaa... erkältet war sie natürlich auch noch, weil sie vor Demütigung über die abweisende Art ihres Mates nach ihre m Geburtstag Wochenlang im Wald geblieben war, um dort vor Wut und Schmerz den Mond an zu heulen, bevor die realisierte dass er tatsächlich nicht kommen würde, um sie zu holen.

Torbens Mutter aber schien nun restlos aus der Fassung gebracht zu sein.
„Ach herrje! Was immer diese arme Kleine auch ist oder in ihrem alten Rudel war... Sie ist jetzt hier. Und unser Alpha wird sich um sie kümmern, sobald er zurück ist.
Nur krank kommt mir die Kleine nicht in den Keller runter und ihr rührt sie ich nicht an, habt ihr das verstanden?!", knurrte sie noch warnend, dann sah sie Mia kurz besorgt an, die sie ihrerseits misstrauisch musterte.
Trotzdem trat Torbens Mutter dann einen Schritt auf sie zu
„Und nun lass den Stock fallen und komm ohne Gegenwehr mit mir mit, Kleine.
Ich weiß, du hast jetzt vermutlich Angst. Und ich kann dir nicht versprechen, dass du in unserem Rudel in einer guten Position aufgenommen wirst, wenn überhaupt. Doch wenn du es zu lässt kümmern wir uns zunächst einmal um deine Erkältung, warten auf meinen Sohn und sehen dann weiter, okay?", erklärte sie Mia kühl und streckte die Hand nach ihrem Stock aus.

Mit einem kurzen Durchatmer gab sie ihr den Stab... Im nächsten Moment hatten die beiden Wächter sie auch schon grob an den Armen gepackt und bogen ihr die Hände auf den Rücken, um sie hart zu fesseln.

Okay... alles klar. Genau so gingen auch die Devils mit potentielle Rogues um.
Trotzdem wehrte sie sich nicht mehr und biss sich nur kurz auf die Lippe, als dieser Liam ihr die Hand absichtlich verdrehte bis es knackte.
„Rache ist blutig, du kleine Bitch!", flüsterte er ihr dabei noch brutal und ekelig keuchend ins Ohr. Mia wandte nur dem Kopf zur Seite um ihm auszuweichen.
„Denk bloß nicht dass ich deine Schläge gegen mich vergesse!", knurrte Liam noch einmal und zurrte dann die Stricke extra fest bevor er die hart in die Seite Hieb.
Mia gelang es nur noch hart zu keuchen...
Auuua!!!
Das war sicher eine angeknackste Rippe.
Dann führten sie sie ab und Mia hatte nur noch ein ziemlich ungutes Gefühl im Magen. Denn was sie ja noch aus Selmas Rede erfahren hatte war, dass Torben gar nicht zu Hause war. Vielleicht im Krieg...?!
Aber wenn er im Krieg war, dann sicher auch seine besten Leute und der Beta, die sie vielleicht noch hätten erkennen können.
Also blieb ihr nur eine Möglichkeit.
Sie musste die Zeit hier irgendwie überbrücken bis der Taunusalpha mit seinen Blutkrallen zurückkehren würde.

Denn wer konnte schon sagen ob seine Mutter ihr noch weiter wohl gesonnen sein würde, wenn sie erst erführe wer Mia in Wirklichkeit wahr.
Manche Luna in Vertretung hatten Probleme damit ihre Aufgaben an die neue Luna abzugeben.
Mahmen hatte sie ja extra noch davor gewarnt, die Mutter dieser Rogue-Alpha nicht zu unterschätzen.
Schon zu Aristos Zeiten und zur Zeit des letzten Taunus-Alpha, Margan hatte sie bewiesen, dass obwohl sie damals nur ein Mensch gewesen war auch ein Werwolf seine liebe Mühe mit ihr hatte.
So wie ihre Schwägerin war auch Selma ein reiner Mensch als der Alpha sie in sein Bett zwang und schwängerte. Nur als er sie dann töten und seinen Sohn mit sich nehmen wollte war sie lange Zeit verschwunden gewesen.
Mahmen hatte ihr erzählt das selbst Mias Vater von Aristo auf die Suche nach Mutter und Sohn geschickt worden war, um sich einen Vorteil zu sichern und Margan mit dem Baby unter Druck zu setzen.
Die Arme Frau hatte es trotzdem geschafft sich und ihren Rudellosen Rogue-Sohn durch zu bringen, zurück zu kehren und Margan und seine ganze Sippe, nebst Führungsstab des Taunus, Rache nehmend, grausamst zu töten.
Die Pläne dazu sollte sie selbst geschmiedet haben

Also verhielt sie sich nun still und fügsam, als sie wie eine Schwerverbrecherin zurück zur Straße geschleift und dort ohne jede Milde hinten auf die Ladepritsche eines Transporters gestoßen wurde.
Sie stieß sich das Knie auf und den Kopf an und ihre Hose riss außerdem ein.
Ihre Sachen kamen ebenfalls hinter ihr zur Tür herein geflogen, sogar der Metallstab, dann schlug die Tür zu und es wurde stockdunkel.


Sie fuhren mit ihr irgendwohin. Es schien ewig zu dauern.
Die Kälte und Dunkelheit setzten ihr ärger zu, als dass es Schläge getan hätten. Und als sie dann auch noch anhielten und Mia die Türen schlagen und dann nur Schritte sich entfernen hörte, ohne dass sie die mitgenommen hätten,sah sie sich in einer echt gut gestellten Falle gefangen.

Ich gebe dir mein Wort... ja klar. Es hatte schon die ganze Zeit so komisch hier drin gerochen. - Chemie und Blut?!
Das hier war demnach deren Rogue-Lager.
Ein Endlager!
Ihr Bruder hatte auch so ein Loch im Wald. Da kamen besonders gefährliche Mörder, Rudelverräter und Vergewaltiger rein und blieben da drin bis sie elendig krepiert waren.
Aber im Gegensatz zu diesem Endlager war das im Schwarzwald ein zehn Meter tiefer Betonbunker mit einem Guseisernen Deckel oben drauf. Keine Chance auf ein Entkommen.
Hier aber hatten die Taunuswölfe ihr zum Glück noch ihre Sachen mit rein gegeben.
Und ihre beiden Ausbilder, Sebastian und Jens, hatten sie Bestens auf alle möglichen Situationen in die sie hier vielleicht kommen konnte, vorbereitet.

Sie kroch auf Knien zu ihrem Rucksack hin und tastete mit den Fingern nach der verborgenen Tasche außen und unten am Rucksack-Boden, die Sebastian ihr für den Notfall bestückt hatte. Dort befanden sich eine kleine Taschenlampe, ein multifunktionales Messer, ein kleiner Beutel Wasser und ein Bisschen Werkzeug eingebettet in Watte, um es nicht gleich ertasten zu können
Uuund... yes! Die Dreckskerle hatten es nicht gefunden.
Ein Glück.
Sie kramte den Notfallbeutel hervor. Riss ihn mit den Fingern auf knipste die Kleine Taschenlampe an und erleuchtete das tatsächlich grausige Innere des Wagens. Abgewaschene Blutspuren zeugten von dem normalen und ständigen Gebrauch dieser Todesfalle auf vier Rädern.
Die hatten also tatsächlich nie vorgehabt sie Willkommen zu heißen.

Dared hatte Recht behalten sie vor Torbens Rudel zu warnen. Und Selma hatte wohl mächtig einen an der Klatsche.
Eine Luna - selbst in Vertretung - schwor einem Gefangenen Frieden und schenkte ihm den Tod?!
Wenn das die anderen Rudel wüssten...


Mit dem Messer befreite sie endlich ihre Hände und schüttelte über sich selbst erstaunt den Kopf.
Sie hätte auf Rahel hören und da bleiben sollen wo sie war.
Hier zur Begrüßung gleich mal gekillt zu werden war wirklich nichts, was sie erstrebenswert fand oder angenehm.
Ihr Bruder hatte ihr ja noch zugesichert im Falle von Untragbaren Zuständen in die sie in Torbens Rudel vielleicht geraten würde, zu ihr zu stehen und sie vor dem Taunusrudel zu beschützen.

Also lief es nun auf einen Krieg hinaus.

Schade das sie hier zu weit vom Schwarzwald weg war um mit dem Mind-Link um Hilfe zu rufen. Aber immerhin hatte sie noch ihr Handy in der Tasche, dass ihr Rahel noch zugesteckt hatte.
Doch als sie es heraus nahm hatte sie natürlich keinen Empfang.

Scheiße!

Rasch und leise packte sie das Telefon wieder ein und holte sich das Werkzeug aus der Tasche.
In einem Transporter gab es viele Schrauben.
Sie würde sicher eine ganze Zeit lang brauchen um hier raus zu kommen doch immerhin musste sie so nicht in ihrer eigenen Scheisse sitzend enden.
Hatte sie es sich so vorgestellt die Luna dieses Rudels zu werden?
Okay, mit Anfeindungen und Bosheiten, gemeinen Reden und Pisackerei hatte sie natürlich gerechnet, aber ganz sicher nicht hiermit.

Die Zeit verging langsam, während sie die Platten, die sie ineinander verschraubt hatten im diesen Käfig ausbruchsicher zu machen löste, herausnahm und an der Wand anlehnte. Sie bewegte sich vorsichtig und leise und hatte es schließlich nach vielen Stunden schweißtreibender Arbeit endlich geschafft auch das Bodenblech zu lösen.

Ein Glück nur dass sie als geborener Werwolf viel stärker war als sie aussah. Es gelang ihr das Blech ganz leise zu Boden zu drücken und schob ihren Rucksack zuerst hinunter auf den Boden und ins regennasse Gras.
Wo zum Teufel hatten sie sie hier nur abgestellt, fragte die sich kurz und kroch dann angespannt ganz leise nach draußen ins Freie.

Ihre Vorsicht war indes absolut unnötig gewesen.
Sie hatten ja noch nicht mal eine Wache da gelassen und den Transporter mit ihr einfach auf einem wilden Friedhof geparkt.
Wohin sie auch sah waren da Erdhügel , viele schon sehr alt andere aber deutlich frischer.
Gänsehaut lief ihr eiskalt anfühlend den Rücken hinunter und ließ ihre Haare im Nacken sträuben.
Der Friedhof für Verräter und Verbrecher des Rudels wie auch für Rogues.

Das also war das Versprechen dieser Frau wehrt. Wir kümmern uns um deine Erkältung... sie hatte der Frau in die Augen gesehen! Ihr wirklich vertraut!
Sie kommt aber nicht in den Keller...
Ha!!!
Eine gebissene Werwölfin die hier die Luna spielte und keine Ahnung davon hatte wie man sich als solche verhielt.

Kopfschüttelnd holte Mia ihre Eisenstange hervor und holte sich auch noch ihren Kompass aus der Tasche heraus, wie auch die Karte des Taunus. Von hier aus und im Dunkeln hatte sie keine Möglichkeit sich zu orientieren. Doch das war gerade auch nicht ihr dringendstes Problem. Hunger und Durst plagten sie und außerdem noch ein anderes dringendes Bedürfnis, doch zumindest dem konnte sie schnell abhelfen.
Sich zu verwandeln war so einfach wie atmen, gleich als sie am Waldrand angekommen war. Und sich in die Büsche zu schlagen sogar noch einfacher.

Ihr Magen knurrte wie ein wütender Wolf, als sie erleichtert wieder herausgekrochen kam.
Gut dass es hier nur so von kleinen Tieren wimmelte. So hatte sie schnell ein paar Mäuse und einen Hasen gefangen und gefressen.
Ihre Sinne führten sie außerdem zu einem breiten Bach an dem sie trank und dann kurz verschnaufte.

Die zittrige Müdigkeit, die sie hier dann aber befiehl als sie über das Geschehene von gestern nachdachte, brachte sie dann zu der Einsicht dass es vollkommen sinnlos war sich noch länger in diesem Gebiet der Feinde aufzuhalten.
Sie sollte besser nach Hause zurück kehren und zwar schnell. Die Tasche wie auch der Stab würden sie beim Heim-Walk nur behindern.
Entschlossen kam sie also wieder auf die Beine hoch und wandte dich nach Osten. Es dämmerte schon als sie durch die Kurz entstandene Lücke der Rudelwächter hindurch brach die gerade ihren Wachwechsel vollzogen.
Lachend und schwatzend... - Idioten, dabei ihre Gestalt zu ändern!
Als Wölfe hätten sie Mia sofort gewittert. Doch so machte sie nun das sie fort vom Taunus kam.
Dieses Arschloch eines Alpha und seine grausige Mutter würden sie nie wieder herumkommandieren oder ihr irgendwelche Anweisungen erteilen. Egal ob nun Wirklich oder per Telefon.

Der Taunus-Alpha hatte sich das Recht auf seine Luna gerade eben verwirkt.
Sie rannte los so schnell sie konnte.

Torben:

Ihr habt was getan?", fragte er diesen Hund von einem missratenen Wolfwächter Liam knurrig.
Seine Mutter hatte ihm gerade von einem noch sehr jungen Rogue-Mädchen berichtet das anscheinend gestern auf ihrem Rudel-Gebiet ausgesetzt worden war und das gestern Liam und Arram erfolgreich hatte abwehren können als diese sie durch den Wald gehetzt hatten, um sie an der Flucht zu hindern.

Seine Mutter hatte der Kleinen scheinbar vorübergehend Aufnahme und auch Pflege angeboten, weil sie krank war. Doch statt dessen hatten diese beiden Idioten aus verletzter Eitelkeit heraus das kleine kranke Wolfs-Mädchen in den Endtransporter für gefährliche Rogues gesteckt und zum Verräterfriedhof gefahren, wo sie dann den Wagen nur abgestellt hatten und gegangen waren... ohne noch Weiteres für das kleine gefesselt im Transporter liegende Mädchen zu tun.

Torben sah kurz seinen Beta an.
Silas nickte nur einzig Ole zu der mit seinen Wölfen die beiden Ärsche hart packte und ins Loch runter bringen würde, wo sie schon seid Wochen... nein... Monaten hingehörten.
- Diese geborenen Wölfe ohne jede Vernunft oder Menschlichkeit waren ihm schon seid vier Jahren ein ewig währendes Greul.
Er brauchte sich nur einmal umzudrehen schon stellten die wieder dieses oder jenes an quälten Menschen... oder verletzten sie... töteten sie...
Er war auf den Beinen und zur Tür heraus noch bevor Ole und sein Team diese beiden Penner aus dem Haus gebracht hatten.
In Wolfsgestalt würde er viel schneller am Ziel sein wusste er.

An der Haustür drückte er noch einmal beruhigend den Arm seiner Mutter, die er in Tränen aufgelöst vorgefunden hatte, in heller Sorge um das verschwundene kleine Mädchen. Und die Wächterwölfe hatten ihr nicht gesagt was diese mit ihr getan hatten.
Dabei war das kleine Krank, hatte gehustet und vor Heiserkeit nicht einmal sprechen können.
Sie hatte Selmas Mutterinstinkte geweckt, was nur höchst selten geschah.
Also entweder das Mädchen war da wirklich richtig krank gewesen oder aber noch so klein und jung, dass es geradezu ein Verbrechen gewesen war sie in einem solchen zarten Alter schon zu verstoßen.
Egal was es auch war... Er würde sie nun holen und zu seiner Mutter bringen, bevor er endlich daran gehen konnte alles nötige für die Ankunft seiner Luna im nächsten Monat vorzubereiten.
Er konnte es kaum erwarten sie nach so langer Zeit endlich wieder zu sehen.

*

Der Wagen war mitten zwischen den neueren Grabhügeln geparkt und es herrschte eine Totenstille.
Kein Pochen, kein Rufen...
Rasch verwandelte er sich und rannte zu dem Wagen hin.
„Wenn das Kind nun tot ist zerreiße ich sie beide höchstpersönlich!", knurrte sein Beta ihn an und auch Ole traf gerade ein, als er die Hinteren Türen Aufriss,... und sich lediglich einer Menge Schrauben und Metall-Platten gegenüber sah die alle an die Türen angelehnt worden waren..
„Was zum Teufel..?", fragte Silas ihn leise knurrend und bückte sich runter.
„Sie ist wohl rausgekommen und getürmt, Torben.
Da ist ein Bisschen Blut am Boden, eine gute Fährte der wir folgen können .", wies er kurz in Richtung Wald.
Torben nickte beiden grimmig zu und sie verwandelten sich wieder.

Doch ein seltsamer, ihm wohl bekannter Geruch ließ ihn auf der Stelle wieder erstarren... fassungslos und entsetzt verlor er die Kontrolle über seine Wolfsgestalt und viel brüllend auf die Knie.
Auch seine Freunde verwandelten sich sofort alarmiert zurück.
„Torb...?", fragte Silas ihn erschrocken.
„Nein...Nein ... Nein... NEIN!!!", raufte Torben sich aber nur wild die Haare. „Es ist Mia!", brüllte er seine Freunde verzweifelt an.
Ole fluchte halblaut und Silas sah ihn nun ebenfalls entsetzt an. „Bist du sicher?"
Torben nickte mit leicht glasigen Augen.
„Ihren Geruch würde ich immer unter allen anderen auf der Welt herausriechen können. Sie war hier... in diesem Wagen... die ganze Nacht lang und in völliger Dunkelheit!
Verdammt noch mal, Silas...
Diese elenden Schweine haben meine kleine Mate hier eingeschlossen und zum sterben abgestellt... krank... verletzt und im DUNKELN!!!"


Mia erwachte am Morgen des Folgetages unter einem dicken Felsbrocken und streckte sich kurz. Von dem Höllentripp gestern tat ihr noch alles weh außerdem fühlte sie sich allgemein gar nicht gut. Als sie aufstand drehte sich kurz alles. Ihr war sehr warm und seltsam zumute. Außerdem brannte ihr Hals nun wie Feuer.

Krank!
Scheiße!

Werwölfe wurden selten richtig krank, weil sie ja enorme Heilkräfte hatten, doch wenn es geschah dann war es schlimm.
Sie musste sofort nach Hause.

Kurz probierte sie den Mind-link zu Mahmen oder Dared, die die am ehesten hören würden. Eine Mutter hatte immer einen besonders weit reichenden Draht zu ihren Welpen.
Doch sie konnte sie nicht hören.
Dabei musste sie der Grenze dich schon erheblich näher gekommen sein.

Gestern war sie den ganzen Tag bis in die Nacht hinein gerannt. Beinahe ohne Pausen. Sie hatte lediglich zwei mal kurz getrunken.
Denn so wie Sebastian und Jens es sie gelehrt hatten, dürfte sie nie zu lange Rasten, um nicht aufgestöbert zu werden. Darum behielt sie die Sonne im Blick, die ihre Bahn über den Himmel zog, um ihre Richtung zu bestimmen.
Wie lange hatte sie gebraucht Umsicht mehr im Kreis herum zu wandern ?
Jens hatte sie einmal als Wächter begleitet, als sie eine Prüfung im Orientieren ablegen musste. Marnie, auch ein Mädchen dass bei Ihnen gelernt hatte wie auch ihre Schwägerin Rahel hatten diese Disziplin längst bestanden aber Mia biss sich drei mal daran die Zähne aus bevor sie es beim vierten Mal endlich verstanden hatte wo wann die Sonne stand und in welche Richtung sie nun gehen musste.
Und so war sie diesmal guten Mutes Querfeldein, mitten durch den Wald gerast. Nicht ein Mal hatte sie Verfolger gehört, obwohl es solche geben musste.
Das dicht besiedelte Gebiet und für Ortschaften umkreiste dir weitläufig, trotzdem war ihr einmal kurz ein Jäger begegnet.
Doch der hatte die Flinte nur ungeladen über der Schulter getragen und vor hatte vor Schreck, als sie auf einmal vor ihm den Weg kreuzte einige saftige Flüche ausgestoßen.
Ja du Sauhund... Wo kommst du denn her?
Verdammt ... nein... ein Wolf... kein Hund und ein Weibchen... noch ganz jung. Dann ist das Rudel sicher nicht weit weg.
Scheissdreck! Verdammter!
Auch noch hier in meinem Revier... na warte!"
Noch bevor er seine Waffe aber laden und heben konnte war sie auch schon wieder in den Wald rennend verschwunden.

Tja... Pech für den Jäger und Glück für sie. Doch am Abend hatte sie einfach rasten müssen. Sie konnte nicht mehr weiter. Alles tat ihr weh und ihre Muskeln zitterten vor Schwäche.
Beinahe hätte sie sich sogar wieder verwandelt, also blieb die lieber unter dem Feldbrocken direkt am Hang liegen und rollte sich dort ein so gut sie nur konnte, um dich etwas aufzuwärmen.
Um ihre Spuren gut zu verwischen war sie extra durch Schlamm und Bäche gekrochen. Es hatte ihren Geruch überdeckt, half aber nicht gerade beim warm halten und so war ihre Erkältung nun noch viel schlimmer geworden.
Die Erschöpfung Täterin übriges mit dazu.

Oh Mann!
Warum war sie nur hierher gekommen?

Warum hatte sie darauf bestanden hier unbedingt die Position der Luna einzunehmen, auch wenn ihr Mate sehr deutlich gemacht hatte, dass er sie hasste, dass er sie nicht holen würde und dass er für sie auch nicht mehr erreichbar war.

Kurz schniefte die an ihren Tränen und spürte sogar ihre Wölfin wimmern.
Ab und an meldete die sich nun sogar, auch wenn sie als geborene Wölfin diese gar nicht so gut oder deutlich hören konnte.
Aber dass sie in einem Endlager-Wagen zwischen Schargräbern stehend elendig und im Dunkeln sterben sollte war so hart zu begreifen.
Die Taunuswölfe waren wirklich alle Monster.

Ach wenn sie dich nur schon wieder zu Hause währe... Zu Hause würde Mahmen sie sicher erst mal ins Bett packen ihr heiße Milch mit Honig machen und dann den Rudelarzt Mathias rufen.
Dared würde sich über den Mind-link ihre unglaubliche Geschichte anhören und diesem Arschloch aus dem Taunus sofort und auf der Stelle den Krieg erklären.
Alpha Torben würde ohne eine Luna da stehen und bald schon seine Stellung als Alpha verlieren, weil die ihn ganz öffentlich ablehnen würde, jawohl.
Und das geschah diesem Hinterwäldler dann auch Recht so.

Einfach alle Rogues oder einfache Rudelwölfe aus fremden Rudeln in die Falle zu locken...
Und sie vorher auch noch nicht einmal mehr persönlich anzuhören oder zu sehen, bevor er sie zum Tode verurteilte.
Das tat kein ehrenwerter Alpha.

Nachdem sie kurz aus einem nahen Fischteich getrunken hatte und sich tatsächlich auch noch einen fetten, neugierigen Karpfen geschnappt hatte den sie auf der Stelle frass, obwohl jedes noch so kleine Schlucken ihr höllisch wehtat, setzte sie ihren Weg an die Grenze fort.
Ihr war diesmal nur sehr schwindelig und seltsam zumute. Mehrfach musste die vor Husten- und Niesanfällen rasten.
Na ja...
Hoffentlich waren die Wächter an der Sgrenze such nicht ganz so aufmerksam... hoffentlich machten sie die selbe laxe Wachablösung, wie nahe am Rudelhaus geschehen, dann könnte sie in einem günstigen Moment schnell rüber schlüpfen.

Die Müdigkeit und auch der wiederkehrende Husten waren Schuld daran dass sie die Wölfe nicht kommen hörte.
Doch auf einmal war sie umzingelt.

Japsend wollte sie zurück auf den Felsbrocken springen, von dem die gerade gesprungen war, doch dort ragte nun der gigantische braune Werwolf mit dem weißen Bauch auf, von dem sie so sehr gehofft hatte ihm nie mehr im Leben begegnen zu müssen.
Torben, der Alpha des Taunusrudels. Ihr beschissener Mate!

In ihrem Kopf begann sich alles zu drehen. Hörte sie da wirklich seine Mind-Link- Stimme Mia flüstern? Oder war es nur Einbildung ? Er war nicht ihr Rudel und würde es auch niemals sein. Also konnte sie ihn ja gar nicht über den Mind- link hören. Ja genau...

Wut und Angst vermischten sich in ihrem Inneren als er nun grollend zu ihr herunter gesprungen kam.
Und noch ehe sie sich oder ihre gerade absolut todesängstliche Wölfin zurückhalten konnte stürzte sie sich in einem letzten Aufbäumen ihres Mutes auf den gigantischen Wolf und biss ihm mit böse gefletschten Zähnen so hart sie nur konnte in den Hals.
Leider fast tonlos keuch-fiepend, eher krächzend, statt richtig gefährlich knurrend, wie es sich für eines Wölfin gehört hatte die um ihr Leben kämpfte.
Und leider biss sie auch noch an seiner Kehle wie auch an der Schlagader vorbei...

Scheiße!

Er schien nur ganz kurz starr und geschockt zu sein von ihrem ernst gemeinten Angriff aber dann knurrte auch er mir rasendem Gejaul- Knurren los und trat ihr hart in den Leib.

Sie riss ihm beim wegfliegen wenigstens noch ein gutes Stück Muskelfleisch aus dem Nacken heraus, als sie auch schon japsend und keuchend-hustend zu Boden ging, beim aufrappeln sofort wieder nieder gestoßen und schließlich mit hatte Menschenhand  im Nackenfell gepackt wurde.

Verdammt noch mal... Beruhige dich!
Ich will dir nicht weh tun, aber wenn du mich noch einmal angreifst, schleife ich dich wie einen Welpen den ganzen Weg von hier bis nach Hause zurück!", knurrte er sie zornig aber leise an und knurrte dann erbost und bösartig klingend in ihr Ohr hinein.
Oh, wie gerne die ihn dafür nun angebrüllt hätte... aber sie konnte noch nicht einmal mehr krächzen.
Er hatte sie wieder eingefangen.
Aus, Schluss das war's dann wohl. Die ganzen zwei Jahre der harten Ausbildung... und nun würde die also doch noch sterben.
Ihr Bruder und auch Rahel würden niemals erfahren was aus ihr geworden war.
Noch immer hielt er sie brutal knurrend am Boden fest und sein Rudel stand um die beide herum und sah sie nur entsetzt oder fassungslos an.
Sie hatte es gewagt ihren Anführer herauszufordern. Hatte es gewagt das Blut des Alpha zu vergießen.
Wenn er es also so wollte konnte er sie jetzt auf der Stelle töten.


Wie sie so im Matsch lag und seine Hand in ihrem Genick spürte wurde das Zittern ihrer Glieder langsam immer schlimmer und schlimmer.

Der letzte Angriff hatte sie unglaublich viel Kraft gekostet. Kein Wunder, wenn ihr Gegner ein Alpha war.
Noch immer schmeckte sie sein starkes Alphablut auf der Zunge und es war ein unglaublicher Geschmack. Es tat ihr wohl wie ein Liter lindernder Honigbalsam in heißer Milch.
Doch die Erschöpfung legte sich nun gleifalls bleiern auf ihre Glieder und sie konnte es nicht mehr verhindern dass sie sich zuckend und zitternd zurückverwandelte und dann binnen zwei Sekunden vollkommen durchnässt im eiskalten Schlamm lag.

Danke... Mia.", sagte Torben lediglich kühl dazu und ließ endlich ihren Nacken los. In ihren Ohren rauschte es beständig und schon wieder schüttelte sie ein starker Hustenanfall während er einfach nur über ihr aufstand und irgendwas von sich gab, das wie „... können wir jetzt vielleicht mal ganz in Ruhe darüber reden...", klang.

Sie lag aber einfach nur noch da, die Eiseskälte des Matsches kroch unter ihre Haut, bis in ihre Knochen hinein. Ein schriller Pfeifton lies ihr die Ohren klingeln.
Da wurde sie auf einmal gepackt und an den Armen hoch gezogen.
Kurz öffnete sie die Augen. Sie sah Torbens verschwommenes Gesicht vor sich und hörte ihre Wölfin nun doch einmal leise aufjaulen:

Das ist unser Mate, aber er ist böse. Warum haben wir denn nur einen solch bösen Mate abbekommen? Und was haben wir getan, dass er uns so grausig umbringen will?

Unwillkürlich versuchte sie ihn wieder abzuwehren und schlug mit der Faust schwach gegen ihn.
Aber ob sie ihn erwischte, konnte sie nicht mehr sagen. Sie brach in seinen Armen wankend zusammen ... dann wurde es dunkel.

                                         *

Sie erwachte wieder erwarten in einem breiten Kingsize-Bett liegend, hustend und keuchend und verwirrt.
Hu? Wo war sie denn hier?
Mahmen?, rief sie per Mind-Link nach ihrer Mutter als sie bemerkte das sie nur krächzen konnte.
„Ruhig... nur ruhig! Bleib liegen. Es ist alles gut.", sagte eine ihr unbekannte Frauenstimme leise zu ihr.
Mahmen! Wo bist du? Wo bin ich hier?!, rief sie erneut und bewegte sich unruhig von der fremden Frauenstimme weg. Sie versuchte wenigstens zu flüstern, aber das wurde nur ein unruhiges Genuschel ihr Hals tat ihr weh und ihre Augen auch.
Wieder rief die über den Mind - Link:
Dared! ...Rahel! ...Hört mich jemand!?
Wo bin ich hier?! - Maaaahmen!!!
Sie wollte sich aufsetzen, wurde aber sofort wieder zurück ins feuchte Kissen gedrückt.

Nein, ruhig, mein Kind. Du musst liegen bleiben. Dein Fieber ist zu hoch um aufzustehen..."
Die Frau legte ihr sachte ein kühles, feuchtes Tuch auf die Stirn. Und streichelte über ihre Haare.
Unwillig schlug sie um sich und krächzte wieder auf. Wollte nach Mahmen rufen, konnte es aber nicht.
Wo war sie denn bloß? Sie versuchte was zu sehen aber ihre Augen brannten wie Feuer, wenn sie sie öffnete.
War das etwa Wolfsfieber???
Bei Lunas Ohren.
Das bekam man doch nur...

Wenn der Mate den Gefährten ablehnt und dieser darüber verzweifelt., sagte die kleine traurige Stimme ihrer Wölfin in ihrem Kopf.

Irgendwo ging eine Tür auf.
„Wie geht es ihr jetzt, Selma? Ist sie endlich aufgewacht?"
Die Stimme beruhigte sie mehr als Mahmens Umarmungen und Küsse es je gekonnt hatten.
Ein wunderbarer Duft stieg ihr in die Nase...

Unser Mate! Er ist hier!

Unruhig warf sie sich herum, wollte wieder aufstützen, hatte aber keine Kraft.
„Sie ist unruhig und ihr Fieber hoch. Der Arzt sagt es ist kein Scharlach und es ist auch keine normale Grippe. Ihre Lungen sind frei, und doch hustet sie ganz erbärmlich. Eben hatte sie kurz die Augen offen. Sie sind feuerrot und ein Schleier liegt darüber. Ich glaube nicht dass sie uns gerade sehen kann, Ben.
Und sie verbrennt... vierundvierzig Grad, zeigt das Thermometer an. Ich glaube fast wir sollten doch besser mal im Schwarzwald anrufen, damit sie uns einen Werwolf-Doctor herschicken.", sprach die Frau höchst besorgt.
Sie hörte ein leises Knurren.
„Du weißt dass das nicht geht. Dann gibt es Krieg und sie nehmen Mia wieder mit sich nach Hause."
„Aber Ben! Sie stirbt mir hier unter den Händen weg. Ich kann nichts tun.", weinte die Frau nun fast.
Mia keuchte nur angestrengt aus und ein und blinzelte.

Schon spürte sie eine andere Hand auf ihrem Gesicht sie keuchte wie elektrisiert auf und noch bevor sie wusste was die Tat hatte sie dich tastend die Hand geschnappt und an ihre heiß brennende Wange gelegt. Sich damit zur Seite gedreht und klammerte sich an ihr fest.

Oh...!", brummte Torben leise auf und beugte sich dicht über sie.
Sie spürte seinen Mund, der sachte über ihr Ohr strich.
„Ich mach es wieder gut. Hab keine Angst mehr, Mia. Du musst jetzt nur noch gegen das Fieber ankämpfen, hörst du?
Und wenn du meine Kraft brauchst dann nimm sie dir einfach. Meine Hand... mein Herz... meine Seele.
Ich hab nicht gewusst was mir fehlt bis ich dich zum ersten Mal sah. Die zwei Jahre ohne dich waren die reinste Hölle für mich.
Und selbst wenn du dich jetzt fürchtest und mich offen bekämpfst, lasse ich dich nicht mehr von hier fort gehen.
Nicht einmal mehr für einen einzigen weiteren Monat. Und zum Teufel mit meinem Versprechen, darauf zu warten bis du endlich sechzehn bist..."

Mia lag still und atmete schwer. Ihre Ohren summten.
Was? ... Was hatte er gesagt? Hu? Sagte er überhaupt etwas?
Er roch so gut.
Und seine Hand war so schön kühl. Und auch hinter ihr wurde es nun kühler.
Als würde eine Feuerdecke von ihr weg genommen und durch wohlige Wärme ersetzt werden.

Torben:

Ihr war sicherlich nicht bewusst dass er sich hinter sie geschoben hatte und sein Arm nun ihr Kopfkissen war, sonst hätte die vermutlich gleich wieder versucht ihn zu schlagen.
Doch statt dessen schlummerte sie nur wieder ruhig ein, wärend Torben nun seine Mutter mit einem stirnrunzelnden Nicken aus dem Zimmer schickte.

Mia schien ihn gerade in ihrer Nähe zu brauchen. Ein gutes Zeichen.
Bisher hatte sie sich immer nur vor ihm gefürchtet, sich ihm verweigert und dann zuletzt sogar offen bekämpft.
Sie nun so verletzlich und schwach aber doch auch anschmiegsam zu erleben, war natürlich nur erst einmal ihrer Krankheit geschuldet.

Aber auch er benötigte dringend noch ein wenig Regenerationszeit, nachdem sie ihm ein ziemlich großes Stück Fleisch rausgerissen hatte.
Der Heilkraft seines Wolfes war Dank und er war ihr tatsächlich schon gar nicht mehr böse.

Nicht nachdem er erkannt hatte, dass sie wohl gerade im Fieberwahn um sich schlug und um ihr Leben kämpfte.
Vermutlich hatte sie gedacht, sie würde erneut angegriffen und gleich zurück in den Lieferwagen gepackt werden.
Sie verteidigte sich bis zum Letzten und das nötigte ihm schon einen gewissen Respekt ab.

Es war gut gewesen, sie bei diesem anderen Mädchen zu lassen, das damals noch ein reiner Mensch gewesen war. Trotz des Wolfes in ihrem Inneren hatte sie Mia stark gemacht. Nun wusste sie sich wenigstens zu helfen, egal gegen welchen Gegner auch immer.
Ein kleines Lächeln glitt über sein Gesicht als er seine Nase an ihrem Hals vergrub. Nie im Leben hätte er gedacht das einmal der Tag kommen würde an dem er es tatsächlich begrüßte ein Werwolf zu sein.

Es war warm aber nicht mehr heiß, als sie zum zweiten Mal erwachte und erst einmal ganz tief und lang ausatmete, um ihre verkrampften Muskeln zu entspannen.
Oh, wie oft war sie nach einem harten Training mit Sebastian, Rahel und Marnie so verkrampft aufgewacht und hatte diese Atemtechnik gebraucht, um sich zumindest ein klein bisschen zu lockern?

Neben sich bemerkte sie auf einmal eine Bewegung, jemand setzte sich abrupt auf, legte seine große Hand aufkeuchend auf ihren Rücken und keuchte gleich noch einmal und noch lauter diesmal auf.

Sie erzitterte prompt ein wenig, vergaß vor Schreck wieder einzuatmen und öffnete nur ganz, ganz wenig ihre Augen...

MIA...!!!"

Sie währe zusammengefahren, wenn sie nicht gerade schon herumgerissen worden wäre, um dann aber mit dem Gesicht hart gegen eine bloße Brust zu klatschen.

Wow... Ohrfeige mal anders?!

Die hatte aber echt gesessen. Ihre Ohren klingelten kurz und sie sah Sternchen vor ihren Augen aufblitzen.

Nein!!! Nein... Nein... NEIN!!!!", brüllte der Kerl der mit ihr im Bett gelegen hatte derweil so richtig lautstark los und schüttelte sie heftig. - Auauau!
Seine Finger krallten sich hart in ihre Haare hinein und drückten sie beinahe Erstickend an ihn...
Hallo!?
Ging's noch!?

Sie riss schon den Mund auf, was aber immer von seiner bebenden Brust unterdrückt wurde, wie auch ihr krächzen von seinem kehligen Knurren überdeckt wurde.
Außerdem ruckelte er immer noch so komisch an ihr rum und brüllte wie am Spieß auf, während er ihr mit zitternder zweiter Hand über die Haare strich...
oh Mann, das war Torben oder?!
Aua...! Der sollte aufhören!!!

Aber sie war einfach zu schlapp und schwach, um sich groß zu wehren. Da riss auch schon jemand die Zimmertür auf und kam hereingestürzt.
„Ach du Scheiße!", knurrte ein Wolf.
„Nee oder? Ist sie echt tot!!!???", fragte ein anderer Entsetzt.
„Liam und Arram sind gerade gestorben!", brummte der erste wieder.

Ben!?" Erklang auch noch eine besorgte Frauenstimme.
Das war doch diese Frau oder? Die ihr im Wald versprochen hatte sich um sie zu kümmern...
Selma, geisterte es ih kurz durch den Kopf.
Dann war der Kerl der sie festhielt also wirklich Torben... ihr Mate... der sie aber nicht mal als solche haben wollte.

Warum nur dachte der Holzklotz von einem Hünen die sei tot???

Da brüllte er auf einmal schon wieder los und seine Finger krallten sich diesmal regelrecht in ihr Haar hinein: noch mal Aua!

SIE IST TOT!!!", heulte er zornig-verzweifelt auf.

Bin ich nicht, aber wer achtet denn schon auf den Puls bei einer selbst ernannten Leiche.
Ist doch total überbewertet, dachte Mia sich nur sarkastisch und versuchte erneut einen Laut von sich zu geben... die Auge zu öffnen... blöde Halsschmerzen.
Und blöder Torben.
Und blöde Schwäche!

Nach Werwolffieber war man ja angeblich noch zwei drei Tage lang so schwach wie ein neugeborenes Baby und hatte seine Gliedmaßen absolut nicht mehr im Griff.
- Konnte Mia nun tatsächlich alles bestätigen.

Hörst du nicht??? Sie ist TOT, Mutter! Meine Mia IST TOT!!!"
Oh, um Gottes Willen ... Ben! Dann stirbst du jetzt also auch?!", brüllte die Frau nur entsetzt zurück.
Ach warum überraschte Mia das nur nicht?
Typisch diese mistige Tussnelda
An sie als Wesen keinen Gedanken zu verschwenden, sondern nur an ihren blöden Sohnemann. Aber die hatte sie ja schließlich auch in den Transporter gelockt... ha!

Nein... nein, Mutter. Ich glaube nicht das ich... ich meine... ich fühle mich noch nicht einmal schwach.
Also stimmt diese ganze Mate-stirbt-auch-Geschichte scheinbar gar nicht immer. Wir hatten auch den letzten Schritt noch nicht gemacht. Der Schritt der Sie zu meiner Luna gemacht hätte... - Oh Gott, Mia!", keuchte Torben nur wieder heiser und wiegte sie sachte im Arm hin und her... nun aber am ganzen Leibe zitternd und bebend.         

Ja da schau her...?!

Wäre sie nicht so schlapp gewesen, hätte die ihn vermutlich tonlos oder krächzend ausgelacht ... oder geschlagen ...  oder getreten ... mit der Eisenstange direkt auf den Schädel...
Doch er tat nun so als wäre sie sein liebstes kaputt gegangenes Spielzeug. Was um Himmels Willen war denn plötzlich mit diesem Monster-Alpha los, der doch sicher selbst noch den Befehl dazu gegeben hatte, sie und auch jeden anderen fremden Wolf in diesen beschissenen Todes-Transporter zu sperren, bis sie endlich gestorben sein würde?

Ist das eigentlich alles was dich gerade interessiert?
Dass es mir gut geht, Selma?", fauchte Torben genau das was sie gerade ärgerlich fühlte... holla! Halt mal! - Ernsthaft?
„Oh ja... natürlich... das arme Kind...
Aber was tun wir denn nun, wenn die Wölfe aus dem Schwarzwald von dieser Tragödie erfahren, Ben...?
Was, wenn sie uns angreifen?", sorgte Selma sich unwillkürlich.
„Was zum Teufel redest du denn da. So oder so wird es Krieg geben!
Denn Sie haben meine Mia an der Grenze zu unserem Gebiet einfach rausgeschmissen. Krank und völlig hilflos. Meine Mate!!!", wechselte das keuchende beinahe Schluchzen nun doch noch zu knurrigem Zorn um.
Oh-oh!
Vielleicht doch mal Zeit jetzt aufzuwachen zu spielen?!
Wenn sie nur nicht so benommen währe...
Wenn sich nur nicht alles drehen würde...
Wenn die nur ihre Muskeln unter Kontrolle hätte?!
Doch da legte er sie schon sachte über ihr Haar streichend ins Kissen zurück und küsste sie ganz kurz und schnell noch auf den Scheitel... Sie atmete ein und zwang ihre Augen auf... verdammtes Wolfsfieber... Aber das musste er merken ... Himmel schluchzte er etwa?
Und das auch noch mit geschlossenen Augen!!!
Der Taunus - Alpha heulte?
Gefährlichster Rogue ever???
Nicht möglich, oder?

Auf einmal war er aufgestanden und drehte ihr den Rücken zu.
Aber zu allererst sind Liam und Arram dran... Das war's jetzt endgültig mit diesen Arschlöchern ich verurteile sie hiermit zum Tode!!!
Silas! Das Rudel zusammen rufen...
JETZT und nun alle Mann RAUS !!!!", befahl er noch hart und sauer knurrend.
Oookay!
Er war also doch schon wieder ganz normal.
Fünf Minuten schwächelnden und dann ging's weiter mit dem Bösen, dem tödlichen, dem niederträchtigen Alpha.
Mia hatte doch inzwischen längst ihre Augen aufgemacht, doch er blickte nicht mal mehr eine Sekunde lang zu ihr zurück.

Auch wieder so typisch Taunus, oder?
Die hatten im Sozialen doch allesamt eine gewaltige Klatsche.
Oh scheiße, das Mädchen ist tot...? Echt jetzt? Hm, was wird nur ihr Rudel sagen?
Die waren hier doch alle in etwa so Gefühlsdusselig wie ein Stück Treibholz.

Verwirrt krächzte Mia also nun nach Torben, während ihr Herz vor Aufregung und Zorn schneller zu schlagen begann. Ja, sie flüsterte sogar so laut sie nur konnte seinen Namen, doch er brüllte bereits seine Befehle herum, Kreis bilden, letzter Kampf, gegen den Alpha... jeder hat Anwesenheitspflicht... während er hinter seiner Truppe dass Zimmer verließ.
Scheiße!
Niemand hörte sie noch krächzen, die Tür knallte zu...

Oh Gott, er wollte gleich wirklich jemanden töten... und dann Dared und Rahel abgreifen!
Dieses Arschloch!!!

Schwach versuchte sie sich irgendwie aus dem Bett zu Rollen. Erst jetzt viel ihr Blick auf die Wand, dann das Zimmer, die normal großen unspektakulären Fenster und dann wieder auf das Bett.
Dunkelbraune schlichte Baumwolle und auch das Zimmer war total spartanisch eingerichtet.

Es gab nur das Bett einen Stuhl in der Ecke und einen Schrank. Außerdem noch ein kleines Tischchen auf der rechten Bettseite mit einer kleinen Leselampe darauf.
Sehr spartanisch und kalt. Ja, beinahe schon unpersönlich eingerichtet. Doch das war gerade wohl ihr geringstes Problem.
1. Sie konnte sich kaum irgendwie auf den Beinen halten
und
2. Sie trug nur noch ihren Slip und ein übergroßes Männershirt, sonst nichts

Woahhh!!!

Hatte der Arsch sie also echt auch noch ausgezogen???
Na der konnte was erleben!
Aber so was von... hätte Rahel jetzt sicher böse gesagt und sich ihre Eisenstange geschnappt. Sie konnte wirklich extrem gut böse werden. Da nahm sich selbst noch ihr Bruder in Acht.

Und genauso wie ihre Schwägerin es getan hätte tapste sie nun auch schwankend auf extrem zittrigen Beinen, in Richtung Kleiderschrank.
Doch im Gegensatz zu Rahel, die Kräfte wie ein Bär besaß, kam sie leider nur drei Schritte weit.
Denn das Wolfsfieber hielt sie immer noch fest in ihren Klauen.
Sie konnte noch nicht einmal mehr um Hilfe rufen oder einzig einen Ton hervorbringen.
Das Bisschen Kraft dass sie sich gerade erst mühsam zusammengekratzt hatte verging, so
wie eine Kerze, die gerade ausgepustet worden war.
Sie viel hart zu Boden und blieb dort einfach liegen, konnte schon wieder keinen Finger mehr rühren. Die Augen vielen ihr zu.

Der Schreck über seine Worte hatte ihr nur ganz kurz etwas Energie geschenkt.
Aber leider viel zu spät und bei weitem nicht genug.

Tja, sie war eben nur eine ganz erbärmliche und kleine Luna, im Gegensatz zu Rahel... oder Mahmen die diese Stelle ein Jahr lang vertreten hatte.
Wieder atmete sie ganz tief aus und schlief dann einfach ein..

... während nun direkt vor dem Haus zwei Wölfe grausam starben.




Ach herrje!
Hat er sie vor Schock aus dem Bett gezerrt und am Boden liegen lassen?", drang eine zaghafte Stimme zu ihr vor.
Mia fühlte wie sie herumgetollt wurde.
Aua... das tat so weeeeeh!
Wieder atmete sie aus, aus, aus...
Und die Hände an ihr erstarrten.
„Was war das, Marga? Hat sie gerade...!"
„Ihren letzten Atemzug getan? - Wohl kaum.
Sie liegt schon seid drei Stunden hier und müsste sich eigentlich kalt anfühlen.
Aber verständlich warum unser Alpha gedacht hat sie sei gestorben... wenn sie gerade so komisch atmet. Geh runter und hol ihn hoch, Franziska."
„Das trau ich mich aber nicht. Er ist noch finsterer geworden und böser..."
„Na, dann sag es eben dem Beta das er hoch kommen soll und gucken. Silas ist freundlicher!", befahl das andere Mädchen ungeduldig. „Und bring einen Becher Wasser mit! Vielleicht wacht sie dann ja auf und trinkt etwas!", rief sie den davon laufenden Schritten hinterher.

Wenn sie doch zumindest ihre Augen hätte öffnen können, dachte Mia, immer noch gefangen in ihrem bleischweren Körper.
Doch wenigstens ihre Lippen reagierten auf ihren Befehl hin und formten Worte:
... Mate... Wolfsfieber..."
Nuschelndes Wispern, aber besser als nichts.
„Hey! Bist du wach, Mia?", fragte das Mädchen sie verunsichert mit einer tätschelnden Hand auf dem Gesicht.

Was ist hier los? Ihr solltet sie vorbereiten, nicht aus dem Bett zerren!
Wenn der Alpha das sieht bringt er euch beide um!", knurrte eine erboste männliche Stimme laut
Silas! Herrgott - Hör auf zu schwätzen und hilf uns lieber sie zurück ins Bett zu tragen! Sie lag schon hier am Boden. Und gerade eben hat die ganz tief ausgeatmet und versucht mir was zu sagen."
„Bitte, was redest du denn da, Marga?", knurrte der Beta erneut doch Schlafs Mädchen knurrte nun böse auf.
„Ich sage dir nur sie lebt noch und sie ist auch immer noch viel zu warm!
Aber selbst wir waren uns bei ihrem seltsamen Atmen gerade nicht ganz sicher...", schimpfte das Mädchen nun beinahe böse.
Ein Fluchen erklang, dann eilige Schritte: „ALPHA!!!"
Der Beta hatte so laut gebrüllt, dass Mia darüber kurz und heftig zusammenfuhr.
„Sie zuckt!"
„Leg sie wieder hin, fass sie nicht an.
Geh besser noch einen Schritt weg von ihr!", wie's der Beta das Mädchen flüsterleise an, die ihm auch hastig gehorchte wärend er nun selber nach Mias Puls tastete.
Was ist hier los?", knurrte Torben böse.
Oh er war wieder da.

Mate..."

Niemand gab einen Ton von sich. Doch dann erklangen eilige Schritte und sie wurde hoch gezogen und an eine bebende Brust gebettet.
„Hat sie gerade wirklich geflüstert?
- Silas???", brüllte Torben ihn fassungslos an
„Ja, Ben, das hat sie. Ich hab's auch gehört.
Marga und Franziska haben sie hier eben auf dem Boden liegend gefunden und sie atmete ganz tief und lang aus. Sie haben fast auch do wie du gedacht sie stirbt gerade.
Vielleicht hat sie statt dessen aber nur arge Schmerzen und atmet deshalb so komisch und rührt sich nicht?!", erklärte der Beta ihm besorgt.
Mia fühlte wie Torben sie aufhob und weg trug.
„Wo willst du mit ihr hin?", folgte der Beta ihnen rufend die Treppe runter.
„Warmes Wasser! Bei Werwölfen hilft warmes Wasser, wenn sie Schmerzen haben. Du da, lass ein Bad für mich ein und dreh den Heißwasserhahn voll auf!"
„Ja, Alpha, sofort Alpha!", sagte eine Frauenstimme hörbar erschrocken.

Eine Ewigkeit lang hörte Mia dann nur das Wasser Rauschen und genoss es wieder in den Armen ihres Mate zu liegen, der sich mit ihr auf dem Schoß irgendwo hingesetzt hatte und sachte ihr Haar und Rücken streichelte. Schwer atmend... wortlos... total lange.
Himmlisch!
Mia hätte ewig so an ihn geschmiegt liegen bleiben können

Du kannst sie aber nicht gut bewusstlos in die Badewanne packen, Ben. Das ist dir doch hoffentlich klar, oder?", fragte der Beta, Silas ihn schließlich wieder leise.
„Nein, keine Sorge. Ich setze mich zusammen mit ihr da rein.", knurrte Torben diesmal leise.
„Nackt? Hey, sie ist doch erst sechzehn. Wenn sie nun aufwacht und das mitbekommt...", wandte er leise ein.
„Dann fürchtet sie sich vielleicht gleich wieder, ja... ist aber trotzdem erst mal bei Bewusstsein und kann uns vielleicht einfach irgendwie mitteilen was sie hat und braucht, um wieder gesund zu werden.", unterbrach Torben seinen Beta knurrig.
„Wenn's eine Werwolfkrankheit ist und nicht doch nur die Grippe. Vogelgrippe, Schweinegrippe, Influenza... ich verliere langsam den Überblick über diese ganzen Krankheitsbilder. Kreuzfeld-Jacob, alias Rinderwahnsinn... wenn's schon diese Tiere mit sowas erwischt warum nicht auch uns Menschen oder Halbwölfe?"

Verzeihung, mein Alpha, wenn ich ohne Erlaubnis spreche... Aber wir hörten die Luna im Zimmer leise Flüstern. Sie sagte Mate, glaube ich und Wolfsfieber.", meldete sich Marga wieder ganz, ganz leise zu Wort. „U... Und das Wasser ist jetzt übrigens eingelassen. Es hat fast vierzig Grad."

Mia atmete erleichtert auf. Also wieder ganz tief und lange aus...
Und sofort war alles wieder totenstill.

Ist. Das. Gruselig.", flüsterte der Beta schließlich ganz, ganz leise. Nachdem sie endlich wieder eingeatmet hatte.

Mia hätte nun gerne aufgelacht.
Ernsthaft... wenn sie das auch weiterhin so durchziehen könnte, das alles auf ihr Kommando hörte, wenn die nur schlicht ausatmete...

Oh Mann. Ich kann gerade echt verstehen warum du gedacht hast sie ist gestorben. Das denkt man doch sicher jedes Mal, wenn man sie so atmen hört. - Scheiße, verdammte!!!", fluchte der Beta unterdrückt auf.
„Okay... sie stirbt also nicht daran, sie atmet nur so komisch, weil's zu den Symptomen gehört. Also machen wir jetzt folgendes: Finde raus was Wolfsfieber ist, Silas und spanne auch Ole dazu ein.
Frag die geborenen wie man es behandelt und wenn's dir keiner sagen will wendest du eben heute mal Gewalt an. Ich hab's so satt mit diesen überheblichen Arschlöchern zu diskutieren, die sich für Götter unter den Menschen halten."
„Wem sagst du das?
- Okay lass dein Handy in der Nähe und gib nicht auf. Wenn deine Luna noch kämpft, dann kannst du es auch.
Ach und sei mal nett zu ihr, wenn sie aufwachen sollte. Auch wenn sie vielleicht schon wieder versucht ein Stück aus dir raus zu beißen...
Du hast es verdient, nicht vergessen!", mahnte der Beta ihn noch einmal leise.
„Ach verschwinde!", erwiderte Torben nur noch brummig und knurrte düster vor sich hin, während die Tür leise zuklappte.
Dann begann er leise seufzend Mia das T-Shirt auszuziehen.
„Falls du mich jetzt hören kannst, Mia...", wisperte er dabei tonlos an ihrem Ohr. „Ich seh nicht mal hin. Fest versprochen. Aber Hitze entspannt die Muskeln, hab ich gelesen und hilft bei euch Werwölfen gegen Schmerzen.
Ich weiß nicht ob du welche hast aber Schaden kann dir ein Bad auch nicht gerade.
Und ich will dir nur helfen, okay? Diesmal wirklich.
Hab bitte keine Angst, ich lass dich nicht untergehen...


Die Hitze hüllte sie ein und entspannte tatsächlich ihre völlig verkrampften Muskeln.
Komisch dass sie so verkrampft waren, obwohl sie sich doch, schlaff wie Wackelpudding, gar nicht mal groß rühren konnte.

Doch seid er mit ihr in diese Wanne gestiegen war schien sich ihr Körper Stück für Stück nachgebend zu lockern.
Zugleich konnte sie auch ihre Finger und Füße endlich wieder bewegen.
Als würde sie auftauen, zog ein kribbelndes Gefühl ihre Arme und Beine hinauf.
Davon hatte ihr Mahmen erzählt.

Auch sie hatte einmal das Wolfsfieber gehabt, da die hin und hergerissen war, zwischen dem verzweifelten Wunsch ihrem Mate in den Tod zu folgen und dem Drang ihre Kinder zu beschützen.

Denn Dared war nach dem Todeskampf gegen den Alpha schwer verletzt gewesen und sie selbst mit dreizehn Jahren vollkommen Hilflos und verängstigt, da Aristo sie ja gerade als Sklavin hatte verkaufen wollen.

Sie erinnerte sich noch gut daran wie sehr sie ihre Mutter angefleht hatte bei ihr zu bleiben. Wie lange sie neben ihrem reglos liegenden Körper gekniet und geweint hatte.
Mahmen hatte gesagt dass es ihre Tränen gewesen waren, die sie zurück gebracht hatten. Ihr Flehen... ihre Liebe.
Doch sie war danach noch viele Tage schwach gewesen und hatte starke Schmerzen gelitten aus Kummer über ihren Verlust.

Genau so hatte es sich auch für Mia angefühlt, als sie in diesem Lieferwagen dachte, Torben würde sie tatsächlich töten wollen.
Es hatte ihr Herz und ihre Seele zerrissen.

Und genau so stand es auch geschrieben.
Ein Mate konnte nicht ohne den anderen Leben, war die Verbindung erst mal vollzogen.
Und selbst wenn die noch nicht vollzogen war, dann schadete die Abwesenheit des anderen dem Werwolfsgemüt.
Bei gebissenen Werwölfen war es tatsächlich noch mal etwas anderes, aber die geborenen kamen ohne ihren Seelenverwandten auf Dauer einfach nicht aus.

Sie hatte es ja versucht.
Einen ganzen Monat lang.
Trotz seiner Zurückweisung, weil er nicht gekommen war.
Doch jetzt und hier hielt er sie fest.
Jetzt und hier konnte sie seine Nähe endlich vollkommen genießen, selbst wenn sie ihn immer noch unglaublich fürchtete.
Er hatte sich auch noch nicht für ihren Angriff revanchiert.
Sicher würde er sie dafür noch schlagen. Schließlich war er Alpha und musste das Gesicht vor seinem Rudel wahren...

Sie zuckte auf einmal richtig heftig zusammen bevor sie sich entspannte. Das Wasser plätschern über den Wannenrand und schwappte auf den Boden.

Ist schon gut!", strich er ihr einfach nur sachte über den Scheitel. „Wird gleich besser, siehst du? Die Wärme hilft dir.", raunte er ruhig klingend an ihrem Ohr.
Oh, er roch so gut und war so warm und groß.
Neben ihm fühlte Mia sich fast wie ein Zwerg.
Doch war es alleine seine Nähe und nicht so sehr das warme Wasser die ihr gerade half, also lehnte die sich einfach an und taute weiter auf.

                                          *

Er schwieg die meiste Zeit über, hielt sie sanft in den Armen und gab nur noch abbinden zu leise, beruhigende Brummlaute von sich, wenn sie wieder mal zuckte und dabei schließlich auch noch heftig aufkeuchte.
Irgendwann konnte sie dann sogar tatsächlich blinzelnd ihre Augen öffnen und auch wieder etwas sehen.
Das tat so gut!

Sie sah das schaumige Wasser in dem sie gerade bis zum Hals eingetaucht lag. Sah ihrer beider Beine und Füße, die aus dem Wasser hervor spitzten... seine waren beharrt, so wie eigentlich bei jedem Werwolf.
Die Wanne war aber eigentlich zu klein für sie beide.
Es war ihr gerade mal egal.

Mahmen hatte ihr so oft erklärt wie es sein könnte in den Armen des eigenen Mate zu liegen.
Erotisch, faszinierend, grausig, brutal, hart, schmerzhaft, sanft...
- das kam eben immer auf den Mate an und in wie weit sie selbst bereit war ihren natürlichen Gefühlen gegenüber ihrem Seelenverwandten Partner nachzugeben.
Sie hatte damit gerechnet seine Härte ängstlich zu dulden bis sie sich daran gewöhnt haben würde und selber härter geworden war.
Doch er war sanft zu ihr und sie verspürte gerade keine Angst.
Sie spürte eher so was wie Frieden.
Doch sich bei dem eigenen Mate friedlich zu fühlen hatte Mahmen ihr nicht erzählt. Sie hatte gemeint eine Beziehung sei oft ein Kampf und ansonsten fast nur harte Arbeit.

Aber das hier war  total friedlich.
Einfach nur ein stilles Halten ohne jede Anzüglichkeit oder den Versuch sie zu begrapschen.
Sie atmete zittrig ein und wieder aus und wandte dann schließlich ihren Kopf zur Seite.
Ausatmen, ausatmen, ausatmen...

Du machst mir Angst wenn du das so tust, Mia.", brummte er auf einmal leise und atmete ebenfalls tief durch.
„Kannst du jetzt eigentlich wieder sprechen oder ist dein Hals immer noch zu entzündet?
- Einmal zucken nein...  zweimal ja. Oder du antwortest mir, wie schaut's aus?", fragte er sie leise

Sie zuckte lieber, weil sie ihn nicht so gerne mit ihrer grässlichen Stimme anflüstern wollte.
Nein?  - Okay... Ist okay. Dann sprich besser noch nicht. Schöne deinen Hals.
Willst du vielleicht was trinken?
Oder war das Zucken gerade nur ein Zufall?", fragte er sie weiter. Sie zuckte zwei mal.
Ja, was Trinken?", fragte er leise nach.
Wieder zuckte sie zwei Mal und nickte leicht. Er lehnte sich kurz zur Seite hob sich dabei halb aus dem Wasser heraus und kehrte dann gleich wieder zu ihr zurück. Diesmal hielt er ihr einen großen Becher hin.
Sie griff zittrig danach und wollte sich aufsetzen, war aber zu schwach dazu, also tat er es für sie setzte sich mit ihr zusammen hin und hielt die fest, während er ihre Hände beim festhalten des Bechers unterstützte.
Sie trank... hielt überrascht inne, weil sie nur mit Wasser gerechnet hatte, bevor die zögernd weiter trank. 
„Das ist unsere eigene Limonade. Die machen wir selbst. Ich dachte Zucker tut dir gerade vermutlich gut. Du bist viel zu dünn geworden, Mia. Was haben sie denn bloß mit dir gemacht im Schwarzwald?
Und warum bist du hier?
Wolltest du einfach bei mir sein, oder haben sie schon damit angefangen, dich als ihren Feind zu betrachten, da du nun die Taunus-Luna sein wirst?!", spöttelte er hohl.
Das Einzige was Mia darauf erwiderte war ihr Daumen, den sie Rückwärts über die Schulter zeigte.
Diesmal war er es der leise aufkeuchte.
„Tatsächlich?", fragte er sie irritiert aber auch überrascht. „Du kommst wegen mir?"
Sie nickte nur ehrlich, drehte aber den Kopf nicht zu ihm um, denn sie wollte lieber verbergen, dass sie gerade angefangen hatte zu weinen. Doch die Tropfen die ins Wasser vielen verrieten sie natürlich.

Abrupt richtete er sich auf und drehte ihr Gesicht zur Seite, sodass sie ihn ansehen musste.
„Du hast Schmerzen, oder?", fragte er sie sofort wieder ganz ernsthaft. Seine grauen Augen blickten gerade so unfassbar warm und besorgt auf sie runter. In ihren Alpträumen waren sie immer nur grausam und brutal gewesen.
Sie nickte zittrig und atmete wieder aus, aus, aus... sank dabei gegen ihn und er hielt sie sofort wieder fest umschlungen.

Ist das was du gerade hast wirklich das Wolfsfieber?", fragte er sie nun viel sanfter klingend als eben noch und sie nickte nur wieder, diesmal zaghaft.

Ist das ansteckend?", fragte er sie aber überraschenderweise ernsthaft.
Sie hob wieder den Kopf, bevor sie ihn irritiert schüttelte.
Warum kannte er dass den nicht?
Er war doch schließlich auch ein geborener Werwolf, oder?

Aber sie haben dich deshalb hier abgeliefert, ja? Weil du schwer krank geworden bist?", vermutete er grimmig weiter.
Kurz sah sie ihn zweifelnd an, doch dann war sie sich sicher.
Tatsache!
Ein geborener Werwolf, der das Wolfsfieber nicht kannte oder warum man es bekam.
Bisher hatte sie ja noch gedacht, er würde sie vielleicht nur verarschen wollen oder vorsätzlich gemein sein.
Aber sein Blick war offen und besorgt.
Also fasste sie sich ein Herz und öffnete doch endlich den Mund:

Du hast mich verstossen, Torben.
Ich habe über einen Monat lang darauf gewartet, dass du kommen würdest, wie du es versprochen hast.
Wir haben bestimmt Hundert Mal bei dir angerufen aber keiner ging ran oder die Nummer war nicht mehr richtig.

Jetzt wollte ich es eigentlich nur noch von dir selbst hören, dass du mich als deine Mate ablehnst oder zumindest sehen was dir passiert ist, weil du nicht gekommen bist, bevor ich wieder Heim gehe und am Mate-Wolfsfieber sterbe.", flüsterte sie tonlos und eine weitere Träne rann ihr über das vom Weinen sanft gerötete Gesicht und tropfte ins Wasser hinab.


Er war aus dem Wasser raus, noch bevor Mia es überhaupt bemerkte.

Ganz kurz konnte sie einen wirklich ausführlichen Blick auf seinen nassen, knackigen und vor allem nackten Po werfen, bevor er sich auch schon ein Handtuch schnappte und es sich um die Hüften wickelte, während sie sich nur mal wieder an den Wannenrand klammerte.

Tolle Sache Mia, dachte sie bei sich.
Schon griff er sachte unter ihre Arme und Beine die immer noch stark zitterten und holte sie einfach aus dem Wasser raus, ohne noch groß Rücksicht auf das überschwappende Wasser zu nehmen, oder ihr lautes Keuchen. Schon setzte er sie auf dem geschlossenen Klodeckel ab und wickelte sie schweigend in ein großes flauschiges Handtuch ein.

Dann erst reichte er ihr den noch nicht völlig gelehrten Becher mit der Limonade zurück und sah sie diesmal wieder zum fürchten Finster blickend an.

"Du wirst nicht mehr Heim kehren, Mia, denn du bist nun hier Daheim! Und du wirst auch nicht sterben!", knurrte er sie erbost an, bevor er sich ärgerlich ein zweites Handtuch schnappte und damit seine nur leicht nassen Haare verstrubbelnd trocknete, bevor er es ihr über ihre eigenen pitschnassen Haare breitete.
Doch statt sich dannach wieder aufzurichten kniete er auf einmal vor ihr auf dem Fliesenboden und umfaste ihr Gesicht mit beiden Händen, während er sie streng anblickte.

"Und nun verrate mir bitte einmal, Mia, was deine Worte zu bedeuten haben? Du wartest schon seid über einem Monat auf mich? - Ernsthaft?
Hab ich da also vielleicht etwas nicht mitbekommen? Zum Beispiel eine Einladung oder einen Brief, das ich dich schon früher holen soll?", knurrte er sie finster an.

Mia umfasste nur wieder ziemlich zittrig fühlend seine Handgelenke und schluckte kurz hart.
"Ich hab's dir doch schon gesagt. Du hast meinen Geburtstag verpasst!", flüsterte sie krächzend.

"Der ist aber doch erst im Mai...?! Am 10. Mai, Mia! Ich hab es mir doch extra eingeprägt und zähle bereits jeden einzelnen, verdammten Tag bis dahin...", brauste er knurrend auf.

Sie aber schüttelte nur hastig den Kopf.
"Ich hatte am 10. März Geburtstag, Torben und wir haben jetzt den 16 April. Ich habe über einen Monat lang gewartet, aber du bist nicht gekommen.
An meinem Geburtstag stand unser ganzes Rudel den ganzen Tag lang draußen und hielt Ausschau nach dir und deinen Wölfen, ebenso am nächsten Tag.
Rahel hat bestimmt zwanzig Mal versucht dich anzurufen aber deine Handynummer ist nicht mehr vergeben und ans Telefon ist keiner rann gegangen.
Auch in den nächsten Tagen nicht... oder Wochen.

Zuerst habe ich gedacht, du willst mich nur bestrafen. Weil ich bei unserem letzten Treffen so frech zu dir geworden bin und dich geschlagen habe. Dann aber... als die Tage vergingen, habe ich gehoft dass das Band sich wieder löst. Und dass mein Herz aufhört so furchtbar weh zu tun..."

"Mia... Scheiße... Mia, nein halt mal!", unterbrach er sie rau und nun im Alphatonfall. "Du hattest schon im März Geburtstag ?", fragte er sie nun ebenso flüsterleise und beinahe knurrend.

Sie nickte nur still und hustete kurz krächzend.

"Und diese schwere Krankheit, die du hast, wurde nur dadurch ausgelöst... dass ich dich nicht rechtzeitig abgeholt habe und auch nicht erreichbar war?", fragte er sie weiter, diesmal ungläubig.

Mia erhob sich so wenig wackelnd wie sie nur konnte und fand sogar den Mut ihn direkt anzusehen, während auch er nun um Fassung ringend aufstand.

"Für einen geborenen Werwof und den Alpha dieses Rudels hast du echt wenig Ahnung von Werwölfen und was sie zum Überleben brauchen. Ich hoffe das wenigstens deine Berate echte Werwölfe sind und nicht nur gebissene. Aber damit du mal Bescheid weißt: Versprechen zwischen Mate sind auch körperlich Bindend. Und das ich herkam war meine Idee nicht die meines Rudels. Mein Bruder bereitet für den Fall meines Todes schon mal den Krieg vor. Ich muss bald mal ein Lebenszeichen von mir senden, sonst kommen sie her.

Und nur für den Fall dass du es nicht mitbekommen haben solltest, existiert nun Dank meines Ziehbruders Dennis, der seine Position in seinem Rudel nun endlich verfestigt hat, eine starke Allianz zwischen unseren Rudeln und natürlich auch eine geschwisterlich bindende, zwischen dem Alpha und mir. Auch er wird also kommen, wenn du mir nicht wenigstens eine SMS oder Karte zu schreiben gestattest." Ihre Flüsterstimme brach, ihr Worte verstummten zu einem Krächzen.

Er sah sie einen Moment lang nur finster an, bevor er nun wieder besorgt blickend auf sie zuging und eine Hand sachte über ihre Kehle legte.

"Ich dachte die Operation hätte dir geholfen.", fragte er sie leise.
Sie nickte nur kurz, zuckte dann mit den Schultern, schwieg nun lieber wieder und hustete... wankte.
Er fing sie schnell auf und hob sie wieder hoch.
"Ich werde jemanden schicken der dein Gepäck von deinem Rudel holt und Nachricht von dir mitteilt. Mit nur einem Rucksack wolltest du ja sicher nicht bleiben.", meinte er finster, pochte mit dem Fuß gegen die Badezimmertür und sein Beta öffnete ihm eilig.
"Es geht ihr ein bisschen besser. Schick einen Wolf nach Waldbach. Er soll Mias Sachen holen. Lass hier und auch dort verkünden das man uns ein falsches Datum genannt hat, an dem ich sie holen sollte.
Dareds Verwaltung hatte mit meiner telefoniert. Fest stand für mich der 10. Mai, als Abholtermin. Ihr Geburtstag war aber schon am 10. März. Und das Wolfsfieber bekommen wohl die Wolfsmädchen, wenn ihr Mate sie offiziell ablehnt."

"Und die männlichen Wölfe ebenso.", brummelte Silas leise. "Ich habe Gunther dannach gefragt. Es gibt fast keine Überlebenden, wenn es so abläuft das einer absolut nicht will oder zur Verbindung kommt.
Es war also ein geplanter Anschlag auf dich, Ben und auf deine Mate. Gut das sie von alleine hergekommen ist, bevor es zu spät gewesen wäre."

"Und sogleich wurde sie in diesen ausrangierten Transporter gesteckt. Wirklich Schade dass ich die zwei Idioten schon getötet habe. Nun denn, wir haben da ja noch jemanden übersehen.
Sucht Caro! Das ganze Rudel hat Anweisung sie aufzuhalten und fest zu setzen, wenn sie nun fliehen will. Sie hat meine Termine gemacht und Rechnungen bezahlt. Befrage sie also ... eingehend.
Und sei bloss nicht zu gnädig mit dieser heimtückischen Werwolf-Schlampe. Deshalb waren wir also den gedämmten März unterwegs.
Bring sie zum Reden, okay? Und wenn sie es mit tut ist sie tot. Wenn sie uns weitere Namen nennt, die noch an diesem Plan beteiligt gingen, wird sie lediglich aus dem Rudel ausgestoßen.
So oder so... Sehe ich sie heute Abend noch irgendwo auf meinem Territorium kümmere ich mich selbst darum."

"Wieso denn das? Nur wegen eines falschen Datums?", fragte Silas ihn stirnrunzelnd.

Torben sah ihn nur mit Alpha-Rot geränderten Augen an. "Anscheind habe ich kein funktionierendes Handy mehr, was die auf einmal fehlenden Anrufe erklärt und auch unser Festnetz-Telefon war einen ganzen Monat lang unbesetzt, während wir passenderweise auf dieser Mega-Tour waren."

"Alter...", knurrte Silas nur wieder böse und Torben nickte nur dazu.
"Ich muss mich jetzt kurz um Mia kümmern, aber ich komme gleich runter...", wollte er an seinem Beta vorbei gehen, doch der hielt ihn am Arm zurück.

"Falscher Gedanke, mein Freund.
Bleib jetzt besser erst mal bei unserer süßen Luna.
Gunther hat gesagt dass du lange nicht von ihrer Seite weichen solltest, weil das Wolfsfieber schon so weit Fortgeschritten ist. Sonst setzt die Steife wieder ein und Schwere, sie hört dich dann, kann aber nicht mehr Antwort geben oder sich rühren.
Deine Nähe ist ihr bestes Heilmittel, ebenso Anerkennung eurer Beziehung und nicht nur warmes Wasser.
Also überlass diese Angelegenheit mal besser mir. Ach ja... hier! Mein Handy, nimm es besser, bis ich an deinem die Karte ausgetauscht habe. Und ja, es funktioniert! Ich rufe dich alle halbe Stunde an, um dich auf dem Laufenden zu halten und ich weise die Haushälterin außerdem noch an euch was gutes zu Essen und zu Trinken hoch zu bringen.
Selma hat schon ein Nachthemd für unsere Luna zurecht gelegt und Ole hat ihren Rucksack von der Scharrwiese geholt. Da war auch ihr Handy drin. Steht nun in deinem Zimmer. Vielleicht schreibt ihr mal eine SMS an den Schwarzwald-Alpha. Denn an der Grenze gibt es gerade ein paar echt üble Auseinandersetzungen, die die andere Seite provoziert..."

"Sie denken das Mia hier gerade stirbt. Deshalb sind sie so mies drauf. Unsere Wächter sollen Ruhe bewahren und sich etwas zurück ziehen.", befahl er und wandte dann seinem Beta den Rücken zu, um Mia fort zu tragen.

Mia aber wunderte sich nur das Torben seinem Beta anscheind vollkommen blind vertraute.
Selbst Dared, für den Dennis wie ein Bruder gewesen war, hatte ihm niemals offen den Rücken zugewandt sondern immer zuerst gewartet bis der Beta von ihm entlassen worden gegangen war.
Wie leicht konnte ja sonst der Beta versucht sein des Alphas Position zu übernehmen, durch einen ungeschützten Angriff in seinen Rücken...?!

Aber ohnehin war das Verhalten von Torben hier gerade alles andere als Normal. Zumindest für einen Alpha- Werwolf. Er erinnerte sie im Gegenteil stark an Rahels rein menschliches, sorgloses Verhalten, was sie am Anfag ihrer Zeit als Werwolf noch sehr verwirrt und desorientiert an den Tag gelegt hatte.
Nicht das Torben auf sie desorientiert wirkte... Aber nun mal auch nicht wie ein echter grimmiger Werwolf.
Und Torben wusste tatsächlich gar nichts über das Wolfsfieber... war schon seltsam.

Am liebsten hätte sie ihn gefragt, was mit ihm in seiner Kindheit passiert war, dass er nicht einmal das ganz normale und tatsächlich stets überdominante Alpha-Verhalten zelebrierte... Na ja zumindest nicht hier. Ihn störten ja noch nicht mal Silas Blicke in ihre Richtung.
Aber unter den Rudeln, auf den Matebällen hatte er sich genauso irre Verhalten wie ihr Bruder.
Konnte es sein???
Hatte er sie damals nur deshalb so brutal gekennzeichnet, weil er es nicht wusste wie es anders ging?

Er war schließlich früher ein Rogue gewesen, erinnerte sie sich nur besorgt und sah ihn kurz eingeschüchtert an, als er sie schon wieder nur in sein Zimmer zurück trug, auf seinem Bett absetzte und sorgsam die verrutschten Handtücher fest um ihren Leib wickelte... statt sich nun einfach grinsend und wölfisch normal jetzt gleich zu nehmen was jeder Wolf gerne von seiner nackten Mate wollte.
Immerhin wusste er ja nun das sie schon sechzehn war und damit für einen Werwolf erwachsen.

Aber er lächelte sie wieder nur etwas seltsam an, strich ihr über die Wange und wandte sich dann dem Kleiderschrank zu, wobei er ihr erneut den Rücken zu kehrte, sein Handtuch fallen ließ... und schon wieder komplett nackt und wirklich total eindrucksvoll gebaut vor ihr stand.

Oh Maaaaann!


Sie war fasziniert... aber auch geschockt... und ganz sicher fassungslos von seiner Offenherzigkeit, dass ihr glattweg der Mund offen stehen blieb.

Ganz ungeniert und wie selbstverständlich nahm er sich eine Boxershorts und schlüpfte hinein, bevor er sich wieder zu ihr umdrehte.

Oh Wow... was für ein Body!

Sie hatte ihn zuletzt vor zwei Jahren oben ohne gesehen aber da hatte er noch lange nicht solche Muskeln gehabt. Nicht dass er übermäßig bepackt gewesen währe... athletisch traf es wohl eher. - Oder durchtrainiert.
Mia zog kurz die Brauen hoch und schluckte gleich mehrmals hintereinander.
Ihre innere Wölfin hechelte laut: Unser Mate!!! und sie bemerkte gar nicht das Lächeln das dem Alpha über das Gesicht glitt, denn sie schaute ja gerade überallhin. Statt in sein Gesicht.

Da trat er nur wieder zum Bett hin und griff sich das dünne seidene Fähnchen das am Fußende lag und hielt es ihr nach kurzer Betrachtung prustend hin.
"Meine Mutter macht wohl Scherze. Das hier soll dein Nachthemd sein.
Möchtest du lieber das hier haben oder ein Shirt und Boxershorts von mir, bis dein Zeug eintrifft?", fragte er sie amüsiert.

Mia hielt nur zwei Finger hoch und errötete zutiefst beim Anblick des anzüglichsten Kleidungsstückes, dass sie je gesehen hatte.

"Ja, dachte ich mir gerade. Hey, ich will das du weißt, dass ich dein Alter selbstverständlich respektiere. Du wurdest als Werwölfin geboren und bist unter ihnen aufgewachsen. Man bringt ech bei, das Mädchen keine eigenen Entscheidungen zu treffen haben, das alles ihre männlichen Mate entscheiden. Man nimmt euch die Möglichkeit zu wählen und für euch zu entscheiden.

Ich weiß das du mich fürchtest. Die Panik hat dich schon zwei Mal dazu gebracht mich einfach anzugreifen, Mia.
Du weißt aber, das wir beide keine Wahl hatten, wer unser Mate sein wird.
Ich musste dich damals sofort für mich zeichnen, ich musste dich markieren und auch deinen Weg den du dort weiter gegangen bist in gewisser Weise kontrollieren, doch habe ich dir zwei weitere Jahre in deinem Rudel gegeben, die für mich ziemlich hart waren.

Ich hoffe du hattest in der Zwischenzeit ausreichend Gelegenheit zu lernen selbstsicherer zu werden und nicht mehr so sehr deinen Ängsten zu verfallen, weil unsere Rudel immer verfeindet waren... und es auch zukünftig bleiben werden...", stellte er ernsthaft fest.
Mia sah erschrocken zu ihm hoch und schüttelte heftig den Kopf.

Er aber schnaufte nur kurz tief durch und nahm die besagten Dinge aus dem Schrank, Shorts und Shirt und warf ihr beides zu.
"Ja, ich weiß, der Alpha ist dein Bruder und mit seiner Luna bist du befreundet. Aber du wirst sie nicht kontaktieren, anrufen oder ihnen lange Briefe schreiben, schon gar nichts über dein Leben hier, über mich oder das Rudel, dass du schon bald in seiner vollen Stärke kennenlernen wirst.

Dein Bruder ist ein harter, eiskalter Wolf. In seinem ersten Jahr hat er mir vierzig Hektar Land geraubt und dreißig Grenzwächter dafür getötet, weil er mich für Schwach, weil ja nur ein Rogue hielt.
Ich habe mir dann siebzig zurückgenommen und ebenfalls seine Wächter dabei getötet. Wie viele genau weiß ich nicht aber das scheint die einzige Sprache zu sein die dein Bruder versteht, Mia. Außerdem habe ich alle Rogues aufgenommen die Aristo und er in seiner Maßlosen Gier nach Perfektion verstießen.
Wir sind inzwischen ein fast reines Roguerudel, das aber nur gebissene und frei geborene Werwölfe bei sich aufnimmt und ihnen Schutz bietet. Dein Bruder weiß das und fürchtet es. Er hat Leute die zu uns unterwegs waren abgefangen und hingerichtet, gleichwohl sie von mir zum Schutz via Internet als Rudelzugehörig anerkannt wurden. Ebenso halten es die anderen Rudel um zu verhindern dass wir stärker werden als sie. Wir haben ständige Grenzverletzungen und Tötungsversuche auf unserem Grund, also geh nicht zu weit hinaus in den Wald.

Meiner Meinung nach können die Menschen nichts dafür das brutale und vorsätzlich grausame Werwölfe sie beißen. Sie leben und sterben mit dieser neuen Art des Seins und viele töten sich sogar noch bevor die Rudel ihnen grausameres antun können.
Du fragst dich sicher wie es unser Rudel geschafft hat zu bestehen, wie ich es geschafft habe, dieses Rudel zu übernehmen, die geborenen Wölfe hier zu befrieden?", fragte er sie kühl und Mia sah ihn nur wieder unsicher an bevor sie mit den Achseln zuckte.

Wieder lächelte er aber unfroh diesmal.
"Es war ein langer und steiniger Weg, kannst du mir glauben. Der alte Alpha dieses Rudels hatte eine Luna, die keine Kinder bekommen konnte. Also zog das Arschloch aus und fing sich ein junges Menschenmädchen von der Straße ein, die ihr ähnlich genug sah, vergewaltigte sie und schwängerte sie, um sie dann gleich nach der Geburt des Kindes zu töten.
Doch sie entwischte ihm im fünften Monat, stahl ihm dabei auch noch eine ganze Menge Geld, dass es für uns zum Reisen und Leben reichte, begab sich auf eine abenteuerliche Flucht quer durch das Land und auch noch drei Nachbarländer.
Sie gebar mich in einer polnischen Klinik aber ohne ein Rudel an meiner Seite verwandelte ich mich erst als ich vierzehn Jahre alt war in einen Werwolf. Meine Mutter hatte bis zum Schluss gehofft das ich es nicht tun würde.

Leider war sie nicht da als ich meinen ersten Moon hatte. Ich war auf einer Party, hing mit meinen besten Freunden ab. Und als ich auf einmal zum Wolf wurde flohen sie alle, bis auf meine Freunde, Silas, Mike und Ole. Sie fanden es sogar cool was ich war und wollten den Wolf tatsächlich anfassen... unvorstellbar dämlich, denn ich hatte keine Gewalt über mich und sah hilflos zu wie ich sie angriff und biss.

Beim nächsten Vollmond dann, wurden auch sie zu Wölfen und fortan waren wir ein kleines Roguerudel, das durch die Gegend zog, Ärger machte, Ärger suchte und heimlich trainierte wie Wölfe zu kämpfen. Denn meine Mutter klärte uns alle gründlich auf, dass die Rudel uns sofort töten würden, wenn sie uns erwischen würden.

Wir haben uns also Dokus zum Thema Wölfe angesehen und das Kampfverhalten studiert, es nachgestellt, sobald wir erst mal raus hatten wie wir unsere Gestalt wissentlich ändern konnten. Dabei hatte ich es aus irgendeinem Grund leichter als die anderen beiden. Ich wurde der Anführer und half ihnen bewusst zu bleiben, selbst wenn sie ihre Taten manchmal nicht kontrollieren konnten.

Meine Mutter erzählte uns Jungs schließlich auch woher ich stammte. Das ein grausamer Alpha mein Vater war und das damit auch in mir sein Alphablut floss. Wir beschlossen hierher zurück zu ziehen und das Rudel testend anzugreifen, immer mal wieder, ein paar kleine Kämpfe um Erfahrungen zu sammeln. Und das taten wir.
Bald schon schlossen sich uns die Verstossenen anderer Rudel an, die wir im Wald fanden... oder auf den Straßen. Sie waren ohne ihr Rudel desorientiert, hilflos und wie gelähmt. Das haben wir geändert.
Und vor knapp vier Jahren als ich sechzehn war begegnete ich ihm dann alleine im Wald.
- Meinem Vater.

Er hatte natürlich schon von mir gehört und von der Ähnlichkeit die ich mit ihm haben sollte. Er sprach mich auch gleich an als Sohn, und er lächelte, als währe ich sein Eigentum, dass sofort alles tun und so sein würde wie er es wollte.
Und das war sein Fehler.
Das und auch die Worte, die er für meine Mutter fand. Er nannte sie Gefäß!

Das Gefäß hatte seine Arbeit also doch noch verrichtet.
Nun sollte ich seinem Rudel beitreten, als sein Sohn aber um das zu können, müsste ich ihm vorher natürlich erst noch meine Mutter bringen... und zwar tot."

Mia überlief es kurz eiskalt und so war auch sein Blick, den er ihr gerade schenkte.
Eiskalt.

Doch dann lächelte er nur wieder spöttisch.
„Ich riss ihm die Kehle heraus, noch bevor er wusste wie ihm geschah. Wir hatten genau diesen Angriff so oft geübt. Ein einziger kraftvoller, durchtrennender Biss in den Hals, der den Kopf beinahe von den Schultern reißt.
Vorbild war ein Alaska Wolf der sich in ein Rudel rein gekämpft und den alten Alpha auf genau diese Art besiegt hat.
Das entspricht natürlich nicht eurem spielerischen Vorgeplänkel, aus Beleidigungen, Grausamkeit und Berechnung, ist aber leicht, wenn man genau so zu kämpfen gelernt hat. Nicht gesittet und mit unterwürfigem Wächtertraining, um eine imaginäre Rangordnungen festzulegen, sondern brutal und effizient. Keine Spiele, Mia.
In meinem Rudel kämpft man um zu töten. Und wenn man nicht töten will, lässt man es bleiben.

Wir haben sehr viele Rudelwölfe an jenem Tag vor vier Jahren getötet, bevor das Rudel schließlich anerkannte wer nun sein neuer Alpha war... und es wohl oder übel akzeptieren musste, dass ich anders bin, andere Regeln habe, andere Prioritäten.

Und ebenso wirst du es akzeptieren lernen, dass ich nun auch dein Alpha bin, Mia.
Ich bin anders, als dein Bruder und ja... vermutlich bin ich noch grausamer... zu den geborenen Wölfen. Denn ich lasse nicht zu das sie die Menschen hier unterdrücken, ausbeuten oder missbrauchen.
Die Hausangestellten sind beinahe alle gebissene oder reine Menschen... bis auf meine bisherige Buchhalterin, die ein Werwolf war. Denn ich hasse es Papiere zu wälzen.
Kannst du gut Rechnen? Magst du Papierkram machen? Rechnungen bezahlen, mit Lieferanten Korrespondieren? Termine buchen?
- Dann kannst du diesen Job liebend gerne übernehmen.
Es sei denn du willst noch weiter zur Schule gehen...?", fragte er sie halb.
Mia nickte, dann aber schüttelte sie den Kopf.

Mahmen hatte ihr davon abgeraten die hiesige Schule zu besuchen. Sie hatten von einem Werwolf-Jungen gehört der dort lediglich einen Menschen der ihn grob beleidigt hatte herumgestoßen hatte. Der Alpha hatte ihn dafür getötet.
Also nein. Sie wollte garantiert nicht den Beleidigungen der Menschen und gebissenen Wölfe ausgesetzt sein, die Torben wohl ganz offensichtlich bevorzugte.

Eine schöne Aussicht auf ihr weiteres Leben, dachte Mia kurz erbittert.
Währe doch echt nicht nötig gewesen ihr sofort alle Illusionen zu rauben. Sie dürfte sich also  noch nicht einmal körperlich verteidigen, es sei denn um jemanden zu töten.
Aber andererseits wusste Torben wohl auch nichts von den feinen Nuancen jedes einzelnen Mitgliedes im Rudel. Wusste nichts von gemeinsamen Walk, dem Rudelgesang... hatte es nie erlebt.
Er hatte nur gelernt sich selbst zu beschneiden, zu kontrollieren und zu töten wer ihm feindlich gesinnt war.
Ein Wunder dass er sie nicht auch schon längst getötet hatte, nachdem sie ihn draußen im Wald Angriff.

Was er noch weiter erzählte, von der Gleichheit aller Rudelmitglieder, demokratischen Wahlen der Vorgesetzten Menschen und Wölfe, und Selbstständigkeit, statt dem gewohnten Schnorrerdasein der geborenen Wölfe, flog nur noch an ihr vorbei.

Er hätte Lehrer werden sollen, dachte sie nur einmal kurz und hoffte sehr, dass Mahmens Plan für sie, ein stilles und zurückgezogenes Leben, neben diesem Monster her zu führen, aufgehen würde, weil ein echtes Miteinander hier ganz und gar unmöglich war.
Ihre innere Wölfin knurrte alleine bei dem Gedanken an ihre eigene nun wohl ständige Unterdrückung zornig auf.

Hast du das jetzt alles verstanden?", fragte er sie da doch noch zum Abschluss kommend.
Sie sah ihn nur deutlich ernüchtert an.

Du bist also gar kein richtiger Werwolf, Torben. Du kannst dich jetzt nur in einen solchen verwandeln, so wie Rahel und erwartest von allen anderen geborenen Wölfen ebenfalls keine solchen mehr zu sein... nun auch von mir.
Blinder, gefügiger Gehorsam oder aber der Tod... und Menschen kommen immer zuerst. Gut zu wissen woran ich nun bin.", flüsterte sie leise krächzend und sah dann erst tief durchatmend zu ihm auf.

Er sah aus als hätte sie ihm gerade mit einem Vorschlaghammer auf den Kopf geschlagen.
Und zwar hart.


Du weißt nicht wovon du da gerade redest.
Doch sowieso sollten wir gerade besser noch keine rudelpolitischen Diskussionen führen. Du bist krank, Mia und brauchst jetzt meine Nähe und nicht meinen Zorn, schon vergessen?", fragte er sie schließlich halbwegs um Fassung bemüht.

Dann wirst du mich also nicht daran hindern zu sein wer ich bin?", fragte sie ihn fast nur noch hauchleise und zerrte sich derweil sein T-Shirt über den Kopf.
Er seufzte leise auf.
„Du kannst Fragen stellen... natürlich nicht.
- Solange du keine Menschen verletzt oder gefährdest.", stellte er sanft klingend klar und Mia schlüpfte nun unter dem Handtuch in seine übergroßen Boxershorts, die allerdings und auch - Luna sei Dank - Bänder zum Schnürren hatten.
So war sie nun fast richtig anständig bekleidet, als er ihr auch schon sachte die feuchten Handtücher abnahm und sie über den Stuhl in der Ecke aufhängte.

Leg dich hin, ruh dich aus. Und schone auch deine Stimme, Mia. Nachher bekommst du noch etwas Brombeersaft zu trinken, das sollte deiner Kehle rasch beim heilen helfen.", meinte er diesmal wieder ganz freundlich. Aber Mia fand alleine den Ausdruck den er benutzte unmöglich.
Nichts kann meiner Kehle nun mehr helfen, Torben. Du hast sie für immer zerstört. Ich war früher die beste Sängerin im Rudel, heulte lauter noch als der Alpha. Heute kann ich nicht einmal mehr laut sprechen. Und meine Stimme versagt viel zu schnell.
Selbst die OP hat es nur in soweit verbessern können das ich überhaupt wieder spreche. Also erzähle mir nichts von Beerensaft der helfen soll. Mach mir nicht schon wieder Hoffnungen auf das was verloren ist, so wie mit diesem Arzt und der Operation.
Mahmen hat gesagt, es ist nun so wie es ist.
Ich habe einen unbeherrschten oder sogar vorsätzlich grausamen Mate.

Natürlich wird die Verbindung dich bald noch etwas sanfter mir gegenüber machen, wenn ich dir in allem nachgebe. Schließlich kannst du mich ja nicht einfach töten. Aber ich mache mir keine Illusionen mehr über dich und uns und möchte nur das du das weißt.
Meine Pflichten kenne ich nun und ich bin jetzt erwachsen..."
„Du bist sechzehn, Mia.", warf Torben schnaubend ein. „Mit achtzehn wirst du erst erwachsen sein. Vorher werde ich dich garantiert zu gar nichts zwingen was du nicht möchtest.
Einzige Ausnahme meine Anwesenheit. Denn die brauchst du gerade dringend, um wieder ganz gesund zu werden."

Du redest und denkst rein wie ein Mensch. Du wurdest also wie ein solcher aufgezogen. Das ist okay für mich. Solange es für dich okay ist das ich ein geborener Werwolf bin und auch wie ein solcher aufwuchs. Meine Göttin ist Luna, ich walke täglich, ich krächze mit dem Rudel und ich bin jetzt erwachsen, sonst währe ich nämlich nicht hier, Alpha Torben. Dann wäre ich noch zu Hause.
Und nun mach was du willst. Du bist der Stärkere und ich beuge mich deiner Stärke, natürlich.
Und du brauchst mir auch nicht noch einmal zu sagen dass ich deine Nähe brauche. Aus keinem anderen Grund kam ich her. Denn es geht mir bei weitem noch nicht schlecht genug als dass ich lieber sterben würde, statt bei meinem Mate zu sein. Ganz egal ob er nun ein Mensch ist. Ich denke mal dass auch du deinen inneren Wolf hörst und gegen ihn kämpfst.
Doch du bekämpfst dich dabei lediglich selbst. Deine Natur ist eine Andere als eine rein menschliche.
Aber nun verstehe ich endlich warum du damals auf dem Mateball und später beim Markieren so brutal geworden bist.
Dein innerer Wolf hatte dich übernommen nicht wahr? Und du hattest keine Kontrolle mehr.
In dem Fall kann ich dir wohl doch noch dein für geborene Wölfe unsägliches Benehmen verzeihen."
Sie stand auf und ging zittrig an der Wand abstützend zu ihren Rucksack hin, der auf dem Stuhl stand, kramte ein Buch heraus dass ihre Schwägerin geschrieben hatte und hielt es ihm nach kurzem Zögern hin.

Ich habe diese Komödie deiner Schwägerin bereits gelesen.", lächelte er prompt.
Sie atmete tief durch und legte das Buch dann ganz ernsthaft in ihren Rucksack zurück.
„Es ist keine Komödie. Das bin ich... das sind wir alle. Das ist es wie ein Werwolf in Wirklichkeit ist, was ihn ausmacht, was ihn bewegt, was wir fühlen, die Frauen und auch die Männer, in verschiedenen Situationen.
Aber als aufgewachsener Mensch nimmst du deine Natur wohl nicht ernst. Und auch nicht deinen Werwolf oder andere.
Rahel hat das hier geschrieben um sich selbst und ihrem ganzen Rudel zu helfen und sie hat noch ein weiteres geschrieben das nur Rudelintern verteilt wurde. - How to be ...ein gebissener Werwolf.
Sie denkt nämlich an alle. Sie ist eine gute Luna", schloss sie tonlos krächzend und kehrte dann erst auf wackeligen Beinen zum Bett zurück.

Das Lächeln war ihrem Mate inzwischen wieder vergangen. Mia aber war es inzwischen egal. Ihre Stimme war mal wieder weg, selbst Flüstern würde sie nun nicht mehr können doch als sie auf dem Mind-Link-Weg der Mate versuchte ihm zu erklären, dass sie wirklich nicht mit ihm streiten und ihm nun gehorchen und ausruhen wollte war er gar nicht am anderen Ende dran.

Eh...?

Stirnrunzelnd sah die zu ihm auf. Verstand es nicht.
Er war doch ein geborener Werwolf oder?
Er verwandelte sich... also warum hörte er sie dann nicht?

Plötzlich packte Torben sie und griff ihr brutal hart in ihr Haar.
Seine Augen waren nun pechschwarz wie zwei Kohlestücke und er sprach mit finsterem Knurren, nun doch noch zu ihr über den Mind-Link:

Du hörst uns nicht, weil er mich immer einsperrt und unterdrückt kleine Luna.
Ich hätte dich schon längst zu mir geholt, wo du hin gehörst, hätte diese Wölfe die dich angefasst haben zerfetzt... die Wächter die mit dir trainierten...
Aber dieser idiotische Mensch Torben verhinderte es.
Du wirst uns nicht mehr länger widersprechen oder trotzen, denn wir sind Alpha! Du wirst auch nicht mehr mit uns streiten, sonst unterwerfe ich dich gleich noch einmal auf meine Weise.
Dann wirst du bluten!
Er wird es nicht verhindern können, er ist schwach geworden und wird auch immer schwächer!
Eines Tages werde nur noch ich alleine dein Herr und Alpha sein und er ganz und gar verschwunden. Dann kommt die Zeit des Wolfes und die Menschen in diesem Tal werden elendiglich vergehen, wie die es verdienen -
... Abschaum!!!

Er ließ sie wieder los und Mia sank zitternd auf das Bett zurück, während Torben kurz blinzelte und dann wieder gewohnt nachsichtig-freundlich und vor allem mit grauen Augen auf sie herabblickte.
„Hey keine Angst.", bemerkte er sofort ihren nun deutlich schneller gehenden Atem und auch ihr ängstliches Zittern. „Nur weil du gerade klar und deutlich deine Meinung vertrittst, wird dir nichts geschehen. Es ist nicht meine, aber dafür werde ich dich ganz sicher nicht bestrafen.
Ich hole uns beiden was zu Essen hoch, bin gleich wieder da. Leg dich einfach hin und mach es dir gemütlich. Ich denke wir werden uns trotz aller Hindernisse irgendwann sicher zusammen raufen können.
Schließlich sind wir ja Seelenverwandt. Das sollte laut eurer Wolfslegenden eigentlich genügen."

Meinte er noch lässig mit den Schultern zuckend und ging dann hinaus.
Sprachlos und voller Sorge sah Mia hinter ihm her.
Er stand schon ganz kurz vor dem Exitus. Und wenn Torben der Mensch tatsächlich verschwinden würde, würde nur noch das Monster in ihm verbleiben.
Ihre innere Wölfin winselte vor Angst und ihr selbst entwischten einige selbstmitleidige Tränen.
Wenn doch nur ihr Bruder hier währe, um Torben zu helfen ein richtiger Werwolf zu werden... Doch dafür war es nun vielleicht sogar schon längst zu spät und ein Alpha würde die Schwäche eines anderen Alpha immer ausnutzen, um sein Territorium zu erweitern. Selbst für sie würde ihr Bruder es nicht anders tun.
Nein, sie hatte keine Wahl als vorerst still zu halten, Torben zu gehorchen und zu überlegen was sie gegen den wütenden, dunklen Wolf in ihm ausrichten konnte.
Doch gerade jetzt war sie viel zu schwach dazu.
Hilflos legte sie sich in sein Bett hinein, zog sich die Decke bis zum Hals hinauf...

...und fürchtete sich vor der Zukunft.


Mia erwachte mitten in der Nacht mit knurrendem Magen und einem warmen Gefühl am Rücken.

Ein kleines Nachtlicht brannte auf dem Beistelltisch auf der anderen Bettseite.
Torben lag auf dem Rücken neben ihr im Bett und schlief mit friedlichem Gesichtsausdruck.
So wie er da lag sollte man nicht denken dass in ihm eine böse Kreatur schlummerte, die jede Sekunde ausbrechen konnte und dann gefährlicher sein würde, als alle gebissenen und wilden Rogues dieses Landes zusammen genommen.
Genau aus diesem Grund tötete ihr Bruder alle solchen wilden Werwölfe, die dachten es würde genügen ihren Inneren Wolf für immer einfach weg zu sperren und zu verdrängen.

Dared wusste es allerdings Besser. Und ihr Vater hatte es ebenfalls besser gewusst.
Wer es nicht schaffte irgendwann mit seinem Wolf eine gütliche Symbiose einzugehen, musste ständig beobachtet werden. Und wenn sich die Anzeichen dafür mehrten, dass der Wolf der nur noch im reinen Hass und Kampfmodus mit dem Gebissenen Menschen existierte, dann musste man ihn schnell erlösen oder aber so wie in Rahels Fall vor über eineinhalb Jahren versuchen sie wieder zurück zu holen und den Wolf gewaltsam davon überzeugen dass er besser im verborgenen weiter leben würde.
Doch einen so starken Alpha wie Torben konnte man schlicht nicht anbinden. Und einen so starken Alpha-Wolf, der verborgen in ihm lebte konnte man auch nicht durch Schläge oder Schmerz brechen.
Nein, auf keinen Fall.

Letztlich konnte sie auch nur darauf vertrauen dass es Torben doch noch gelingen würde zusammen mit seinem Wolf zu leben. Zumindest musste sie ihm irgendwie begreiflich machen, dass seine erzwungene Menschlichkeit letztlich zu seiner Vernichtung führte... oder zu ihrer.
Aber gerade jetzt konnte sie nicht einmal sprechen. Sie fühlte es nun ganz deutlich, wie geschwollen ihr Hals von dem langen Gerede vorhin noch war.
Besser wenn sie dich zukünftig auf kurze und einfache Sätze verständigen würde, überlegte sie innerlich seufzend und schloss kurz erbittert darüber die Augen.
Eigentlich hätte sie nun Torben wecken müssen. Wenn sie nun einfach so ging um zu Walken und zu Jagen...

Doch wie es ihm begreiflich machen, da sie doch wusste dass sie mit dem Mind-Link auch nur wieder den dunklen Wolf erreicht hätte, das aber auf keinen Fall wollte, glitt sie nur so unauffällig wie möglich aus dem Bett und trat zu ihrem Rucksack hin, um sich wieder ihre eigene Wäsche anzuziehen. - Und um auf ihrem Handy nachzusehen wie spät es gerade war.
Schnell schrieb sie nebenbei auch noch eine ganz kurze Nachricht an Rahel dass es ihr gut ging und dass auch ihr Bruder hoffentlich bald schon das geforderte Lebenszeichen von ihr erhalten würde.
Sie unterschrieb die Nachricht mit den Codeworten Deine Mausi, die sie mit Rahel vereinbart hatte, damit sie wusste dass es Mia selbst war die ihr gerade geschrieben hatte.
Dann schaltete sie ihr Handy rasch wieder aus und zog sich ganz  leise an.
Torben rührte sich die ganze Zeit über nicht und auch seine Atmung veränderte sich nicht.

Ein geborener Mensch, kein Werwolf, der ihre Aktion sofort bemerkt hätte.
Doch ihre eigene Wölfin verlangte gerade nahezu sehnsüchtig einen kurzen Walk und ebenso etwas zu fressen.
Ein Tablett stand am Boden neben der Tür, ja richtig Torben hatte ja noch was holen wollen, oder? Aber leider hatte er selbst alles aufgefuttert - Was auch sonst.
Ein Alpha wie er dachte sicher nicht daran die Luna-isst-First-Regel zu beachten... rein aus Respekt vor ihr und ihrer neuen Position hier im Rudel. Oh nein, dachte sie erbost. Er war egoistisch und arrogant...

Du hast gefährlich vergessen!

Mia zuckte leicht zusammen, drehte sich aber nicht zu ihm um.
Der dunkle Wolf hatte Torben schon wieder übernommen, war unhörbar leise heran geschlichen und las nun als der Alpha schlicht ihre Gedanken über den internen Mate-Mind-Link.

Er ist wirklich schwach, dein Mensch., dachte sie so gleichgültig, wie es ihr gerade nur möglich war

Aber ich bin es nicht, also verarsch mich nicht, kleines Mädchen.
Wo willst du hin?

Sie zog ihren Pullover noch ein Stückchen weiter runter und dachte noch daran jeden Zentimeter Haut ausreichend zu bedecken, bevor sie sich endlich ganz langsam zu ihm umdrehen musste.
Seine schwarzen Augen waren wirklich dämonenhaft fies.

Meine Wölfin muss noch mal kurz walken und ich auch, wenn du mich also gerne begleiten willst...? Und ich könnte auch gut noch einen Happen Wild vertragen, denn ich bin hungrig und gerade schon ziemlich schwach geworden... im Wolfsfieber.

Sie sprach nur die reine Wahrheit aus, weil dieser wilde Wolf jede Lüge sowieso sofort gerochen hätte.

Du gehst jagen?, knurrte er sie aber nur erstaunt statt knurrig an.
Mia nickte schnell. Ich bin schließlich ein Werwolf. Ich war schon immer einer. Ein richtiger.
Und ich unterdrücke meine Wölfin auch nicht, so wie Torben wohl dich unterdrückt.
Und sie ist auch jetzt da und hört uns zu. Wenn du willst kannst du auch gerne mal mit ihr reden..."
Du lässt ihr also die Kontrolle? Freiwillig?, spottete er zynisch.

Mia hatte es zwar noch nie bewusst versucht, ihrer Wölfin das Kommando im Ganzen zu übergeben aber von Rahel wusste sie dass Dareds Wolf auch schon mal die Kontrolle an sich gerissen hatte.

Das ist ja wohl ein gewaltiger Unterschied zu dem hier. Dein Bruder war stinksauer auf seine Mate und deshalb tobsüchtig, Mia.
Aber ich habe Angst vor unserem Mate. Ich will nicht alleine mit ihm sein. Also zwing mich bitte nicht.

Wie soll Torbens Wolf Vertrauen zu uns Fassen, wenn du ihm nicht zeigst dass wir beide eine gute Symbiose bilden... Dass es tatsächlich möglich ist...?

Nun kleines Mädchen? Wo ist denn nun deine Wölfin? Was haderst und zögerst du?, presste Torbens Wolf sie auf einmal knurrig gegen die Wand

Sie will nicht rauskommen. Die fürchtet dich zu sehr. Das letzte mal als du die Kontrolle hattest hast du uns beide fast getötet. Und fast die Kehle raus gerissen. Seither fürchtet sie euch. Dabei seid ihr beide unsere Mate., gestand sie ihm wieder ganz ehrlich.

Er wich ein wenig vor ihr zurück.
Ich habe dich damals nur Markiert kleines Mädchen!
Sie zog mit einem leisen Schnauben ihr Tuch das sie gerade immer trug vom Hals und öffnete den Mund, um zu sprechen, doch es kam nur ein Krächzen heraus.
Der Wolf erstarrte sichtlich und berührte dann sogar zaghaft ihre vernarbte Kehle.

Mia sah ihn nur traurig an.
Meine Wölfin konnte früher mal so unglaublich schön und laut heulen.
So was hast du noch nicht gehört.
Es war unglaublich so mit dem Rudel zu singen, doch das werde ich nun nie wieder können.
Ich werde nie wieder normal Reden oder lachen können und meine Wölfin nie wieder mit dem Rudel oder dem Alpha heulen, weil du damals einfach nicht gewartet hast.
Weil du nicht wusstest wie und wo man seine Mate beißt ... nicht wahr?
Ich hätte es dir erklären können. Dass man eher an der Seite beißt, oder am Schulter-Hals-Ansatz. Nicht in die Vene oder Arterie doch genau hier unter dem Ohr währe es viel besser und sicherer für mich gewesen...
Du hast mich damals nicht gewollt, kleines Mädchen. Du hättest mir gar nichts erklärt. Mich will doch sowieso keiner. Aber du bist meine Mate genauso, wie deine Wölfin es ist. Ihr beide gehört nun mir...
Das weiß ich doch.
Und ich habe es auch akzeptiert, darum bin ich doch auch extra hergekommen...

Mia unterbrach sich, weil die Augen des Alpha nun rotglühend aufzuleuchten begannen, doch als sie sich schon duckte und dachte er würde sie vielleicht wieder in die Kehle oder aber in den Hals beißen wollen, biss er sich auf einmal nur selbst und zwar ins eigene Handgelenk hinein.
Zugleich griff seine andere Klaue zu und bildete die scharfen Wolfskrallen aus, mit denen er ihr einmal hart über die Kehle riss.
Mia hätte eigentlich wie am Spieß los geschrien, doch sie konnte nur noch leise Röcheln.
Der Schmerz war unglaublich.

Mit Händen und Füßen versuchte sie noch ihn abzuwehren, während sein Arm sie nun erneut gegen den Hals gedrückt an die Wand schmetterte.
Das brennen in ihrem Hals wurde stärker und stärker ... sie bekam keine Luft mehr ... ihre Wölfin jaulte, knurrte und fauchte mit gesträubtem Fell auf, sie verwandelte sich schließlich und biss so wild und blindlings um sich dass sie zusammen mit dem Alpha-Wolf auf das Bett viel und selbst darauf noch weiter kämpfte. Noch immer hielt er ihren Hals fest umklammert zog sie schließlich knurrend zu sich runter und biss nun tatsächlich zu und zwar genau dorthin wo sie es ihm vorher noch bedeutet hatte.
Dann ließ er ebenso schnell wieder von ihr ab wie er begonnen hatte und Mia, die Wölfin sprang fiep-krächzend vom Bett, krachte taumelnd gegen die Schlafzimmertür, die dabei zu Bruch ging, sprang stolpernd über die Trümmer hinweg und sah nur das irgendwelche Leute aus ihren Zimmern Rechts und Links vom Korridor gekommen waren und sie nun aufhalten wollten.
Der Beta war auch dabei und schloss gerade verschlafen seine Hosen, doch sie biss nur nach ihm und rannte, wankte, stolperte die Treppe hinunter
„Haltet die auf!"
„Was bei Gott ist denn passiert?"
„Da ist Blut auf dem Boden, Ole, sieh mal wie viel! Hat der Alpha sie etwa schon wieder gebissen oder sie diesmal ihn?"
Silas! Sie entkommt!"
„Ja, okay... ich halte sie auf. Sieh du mal besser nach Ben!", knurrte der Beta nur wieder und kam ihr nachgesprungen. Doch weiter als bis kurz vor die Haustür im Erdgeschoss war Mia auch gar nicht gekommen.
Sie zuckte, schauderte, verkrampfte sich und versuchte noch einmal verzweifelt nach Luft zu schnappen.
Die Verwandlung erfolgte indes so schnell das sie platt am Boden aufschlug und nur noch krächzend weiter kriechen konnte. Schon kniete der Beta mit schockierten Gesicht über ihr.
„Oh mein Gott... nein! Er hat ihr noch einmal die Kehle zerfetzt...!", flüsterte er entsetzt aufkeuchend und lauschte ihren angestrengten Versuchen nach Luft zu schnappen. „OLE! MANN... BEWEG DEINEN ARSCH SOFORT HIERHER!"
Schon machte irgendjemand das Licht im Flur an und Mia wurde rasch herumgedreht.
„Scheiße! Oh Gott, Sie erstickt! Er hat sie schon wieder in die Kehle gebissen... oh Mann was ist bloß mit Ben los? Bei ihr wird er immer gleich zum wilden Tier..."
„Ich brauche das dünne Filetmesser, den Wodka und eine Kugelschreiberhülse... Anita? Den Verbandskasten! Wir machen einen Luftröhrenschnitt... jetzt!"
Mia wusste nicht mehr wie ihr geschah aber um sie herum herrschte plötzlich helle Aufregung.
Der Tic der nun über ihr kniete schien allerdings der Fels in der Brandung zu sein. Er sagte ihr sie sollte nur noch ganz kurz durchhalten... Unzählige Hände drückten ihr dann plötzlich Arme und Beine fest auf den Boden runter. Dann brannte es kurz ganz entsetzlich ...nun aber etwas tiefer und ganz vorne an ihrem Hals. Sie fühlte wie etwas in sie reingeschoben wurde, konnte endlich pfeifend nach Luft schnappen...
Doch schon wurde alles dunkel und still um sie herum und sie viel in Ohnmacht.


Nächstes Erwachen.

Langsam nervte es Mia ja ganz gewaltig von ihrem Alpha-Mate immer wieder verletzt zu werden und dann so furchtbar klar im Kopf aber mit Schmerzen am und im Hals aufzuwachen.

Womit hatte sie sich das denn nur wieder verdient?
Ah... richtig... weil sie unerlaubt aus dem Bett gestiegen war? Oder weil sie klein und schwach und dumm war?
Oder weil sie sich geschworen hatte nicht so dumm wie ihrem Mate zu gehorchen um ihn nicht gegen sich aufzubringen und deshalb bisher immer noch so scheiß freundlich zu ihm und und seinem geistesgestörten Dark-Wolf zu sein, während er ihr hier dauernd nur Vorhaltungen machte, sie in einer Todesfalle einsperrte... denn sie glaubte langsam echt nicht mehr daran das das nicht dich auf seinem Mist gewachsen war mit dem Lieferwagen... und dann auch noch weiterhin so scheinheilig die Haupt-Regel im Taunusrudel zu unterstützen... Schade niemandem!

Ha!
Aber wer schadetet ihr denn hier gerade ständig, eh? Und das wurde natürlich nicht bestraft, wieso auch? Der Alpha selbst tat es ja nur immer ganz munter. Der unkontrollierte Kontrollfreak der sie fast ein Jahr lang komplett ignoriert hatte.
Kein Anruf, keine Karte... nichts.
Und dann hatte er tatsächlich auch noch ihren Geburtstag vergessen und beschwerte sich dass er nicht noch mal extra eingeladen worden war. Er befahl sie mit sechzehn, weil dann ja endlich Werwolferwachsen an seine Seite und behauptete aber zugleich sie sei es erst mir achtzehn, wie die Menschen!
Und dann wenn sie ob seiner Grausamkeit verzweifelte und krank wurde half er ihr noch nicht einmal auf die rechte Weise. Ja noch nicht einmal sich selbst half er gut, weil er seine Probleme einfach ignorierte oder aber einfach nicht erkannte.

Der Zorn in ihrem Inneren Wuchs und sie fühlte bereits ihre Wölfin wütend knurren und erbeben.
Blinzelnd schlug sie nun die Augen auf und sah sich tief durchatmend (mal wieder) um.
Sie lag auf dem Rücken in einem kahlen weißen Zimmer, typisch Krankenstation. Neben ihr piepsten Überwachungsmonitore und auch andere medizinische Geräte, die mit Schläuchen an ihr befestigt waren, standen neben dem Bett herum.

Ihre Hand glitt aufschreckend zu ihrem Hals den nun ein dicker Verband zierte.
Er hatte es also tatsächlich schon wieder getan. Ihr die Kehle nun also vollkommen aufgerissen.
Ihr Mund fühlte dich trocken und watteartig an und das leise Tröpfeln in den Schläuchen nervte ihr Werwolfsgehör außerdem noch über die Maßen.

Hatte der Alpha also nich nicht mal einen Plan von den enormen Heilkräften der Werwölfe, ja? Er hätte ihr befehlen müssen sich zu wandeln. Selbst bewusstlos hätte sie das problemlos hin bekommen, wenn er seine Alphastimme benutzt hätte.

Aber war ja klar. Er hatte seinen Wolf noch nicht einmal dannach gefragt, was er nun alles konnte, hielt das Buch von Rahel für einen Witz, hielt sogar Mia für einen normalen Menschen, der ohne ihren Werwolf in sich zurechtkommen sollte und konnte.

Er begriff es einfach nicht. Es reichte!
Zeit ihm mal den Wolf zu zeigen.
Und zum Teufel mit seinen bescheuerten Menschen hier im Taunus. Sie kannten die Werwölfe. Sie kamen damit zurecht wenn man sich verwandelte. Der Einizge der es wohl nicht tat war dieser Alpha hier. Und zum Teufel nun auch mit ihm und seinen Wünschen...

Mia setzte sich auf und zupfte sich die Klebeknöpfe vom Körper, was bei dem Hauptmonitor zu einem lang anhaltenden Pfeifton führte, zog sich auch gleich auch die Nadeln von tatsächlich zwei Tropfinfusionen aus den Armen heraus und schwang ihre Beine über den Bettenrand.

Da ging auch schon die Tür auf und Ole stürzte hinein. Der Tic des Rudels und wohl auch Rudelarzt. "Luna! Ich meine Mia! Bleib liegen du bist viel zu schwer verletzt worden!", stürzte er bereits auf sie zu und bekam gerade, als er sich über sie beugte ihre Faust mitten ins Gesicht geschmettert.

Leider verstand er nicht was sie dabei über den Rudellink zu ihm sagte, doch sie beschimpfte ihn tatsächlich sehr einfallsreich als Idiotischen Nichtswisser,Werwolfhasser und vermenschlichten Volltrottel, der ja noch nicht mal wusste wie man sich als Werwolf selbst heilte, statt unzählige Nadeln und Skalpelle an ihr zu wetzen.
- Scheiß unterbelichteter Wolfs-Mensch!

Schon war sie aus dem Bett gestiegen, fühlte ihre Augen heiß aufleuchten und verwandelte sich kurzerhand in ihre Wölfin.

"Luna! Nein! Du darfst dich doch noch nicht verwandeln! Deine Nähte reißen sonst alle wieder auf!", rief er ihr besorgt zu und sie sprang zornerfüllt über diesen lächerlichen Schwachsinn mit gesträubtem Fell und geblecktem Gebiss über ihn schnappte sich seinen Hals und biss bedrohlich aber im Grunde nur sachte zu. Gerade soweit, dass er blutete und wusste dass die gerade die Macht hatte ihn zu töten, aber nicht genug dass er daran tatsächlich verbluten musste.

Er gurgelte nur und versuchte sich nun ebenfalls zu verwandeln, doch sie war hier die Luna des Rudels und sie befahl seinem Wolf direkt über den Mind-Link es ja sein zu lassen weil er ansonsten nämlich gleich ein toter Wolf sein würde.

Noch knapp Zehn Sekunden lang hielt sie ihn erzwungen still, bevor sie ihn wieder los ließ und warnend ihr Gebiss vor seiner Nase zuschnappen ließ.
Er sah sie nur noch geschockt an und hob sich ihr ergebend beide Hände. Dann lief sie einfach aus dem Zimmer raus, ganz gemütlich trabend, dann ebenso den Korridor hinunter was einige schrille kreischer von Menschenpatienten zur Folge hatten:
„HILFE!"
„Tür zu! Schnell!"
„Wer hat den Hund hier rein gelassen?"
„Das ist doch kein Hund!!!"
Ist das etwa ein... EIN WOLF!!!"

Eine Krankenschwester die sie angetrabt kommen sah und laut ihres Geruches eindeutig ebenfalls ein Werwolf war, öffnete ihr mit kurz verdrehten Augen die Ausgangstüre.
„Eigentlich kennen sie das ja noch von früher. Aber kaum sehen sie vier Jahre lang niemanden von uns in der Öffentlichkeit verwandelt herumlaufen machen sie Wirbel.", meinte Mia die noch flüstern zu hören.

Zeit das vielleicht mal zu ändern. Ich werde mich jedenfalls nicht verstecken für das was ich bin., erklärte sie der Frau über den Rudellink.
Schon komisch dass die sie alle gestern noch nicht hören konnte aber heute schon...
„Ein großes Statement, Luna. Diese Rogue-Mensch-Wölfe sind oft kaum zu ertragen. Aber wer dich nicht an die Regeln hält und wie ein Mensch benimmt wird getötet. Nun...Ich hoffe ihr erlaubt es uns bald auch wieder zu walken, was bisher ebenfalls verboten war. Wir tun es trotzdem heimlich, nur eben in sehr kleinen Gruppen und tarnen es als Waldspaziergänge. Aber wie sonst sollen unsere Jungen das Welpenspiel erlernen?"

Ich walke heute bei Sonnenuntergang und bleibe erst einmal ein Wolf.
Wer mich begleiten will ist eingeladen. Leider werde ich aber im Verbund nicht mitsingen können.
Dieser Arsch von einem Alpha hat mir erneut meine Kehle zerfetzt und statt mich dann schnell in Wolfsgestalt zu bringen lässt er mich einfach hier in einem Bett der Menschenhäuser liegen! Ich begreife es nicht wie man als geborener Werwolf so wenig Kenntnis von seiner eigenen Art haben kann. Die wird er bald erlernen müssen, wenn er mit mir mithalten will.
Aber nun wird er mich wohl mal richtig kennen lernen. Und das wozu ein echter Werwolf fähig ist.
Dann sehen wir weiter., erklärte Mia der Schwester knurrig und diese ballte mit kurz aufblitzenden Augen ihre Faust triumphirend vor der Brust und nickte ihr noch einmal respektvoll zu, bevor sie sich abwandte und die Tür wieder schloss.
Und Mia trabte dann ganz locker auf den Wald zu, lief ein Stück darinnen herum, bis sie einen kleinen Teich mit steil abfallender Böschung und Hohlräumen unter den gewaltigen Baumwurzeln erreicht hatte.
Sie musste einige Meter am seichten Uferstreifen entlang waten, um zu den Höhlungen zu kommen. Dort aber rollte sie sich einfach in einer trockenen Kuhle zusammen und gähnte ausgiebig, obwohl es sie wieder am Hals schmerzte, bevor sie sich endlich in ihrer wahren und Heilbbringenden Gestalt ausruhte.

Es war schön endlich wieder ganz Wölfin zu sein und noch viel schöner, dass die Schmerzen im Hals nun wirklich schnell vergingen. Die blutenden Wunden schlossen sich. Die Selbstheilungskräfte taten ihren Dienst und auch wenn sie nun über den Rudellink hörte, dass Torben verständigt worden war, dass er sie schließlich rief und suchte...
was kümmerte es sie gerade?
Er war ganz in der Nähe, sie hörte ihn. Er benutzte aber nicht die Alpha-Stimme, also musste sie ihm auch nicht antworten oder sich seiner Suchmanschaft gegenüber bemerkbar machen.
Noch so eine Sache die ihr Bruder nie so durchziehen würde.
Aber Torben war schließlich auch nicht Dared.
...Bei weitem nicht.

Tja und diese Wölfe die er ihr auf den Hals schickte waren tatsächlich auch nur ein schlechter Witz.
Sie verloren ihre Spur gleich unten an der Wasserkante, wo sie den Hang herunter geommen war.
Mia beobachtete sie schläfrig dabei wie sie wie irre Schmeißfliegen ihre Runden drehten war dabei aber gerade mal zwanzig Schritte von Ihnen Entfernt.
Hatten die denn alle keinen Geruchsinn?
Zu Hause hätte jeder Welpe sie sofort entdeckt. Denn suchen spielen lernten sie schon alle vor dem Kindergarten.
Doch hier kamen sie nur den Hang runter, tapsten ins Wasser und schon hatten sie ihre Spur verloren.

Was zum Teufel lief hier eigentlich? Wer waren diese Idioten. Erst die Sache mit der wachablösung und dann konnten sie nicht mal einer simplen Spur folgen die so offensichtlich war das es krachte? Torben rief immer noch lediglich normal nach ihr, klinkte sich dann aber schließlich wieder aus dem Link aus, und auch der Beta und Tic waren sogleich nicht mehr zu spüren.
Die dominaten Präsenzen der Leader nahmen ebenfalls rapide ab.
Mia folgerte, dass sie sich demnach alle zurück verwandelt hatten, und alle als Menschen den Mind-Link nicht aufbauen konnten.

Die ganze Führungsebene bestand also aus unwissenden gebissenen Wölfen... solche Idioten.