10. Kapitel





Feeline wusste nicht wie spät es war. Sie hatten das Licht ausgemacht. Eben war es draußen noch hell gewesen doch in ihrer Zelle war es dunkel. Ihr Vater hatte ihr nach dem Duschen erneut den Stift in die Hand gezwungen, damit sie den Aufhebungs-vertrag unterschrieb. Hatte sie angebrüllt und schließlich sogar ins Gesicht geschlagen. Das hatte er noch nie gemacht und Dr. Georg war dann auch erschrocken dazwischengegangen, hatte protestiert. Diesmal wohl echt, doch Paul Hoffmann war nun ernstlich böse. Er hatte den Psychologen rausgeschmissen und seine Tochter in die Zelle zurück gebracht. Hatte sie noch einmal angebrüllt ,er würde ihre Rebellion gegen ihn nicht mehr dulden, ebensowenig wie ihre Schreiattacken. Sie hätte nun einen Auftrag für ESA und die Arche. Und sie hätte diese Kinder zu bekommen die Vertraglich geregelt seien. Es sei nach dem Verlust von Arche 1 nun mal unerlässlich das gesammte Potential zu nutzen und sie musste sich nur noch vier mal dafür hergeben... was wohl soviel bedeutete wie: Kind du bist schwanger, noch vier mal Sex mit wildfremden Typen dann kannst du in deiner Gummizelle bleiben und verrotten.

Sie hatte wieder nichts zu ihm gesagt. Er hatte ihr den Vertrag und einen Stift dagelassen. Und er würde sie erst wieder rausholen wenn sie ihn unterschrieben hatte... dann war er gegangen.

Doch Fee handelte sofort zerriss den Vertrag und hieb den Kugelschreiber gegen die Tür bis es einen Riss im Fensterglas gab. Da war ihr Vater wieder reingekommen, hatte ihr das Ding abgenommen sie noch mal ins Gesicht geschlagen und war fuchsteufelswild wieder rausgerannt. Und nun war das Licht aus. Auch draußen vor dem kleinen Fenster. Es war stockdunkel und Fee steigerte sich immer weiter in ihre Angstattacke hinein. Sie hörte Geräusche wo keine waren. Hörte klackern, scharren, und sah keinen einzigen Lichtstrahl, so als währe sie blind. Aufgeregt wiegte sie sich vor und zurück, vor und zurück. Schon beinahe bereit alles zu tun wenn nur diese Dunkelheit in dieser engen Zelle aufhören würde. Alles... alles würde sie tun. Und sie würde ihren Vater bis ans Ende ihres Lebens hassen, hassen, hassen!

Gott im Himmel... Mama, hilf mir. Gott im Himmel, hol mich raus, hol mich raus... Samuel.. Samuel wo bist du? Warum bist du nicht mehr wieder gekommen? Hast du ihm geglaubt? Hast du ihm wirklich geglaubt, Sam...? Gott im Himmel, Gott im Himmel, hilf mir, hilf mir, hilf mir doch jemand...“

Sie weinte.

Sie meinte die Wände auf sich zukommen zu fühlen und schrie, schrie und schrie... um

Hilfe, um Licht... „Macht das Licht an! Macht das Licht an... BITTE!“

Stunden über Stunden schrie sie, bis sie beinahe heiser war.

Und dann ging auf einmal mit einem Krachen und schaben die Tür wieder auf und Licht flutete blendend hell herein, ebenso wie ihr vollkommen fremde Menschen, bis auf diese Ärztin aus Arche 3... Psychologin, die sofort zu ihr hingelaufen kam und ihr das verschwitzte Haar aus dem Gesicht zurückstrich.

Um Gottes Willen...!“, hörte sie sie heiser sagen.. „Hilfe...“, wimmerte Fee nur zum steinerweichen.

Bitte... Bitte helft mir...“

Feeline, ich bin Dr. Merte aus Arche 3 was ist dir passiert, Mädchen? Sie mich mal an...!“

Ist mit ihr alles in Ordnung Dr. Merte?“, fragte eine Fremde Stimme aufgeregt.

Mein Gott. Falker... Haben sie keine Augen im Kopf, Mann? Sehen sie das? Sehen sie es? Das Mädchen ist halb tot vor Angst und Panik!“, kreischte die Psychologin fassungslos auf.

Es ist stockdunkel hier drinn.“, sprang sie wieder auf die Füße und ging von ihr weg

- Kommandant Hoffmann! Was haben sie dazu zu sagen, Sir? Sie haben dieses Mädchen in Dunkelhaft gesetzt, ohne jeden guten Grund. Einen so labilen Menschen und noch dazu ihre eigene Tochter, Sir! Das ist unverantwortlich.“, regte sich Dr. Merte tierisch auf.

Sie ist meine Tochter, verdammt noch mal und ich erziehe sie so, wie ich es für richtig halte...“, bellte ihr Vater derbe und Fee heulte erneut leise auf.

Warum bewegten die sich nun alle wiedr auf die Tür zu? Wollten sie wieder raus gehen und sie alleine lassen?

Bitte... bitte, helfen sie mir... bitte!“, wimmerte sie schluchzend an irgendwen gewand, sie sah nur noch schatten hier drinn. Von dem Gegenlicht der offenen Tür geblendet konnte sie gar nicht richtig gucken.

Was wollten die Leute hier alle? Machten die bei dem grausamen Spiel ihres Vaters nun mit oder nicht?

Scheiße... Klaus... wie konntest du nur...?! Nehmen sie ihn fest, General Gustav!“, befahl Falker-Johann dem aus Arche 5 zur Unterstützung hinzugekommenen General.

Kommandant Falker-Johann! Was erlauben sie sich? Ich bin hier der führende Kommandant dieser Arche! Und was ich mit meiner Tochter mache geht sie verdammt noch mal gar nichts an...!“, tobte ihr Vater nur, doch der archefremde Kommandant Falker-sowieso schien tatsächlich hier zu sein um ihr zu helfen. Fee brach erleichtert in Tränen aus. Sie würden ihr helfen... sie würden ihr wirklich helfen.

Herrgott, im Himmel.... Dr. Merte, tun sie was! Und sie Gustav, nun machen sie schon! Nehmen sie ihn fest! Kommandant Koch stimmt ebenso dafür und Jensen, ich habe vorhin mit ihnen gesprochen mann das müssten sie eigentlich wissen. Nehmen sie ihn mit nach Arche 5 und sperren sie ihn erst mal weg, bevor ich Samuel Haggedorn nicht länger zurückhalten werde diesem durchgedrehten Kerl die Abreibung zu verpassen, die er sich gerade eben nur mit dem letzten Spruch verdient hat.

Sie kommen vor das Kommadanturgericht, Hoffmann und Feeline nehmen wir erst mal mit uns nach Arche 3. Gott im Himmel...“, fluchte dieser Falker noch mal aufgebracht.


Die vielen Stimmen die nun schrien, kommandierten und befahlen verwirrten Fee. Sie wollte aufstehen, konnte es aber nicht vor lauter Zittern.

Fee...“, sagte ein anderer Typ da plötzlich leise und rau neben ihr niederkniend. Seine Hand strich sachte über ihren Arm, ganz sachte nur, doch sie zuckte zusammen und weg von ihm. „Bitte, bitte macht das Licht an, Licht an bitte, bitte, bitte es ist so dunkel hier.“, flüsterte sie heiser und ließ sich von dem Mann nach oben ziehen. Blind vor Tränen.

Licht! Macht sofort das verdammte Licht an, Leute!“, herrschte die zornige, sich fast überschlagende Stimme nach draußen.

Fee blinzelte als die Lichter prompt angingen und bedeckte die tränenden Augen mit den Händen.

Ich mach alles, versprochen... Bitte... Ich machs ja, ich machs doch. Ich unterschreib alles, nur bitte lasst das Licht an...“, flüsterte sie erstickt an der Männerbrust und ließ sich willenlos nach draußen ziehen. Sie erkannte nur schemenhafte Umrisse. Da waren Fremde Leute, fremde Stimmen und Rufe, Empörte Rufe und tastende Hände auf ihren Handgelenken, ihrem Hals. Sie schloss die Augen und schluchzte Willenlos auf.

Fee... Feeline, sieh mich an! Sieh mich bitte an, Mädchen!“, sagte Die Psychologin wieder zu ihr.

Fee blinzelte und schüttelte dan aber nur den Kopf. „Ich kann nicht mehr.. ich kann nicht mehr. Bitte hört auf, bitte lasst mich gehen, bitte...“

Lasst sie in Ruhe verdammt!“, fauchte der Mann der sie fest hielt erneut und hob sie dann eifnach hoch, trug sie weg, und die Stimmen folgten ihr. Folgten ihr weiter und weiter.

Wo gehen sie denn hin? Was soll das?

In die Ställe? Ist das ihr Ernst?“

Fee roch die Pferde, noch bevor sie ins weiche Stroh gesetzt wurde. Die Hände um sie herum verschwanden, ebenso die Stimmen.

RUHE!“, brüllte jemand nur wieder wütend und dann lag sie da und das Fohlen war bei ihr, sie wiegte sich vor und zurück, immer noch Tränenblind, immer noch geblendet von den grellen Lichtern der Tageslichtlampen.

Mein Gott... Fee. - Habt ihr sie da rausgeholt?“

Ruhe, hab ich gesagt, lasst sie ganz in Ruhe. Das da ist gerade ihre Therapie. Das und nichts anderes. Sie kommt gleich zu sich. Sie schafft das schon. Das Fohlen und die Stute helfen ihr... Fee schafft das alleine...“, murmelte die Stimme frustriert klingend.

Fee wiegte sich weiter nur vor und zurück eine Hand nun am Hals des Fohlens.

Seine Wärme beruhigte sie. Es knabberte an ihrem Haar herum. Fee weinte leise und vergrub ihr Gesicht in der Mähne der Stute, die nun ebenfalls herangetreten war.

Langsam wich die Benommenheit, die Angst, das erstickende Gefühl in ihrer Kehle.

Sie hörte die Stimmen immer noch die sich nun leiser unterhielten, ruhiger:

Was meinen sie wie lange sie braucht um sich

wieder in der Realität zurechtzufinden, Samuel?“, fragte eine Frau besorgt.

Keine Ahnung und es ist mir auch scheißegal. Sagen sie dem Kommandanten nur das die Pferde mit uns nach drei wechseln müssen. Fee braucht sie und die Pferde brauchen auch Fee, denn sie ist Stallmeisterin hier. Die hat die Ahnung und keiner Sonst, nur Mika müsste auch mit, er ist ihr Gehilfe. Sie bildet die Tiere aus. Und ohne sie gibt es diese Zucht gar nicht, Verdammt... - Oder ich muss hier bei ihr bleiben, ihre Entscheidung. Aber dann brauchen wir mehr Soldaten aus anderen Archen und die hiesigen ungebundenen Soldaten müssen versetzt werden. Damit sie nicht noch einmal so eine Scheiße mitmachen und wieder die Regeln lernen. Unterlassene Hilfeleistung sollte mal schnellstens wieder unter Strafe gestellt werden, wenn sie mich fragen. Aber das ist ja nur meine Meinung...“

Sie sind wütend... Samuel, das verstehe ich, doch Zorn hilft Fee nicht.“, sagte die Frauenstimme nur wieder ruhiger.

Es hat ihr anscheinend auch sonst nichts und niemand geholfen, Dr. Merte. Sie hat gebettelt und geweint, Verdammt. Hat mir eben noch gesagt sie tut alles was ich will wenn sie nur wieder raus darf und das Scheiß - Licht anbleibt.

Ist das etwa normal? Ist es das? Eine erzieherische Maßnahme oder doch eher Folter?

Er wollte sie kaputt machen, Dr. Merte. Er wollte seine eigene Tochter zerbrechen. Wie konnte er nur? Lassen sie mir fünf Minuten mit ihm, nur Fünf, ganz alleine mit ihm, ich brech ihm alle seine Knochen einzeln und dann kommt er mal für zwei Wochen in Dunkelhaft, verdammt noch mal. Dann ist er drann, verdammtes Schwein...“

Beruhigen sie sich. Ich glaube Fee kommt langsam wieder zu sich. Sie hat aufgehört sich vor und zurück zu wiegen.“, sagte die Frau wieder.

Fee sah kurz irritiert zu ihr hin. Sie hatte sie einmal kurz gesehen, als sie die Verträge in Arche 3 gegengezeichnet hatte. Wirklich... die dortige Psychologin, Dr. Merte. Sie war auch hierher gekommen. Und neben ihr stand... „Samuel!“, flüsterte sie erstickt, dann rief sie es und versuchte taumelnd auf die Beine zu kommen. Samuel setzte sofort über den Zaun und war mit drei großen Schritten bei ihr.

Okay.. okay bleib noch sitzen, ich bin da, Fee. Bin schon da. Wir sind so schnell gekommen wie wir konnten, als Daniel uns erzählte dass du gefangengehalten wirst und mit Foltermethoden und einsperren gezwungen werden sollst dich gegen mich zu entscheiden und dass du zwangsgeduscht worden bist und abgeführt, von dieser Soldatin... Er hat außerdem noch gesagt du hast nach mir gerufen... Da musste ich kommen, okay?“

Samuel!“, rief die Psychologin vom Gatter her. Es klang warnend.

Samuel schien kurz mit sich zu kämpfen, dann aber wich er mit leicht gehobenen Händen wieder von ihr zurück, so als würde er gerade mit einer Pistole bedroht werden. Aber als sie sich umsah standen nur ein parr grimmig aussehende Typen und diese Dr. Merte am Zaun... neben Mika der total übernächtigt aussah.

Sam... was... was läuft denn hier? Warum... gehst du weg von mir?“, fragte sie ihn heiser.

fee, reg dich nicht auf, okay? Es ist alles gut soweit aber... Ich darf dir erst mal nur die eine Frage stellen.“, begann er knapp und mit genervt rollenden Augen zu sagen bevor er sich wieder zu einem kurzen Lächeln zwang.

Möchtest du noch meine Frau ud Partnerin für ESA sein? Möchtest Du dass ich dich beschütze?“, fragte er sie und wieder erklang dieses Räuspern vom Gatter her.

Fee schniefte und schluchzte wieder kurz verwirrt auf. „Wieso, Sam? Willst du's denn jetzt nicht mehr?“, fragte sie ihn ängstlich zurück.

Bitte Fee, es geht hier gerade nur um dich, um das was du willst und ich darf nichts anderes fragen als das, sonst werde ich in Arche 3 die Arrestzelle auch mal von Innen kennenlernen. Ich soll dich nicht beeinflussen. Also beantworte einfach die Frage.“, bat er sie rau und ohne sie diesmal anzusehen.

Ich hab... hab nicht unterschrieben, Sam. Ich wollte nicht. Ich hab es dir doch versprochen und du hast mir doch gesagt du willst auch keine andere...“

Ja oder nein, Fee.“, bat er sie drängender. „Meine Frau oder die Verträge zerreißen?“, brummelte er ungeduldig und Fee sah wieder kurz besorgt zu der Psychologin hin die gerade mit noch mehr Typen tuschelte die gerade dazu gekommen waren. Verwirrt sah sie nur wider zu ihm hoch.

Sam, … Sam ich... Ich will mit dir in die Arche 3 gehen, wenn ich darf. Bitte, bitte, nimm mich einfach mit, ja? Ich kann nicht hier bleiben, hast du das denn nicht gesehen...? Gesehen, was sie hier machen? - Mit mir? Keiner... Keiner hat mir geholfen, obwohl ich sie angebettelt hab. Ich hab geschrien, aber sie haben nur das Licht ausgemacht... die sind so irre hier, so absolut irre hier, also bitte, wenn du... wenn du das noch willst, Partnervertrag und mich und sex und... und so... Hey, ich weiß ja ich bin nicht die beste und tollste oder so normal bin....“, flehte sie ihn an, kam wieder halb auf die Füße und Sam nahm sie endlich doch in den Arm, hielt sie fest und ließ zu dass sie an seinem Hemd zerrte, was sie bestimmt so gar nicht mitbekam. „Ich will nicht mehr hier bleiben. Ich will... der Vertrag steht doch noch, oder? Ich will dich zum Partner, hab ich doch gesagt... ich... ich hab Angst, mein Vater ist durchgedreht. Hast du gehört was der vorhat, hast du? Jedes Jahr ein anderer Kerl der mich... der mich... begatten soll... Als ob ich eine meiner Stuten währe. Das ist so irre. Aber er hat mir nicht zugehört. Ich hab gesagt ich will dich, mit dir klappt das, aber mit anderen nicht. Das sind alles Looser aber... aber Vater hat gesagt das ist okay, die betäuben mich dann einfach oder so, ich soll mir nichts dabei denken und ich bin zu krank im Kopf, aber dabei ist er hier der Kranke. Ich hab ihm gesagt ich will dich, Sam, ehrlich. Ich schwör's ich hab's ihm gesagt, hundert mal und dass er dich in Ruhe lassen soll. Er hat dich zusammenschlagen lassen, Samuel... Die haben dich einfach weggezerrt und da... da bin ich ausgerastet, hab gebissen und gekratzt und getobt und alle die gekommen sind... denen hat er nur gesagt Panikattake... wegen dir, du hast mir Angst gemacht, aber so war es nicht. Ich hatte keine Panik ich war nur wütend... Und ich hab nach dir gerufen aber die haben dich auf den Laster geladen und weggefahren. Ich hab dann gehört du bist drei Tage lang nicht aufgewacht und … und mein Vater hat gemeint wenn ich dir was bedeute oder der Vertrag hättest du ja protestiert, aber ich wusste... ich wusste solange du nicht selbst unterschrieben hast, nicht selbst sagst du willst nicht mehr... solange bleibe ich auch dabei. Solange und da.. da hat er mich geschlagen und eingesperrt und mir den Stift in die Hand gezwungen, ich sollte das Blatt unterschreiben und ich schrei ihn die ganze Zeit an, erkläre es ihm, sag nein, ich will das nicht... Aber er hat nicht aufgehört, hat mich eingesperrt und wenn ich dann Angst hatte und so richtig geschrien hab, hat er nur gelächelt und gemeint: Teenagerrebellion ist mir hier verboten ich soll aufhören, sonst hat das Konsequenzen und die hatte es auch. Ich dürfte nicht in den Stall, nicht zu den Pferden. Ich... ich durfte nicht raus, eine Woche lang nicht... nur... nur dann zum Duschen und da wollte ich nicht mehr. Ich wollte nicht... Samuel bitte... nimm mich einfach mit, ist mir egal wohin, selbst wenn es raus in den Schnee ist, ist mir egal. Ich muss weg hier. Dr. Georg steckt mit Papa unter einer Decke. Der wollte mir einreden dass es so das Beste ist, weil ich doch so labil bin... ICH! Die sind aber verrückt, völlig verrückt und idiotisch und Bestien und grausam und ich hab nur noch geschrieen und dann nichts mehr gesagt.. und dann hat er mich wieder geschlagen und eingesperrt und den Vertrag zum unterschreiben dagelassen und einen Stift. Aber ich hab ihn zerrissen, richtig klein zerfetzt... und da hat er dann das Licht ausgemacht. Er hat gesagt ich komm erst wieder raus wenn ich unterschrieben habe, vorher nicht. Stunden... über Stunden.. und es war so dunkel... so schrecklich dunkel und die Wände haben sich bewegt, kamen immer dichter auf mich zu...“, heulte sie und klammerte sich zitternd an seinen Armen fest, während er sie umfangen hielt und nur reglos stand.

Sein Kopf drehte sich zu Dr. Merte.

Zufrieden?“, fragte er die Psychologin kühl.

Die nickte nur grimmig und drehte sich zu den anderen Arche-Anführern um, die Fees verworrenem Bericht gelauscht hatten.

Paul Hoffman scheint gerade nicht fähig und in der Lage zu sein diese Arche weiter nach den Gesetzen von ESA zu führen. Was er mit seiner leiblichen Tochter getan hat ist nichts anderes als Folter. Er hat Feeline seelisch und körperlich bedroht, ihr zugesetzt damit sie sich seinem Willen beugt. Ich denke er weißt Anzeichen für die Höhlenkrankheit auf. Paranoide Vorstellungen von seiner Tochter, die er unter allen Umständen beschützen muss, sogar vor ihr selbst und ihrem Willen der seiner verworrenen Meinung nach schädlich für Fee ist.

Der Mann ist krank und der hiesige Psychologe nicht fähig oder willens und in der Lage diese Krankheit zu erkennen und Maßnamen zu ergreifen.

Ich beantrage eine sofortige Überstellung von Fee F3 in die Arche 3 zu ihrem gesetzlichen, eingetragenen und freiwillig gewählten Partner Samuel S12, der sich um sie kümmern wird. Fee ist die einzige hiesig anerkannte und fähige Stallmeisterin und Pferdetrainerin. Sie wird es auch wieder werden, wenn erst Solaris errichtet wurde. Bald beginnen wir mit der Sondierung, wenn der Schnee geschmolzen ist. Ich denke dass sie in einem solchen Team als Expertin über das Eggen und Pflügen mit den Pferden eine gewichtige Rolle im Forschungsteam spielen kann, dass sich den richtigen Platz für uns alle aussuchen wird.“, schlug sie vor. Die Männer sahen wieder alle ersthaft zu dem jungen Mädchen hin, dass immer noch heftig zitterte und sich an Samuel klammerte als gäbe es kein Morgen mehr.

Antrag angenommen. Wir begrüßen Feeline Hoffmann gerne in Arche 3... als Gefährtin von Samuel Hagedorn.“, brummte Kommandant Falker-Johann eisig und wandte sich dann kopfschüttelnd von der Szene im Stall ab.

Mein Gott, was in den Archen nur alles gelaufen ist. Wahnsinn!

Und das in nur zwei kurzen Jahren. Wir vernichten uns selbst mit unserem Höhlenkoller, soviel ist mal sicher. Wird Zeit das wir mit der Siedlung im Freien beginnen. Vielleicht kommen die Menschen dann ja wieder zur Vernunft.“

Er winkte Samuel und der löste sich kurz von Fee um sie anzusehen.

Meinst du du kannst jetzt mit mir kommen oder brauchst du noch ein bisschen Zeit bei deinen Pferden, Fee? Kann sein das du sie eine Weile nicht so oft besuchen kannst und erst in der Siedlung wieder Stallmeisterin wirst.“, erklärte er ihr besorgt.

Das... ist okay. Hauptsache ich komm hier raus. Die haben ihm alle geglaubt. Einfach alle, aber ich bin nicht verrückt, ich bin's nicht, nicht so.“, wimmerte sie immer noch.

Okay. Dann ist es ja gut.“, strich er ihr sachte über das Haar und hob sie auf die Arme um sie wieder aus dem Stall heraus zu tragen. Dr. Merte öffnete ihm schnell das Gatter und schloss es wieder hinter ihm. Schnell! Weil die stute auf einal Amok zu laufen schien und gegen die Leute am Gatter anzugehen begann, die sofort alle erschrocken zurück wichen.

Das Pferd ist ja gefährlich?!“, stieß einer der soldaten erstaunt hervor. Fee sah ihn nur kopfschüttelnd und irritiert an, aber sprechen konnte sie gerade gar nicht mehr. Sie bebte statt dessen wieder am ganzen Leib, was auch Sam nicht verborgen blieb.

Wir sind soweit. Es muss aber bitte noch jemand Fee's Sachen holen, erste Nische vor den Schlafabteilen der Frauen. Alles was ihr gehört ist da in der großen Holzkiste drinn.“, sagte er zu Dr. Merte und den Soldaten und seinem Kommandant. Die nickten lediglich kurz.


Sam trug Fee, die nun wieder sehr viel ruhiger fühlte aber total erschöpft war, zum Laster aus Arche 3, der von Soldaten umstellt war, die ihn schützten.

Andere Soldaten aus Arche 2 sahen entwaffnet und verwirrt zu wie der Kommandant aus Arche 3 und der General aus Arche 5 mit ihren Soldaten Fee und Samuel nun beschützend umringten und Befehle zum Rückzug gaben.

Nur Hans, war mutig genug noch einmal vorzutreten und sich den Kommandierenden in den Weg zu stellen.

Kann mir bitte mal einer verraten was das soll? Warum sie hier sind, unseren Kommandanten Abführen wie einen Verbrecher und uns alle entwaffnen? Und jetzt nehmen sie auch noch eins von unseren Mädchen mit?“, fragte er Falker grimmig.

Soldat, euer Kommandant hat ganz offensichtlich den Verstand verloren und seine eigene Tochter eingesperrt und derbe gefoltert.

Und scheinbar habt ihr hier alle wie ihr da nun steht ihn in seinem Wahn auch noch unterstützt. Wir werden bald also einen neuen Kommandanten für euch finden, der nicht geistig und seelisch krank ist und meint eine Frau, egal ob es sich nun dabei um seine eigene Tochter handelt oder nicht, gehörte alleine ihm und niemandem sonst und er könnte sie zu allem zwingen, sogar zur Paarung mit von ihm ausgesuchten Männern und das gegen ihren Willen. Feeline Hoffmann hat aber bereits eine ESA-Partnerschaft geschlossen. Sie ist erwachsen und mündig. Fee's Partner hat sie auf ihren hilferuf und Wunsch hin abgeholt. Sie hat ihn offiziell darum gebeten und damit auch mich, Asyl in Arche 3 zu finden... vor euch allen hier, Soldat.“, breitete Kommandant Falker-Johan die Arme aus und nickte in die Runde der nun entgeistert oder fasungslos dastehenden Soldaten. „wieder nickte er, nur diesmal General Gustav zu. „Das ist kein Tag den ich jemals wieder erleben wollte, das Frauen eingesperrt und zu Zuchtzwecken missbraucht werden sollen, das sie in Dunkelhaft sitzen und geschlagen werden wenn sie nicht das tun was ein durchgekallter despotischer Kommandant von ihnen verlangen. Ihr werdet euch damit abfinden müssen, dass nicht alle Befehle in diesen Archen unbedingt befolgt gehören und das es hier tatsächlich noch Rechte gibt die auch ein Kommandant nicht beschneiden oder abändern darf... egal auch ob der Vater.“

General Gustav trat nun vor und drängte den jüngeren sldaten damit bewusst wieder einen schritt von der Gruppe zurück.

Macht euch demnächst mal auf einiges gefasst, Junge. Die Soldaten und Soldatinnen die hier keine Verbindungen haben werden in den Nächsten Tagen schon auf die anderen Archen verteilt und von diesen Archen kommen ebenfalls unverbundene Soldaten und Soldatinnen hierher in Arche 2, damit vielleicht bald wieder etwas Normalität einkehrt. Und jetzt geht schlafen oder auf eure Posten. Die Show ist vorbei und dieses Mädchen wieder frei.“, sagte er noch grimmig in die Runde und Dr. Merte fügte enttäuscht klingend hinzu:
„Ihr solltet euch allesamt wirklich schämen.“


Fee sah über Sams Schulter zurück, als der sie in das Schneemobil hob und sah das erschrockene Gesicht von Hans und seinen Feunden, die die Worte des Kommandanten und des Generals aus Arche 5 noch gehört hatten. Hans trat sogar noch einmal vor und rief bestürzt ihren Namen und eine Entschuldigung, wurde aber von den bewaffneten Soldaten rasch wieder

zurück gedrängt.

Samuel kletterte nun von der anderen Seite neben sie in das Schneemobil, während die Soldaten sich auf die geschlossenen Planwagen-Laster verteilten. Binnen weniger Momente setzte sich die Kolone in Bewegung und Fee atmete erleichtert auf... aber auch bedrückt weil auch Mika zurück blieb, und dem Schneemobil mit weißem Gesicht und total verzweifelt hinterher blickte.

Doch nun war es zu spät um noch umzudenken.

Es ging fort von Arche 2. Fort zu Sam.

Fee schiefte wieder und rieb sich die brennenden Augen.

Hier, gib ihr mal die Flasche, Frau Dr. meint sie wirke etwas Dehydriert.“, reichte einer der Soldaten die vorne saßen eine Feldflasche nach hinten zu Samuel durch, der sie sofort aufschraubte und Fee an die spröden Lippen setzte. Kaum spürte sie das Wasser in ihre Kehle rinnen, da griff sie auch schon gierig nach der Flasche und schluckte hastig und viel zu schnell, viel zu viel Wasser in sich hinein, das köstlich schmeckte, ihr aber dann doch in den falschen Hals geriet. Hustend und spuckend bäumte sie sich auf und Sam klopfte ihr einmal mehr sachte auf den Rücken.

Langsam, Fee. Es ist genug Wasser da und wenn nicht schaufle ich Schnee und taue ihn Literweise für dich auf.“, versprach er ihr ausdruckslos und reichte ihr die Feldflasche wieder zu, nachdem sie sich erholt hatte und keuchend dannach griff.

Jetzt trank sie tatsächlich etwas langsamer, aber innerhalb von dreißig Sekunden war die Flasche lehr.

Shit, halb verdurstet also auch noch.“, kommentierte der Soldat und hieb seinen Kumpel neben ihm an auch seine Flasche für Fee rauszurücken.

Wieder reichte er sie nach hinten und Sam reichte die Lehre Flasche nach vorne.

Am liebsten hätte er die Scheibe des Wagens eingeschlagen, so frustriert war er gerade.

Währe er nur früher gekommen.

Hätte er sich nur nicht von allen abhalten lassen nach Fee zu sehen und sie zu suchen.

Sie hatte sich eher foltern lassen, erneut, statt den Auflösevertrag zu ihrer Verbindung zu unterschreiben. Was sagte das nun über dieses seltsame und auch äußerst faszinierende Mädchen aus?

Sie war so stark, und zugleich so Hilfsbedürftig und schwach.

Trotzdem dürfet er sie nicht wissen lassen, wie sehr er sie gerade bemitleidete. Das taten schon alle anderen ringsherum... mal wieder.

Doch so, wie er sie einschätzte, würde sie sich gleich von ihm abwenden, wenn er auch nur einmal solche für sie negativen Gefühle wie Mitleid mit ihr teilte, oder gar versuchte darüber zu sprechen was ihr passiert war.

Nein, sie brauchte jetzt wieder mal einen knallharten, derben Typen ohne Emotionen, einen ausgestoßenen, einen Bad-Boy der ebensowenig Anteil an den Tragödien des eigenen Lebens nahm, wie an dem von anderen.

Das klang komisch, schließlich hatte er sie gerade hier mit rausgeholt. Doch er durfte sie nicht wissen lassen dass das aus echter Sorge um sie geschah.

Ihre Blicke irrten schon wieder forschend umher, suchend, misstrauisch und angewiedert von allem. Die Soldaten fragten sie was, doch sie antwortete nicht. Sam beschloss also erst mal so zu tun als währe jetzt alles okay. Es gab keine Probleme mehr und fertig. Alles andere würde sich wohl fügen.


Sie fuhren in den Ache 3 Tunnel ein und schon zwei Minuten später hielten sie auf dem neu geschaffefen Parkplatz der Arche.

Ein gigantisches Tor wurde dort gerade gezim-mert.

Endlich hatten die Idioten wohl eingesehen dass der Berg viel zu schnell auskühlen würde, wenn sie sich nicht besser schützten. Denn dort draußen gab es kein Brennholz mehr, das war alles weg und würde auch kaum in den nächsten zwei Jahren nachgewachsen sein. Obwohl die Archen viele Samen gerettet hatten, Erde, Mutterboden, Es gab noch Seen und Wasser und Felsen. Bald würde es auch wieder Bäume geben und Sträucher. Sie hatten genug mitgenommen. Vor allem Nutzsträucher, mit Obst für den Eigenbedarf. Tonnenweise Grassamen die sie dort verstreuen würden, wo sie anwachsen konnten, wo sie wieder Wiesen bilden konnten, Grundlage für das Fressen der Tiere, der kleinen Herden im Herzen der Archen. Tierherden die sich bald wieder vervielfältigen würden. Die Grundnahrungsmittel und Jagendes Gut sein würden, nach ein bis zwei Jahren Schonzeit um den Bestand zu beginnen und sich reproduzieren zu lassen.

Reproduzieren wie die Menschen.

Fee konnte schon schwanger sein. Konnte schon längst sein Kind tragen. Ihrer beider Kind.

Er tippte sie an, als die Türen sich öffneten und sie aber immer noch nur an der Flasche nuckelte um auch noch den letzten Tropfen heraus zu saugen.

Erinnere mich daran deinen Vater demnächst umzubringen, Fee.“, nahm er ihr kurzerhand die Flasche weg und reichte sie mit grimmigem Blick an den nächst stehenden und wartenden Soldaten weiter der ihn nur augenrollend anstarrte.

Als ob's das bringt.“, meinte er ihn murren zu hören.

Fee ließ sich wiederstandslos von ihm aus dem Schneemobiel ziehen und sah sich sogleich einer großen Menschentraube gegenüberstehen die neugierig von dem heute ausgerückten Kommando nach Arche 2 und den kursierenden Gerüchten herbeigerannt kamen, um endlich zu erfahren was passiert war.

Der Kommandant sprang auf eines der Autos und hob beschwichtigend die Hände.

Ruhe bitte. So, hört mal her! Das dort ist Fee, F3. Sie ist die Tochter des gerade abgesetzten Kommandanten von Arche 2, Herr Dr. Hoffmann, der ein Verbrechen im Höhlenkoller begangen hat. Sie hat bei uns um Aufnahme gebeten und wir haben dem aus gutem Grund stattgegeben. Samuel S12 ist ihr eingetragener Partner bei ESA und sie ist wohl bereits schwanger. Also begrüßt sie und seid nett zu ihr. Sie kennt sich hier nicht aus und so ein Haufen Chaoten wie ihr, die alle herbeigerannt kommen wie eine neugierige Herde Affen können sie ja nur noch weiter verstören.

Macht also nur immer so weiter.“, schloss er leicht bissig als er die verkniffenen und/oder enttäuschten Mienen der eben gerade noch bei seiner Ankündigung von Fees frischer Übersiedlung begeisterten Singel-Männer, Soldaten und Arbeiter gesehen hatte.

Doch das ausgerechnet Samuel, den hier keine haben wollte, das bildhübsche blonde Mädchen abbekommen hatte war für die hiesigen Bewohner kaum zu fassen.

Komm ich zeig dir noch mal mein Bett.“, brummte Sam sie leise an, als Fee sich nicht regte und auch kaum mehr aufzublicken wagte.

Ich muss mich erst waschen, Sam. Ich bin... schmutzig.“, flüsterte sie leise an seiner Schulter lehnend.

Am liebsten hätte er sie nun schlicht aufgehoben und weggetragen, doch das wäre ihr nicht recht gewesen.

Dann also zuerst zu den Manschaftsduschen. Ich warne dich nur besser gleich vor. Die sind kalt. Wir haben schon seid Monaten keine warme Quelle mehr bei uns. Dazu ist Arche 3 wohl auch zu tief unten im Berg gewesen. Doch das Wasser ist zumindest sauber.“, bot er ihr leichthin an.

Mensch stell dich doch nicht so an und mach ihr ein bisschen Wasser warm, Samuel Haggedorn. Sie ist deine schwangere Gefährtin, verdammt. Wie oft hast du so ein Angebot in den letzten zwei Jahren gehabt, he?“, sagte einer der Soldaten kühl zu ihm. Fee sah ihn wieder nicht an und ergriff nur seine Hand.

Sauberes Wasser klingt verdammt gut. Egal ob nun kalt oder warm, Sam. - Gehen wir?“, fragte sie ihn heiser.

der Kommandant kam dann aber noch einmal zu ihnen und trat ihnen in den Weg, gerade als er Fee wegbringen wollte.

Sam.“, sagte er knurrig zu ihm und er blieb stoisch stehen.

Versau es nicht wieder. Pass auf sie auf.“, befahl er ihm hölzern. Und Fee sah kurz nervös von Sam zu demKommandanten hin und wieder zurück.

Willkommen in Arche 3, Feeline Hoffmann. Ich hoffe es geht dir bald wieder besser. Deine Expertise für das Siedlungsprojekt wird dringend erwartet, ebenso deine Erfahrungen bei den Pferden. Hat Sam es eigentlich geschafft? Hat er eine Schaukel für euren wichtigen Hengst gebaut? Das habe ich nie so richtig erfahren.

Ja, Butterball ist aufgehängt worden, aber wie es ihm geht weiß ich nicht. Gleich dannach hat mein Vater mich weggesperrt, Sam bewusstlos schlagen lassen und mich versucht zu zwingen den Auflösevertrag zu unterschreiben. Ich durfte nicht mehr zu den Pferden. War nur eben bei der Stute und dem Fohlen, wie sie ja wissen aber... ich hab kaum was gesehen. Ich... bin müde, Kommandant. Und ich muss mich wirklich dringend Waschen.“

Ja, in der Tat.“, er sah sich kurz um und pfiff dann durchdringend.

Einige Soldaten kamen im Laufschritt angerannt.

Geht in die Küchenbereiche und tragt den dort arbeiteten auf, Wasser zu kochen für ein Bad... nur eine Ausnahme, für diesmal. Wir haben ein neues Mitglied in der Arche und sie ist schwanger, vergesst das nicht. Das nächste Mal musst du kalt duschen, Fee, so wie wir alle.“, sagte er ausgesprochen ernsthaft zu ihr. Sie nickte nur wollte eigentlich noch seinem Befehl widersprechen dass man sich bitte nicht diese Mühe machen sollte, doch Sam drückte fest und zugleich warnend ihren Arm.

Danke Kommandant. Fee weiß ihre Milde sicher zu schätzen. Das kann sie jetzt gut brauchen – ein heißes Bad.“, sagte er beinahe schon wieder ausdruckslos zu ihr und zog sie dann schlicht hinter sich her.

Sie ging zu seinem Erstaunen auch wirklich einfach so mit, blieb dicht an seiner Seite und deshalb legte er ihr schließlich einfach einen Arm um die Schultern und tat so, als würde das alles überhaupt nichts bedeuten, zwang sich sogar zu einem leicht zynischen Lächeln.

Bist du böse?“, fragte sie ihn schließlich nach zwei Minuten Marsch durch die Höhle, zu den Wohnquartieren hinüber.

Nein, nur irritiert. Du bekommst das erste heiße Bad hier seid fast einem Jahr und jeder von uns muss kalt duschen, sich kalt waschen, keine Ausnahmen, keine Sonderbehandlungen. Der Kommandant scheint dich also ziemlich zu mögen, Fee.“. Sagte er ernsthaft, aber auch recht gleichgültig zu ihr.


Fee sah ihn von der Seite an und versuchte Sam einzuschätzen.

Er wirkte ganz normal auf sie, so wie immer, etwas kühl, etwas distanziert, etwas zu unbeteiligt aber das war nur gut so. Samuel kümmerte sich um nichts und niemanden, wollte nur diese Verbindung, diese Daseinsberechtigung, ein bisschen Sex dann und wann, mehr nicht. Keine Verwicklungen und lediglich die gute alte Pflichterfüllung.

Er war immer noch perfekt für sie.

Er hatte sie auch gar nicht so angesehen, als wäre sie verletzt. Er hatte sie nur einfach gepackt und zu den Pferden gebracht, spöttisch und nachsichtig. So als ob er es zwar nicht verstand aber auch gar nicht wirklich verstehen musste, dass sie war wie sie nun mal war.

Er akzeptierte es einfach – fertig. Und er bemittleidete sie auch nicht. - Gut so.

Zumindest versuchte sie sich das einzureden.

Von ihrem eigenen Gefährten so kühl behandelt zu werden war ganz was neues für sie.

Doch er machte sich wohl wirklich nicht so viel aus ihr.

Die Pflicht hatte ihn heute gerufen und die Pflicht ließ ihn sie mitnehmen.

Auch das war gut so, versuchte sie sich selbst zu beruhigen. Doch es klappte nicht so richtig. Sam zog sie an den Wohnquartieren vorbei zu einer Nebenhöhle hin. Hier standen große Pumpengeneratoren. Einen stellte er an und griff sich einen riesen Kunststoffbehälter um ihn in den Blicksicheren Bereich zu tragen und stellte ihn dort unter die angesprungene Dusche zum Befüllen.

Ein Bad ist vielleicht wirklich besser so verschwitzt wie du bist. Später bringe ich dich dann auf unsere Krankenstation dass sie sich deine Hände ansehen, Fee.“, verkündete er geschäftig und überaus nüchtern.

Fee hielt es nicht aus.

Was sollte sie tun?

Wie sich erkenntlich zeigen. Er hatte gemacht dass sie nach Arche 3 kommen durfte. Er hatte protestiert und gegen ihren Vater Drohungen ausgesprochen, für sie.

Er hatte sie als Gefährtin für ESA akzeptiert weil er hier sonst nie eine Gefährtin hätte haben können. Erst in der Siedlung, in Solaris. Da währen alle Archen aufeinander gestoßen. Da hätte er sicher wieder Auswahl gehabt. Er sah so gut aus, wirkte so ruhig und vernünftig. Genau das was sie brauchte.

Doch er würde sich sicher in der Siedlung wieder von ihr trennen, überlegte sie besorgt. Wenn er erst spitz bekam dass er noch mehr Mädchen haben konnte, die nicht so durchgeknallt waren, würde sie gehen um den Weg frei zu machen.

Aber jetzt irgendwas zu tun, war ebenfalls wichtig. Sie mustse ihm zeigen wie dankbar sie ihm war, oder?

Sie trat hinter ihn, gerade als er sich aufrichtete und von der Wanne zurücktrat. Umfasste seine Mitte und drückte ihr Gesicht gegen seinen Rücken.

Er grunzte kurz, tätschelte ihre linke Hand, vielleicht ein wenig unbeholfen doch er wusste ja nicht was sie gerade vorhatte, dachte wohl nur sie würde Trost suchen oder so. Aber das suchte sie gar nicht. Schnell bevor sie es sich anders überlegen konnte öffnete sie seine Hose und glitt mit den Fingern hinein um ihn zu reizen.

Fee... nein, du bist schon schwanger, das musst du nicht...“, sagte er zu ihr herumfahrend und runzelte die Stirn.

Sie blickte ernsthaft zu ihm auf und berührte ihn erneut, sehr bewusst und entschieden, was ihn scharf sie Luft einatmen ließ.

Fee...“, würgte er wieder, als sie ihn zurück an die Mauer der Badestelle drängte und ihm die Hose bis zu den Knieen herunterzog, seinen Schafft umfasste und behutsam zu reiben begann, auf und ab.

Er keuchte und sein Gesicht rötete sich etwas.

Fee, das musst du nicht. Nicht jetzt... hey, du bist verwirrt und stehst noch unter Schock...“, murmelte er nur noch halbherzig besorgt. Fee erwiederte nichts darauf, sank nur auf ein Knie und nahm ihn in den Mund, saugte an der großen stumpfen, samtenen Spitze seiner Eichel und er stöhnte unkontrolliert auf, krallte seine Finger in ihre Haare und schloss erbeben die Augen.

Ich will dich, Sam.“, sagte sie eine Pause machend bevor sie so viel wie nur möglich von ihm in den Mund nahm und wieder zu saugen begann.

Er zuckte und zischte leise auf.

Gott!“

Nein, Fee!“, neckte sie ihn unbeholfen. Da riss er sie an den Armen empor und starrte sie aus geröteten Augen heraus grimmig an.

Machst du mich heiß und lässt mich dann stehen um mich dafür zu bestrafen dass ich mir so lange Zeit gelassen habe, zu dir zu kommen und dich da rauszuholen?“, fragte er sie rau.

Dann schüttelte er den Kopf. „Mach, ich habs verdient. Aber spiel hier kein Theater!“, schalt er sie knurrig.

Kein Theater... ich will dich Sam. Jetzt.“, sagte sie noch einmal und sah ihn dabei direkt an. Er wartete eine Sekunde, zwei, dann öffnete er den Knopf ihrer Hose riss sie ihr hinunter und kickte sie weg. Griff sich Fees Gesicht und verschloss ihren Mund mit einem heißen, drängenden Kuss, der sie augenblicklich elektriesierte. Seine Finger fuhren in ihre Spalte, rieben den Punkt an dem sich ihr Sehnen konzentrierte... sachte und träge und unglaublich erregend. Es tat ihr nicht weh und trotzdem stöhnte sie wie von sinnen auf, wurde schlagartig feucht.

Sam zögerte nicht mehr länger. Fee brauchte Geschwindigkeit, nicht Gedanken oder weitere Stimmulierung. Sie war bereits heiß. Also hob er sie an, drehte sich mit ihr um und hob ihre Beine so an das sie ihn damit umschlingen konnte, suchte und fand mit der spitze seiner Eichel ihre Pforte und klopfte leicht daggegen. Sie stöhnte und schloss die Augen.

Du gehörst zu mir, Fee, sag es!“, verlangte er keuchend.

Sie nickte nur keuchend. Da hielt er ihr Gesicht fest und suchte ihren verschleierten Blick.

Sag es Fee!“, forderte er eindringlich von ihr.

Ich gehöre zu dir.“, flüsterte sie rau. Da versank er mit einem schnellen Stoß in ihrer Mitte, so tief vordringend wie noch nie. Seine Hoden klatschten gegen ihre Schenkel als er in einen drängenden Rhythmus verfiel, Fee keuchte und stöhnte und schloss wieder die Augen, schauer um Schauer wohliger Wärme und heißer Erregung fluteten durch ihre Adern hindurch, bei jedem Stoß ging es höher hinauf. Sie hatte überhaupt keine Angst mehr, Sam war ja da und er hatte ihr noch nie weh getan. Jetzt auch nicht obwohl er gerade weniger Zartfühlend zustieß. Doch er wusste anscheinend was sie brauchte.

Wusste es und gab es ihr.

Der Höhepunkt überollte sie einfach, von jetzt auf gleich. Sie hatte noch nicht damit gerechnet, doch Sam hatte seine Finger wieder zwischen ihre Körper geschoben und auf ihre Klitoris gedrückt, fest und unnachgiebig. Das hatte sie binnen einer Sekunde emporgeschleudert.

Fee schrie kurz spitz auf und fühlte dann seinen Samen in sie pumpen. Er hatte sie mitgenommen. Hatte nicht egoistisch nur sein Ding durchgezogen sondern sie mit sich genommen.

Zuckend und keuchend senkte er seinen Kopf und gab ihr einen kurzen Kuss auf das Haar und dann noch einen auf die Stirn bevor er sich von ihr löste und sie sachte zu Boden gleiten ließ.

Das war gut.“, meinte er kurz schief grinsend in ihre Richtung und sie verzog ebenfalls ihr Gesicht zu einem kleinen Lächeln, nickte und fächelte sich Luft mit der Hand zu.

Du weißt aber schon dass du erst mal ein bisschen ausruhen solltest, Fee? Du bist

schon schwanger, sagt Dr. Mertens. Da musst du nicht mit mir schlafen, wenn du nicht willst.“

Sah das eben vielleicht so aus als wollte ich nicht?“, fragte sie ihn ohne ihn anzusehen. Er schnaufte kurz.

Fee ich erkenne es wenn ein Mädchen eingentlich nein sagt obwohl sie ja sagt. Wärst du nicht erregt geworden, hätte ich dich nicht genommen. Ich habe auch meine Prinzipien und ich nehme keinen Dankbarkeitssex an der eigentlich eher nicht gewollt ist.“, stellte er klar.

Fee errötete bis unter die Haarwurzeln.

Aber ich wollte dir doch nur zeigen...“, begann sie stammelnd.

Ich weiß es, Fee. Du bist mir Dankbar... dass ich dich nicht vergessen habe, oder? Dass ich dein Partner bei ESA bin und bleibe, dass ich dich rammle und dir Kinder mache, obwohl andere auf dem Bereich bei dir versagt haben. Aber ich bin nicht nur ein Körper, Fee. Du kannst mich auch nicht zu einem solchen degradieren.

Du hast eben die Initiative ergriffen, das finde ich mutig von dir. Aber das nächste mal kommst du besser nicht aus Dankbarkeit zu mir, sondern nur weil du scharf auf den Sex mit mir bist, und das von vornherein.“, erklärte er ihr sachlich obwohl es ihm schwer viel.

Fee wich nun seinem Blick aus. War er zu hart gewesen, zu distanziert.

Er hob ihr Gesicht zu sich an und lächelte wieder, diesmal warm. „Wenn du mal in Fahrt kommst bist du richtig gut und sehr begehrenswehrt. Nur dass du es weißt, ich glaube dass hat dir auch noch keiner so gesagt, oder?
Und? Wie fühlst du dich jetzt? - Hyperventilieren? Kommt da was?“, fragte er sie schon wieder halb besorgt. Sie schüttelte kurz den Kopf.

Du bist ein Ruhepol. Genauso wie die Pferde. Mir geht’s ganz gut. Aber ich... ich dachte nicht dass du mich ablehnst. Schließlich hast du keinen anderen Partner hier, oder hat sich da was ergeben... inzwischen?“, brachte sie noch ziemlich ruhig heraus.

Sam zog nur seine Brauen hoch.

Ey, ich fass es nicht. Kapierst du es nicht, Fee? Die hassen mich hier, alle! mein Alter war ein Schwein. Die denken was ich was von mir. Das ich bin wie er. Du auch? Denkst du deshalb ich würde dich jetzt einfach benutzen, wann immer ich lustig bin?“, zürnte er ihr nun doch offensichtlich.

Fee fing seine Hand ein die er unwirsch vor ihr herumgewedelt hatte und sah ihn eindringlich an, bis er es ebenso hielt.

Was?“, fragte er schließlich als sie nichts sagte.

Wir... sind Partner, bei ESA, Sam. Erinnerst du dich an den Einführungsunterricht?“, flüsterte sie beschämt.

Es ist nicht wie eine Ehe gedacht, jaja. Aber das geht so nicht mit dir Fee.

Ich werde dich zu nichts zwingen, mir aber auch keine anderen Tussis anlachen und auch keine extremen Forderungen an dich stellen.

Wenn du so wie heute was von mir willst dann ist es okay...“

Aber es ist auch so okay, Sam. Du tust mir nicht weh. Du bist anständig und nett und tust deine Pflicht, hast mich da rausgeholt, statt einfach den Wisch zu unterschreiben und dir die Mühe zu sparen. Mein Vater hat dich zusammenschlagen lassen. Ich könnte es dir nicht einmal vorwerfen, wenn du jetzt schlecht über meine Familie oder mich denkst. Außerdem hat es dir wohl gerade doch nicht so gefallen. Hab ich was falsch gemacht? Zeig mir was du willst, ich tu's.“

Weil du mir gerne Freude bereiten willst? Auch wenn du dabei nichts oder nur wenig empfindest? - Heiße ich etwa General Haggedorn?“, ärgerte er sich schon wieder.

Sie schluckte hart und Sam sah Tränen in ihren Augen glitzern.

Oh Scheiße... nein, ich … bin ein Schwein. Kann nicht mal mehr mit Menschen umgehen. Jetzt bringe ich die Einzige zum Weinen die mir gerade mehr als nur bewiesen hat wie fest sie zu mir hält. Erschieß mich einfach, Fee.“, knurrte er sauer auf sich selbst und ließ sie los. Zog sich seine Hosen wieder hoch und half ihr ebenfalls dabei ihre eigenen wieder anzuziehen.

Ich dachte ich bade gleich?“, fragte sie ihn verwirrt und besorgt, weil er nun wieder so finster aussah.

Ja, aber nicht kalt. Die kommen gleich und wärmen dir dein Wasser an. Das hast du dir verdient. Das zweite mal in deinem Leben dass du gefoltert wirst dun das erste was du dannach tust ist mir einen zu blasen, ehrlich, Fee. Werde ich dich je verstehen?

Das hier ist deine Rettung, nicht meine!“, stellte er fest.

Ich... dachte eben das dir das vielleicht gefällt, Sam.“, entschuldigte sie sich halbwegs.

Hat es. So gut dass ich gleich noch mal könnte.“, gab er schließlich grienend zu, seufzte Augenrollend und verwuschelte ihr die Haare. Fee begann zögernd zu lächeln.

Du bist mir also doch nicht böse?“, fragte sie ihn unsicher flüsternd. Er schüttelte nur spöttisch den Kopf. „Auf keinen Fall! - Mann, wie werd ich jetzt die Bilder von dir wieder los die sich in mein Hirn eingebrannt haben, du kniend vor mir und lutschst an meinem...“

Fee hielt ihm den Mund zu als sie Stimmen hörte und Sam grinste hinter ihren Fingern, küsste sie auf die Fingerinnenflächen, dass sie ihn erschrocken wieder losließ und erstaunt auf ihre Finger blickte.

Er beugte sich dicht zu ihr herunter und murmelte in ihr Ohr: „Das kannst du jederzeit wiederholen, egal aus welchem Grund.“, bot er ihr belustigt an.

Fee wurde Scharlachrot und wich seinem zwinkernden Blick schüchtern aus, als nun die Soldaten mit den großen Kannen und Töpfen kamen aus denen es dampfte.

Einmal heißes Wasser für die schwangere neue Lady.“, sagte einer der Typen anzüglich grinsend und zwinkerte ihr zu. „Wenn du von dem Looser irgendwann genug hast, es gibt hier einen ganzen Haufen interessante Männer.“, bot er ihr an.

der Kommandant trat ein und hörte den letzten Kommentar des Typen.

ACHTUNG!“, knurrte er rau und der Soldat beeilte sich geschwind seinen Eimer zu lehren und dann Haltung anzunehmen.

Fee F3 aus Arche 3, wenn dich hier irgendwelche Idioten die ihren Mund nicht halten können und anzüglich werden, mit ihren Reden belästigen, dann kommst du direkt zu mir.“, wies er Fee an und drehte sich dann mit einem stechschritt zu seinen Soldaten um. „Diese Frau hier wird mit Achtung und Würde behandelt. Sie hat schon viel erlebt und dabei war das meiste absolut nichts gutes, Gerald. Wenn sie irgendein Interesse an anderen Männern außer Samuel S12 entwickelt, wird sie es die entsprechenden Männer wohl wissen lassen. Bis dahin haltet ihr euch auf diesem Gebiet fern!“, befahl er kühl. Die Soldaten nahmen noch strickter Haltung an: „Sir, ja Sir!“, riefen sie im

Chor.

der Kommandant nickte nur grimmig und verschränkte die Hände hinter dem Rücken.

Ich entführe dir deinen Gefährten mal eben kurz, Fee. Genieß das warme Bad.“, sagte er noch nüchtern zu ihr, und öffnete einen Schrank in dem Duschgel und Schampoo verborgen gewesen waren.

Ebenso eine Haarbürste und ein dickes Handtuch, welches er ihr nun in Reichweite auf einen Stuhl legte.

Er nickte dann Sam zu und der berührte nur noch einmal kurz Fees Gesicht. „Ich warte draußen, lass dir Zeit.“, murmelte er noch, dann drehte er sich um und verschwand durch die Tür.


Falker-Johann sah zu wie Sam die Tür hinter sich schloss und dann Haltung einnahm. „Sir?“, fragte er ihn kühl.

Samuel, du überraschst mich gelegentlich. Deine kleine Partnerin scheint dich wirklich zu mögen, damit hast du dann auch hoffentlich deine Pläne aufgegeben zum Frühjahr alleine loszuziehen und zu versuchen ein Eremit zu werden?“, fragte er ihn beinahe schon spöttisch..

Sam sah ihn nur ausdruckslos an und schwieg dazu.

Sein Kommandant schüttelte lediglich etwas betrübt scheinend den Kopf. „Komm schon Junge. Deinen schlechten Ruf hast du verdient, du arbeitest jedoch besser als die meisten und dein Fachwissen...“

Wir in der Sekunde unbrauchbar, wenn wir keinen Kraftstoff mehr haben, um die Maschinen am Laufen zu halten, ich weiß, Sir. Dann bin ich hier fehl am Platze.“

Falker-Johann sah ihn nur wenig anteilnehmend an, wie gewohnt. Eher oberflächlich und ohne jedes Gefühl.

Du hast bei dem Hengst in Arche 2 ganz gute Arbeit geleistet. Ich habe mich gerade dannach erkundigt. Das Tier überlebt, auch wenn es jetzt nicht mehr für die Arbeit taugt, dann aber immer noch für die Zucht. Gut gemacht, Samuel. Vielleicht kannst du ja später dann bei deiner Frau mitarbeiten, die sind sowieso unterbesetzt, seid die erste und eigentliche Trainerin gestorben ist. Pass auf das Mädchen auf, klar?

Auch diese Zucht wird dringend benötigt, wie mir die Leiter von ESA immer wieder in Erinnerung rufen.

Sie soll sich erst mal nicht so anstrengen. Wer weiß ob sie das Kind jetzt noch behält? Nach einer Folter, sagte mir Dr. Merte, wenn der Körper gequält wird und auch die Seele, gehen die Embryonen oft doch wieder ab. Besonders wenn es noch früh ist.“, meinte er gleichgültig scheinend. Verdammter Dreckssack, dachte Samuel nur wieder einmal und knirschte vor wut beinahe mit den Zähnen. „Die Krankenstation steht ihr natürlich immer offen. Doch es ist vielleicht besser du sagst ihr nichts von ihrem Vater, egal was du auch hörst. Er wird vor das Kommandanturtribunal gestellt und Arche 4 schaltet sich wohl per Funk mit dazu und wird ebenfalls ein Urteil abgeben.

Egal ob nun Höhlenkoller oder nicht, dies hätte nicht passieren dürfen. Er hat ihre Ängste im letzten Jahr geschürrt und auch seine Männer darauf konditioniert in Fee ein kaputtes, gestörtes Wesen zu sehen. Außerdem sagt Dr. Merte hat er sie manipulirt sich einfach den rst besten Typen zu suchen und sich mit dem paaren zu wollen, ganz egal wer auch mmer das ist.“

Er hielt kurz inne und schon wider war sein Blick ziemlich spöttisch. Das hatte er sich natürlich nicht verkneifen können ihm so unter die Nase zu reiben, dachte Sam noch zorniger, aber äußerlich blieb er nur ruhig und zuckte leichgültig die Schultern.

Falker-Johann schien mit dieser Reaktion nicht sehr zufrieden zu sein und gab sich nun wieder ganz nonchalant: „Nun, wir werden sehen wie sie sich hier bei uns macht. Bring sie morgen unter Menschen, Samuel. Sie kann vielleicht in der Küche helfen, oder bei den Babys der arbeitenden Mütter. So kann sie schon mal ein bisschen Erfahrungen sammeln, bis sie selbst Mutter wird.“

der Kommandant verzog nach den letzten Worten säuerlich das Gesicht.

Sam hob nur wieder eine Braue. „Sir?“, fragte er ihn wieder so kühl und gefasst wie er nur konnte.

Ich bin nun mal dagegen in jungen Frauen von heute nur noch lebende Brutkästen und Gebärmaschienen zu sehen und ihnen keine Wahl zu lassen, anderes als Mütter zu sein und zu werden und zu bleiben, so lange sie leben. Wir brauchen diese neue Generation. Natürlich.

Aber es geht mir ehrlich gesagt etwas zu schnell.

Da draußen ist doch gar nichts mehr, Kilometerweit nur Felsen und verbranntes Land. Also sollte eine junge Frau wie Feeline Hoffman auch nicht dazu gezwungen sein ein Kind zu bekommen, finde ich.

Du solltest das im Hinterkopf behalten, Junge, falls es abgeht und du aber doch gleich wieder einen wegstecken willst. Aber ich brauche dich sowieso demnächst woanders.“, erklärte er nun wieder wie gewohnt herablassend.

Sam hätte ihm am liebsten eine Reingehauen, doch darauf wartete er nur, um ihn dann standrechtlich an die Wand zu stellen und mit eigener Hand abzuknallen wie einen räudigen Hund.

Er schien dann auch recht enttäuscht als er ihm den Gefallen wieder nicht tat, denn sein Ausdruck wurde nun fast höhnisch.

Nun... Du bist immerhin geschickt mit dem Hammer und kannst in Solaris sicher viel zum Aufbau beisteuern.“, wollte er sich endlich verabschieden blieb dann aber noch mal mit ungewöhnlich spöttischem Blick stehen und sah ihn breit grinsend an. „Es ist ja wirklich nicht zu überhören was du von deiner Partnerin am liebsten möchtest, Sammy, gleich wenn sie in deiner Nähe ist, aber das nächste mal solltest du vielleicht doch besser warten bis ihr in eurer neuen gemeinsamen Unterkunft seid, bevor du loslegst. Sie ommt gerade direkt aus einer Traumatischen Situation und du legst sie hier gleich flach, war ja klar. Ganz der Vater.“

Gemeinsame Unterkunft, Sir?“, fragte Samuel ihn nach kurzen heftigen Atemzügen einzig beherrscht, denn er hatte wirklich nicht damit gerechnet.

Natürlich, wa sdachtest du denn? Deine Fee erhält einen eigenen, sicheren Raum in dem auch du bleiben kannst, wenn sie dich dazu einläd.

Sie erregt bereits große Aufmerksamkeit. Alles was neu ist tut das. Aber deine Gegenmaßnahme eben war ebenso klar und deutlich zu verstehen. Allerdings... nur so ein Tipp.... Hier draußen ist es doch etwas zu hellhörig. Da werden die Soldaten neugierig. Zum Glück mussten wir nicht so lange warten, sonst wäre das Wasser wohl jetzt wieder zu kalt zum Baden geworden.“, griente der Anführer von Arche 3 noch einmal feist und ging dann fort.

Samuel schloss kurz die Augen und stöhnte verhalten auf. War ja klar, dass die hier draußen gestanden und gelauscht hatten. Wenn nur Fee das nicht erfuhr. Hinter den Badeständerwänden erklang leises Geplansche. Fee war schon im Wasser, wenigstens etwas. Hoffentlich hatte er ihr gerade nicht geschadet, mit seinem ungestümen Verhalten. Wenn sie das Kind wirklich verlieren würde, wäre das ein weiterer, herber Schlag für sie, garantiert.


Na sieh mal einer an. Samuel Haggedorn ist also auf einmal ein eingetragener ESA – Partner.“, meldete sich auf einmal eine zynische Mädchenstimme von rechts kommend.

Melanie.

Früher hatte sie mal eine bedeutende Rolle in seinem Leben gespielt, sehr viel früher. Doch mittlerweile war sie eher ein kleiner Dorn in seinem Fleisch. Heute eher gar nicht, weil er nun Fee hatte und sie ihn nicht mehr damit aufstacheln konnte, das keiner mehr was mit ihm zu tun haben wollte.

Sam ignorierte sie also und sah zu den Felsengrotten hinüber wo sich die Mädchen zur allabendlichen Versammlung zum tratschen und rumhängen trafen.

Was denn, so nett heute, Sam?“, stellte sich Eloisa trotzdem direkt vor ihm hin und sah ihn biestig an.

Was denkst du wohl was deine kleine verschüchterte Fee dazu sagen wird wenn sie herausfindet was für ein Arschloch du bist... sogar ein Vergewaltiger.. oh.. du ärmste hast es ja nicht gewusst, aber da ich gehört habe dass du schon mal so was erlebt hast, konnte ich es nicht mit meinem Gewissen vereinbaren, es unerwähnt zu lassen. Samuel S12 hat so viele, viele schlimme Dinge mit mir getan!“, flötete sie zuckersüß und klimperte mit ihren langen Wimpern.

Böse Dinge, ja klar. Hau ab, Eloisa, bevor ich dir wirklich was böses antue.“, knurrte er sie finster an.

Sie lächelte lassziv und befeuchtete sich die Schmolllippen, bevor sie wieder um ihn herumstrich.

Ich denke... nicht, das du das tun wirst. Schließlich bist du ja nicht dein Vater oder?“, lachte sie perlend auf und berührte seine Brust mit ihren Fingernägeln.

Was willst du? Du hast einen Partner, Eloisa, lass mich in Frieden – nachdem du bereits mehr als nur einmal meinen Ruf ruiniert hast.“, meinte er zähneknirschend.

Ja, nicht wahr?“, flötete sie erneut und lächelte katzenhaft.

In meiner Macht steht es dir auch diese Verbindung wieder kaputt zu machen, denk daran. Wie schockiert wird sie sein, wenn sie erfährt dass du auf Fesselspielchen stehst, so wie ihr Ex vor zwei Jahren? Wie angewiedert?“, drohte das bildhübsche Mädchen ihm eisig.

Und was, wenn ich dir sage dass ich alles über ihn weiß was es zu wissen gibt und du dein Schandmaul nehmen und dich verziehen kannst, Tussi?“, fragte Fee plötzlich von der Stellwand her und hielt sich selbst mit einem Handtuch umschlungen.

Was wenn ich dir ein paar auf dein blödes dummes Tussi-Maul gebe, weil du meinen Partner bedrohst? Was, wenn ich zum Kommandanten laufe: Hu, Kommandant! Diese Melanie hat mich angegriffen, sie sollten sie mal schnell nach Arche 2 schicken, wenns Recht ist. Dort kann sie dann mit ihren hübschen Fingernägeln den ganzen Tag über Pferdestelle ausmisten.

Schließlich kam sie zu mir und wollte unbedingt einen Job dort, aber ich war mir nicht sicher, weshalb sie ausgeflippt ist... oder nein, noch besser. Sie wünscht es sich so sehr Kommandant. Sie hat mich angefleht und mit ihren hohen Kompetenzen geprahlt. Sie reitet schon so lange und möchte mich gerne vertreten, während wir auf Solaris warten und ich nicht zurück nach Arche 2 gehen kann um mich selbst um meine Pferde zu kümmern.

- Binnen eines Tages hätte Mika dich im Mist ersäuft und Sam wäre sein Problem los, währe dich los, du falsche Schlange.“, sagte sie ihr auf den Kopf zu, kühl und gefasst. Samuel drehte kurz den Kopf zu ihr um.

Geh dich doch besser baden, Fee. Das ist nichts wildes hier, ehrlich nicht und dein Wasser wird noch ganz kalt.“, versuchte er sie aus der Geschichte herauszuhalten, doch Melanie maß Fee bereits mit scharfen Blicken, wie auch diese sie.

Leg dich besser nicht mit mir an, Kleine.“, sagte Fee dann plötzlich, noch bevor Melanie den Mund auftat.

Perplex sah diese ihr gegenüber an und blinzelte verwirrt. Fee nickte nur noch einmal kurz und lächelte dann zu Sam hin gewandt.

Komm doch auch mit ins Wasser rein, Sam. Ich hätte da noch Platz und du hattest lange kein so herrlich warmes Wasser. Und es wird auch noch einige Zeit dauern bis du es wieder haben wirst.“, tat sie neckend und verschwand dann erst wieder hinter der Trennwand.

Sam konnte nicht anders als Grinsen und Melanie

zuzwinkern.

Sie ist atemberaubend, nicht wahr?“, fragte er sie noch locker und folgte ihr dann tatsächlich leise pfeifend hinter die Wand.

Fee hatte das Tuch schon wieder auf den Stuhl gelegt und kletterte gerade in die breite Wanne hinein, sank sogleich tief in das dampfende Wasser ein und schloss seufzend die Augen, ohne sich aber dabei hinzulegen oder aber zu entspannen.

Das ist wirklich so schön warm hier drinn... Also kommst du jetzt oder guckst du nur?“, fragte sie ihn leise.

Er hob kurz die Brauen. Hatte ihre Worte eigentlich nur als gelungenen Konter gesehen, aber sie schien es wirklich ernst zu meinen.

Kein Scheiß?“, fragte er sie also nur noch mal um sicher zu gehen.

Sie schüttelte nur schmunzelnd den Kopf, wurde dann aber schnell wieder ernsthaft.

Verzeih mir bitte, wenn ich dich gerade vielleicht beleidigt haben sollte, indem ich einfach so aufgetaucht bin und mich eingemischt habe.

Das... ist halt so eine Sache von mir, das mache ich immer, wenn ich es auch um mich geht. Zumindest hab ich das so verstanden dass mir die Tussi zwei, drei faustdicke Lügen über dich erzählen wollte. Du hast sie niemals vergewaltigt. Sie war mal deine Freundin, rich-tig?“, fragte sie ihn ausdruckslos.

Er nickte nur, sie sah zu ihm auf und nickte auch.

Nun, jetzt bin ich es... deine Freundin, meine ich. - Und Partnerin. Und es wird auch so schon nicht einfach werden, ich bin ein schwieriger Mensch,

weißt du?“

Nein, du bist nicht schwierig, Fee, hast nur deine Macken so wie alle, ich schließlich auch.

Wenn du Macken hast, dann nur die eine da zu stehen und mich anzustarren statt ins Wasser zu kommen. Ich beiße dich wirklich nicht und wir müssen auch nicht unbedingt Sex haben, wenn du nicht willst. Hatten wir schließlich eben schon. Aber ich dachte... das macht man so in einer Ehe, man teilt.“, murmelte sie abschließend und wich ein bisschen von der Wannenmitte zum Rand zurück und zog die Beine an.

Er überlegte sekundenlang doch dann hob er schulterzuckend sein Hemd und zog es sich mit einem Ruck aus, griente sie wieder einmal herzlich an und schlüpfte auch noch aus seinen Schuhen und Hosen, der Unterwäsche und den Socken.

Wenn es dir ernst damit ist... finde ich gut, den Gedanken an Teilen. Ich teil mein Bett mit dir, meinen Schrank, meinen Besitz... mal sehen... die Wanne auch.“, kam er zu ihr hineingeschlüpft und sofort stieg der Wasserstand deutlich an.

Fee griente ebenso wie er. Sie sahen sich an als hätten sie ein Geheimniss dass es zu enträtseln galt. Sam tastete suchend mit der Hand im Wasser herum und fand die Seife, schäumte sie auf und hielt sie dann Fee amüsiert hin, als die leise zu kichern begann.

Schön warm, nicht?“, meinte sie wieder und er nickte zufrieden.

So warm wie schon lange nicht mehr, meine liebe, nette Freundin.
Eloisas Gesicht war wirklich gut. Sie ist sonst immer die Tolle und jeder hört auf ihr Geschwätz, doch du hast sie einfach nur platt gemacht. Warum denkst du eigentlich

ich hätte sie nicht vergewaltigt?“, fragte er ernsthaft nach.

Sie sah ihn an und hob nur eine Braue, erinnerte sich an seine komplette Überraschung bei ihrem ersten Mal, als er nicht mal richtig mitbekommen hatte wie sie ihn verführt hatte. Wild verführt.

Kichernd lachte sie los und er grinste ebenfalls.

Ja, ausgerechnet du... So eine Bestie, die was auf sich hält, ein Vergewaltiger ist total anders drauf, der weiß immer was er will, und er schlägt sofort zu wenn er die Gelegenheit bekommt, Sam. Glaub mir ich weiß es. Du hast sie vielleicht mal so gerammelt das ihre Frisur dabei durcheinander gekommen ist, aber Vergewaltigung kennt die nicht. Keine Sorge ich kann Freund und Feind ganz gut auseinanderhalten, ich bin nur ein klein wenig besorgt wegen deinem Hang für Fesselspielchen...“, sagte sie todernst guckend zu ihm.

Samuel riss erschrocken die Augen auf und Fee kringelte sich fast schon wieder vor Lachen. „Siehst du!“, prustete sie fröhlich und lachte schnaufend weiter. „Genau deshalb kannst du das gar nicht sein, so ein Typ. Dein Gesicht... ehrlich. Du bist der schlechteste Schauspieler den ich je erlebt habe, Samuel.“

Er errötete unter ihrem amüsierten Blick und schnappte sich wieder die Seife, um sich weiter zu waschen.

Prompt wurde Fee wieder ganz ernst und ergriff seine Hand unter Wasser. Er hielt inne und sah einmal mehr in ihre unglaublich blauen Augen.

Du bist ein guter Mensch, Samuel Haggedorn und glaub bloß nicht dass ich nicht bemerkt habe wie du deine Sorge um mich gerade herunterschluckst, mich immer wieder heimlich ansiehst und versuchst auf Normal zu machen. Dafür danke ich dir, Sam. Es bedeutet mir viel. Ich will nicht behandelt werden als wäre ich krank und selbst wenn ich das Kind wirklich verlieren sollte... wir können immer ein anderes machen, oder?“, fragte sie ihn mit leiser Scheu in der Stimme.

Er griff nun ebenfalls mit seinen Händen zu und drückte ihre Finger.

Jeden einzelnen Tag der kommt. Sag mir nur wann und wo, Fee. Ich bin dabei.“, versprach er ihr ernsthaft, dann grinsten sie beide wieder und Fee nahm ihm die Seife ab. „Ich bin drann. Das Wasser wird langsam kalt. Ich muss mich schließlich auch noch waschen.“, schimpfte sie halbherzig mit ihm und sah zu wie er in der engen Wanne untertauchte und sich die Seife vom Körper spülte. Rasch seifte sie sich ebenfalls ein und als er wieder auftauchte, tauchte sie unter. Ihre Beine stießen gegen ihn. Ein warmes Kribbeln durchzog ihren Bauch. Hastig setzte sie sich wieder auf, und prustete, wischte sich das Wasser aus den Augen und blinzelte ihn unsicher an.

Was denkst du wird jetzt passieren?“, fragte sie ihn schließlich mutig.

Was soll ich hier machen um nützlich zu sein, hat dein Kommandant was dazu gesagt?“, fragte sie ihn unsicher.

Samuel erhob sich aus dem Wasser, ein wirklich überwältigender Anblick und trat aus der Wanne, holte sich ein frisches Handtuch und wickelte es sich um die Hüften.

Er meint genauso wie ich dass du deine Pflichten bereits sehr gut erfüllst, Fee. Du bist schwanger für ESA, denk daran dass das hier das höchste aller Ziele ist. Er hält es für eine gute Idee wenn du dich etwas mit den Babys der anderen Mütter beschäftigst die Arbeiten und nur zum Stillen in die Gruppe kommen wenn die Leute dort, die Hebammen und Erzieherinnen, sie über den Pieper rufen.

So lernst du schon mal mit Babys umzugehen und bist nachher sicher im Umgang mit ihnen, erhälst jede Menge Tipps und Infos was dich noch erwartet... was uns erwartet. Ich lass dich damit bestimmt nicht alleine.“, versprach er ihr ernsthaft und lächelte sie schief an.

So ein schönes Lächeln.

Er hatte sich nicht rasiert, sah Fee erst jetzt und wirkte außerdem etwas übernächtigt. So als hätte er versucht sie ganz alleine da raus zu holen, hätte sich Tagelang die Haare gerauft, währe in Arche 2 gegen Windmühlen angerannt, was er bestimmt auch war.

Hab ich dir eigentlich schon mal dafür gedankt dass du mein Partner geworden bist, Sam?“, fragte sie ihn spontan.

Ich möchte keinen Dank, Fee. Und ich möchte nicht dass du weiter darüber nachdenkst wie du es hier gut machen kannst. Du bist da, das ist gut, das war's.

Da du außerdem die Pferde und Ackerbauexpertin bist wird Dr. Neubauer, unser Kommandant, dich als Expertin mit auf die Sichtungsausflüge nehmen wollen. Du sollst prüfen ob die Bodenbeschaffenheit für die Pferde geeignet ist oder nicht. Welche Böden wie tief gehen müssen, um pflügen zu können. Die Agra-Expertin in 2 war zugleich eure Ackerbau und Pferdezuchtex-pertin.

Einen Agra-Experten haben wir auch in 3 aber keinen, der sich mit dem Pferdepflug auskennt, also bist du in dem Bereich sehr wichtig. Zwischendurch werde ich um die Erlaubniss bitten dich deine Pferde und die Ställe besuchen zu lassen damit du und Mika euch absprechen könnt und der Betrieb dort weitergeht.

Wir haben sechs erfahrene Arbeiter am Pflug und fünf Hengste die noch Pflügen können. Für dieses Frühjahr wird es reichen und das nächste auch, vorausgesetzt der Boden ist dazu trocken genug. Wir haben keine Polarkappen mehr. Das schmelzwasser war immer sehr wichtig für uns. Sonia, die Expertin hat mich unterrichtet und mir immer gesagt worauf es beim Überleben ankommt: sauberes Wasser, gute Erde, Samen und viele fleißige Hände, die beim bewässern helfen oder Aquädukte bauen. Regenwasserspeicher die das Wasser hindern sollen gleich zu Tale zu fließen und sich ausschließlich dort zu sammeln. Wir bräuchten eine Pumpe - vielleicht Ochsenbetrieben - die Frischwasser in Fluss bringt. Das würde dann auch das Wasser für uns reinigen. Dazu Sand, Kohle und Erde, Steine um es zu filtern und Bakterien herauszuwaschen.

Sie dachte an eine Art Staudamm am Berg mit einem Bach der zu Tale fließt und dabei

die Felder links und rechts bewässerte. Das wäre wohl das besste um den natürlichen Fluss von Wasser wieder nachzustellen und das damit verbundene Ökosysthem. In den Bach könnte man dann die Fische setzen und auch in den See. In anderen Aquabuchten könnte man den Salzgehalt künstlich auf Meerwasserniveau bringen und dort die Salzwasserfische aussetzen, eine Auquazucht müsste möglich sein, um uns zu versorgen. Wir haben den Bestand auch bisher niedrig gehalten, und alle überschüssigen Fische gegessen, gleich wenn es zu viele wurden. Sie vermehren sich schnell und wachsen noch schneller, vor allem wenn man ihnen die Eier nimmt und die erst mal künstlich besamt, statt die Natur das regeln zu lassen. So hat man beinahe einhundert Prozent Fischnachzucht ohne große Verluste. Na ja... ich rede hier. Das Wasser wird kalt.“, erhob sie sich nun ebenfalls und Samuel reichte ihr ruhig ihr eigenens Handtuch zu, während er sich bereits anzog.

Du weißt eine ganze Menge und denkst trotzdem

hier vielleicht nicht nützlich sein zu können?“, forderte er sie schließlich zwinkernd heraus.

Fee lächelte gequält. „Laienwissen, vergiss das nicht. Die Experten sind direkt an ihren Plätzen. Ich bin dagegen nur ein weißes Taschentuch. Hab das noch nicht mal studiert, nur bei Sonja hab ich ein bisschen was gelernt was uns vielleicht noch nützlich sein könnte. Aber die wirkliche Expertin auf dem Gebiet war sie, ganz ohne Zweifel.

Und wer hat dir das nun wieder eingeredet? Das du keine Expertin bist und nur ein bisschen was kannst? - Dein Vater? Der Psychoheini bei euch? Wer hat dich so Klein und in deinen Augen unbedeutend gemacht, Fee, wo du doch so viel weißt und kannst?“, knurrte Samuel nun doch etwas verärgert über ihre Versuche ihr eigenes Licht unter den Scheffel zu stellen.

Doch bevor sie ihm noch antworten konnte ging er schon mit schweren Schritten hinaus. „Ich warte vorne auf dich. Lass dir Zeit.“, sagte er ausdruckslos.

Fee war es zumute, als hätte er sie gerade geohrfeigt.

Benommen trocknete sie ihre Haare mit dem Handtuch, rieb sich trocken und zog sich den kleinen Stapel Kleider an, den Sam ihr auf dem Stuhl zurechtgelegt hatte. Eine wattierte Armeehose in ihrer Größe, ein weites Shirt und darüber eine dicke Arbeiterjacke. Sie hatte kaum mehr als ein Hemd und eine Hose am Leib gehabt, als ihr Vater sie zwangswaschen und dannach wieder anziehen ließ. Keine Socken, keine Schuhe... aber Sam hatte ihr ihre Stiefel aus dem Stall mitgebracht und Socken die wohl seine waren.

Fee griente ein bisschen darüber. An was dieser Krieger alles dachte...

langsam schlüpfte sie in die Stiefel und streckte ihre Arme, ihre Muskeln, die immer noch steif waren von der langen Kauerstellung dort in der dunklen Kammer.

Wie hatte ihr Vater das nur tun können, fragte sie sich wieder einmal, doch jetzt nicht mehr schluchzend und verzweifelt, sondern mit Abstand und wesentlich nüchterner.

Aus seiner Sicht war sie total kaputt und nur noch als Nachzuchtvieh zu gebrauchen. In seinem Haus unter seiner Kontrolle, seins, alles seins. Sie gehörte schon längst nicht mehr sich selbst sondern ESA. Und Ihr Vater vertrat ESA bisher als Kommandant von Arche 2. - Bisher.

Ein heftiges Frösteln ließ sie sich krümmen und mit beiden Armen selbst umfassen.

Tränen sprangen ihr aus den Augen, obwohl sie es nicht wollte. Ihre Kehle arbeitete. Sie wollte Sam rufen, konnte es aber nicht, es kam kein Ton mehr raus.. Schon knickten ihre Beine ein und sie hockte nur noch am Boden, sich wiegend, heulend und am Ende mit der Welt.


Sam sah wieder und wieder auf die Uhr.

Fee ließ sich wirklich Zeit. Verdammt was dauerte denn da so lange?

Sie musste doch nur in ihre Sachen schlüpfen, in die Stiefel rein, fertig und scheiß auf die nassen Haare. Die würden schon trocknen.

Fee? Wir sollten langsam mal los.“, rief er und pochte mit dem Finger gegen die Wand des Badeabteils.

Keine Antwort.
Er zögerte nicht mehr länger und kam mit schnellen Schritten zurück in den Baderaum. Fee lag zitternd und mit starren, weit geöffneten Augen am Boden. Mit einem Schritt war er bei ihr und hob sie sachte auf.

Okay... alles wieder ein bischen viel. Ich hab dich, Fee. Ich bring dich rüber ins Krankenlager. Wahrscheinlich musst du erst mal gesund werden, nach der Folter... Bei Gott, deinen Vater bringe ich um, wenn er sich dir noch mal nähert, das schwöre ich.“, sagte er aber sie reagierte gar nicht mehr auf seine Stimme, hatte einfach abgeschaltet.

Sam trat mit ihr hinaus ins Freie und lief los. Als er eine Gruppe Soldaten sah rief er sie an.

Ich brauche einen Arzt!“

Einer der Männer, Lukas, der mal zu Anfang sein Freund gewesen war, drehte sich sofort erstaunt um sah ihn mit Fee und kam herbeigesprintet während zwei andere in andere Richtung losrannten.

Was ist passiert.

Posttraumatischer Stress, was weiß ich. Sie ist zusammengeklappt. Eben redet sie noch mit mir, lacht, neckt mich und alles ist okay und dann liegt sie amBoden ud zittert und ist kalt und starr. Dieser Hoffmann...“

Ach das ist Fee Hoffmann? Hab schon gehört das sie Asyl bei uns sucht und hier einen Partner für ESA gewählt hat. - Das bist du?“, fragte er ihn zurückhaltend.

Ja, verdammt aber das ist jetzt nebensächlich. Sie ist... krank... und schwanger, herrje, hilf mir einfach, hohl den Jeep!“, befahl er seinem ehemaligen Freund aufgebracht und zu seinem Erstaunen gehorchte der tatsächlich.

Die Fahrt durch die Höhlen dauerte nur eine Minute. Ein Team der Notfallambulanz stand schon bereit.

Was ist passiert? Kreislaufkolaps? - Ist das das Mädchen das man in 2 in Dunkelhaft genommen hat, trotz Schwangerschaft? War sie dehydriert? Wieviel hat sie getrunken? Wann? Hat sie was gegessen?“, prasselten die fragen auf Sam ein der alles unwirsch beantwortete soweit er konnte und nun besorgt im Durchgang stand und zusah, wie die Ärzte Fees Reflexe und Pupillen prüften, ihr Nadeln in den Arm steckten und wärmende Decken über sie breiteten.

Füße hochlagern!“, bestimmt der Diensthabende Oberarzt schließlich und verabreichte Fee ein Beruhigungsmittel. Bevor er sie an einen Monitor anschließen ließ und dann erst zu ihm hinüber kam.

Sie steht noch unter Schock. Der Zustand hat sich wohl mit dem entspannenden Bad eingestellt. Sie muss vorher schon in einer benommenen Apathie gewesen sein, wenn es nun so überraschend kam. Es war gut das sie viel getrunken hat, trotzdem möchte ich sie die nächsten Tage über hier behalten und genau beobachten. Sie ist geschwächt, an den Armen hat sie Striemen und Abschürfungen von Fesseln oder Handschellen, Ihre Augen sind gerade im Nachtmodus, was nicht weiter verwunderlich ist, wenn man bedenkt, dass man sie damit gefoltert hat. Dunkelheit und Fesseln... ich werde den Kommandanten darüber informieren, Samuel S12. Sie können nun zu ihrer Partnerin gehen und eine Weile bei ihr sitzen, wenn sie mögen. Sie wird nun allerdings erst einmal schlafen, denn das hatte sie wohl auch zu wenig.

Vermutlich leidet Feeline Hoffman unter Klaustrophobie und das was ihr Vater tat um ihren Willen zu beugen hat sie deshalb noch viel stärker getroffen als einen normalen Menschen ohne diese Ängst. Aber wir kriegen sie schon wieder hin. Sie werden sehen.

Nur für das Kind kann ich nicht garantieren. Seelische Schocks können sehr leicht zu Aborten führen, wenn der Körper sich selbst zu schützen und alles was ihn beschweren könnte zu beseitigen versucht.“

Das ist mir nicht wichtig. Fee zählt, das ist alles.“, meinte Samuel nur besorgt und ging durch die Plastiktrennwände der Krankenstation hindurch, wohin sie nun Fee gebracht hatten, nahm unterwegs einen der an der Seite stehenden Stühle mit und setzte sich zu ihr ans Bett.
Das Beruhigungsmittel wirkte inzwischen. Ihre Augen hatten sich geschlossen und der angespannte Zug in ihrem Gesicht war auch wieder verschwunden.

Die Infusion tropfte rasch in ihre Adern hinein, der Monitor der ihre Herztöne und den Puls und Blutdruck überwachte piepte ruhig.

Er ergriff ihre zarte kleine Hand und lehnte sich

mit den Ellenbogen auf den Knien aufstützend vor.

Es würde eine lange Nacht werden.



11. Kapitel


Fee erwachte langsam.
Es war hell und warm und irgendwas lag schwer auf ihrer Hand.
Eben noch hatte sie davon geträumt getragen zu werden und in Sams unglaublich dunkle, tolle Augen zu blicken. Nun aber holte sie die Realität wieder ein und sie bewegte sich unruhig unter der Decke.

Hm...was...?“, murmelte es schläfrig neben ihr. Sie wandte den Kopf, gerade als Sam sich aufsetzte und sie etwas benommen anblinzelte. Doch dann lächelte er als er sie wach und ruhig vor sich liegen sah.
„Hi.“, begrüßte er sie sanft. „Alles okay mit dir?“
Fee zuckte nur die Schultern. „Mir tut nichts weh und mir ist warm, ich bin nicht eingesperrt... uuuund... es ist hell. Also ja ich glaub es geht mir gut soweit. Was ist eigentlich passiert? Ich erinnere mich nur noch das ich mich angezogen habe ud du rausgegangen bist. Dann war mir auf einmal kalt... und dann weiß ich ncht mehr. Hatte ich eine Panikattacke?“, fragte sie ihn besorgt, was er nu7n wieder von ihr denken würde.

Nein, das war Posttraumatischer Stress und der Schock der sich endlich gelöst hat. Das Bad hat dich entspannt, dann bist du von allem überwältigt ein wenig zusammengebrochen. Doch der Doc hier meint es geht dir ganz gut soweit.“, zuckte Sam nur mit den Schultern.

Muss an dir liegen. Du beruhigst mich.“, griente Fee seufzend und begann sich langsam aufzusetzen.

Moment... Augenblick, ganz langsam, Fee.“, sprang Sam auf und fasste sie stürtztend unter den Armen. Er zog das Kissen unter ihr hervor und lehnte es an den Rückenteil des Bettes an bevor er Fee half sich dagegen zu lehnen.

Etwas verwundert sah sie zu ihm auf, doch dann viel ihr siedendheiß ein dass sie ja noch eien ganz anderen Grund zur Sorge hatte.

Hab ich's verloren, Sam?“, fragte sie ihn leise. Er setzte sich zurück auf seinen Stuhl und sah sie kurz eindringlich an.

Nein, nicht soweit ich weiß. Aber die Ärzte hier meinen dass du auch nicht weit davon weg bist. Zuviel Stress, Foltermethoden deines Vaters die dich geschwächt haben, zu wenig Trinken und Essen in den letzten Tagen und dazu deine Angstzustände in denen du Tage verbringen musstest. Sie wissen nicht was passieren wird, Fee. Kann sein das alles in Ordnung geht, kann sein das du zu bluten anfängst.“, sagte er ihr ehrlich und direkt.

Fee nickte nur kurz und fröstelzte leicht.

Vermutlich wäre es auch besser wenn ich's verlieren würde. Nicht für ESA, natürlich, aber wenn ich mit raus fahren muss und der ganze Aufbau da draußen von Solaris, die Pferde und ihr Training... Das könnte alles zu viel auf einmal werden.“, murmelte sie düster vor sich hin. „Wenn Sonja noch da wäre, hätte ich es leichter. Dann würde sie das alles machen. Ich bin wirklich nur ihr Handlanger gewesen. Gut ich hab was gelernt und ich weiß auch wieviel die Pferde schaffen und wie man Pflügt und eggt und so, trotz ihrer Kolleranfälle. Aber es ist trotzdem nicht einfach. Es wird echt hart werden. Vor allem wenn alle sich dann in Solaris breit machen und eine große neue Stadt bilden.

Besser währen mehrere Städte, aber eins nach dem anderen. Wir brauchen dringend eine gute Ackerfläche und so. außerdem Anbauflächen für Baumwirtschaft, Grasebenen, Steppen, Büsche, Blumen... Da draußen ist alles weg und selbst wenn alle Pläne klappen, ist nicht gesagt dass wir da draußen wirklich noch lange überleben können. Was, wenn alles schief geht? Wenn die Erde nicht mehr fruchtbar genug ist, auch wenn wir sie anreichern und düngen? Dann hätte ich ein Baby und müsste ihm beim sterben zusehen.“, murmelte sie leise vor sich hin.

Nun für ein paar Jahre würde es sicher noch klappen, Fee.“, meinte Samuel stirnrunzelnd. „ Schließlich haben wir hier unten in den Archen alles was wir so brauchen, auch genügend Tiere zum Essen, Korn und Saatgut und Die Licht-schränke mit Frischgemüse und Tageslichtlampen, die uns bereits versorgen. Wenn wir darauf aufbauen und immer einen Schritt weiter machen, in allem was wir tun, dann sollte uns eine Ausiedlung nach draußen schon gelingen.“

Wir müssen einfach nur die Felder bestellen, die Wiesen aussähen, das Wasser in Fluss bringen und dann versuchen allen Tieren einen möglichst guten Start in ihren neuen Biotopen zu verschaffen.“

Genau das Fee. Genau das machen wir. Und dann werden auch wir auch wirklich einen guten Start haben, werden Babys haben, werden sie großziehen und ihnen helfen auf diesem öden Planeten wieder Fuß zu fassen und zu leben, ein ökologisches Gleichgewicht zu halten, anders als früher. Denn wir können nicht mehr überleben wenn wir daurnd raubbau betreiben. Und wir können auch ohne Nachwuchs nicht mehr überleben. Unsere Generation wird sich nicht um alte Menschen kümmern müssen, nein wir selbst werden die alten Menschen sein, bis auf wenige Ausnahmen die gerade lehren und alles weitergeben, was sie wissen, damit die Menschen einen möglichst guten Neustart haben werden.“, stimmte Sam ihr beruhigend zu.

Fee nickte nur wieder kurz. Ihr Magen grummelte.

Sam hörte es auch und stand sofort wieder auf.

Ich hol dir was zu essen, Fee. Wird sowieso Zeit dass du was zwischen die Zähne bekommst. Warte kurz.“, verschwand er durch den blickdichten Plastikvorhang und war weg.

Fee aber saß grübelnd da und sah den Infusionsschlauch an, der in ihren Arm hinein führte. Diesmal war sie nicht nur einfach kurz weggeflippt. Diesmal war sie wirklich umgefallen. Erinnerungsfetzen an die dunkle Zelle kamen wie Blitze zurück. Sie verdrängte sie schnell wieder doch ihr Puls ging trotzdem hoch.

Eine Frau im weißen Kitel kam durch den Vorhang hindurch. Sie war noch ziemlich jung, bestimmt erst Ende zwanzig, anfang dreißig. Eine der letzten uns besten Medizinstudentinnen an einer richtigen Uni, vermutete Fee für sich und sah besorgt zu ihr hoch.

Na, wieder gut?“, fragte sie dann auch nur lapidar und lächelte freundlich.

Ich bin raus... aus der Arche 2. Das ist gut.“, murmelte sie unsicher.

Die Frau nickte nur und streckte ihr eine Hand entgegen. „Ich bin Doktor Rahel, R 45. Ich bin als deine Ärztin eingeteilt worden, obwohl dich zuerst Doktor Klaus behandelt hat. - Findest du den Anhang der Zahlen auch so komisch? Ich frage mich immer noch warum wie Zahlen statt Nachnamen bekommen haben. Na ja, damit man wohl mit den Vornamen nicht durcheinander-kommt oder so. Trotzdem komme ich mir manchmal wie eine Kuh auf dem Markt vor. Lebensnummer R 45. Das ist echt meschugge, oder?“, fragte sie Fee locker und überprüfte nebenbei ihren Puls und leuchtete ihr in die Augen.

Gut, der Nachtmodus ist wieder weg. zwischenzeitlich hattest du vollkommen abge-schaltet, weißt du? Hast wohl im Kopf gedacht du bist wieder in dieser Zelle. Scheußliche Sache. Dein Vater kommt vor Gericht deshalb. Die anderen Ärzte meinen ich sollte nicht darüber sprechen doch das finde ich nun ganz und gar nicht. Jedes Opfer hat das Recht zu wissen was aus dem Täter geworden ist. Also wie siehts bei dir aus? Willst du bescheid wissen oder soll ich den Mund halten?“, fragte sie Fee gerade heraus.

Sagen sie's mir. Ich kriege es eh heraus. Das mit Jan hab ich ja auch herausgefunden obwohl ichs nicht mehr mitbekommen habe. Solche Sachen haben die angewohnheit immer wieder aufgewärmt und bbesprochen zu werden. Ich will nur kein Mitleid.“, sagte Fee fast tonlos zu der Ärztin.

Ja, gell? Hab ich den Doktoren auch gesagt. Was du am wenigsten brauchst ist das. He, du kennst dich doch mit Tieren aus, oder? Wir haben hier eine Hasenzucht...“

Meine Tiere sind Pferde, sorry aber bei Rammlern kann ich gar nix sagen, was die brauchen oder nicht.“
„Einen Spieß durch die Mitte und ein schön glutvolles Feuer unten drunter. Heute gibt es Hasenbraten vom Überschuss.“, lächelte die Ärztin genüsslich.

Fleisch? Echt?“, fragte Fee sie nur verwundert und dachte an die vielen Müslirationen und Kartoffeln mit Sauerkraut, Rotkraut und Pilzragous zurück die es in 2 immer gegeben hatte.

Echt. Das gibt es hier gut einmal in der Woche ür alle. Unsere Karnickel sind wirklich fleißige Produzenten und die Hasen brauchen nur rund drei Monate um auszuwachsen. Mehr Fleisch als anderswo in den Archen. Aber die kalten Quellen müssen ja auch einen Ausgleich haben. Na ja. Samuel S12 ist gerade losgerrannt um dir eine große Portion zu sichern. Er selbst könnte aber auch was vertragen, wenn du mich fragst. Langsam steigt meine Meinung von ihm. Ehrlich wahr.

Der Sohn eines Verräters aber bei seiner Partnerin sitzt er seid sie hereingekommen ist und geht nur mal zum Pinkeln weg.“, grinste sie fröhlich und Fee lächelte schwach.
„- Wat mut dat mut.“, gab sie eine Volksweißheit von sich und wieder grinste die Ärztin belustigt.

Du bist erstaunlich klar und ruhig. Ich bin zufrieden. Heute bleibst du noch zur Beobachtung im Bett, morgen stehst du auf und beziehst mit Samuel S 12 deine neue Wohnstatt – wenn du willst.“, fügte sie noch leise hinzu und schrieb etwas auf ihre Krankenkarte die unten am Bett hing.
„Warum sollte ich nicht wollen? Er ist mein Mann.“, meinte Fee nur wieder irritiert. Konnten die Leute hier denn wirklich nicht sehen wie toll Samuel war?
„Dass du ihn verteidigst ist nicht nötig. Emma E34 hat deine Auseinandersetzung mit Eloisa, Sams alter Flamme angehört.

Ja, der Junge ist schon öfters von ihr beschuldigt worden sie angefasst zu haben – gegen ihren Willen - doch bei Untersuchungen ist nie was rausgekommen. Zumindest keine Spermaspuren von ihm und auch keine blauen Flecke bei ihr. Deshalb steht Aussage gegen Aussage und keiner traut deinem Samuel noch über den Weg. Aber Emma hat wie gesagt mitbekommen was du gesagt hast, wie du ihn verteidigt und Eloisa runtergeputzt hast. Wir hatten hier mit einem verschüchterten Mäuschen gerechnet, nicht mit einer starken Persönlichkeit. Ich bin aber ganz froh dass du so stark bist, Fee. Samuel braucht jemand Starken an seiner Seite, da er sich kaum noch wehrt, greift ihn irgendjemand an. Er hatte vor abzuhauen, weißt du? Hatte sich sogar schon einen Rucksack und Lebensmittel beiseite geschafft, ebenso wie seine Harley, die er umgerüstet hat, um möglichst bald zu gehen. Ich bin froh dass er bleibt und eine Partnerin gefunden hat. Einen Menschen zu mobben ist niemals gut, finde ich, auch wenn man das in einer Hackordnungszivilisation wie dieser hier kaum verhindern kann.“, meinte sie freundlich und zückte eine Spritze.

Vitamine für dein Kind, Fee. Darf ich durch den Schlauch, oder willst du lieber Tabletten nehmen?“, fragte sie sie höflich.

Fee war das gar nicht mehr gewohnt überhaupt gefragt zu werden. In 2 machten die Ärzte das was sie für richtig hielten und gaben einfach die Spritzen, wenn sie dachten es sei nötig.

Macht ihr das wirklich nur wenn wir ja sagen? - also Spritzen geben?“, fragte sie die Ärztin darum vorsichtig und auch reichlich skeptisch.
Die junge Frau stutzte kurz und schrieb etwas auf ihren Block.
„Es scheint mir in 2 ist vieles nicht mehr so nach den Vorschrifften gegangen, auch nicht im Ärztewesen. Wir müssen mal sehen ob das nur in deinem Fall so war oder ob sie auch andere Leute in ihren Rechten beschnitten haben. Auf alle Fälle hast du hier immer die Wahl, Fee. Du kannst auch sagen leck mich am Arsch und zieh ab mit den Vitaminen. Das ist alleine deine Sache.“, schlug sie ihr nüchtern vor.

Äh, nein. Das fällt dann nur wieder unter Teenagerrebellion und die ist doch laut ESA-Ordnung streng verboten in den Archen.“, schüttelte Fee verwirrt den Kopf.

Wieder schrieb die Ärztin das auf und steckte dann den Schreiber wieder ein.

Mein liebes Mädchen. Ich denke hier ist wieder eine umerziehung oder zumindest freies Denken fällig. Wenn jeder in Arche 2 diesen Mist von Autoritärem Systhem und totalem Gehorsam aufgezwungen bekam – durch eine wirre Pasusklausel im ESA-Vertrag festgestampft, in dem es aber eigentlich nur darum ging das ewige Teenagernörgeln und maulen, nicht aber alle begründete Einwände und fundierte Meinungen zählen zu lassen können eure Soldaten die ja ebenfalls kaum älter waren als ihr vermutlich nichts dazu dass sie dir nicht geholfen haben. Sie wurden nämlich speziell darauf trainiert dem Kommandanten wiederstandslos zu gehorchen, so wie alle anderen in Arche 2.

Hitler wäre bestimmt hocherfreut über sein Volk!“, schnaubte die Ärztin abfällig und Fee errötete heftig, wusste aber nichts darauf zu sagen.
„Was denn nun? Tabletten oder Spritze?“, hob die Ärztin wieder das Mittel hoch und Fee hielt ihr nur stumm den Arm entgegen.
Doktor Rahel griente kurz und gab es ihr. „Ab morgen dann Tabletten, oder kannst du die nicht schlucken?“, fragte sie locker weiter.

Tabletten sind okay.“, murmelte Fee nur wieder tonlos. Die Ärztin verschloss die Kanüle wieder, verabschiedete sich für den Moment und wandte sich zum Gehen.

Am Vohang allerdings blieb sie noch mal stehen weil Sam hereinkam.

Sie haben in 2 noch wesentlich mehr angestellt als nur Fee zu Foltern. Ich spreche mit dem Kommandanten und Dr. Merte, wenn du nachher vielleicht mit dazu kommen möchtest?“, fragte sie ihn sachlich.

Nein, mach nur. Ich bleib bei Fee.“, knurrte Samuel nur unwirsch und ging an ihr vorbei und die Ärztin schlicht hinaus.

Er hielt zwei reichlich gefüllte Teller in der Hand.

Fleisch!“, sagte er lächelnd zu ihr, als Fee ihm den Teller mit nun wirklich heftig knurrendem Magen abnahm und sich leise bei ihm bedankte.

Serviette und Besteck... oder möchtest du mit den Fingern essen?“, spotette Sam ein wenig als sie einfach anfangen wollte. Fee errötete schon wieder und nahm dann aber brav die Gabel und das Messer entgegen, bevor sie die geröstete Kartoffel aufspießte und gleich mehrmals davon abbiss.

Es schmeckte sagenhaft gut. Viel, viel besser als in 2 das Essen geschmeckt hatte. Viel, viel besser als alles was sie in den letzten zwei Jahren hatte.

Sam stellte seinen eigenen Teller auf den Knien ab und begann ebenfalls zu essen, doch er beobachtete Fee dabei mit Argusaugen, runzelte dann und wann die Stirn und tat ihr schließlich noch eine von seinen eigenen drei Kartoffeln auf den Teller, als sie schon nach drei Minuten alles verschlungen hatte.

Oh... das ist aber doch deine Portion!“, flüsterte Fee ernüchtert und wollte sie ihm zurückreichen doch er griff zu und sah sie ernsthaft an.

Ich hab keinen großen Appetit, du aber schon. Also iss!“, sagte er nachdrücklich.

Seine dunklen Augen bannten sie seltsamerweise. Fee bis sich etwas eingeschüchtert auf die Lippe. „Das ...darf man aber nicht machen, Sam. Jeder hat seine Zuteilung, oder? Wenn du abgiebst und die kriegen das raus, bekommst du nächstes mal weniger, weil du dann ja nicht so viel brauchst...“

Ein Geräusch vom Eingang her ließ sie aufsehen.

Es waren zwei Männer, die sie nicht kannte... und Frau Dr. Merte, die reichlich erstaunt aussah.

Womit auch der Fragepunkt geklärt währe warum die Soldaten aus 2 so dünn sind und bei weitem nicht so kräftig wie bei uns in 3. Hattet ihr ein Nahrungsproblem? Wo sind eure Kaninchen hin und die anderen Kleintiere die ihr mit reingenommen habt?“, fragte Dr. Merte sie eilig und kam zum Bett hinüber.

Fee sah kurz zu Sam hin der ihr die Kartoffel gerade in mundgerechte Häppchen schnitt und finster aussehend schwieg, bevor er aufstand und von ihr wegging.

Iss auf.“, meinte sie nur ihn noch mal leise brummen zu hören und da sie immer noch reichlich Appetit hatte verputzte sie auch seine Kartoffel noch in Rekordgeschwindigkeit. Sam trat zu Dr. Merte hin und flüsterte ihr irgendwas zu. Bevor er sich wieder mit ausdrucksloser Miene zum Stuhl zurückbewegte und hinsetzte.

Möchtest du noch eine zweite Portion, Fee?“, fragte Dr. Merte sie nun von ihm ablenkend

Fee sah nur verwundert wieder hoch. „Was? … ähm, nein. Ich hatte genug, danke. Ähm... darf ich fragen wer die anderen Herren da sind?“, fragte sie an Dr. Merte vorbeischauend und Sam wechselte einen kurzen Blick mit dem Kommandanten.

Sie hatte wohl einen Tunnelblick. Selbst noch im

Badehaus, aber Dr. Rahel meinte das kann gut sein, denn da stand sie ja auch noch unter schwerem Schock.

Fee, das ist unser Kommandant von Arche 3, Falker Johann, F 2, H 1 war vor ihm Komman-dant, General Haggedorn, doch Falker hat nach dem Kampf in Arche 3 diese Position übernommen und es sehr viel besser gemacht als mein Vater.

Er hat den Befehl dazu gegeben dich raus zu holen, als Daniel von einer Anforderung in 2 wiederkam und dich gesehen und nach mir rufen hörte. Sie stellen deinen Vater demnächst vor das Komandanturgericht.“, berichtete er ihr sachlich.

Fee nickte dem einschüchternden Mann besorgt zu und biss sich kurz wieder auf die Lippe. „Entschuldigung, dass ich sie nicht erkannt habe. Ich bin Fee F3, Feeline Hoffmann, stellte sie sich etwas stotternd vor doch der Kommandant nickte nur wieder milde. „Es freut mich zu sehen dass es dir besser geht. Du hattest wirklich einen schweren Schock, doch Dr. Konrad, der Leiter und Chefarzt von Arche 3 - Krankenstation, meinte du bist immer noch schwanger, deine Werte sind besser und wir können dir jetzt zumindest mal ein paar Fragen stellen, die du zwar schon mal beantwortet hast, aber wie gesagt im Schockzustand und das ist nicht besonders aussagekräftig. Aber natürlich respektieren wir es wenn du jetzt sagst dass du noch etwas Zeit brauchst und Ruhe. Für die Beweisführung ist es nur einfacher, so bald wie möglich deine Aussage zu erhalten, wie auch deine Einschätzung der Situation was mit dir und auch deinem Vater passiert ist und warum euer Psychologe nicht eingegriffen hat, der nun ebenfalls unter Arrest und beobachtung auf Höhlenkoller steht, weil er deinen Vater nicht seines Amtes enthoben und ihm bei der geistigen Manipulation an dir geholfen hat. Ist dir bewusst Fee, dass du manipuliert worden bist? Ist dir bewusst das alle Kommandanten aller Archen schon vor über einem Jahr eigenhändig unter-schrieben haben, dich aus dem ESA-Vertrag der Nachzucht zu entlassen und nicht auf Erfüllung zu bestehen, weil du zu schwere Verletzungen, Traumata und Schocks erlitten hast, damals mit Jan, der durchdrehte und dir sehr weh getan hat?“

Fee rieb sich kurz verlegen und auch verstörrt die Stirn und sah dann wieder zu Samuel hinüber der sie ernsthaft betrachtete. Kein Mitleid,... das war echt gut.

Also schluckte sie nur hart und sah erst dann wieder mit einer einladenden Geste zu dem Kommandanten von Arche 3 hoch, der sich auch prompt einen Stuhl nahm und ans Bett setzte. Dr. Merte kam auf ihre linke Seite rüber und setzte sich in ihre Nähe. Ein anderer Mann blieb am Eingang stehen und verschränkte dort wartend die Arme hinter dem Rücken. - Ein Zeuge?, fragte sie sich kurz oder auch wieder nur ein Doktor?

Also?“, forderte Falker-Johan sie auf.

Fee atmete noch einmal ganz tief durch und versuchte ihre Gedanke zu ordnen.

Als wir uns für das ESA-Programm beworben haben hat mir mein Vater sehr deutlich gesagt was uns erwarten könnte. Er war immer ein verfechter der realistischenVoraussicht und hat gemeint wir müssten uns selbst wenn wir alle mit den besten Vorsätzen in die Archen reingehen zugleich auch auf das allerschlimmste vorbereiten.

Er hat mich die Aufzeichnungen der Kriegsberichte sehen lassen, wo die Vergewaltigten Frauen von Anrchie in Ausnahmezuständen gesprochen haben. Wie schlimm das war. Wie sie gefoltert wurden, wenn sie nicht taten was andere von ihnen wollten, wie sehr sie gelitten haben und dass manche dannach nie wieder die Selben sein konnten.

Mein Vater hat gesagt das jedes Leben nach der Sonnerruption doppelt zählt. Das wir dann alle eine Aufgabe hätten und uns nicht drücken dürfen, nur weil wir vielleicht kaputt oder verletzt sind. Aber er hat auch gesagt er passt auf mich auf und wenn ich es brauche bekomme ich die Zeit, um alles zu verarbeiten, wenn wir so was erleben würden. Und die hatte ich dann auch. Ich hatte fast zwei Jahre.

Sie sehen also die Manipulation hat schon vor ESA und vor der Arche begonnen, wenn es überhaupt so eine war. Wenn Menschen wie Sardinen in der Büchse eingesperrt werden und nicht raus können drehen die besten Charaktere durch, bekommen Depressionen oder Größenwahn. Ich hab das gewusst und es in Kauf genommen. Ich hab was wirklich Schlimmes erlebt aber es ist vorbei gegangen. Ich hab heute Panikattacken, die ich lieber nicht hätte und es war früher immer mein Vater der dann für mich da war.

Der Sauer war, der finster brütete und ab und an hat er auch gesagt es währe besser für mich gewesen bei der Erruption gestorben zu sein, und das hab ich lange auch so gesagt und gedacht. Aber unsere Tierexpertin Sonja hat mich wieder aufgerichtet. Sie hat gesagt Pferde können vieles heilen. Ich war Stallhilfe damals. Und sie hat dann bestimmt das sie mich ausbildet und mir alles zeigt weil ich nach Jan, wenn ich rumgelaufen bin doch nur immer zu den Pferden gegangen bin. Meinem Vater war das nicht recht und im nachhinein weiß ich dass er das alles noch schlimmer erlebt haben muss als ich. Es hat ihn durchdrehen lassen... gesittet durchdrehen. Absolute Kontrolle über mich. Dr. Georg den er die ganze Zeit hinter mir hergeschickt hat, dem ich stunden, Tage, Wochenlang immer wiedr alles erzählen musste damit es aufhört weh zu tun. Doch das ist nicht passiert. Ich hab ein paar mal protestiert, wenn er die Jungs alle von mir ferngehalten hat, die annäherungsversuche gemacht haben. Er hat sie ausgeschimpft wie kaputt ich doch sei und dass sie das eigentlich wissen müssten, mich in Ruhe lassen müssten.

Dabei wollte ich nur normal sein. Wiedr ganz normal. Aber das ging nicht weil er immer da war, mich immer in watte gepackt hat und allen haarklein erzählt hat was Jan mit mir gemacht hat.

Die anderen waren angewiedert, als hätte ich das freiwillig so gewollt, oder aber haben mich bemitleidet... das war noch furchtbarar als alles andere. Ich hab mich dann auch zurückgezogen, nur ein paar mal was versucht aber ich hab immer panik bekommen wenn die so vorsichtig waren, wenn die immer prüfend geguckt haben ob ich gleich durchdrehe. Mein Vater hat denen gesagt ich schlag dann um mich wenn ich panik bekome, dabei war das gar nicht so. ich hab dann nur hyperventiliert, mehr nicht. und je mehr Jungs kamen und zu vorsichtig waren und mich bemitleidet haben und dauern gefragt haben alles okay, ist alles okay? Sag, ist das gut so... sag wenn du nicht kannst... ich hab es dann nicht geschaft. Ich konnte das dann einfach nicht. Die waren genau von meinem Vater instruiert worden was sie wie mit mir machen sollten. Totale Kontrolle. Also hab ich irgendwann aufgehört es zu versuchen. Ich hab nur dauernd gedacht, eines Tages wenn wir raus sind, dann geh ich zu eienr anderen arche suche mir da den erstbesten Typen aus der halbwegs nett und ungezwungen und nicht unter der Fuchtel von meinem Vater steht und mit dem versuche ich es dann.

Schließlich haben wir alle den Auftrag unsere Gene weiterzugeben. Wir alle sind wichtig und ich will das auch so. ich will Kinder. Ich will mir mein Leben nicht ganz kaputt machen lassen nur weil es Höhlenkoller und meinen Vater und fiese Typen auf der welt gibt die gerne sadistisches Arschloch spielen. Und Sam war nett zu mir, war höflich, respektvoll und auch nicht nachtragend, obwohl ich ihm eine runtergehauen habe, als wir uns zum ersten mal gesehen haben.

Aber ich dachte dann später er ist eigentlich richtig perfekt.

Er tut nicht so als ob ich vrletzt bin, obwohl er von der Sache gehört hat, behandelt mich ganz normal, auch wenn ich durchknalle.

Er ist selbst ein bisschen durchgeknallt glaub ich. Solche Sachen machen was mit uns Menschen, Komandant Falker. Wenn wir so runterreduziert werden auf das absolut kleinste und Geringste was wir nur sein können. Ich bin die Tochter von Komandant Dr. Hoffmann und er ist der Sohn vom Ex-Kommandaten Dr. Haggedorn. Sein Vater ist durchgedreht und ihr habt es Samuel nicht verziehen. Weil er sein Sohn war. Weil er, der eigentlich nichts dafür konnte, ihn nicht aufhalten konnte. Aber das versucht mal bitte einer. Wir Teenager dürfen in den arcvhen doch gar nicht rebellieren, dürfen nicht ungehorsam sein, dürfen keine eigene Meinung zu Themen haben das was gesagt wird, wird gemacht, alles. Und das haben wir.
Ich hab mir Sam ausgesucht um meine Gene weiterzugeben und er ist nett und freundlich und manchmal auch etwas distanziert, doch das schadet gar nichts. Er ist immerhin da. Und er macht Babys für ESA mit mir.

Meinem Vater hat nur nicht gefallen, dass ich es gut fand wie Samuel zu mir war. Er dachte ich zieh das durch, dann wars das für mich und ich verkrieche mich in meinem schneckenhaus. Kurz hab ich auch mal daran gedacht und mir das überlegt, fand es dann aber Sam gegenüber unfair, der ja nichts getan hat, es sei denn ich hab ihm gesagt das er soll. Umnd das hat er wirklich auch immer getan. Am Anfang. Aber dann wurde sein verhalten besitzergreifender und mein Vater hat gemerkt dass ich nicht davor weglaufe. Ich weiß nicht was in ihm vorgegangen ist, da müssen sie ihn fragen auf alle Fälle hat ihm nicht gefallen das Sam mich nur nach wenigen Tagen schon viel besser verstanden hat als mein vater mein ganzes Leben lang. Und dass ich ihn darin nicht aufgehalten oder weggeschickt habe. Er wollte mich kaputt behalten. Aber ich war dabei gesund zu werden. Das hat er nicht verstanden, nicht gesehen, wollte er auch gar nicht sehen.

Die arme Fee die nur fünf oder sechs mal ein opfer bringen muss und dann für immer ruhe hat in einem gefängniss mit beschäftigung dass er mir bietet.

Ich hab ihn angebrüllt das Sam mein Partner ist, das ich erwachsen bin, das ich ihn mir ausgesucht habe. Aber … er hat den Soldaten befohlen Sam festzuhalten und wollte mich mit sich zerren. Sam hat sich gewehrt, ich hab mich gewehrt und nach ihm gerufen. Da haben die Soldaten ihn auf befehl meines Vaters zusammenschlagen lassen. Er hat gemeint Sam währe nur gut zu befruchtungszwecken und mehr hätte er ihm auch nicht erlaubt. Er hätte mit ihm gesprochen und Sam währe einverstanden gewesen...“

Das ist eine Lüge. Ich habe nie zuvor mit deinem Vater geretet, Fee.“, mischte Sam sich knurrend ei und ergriff wieder ihre Hand die heftig zu zittern begann. Träen rolten ihr über das Gesicht hinab.

Das hab ich doch gewusst. Du hast es am Anfang nicht gewusst wer ich bin, die haben es dir erst später gesagt. Und zwischendurch hattest du auch gar keine Gelegenheit um mit meinem Vater zu sprechen ich hab ihm gesagt dass er gerade lügt, da hat er mich geschlagen... und gemeint Teenagerrebellion würde bei ESA nicht akzeptiert und ich sollte ihm jetzt gehorchen. Es währe so und schluss. Ich hab trotzdem gesagt dass ich erst mit dir reden will bevor ich den Vertrag wieder auflöse.

Da hat er den Psychologen geholt der auf mich einredete, ich sei zu labil und sollte mich alleine darauf konzentrieren das es mir besser gehen würde, auf die Pferde, meine Arbeit und wenn es so war auch meine Schwangerschaft und das Kind. Die würden später einen anderen Mann finden der das zweite mit mir machen würde und dann den dritten, vierten und füften anheuern, so wie sie Sam angeheuert hätten.

Sie haben beide behauptet das Sam eigentlich nichts mit mir zu tun ahben wollte, nur schnellen Sex, weil er hier nie gelegenheit dazu hatte. Weil die Mädchen hier spinnen und nicht sehen wie klasse er ist und wie nett und fleißig und treu. Und ja, ich weiß dass das gegen den ESA-Vertrag verstößt aber ich will keinen anderen Typen mit dem ich Kinder mache. Ich will ihn, weil ich mit ihm zurechtkomme und er mit mir auch. Wo finde ich denn einen anderen der meine Panikattaken mitten in der Nacht damit beantwortete dass er mich hochhebt und in den Pferdestall trägt und dann so lange da stehen bleibt bis ich wieder aufgewacht bin. Oder sehen sie ihn jetzt mal an. Wo ist er denn? Hier, statt an der Arbeit.

Das kostet dich doch sicher ne ganze Menge, Sam. Wenn bei uns einer seine Arbeit nicht macht, weil er bei seiner freundin ist die krank ist, dann wird das Essen gekürzt, dann schlafen sie eine Nacht außerhalb des Bettes, dann bekommen sie keine erlaubniss die heiße Quelle zum Baden zu benutzen, dann...“

Es gibt also Sanktionen dafür das ein Partner oder ein freund bei einem kranken bleibt anstatt seine Pflichten zu erfüllen?“, fragte der Typ vom Eingag her finster.

Fee sah ihn nur eingeschüchtert an.

Na ja, das ist schon verständlich. Wenn alle nur noch bei ihren frauen sind, weil die Wehen haben oder weinerlich sind oder krank, dann ist keiner mehr da der den Job macht der uns allen hilft. Wir müssen doch überleben und anders gibt es anarchie und Faulheit und die menschlichen Schwächen eben, allen verpflichtungen bestmöglichst aus dem weg zu gehen. Das hat mein vater uns allen gleich in der ersten Woche unter der Erde erklärt und alle haben es akzeptiert. Wenn sie trotzdem gefehlt haben haben sie die Strafen eben hingenommen und wenn dann andere so blöd waren den bestraften was von ihrem Essen abzugeben dann hatten sie eben in Zukunft auch weniger für sich, wenn das rausgekommen ist. Alles ist streng rationiert worden. Schließlich mussten wir sparsam sein und haushalten damit wir lange damit auskommen.

Und das haben wir ja auch geschafft.“

Aber es gab kein Fleisch bei euch, oder?“, fragte Dr. Merte sie nachdenklich.

Wir hatten keine Kaninchen mit reingenommen, nur die Pferde und Pflanzen und Heu und die Hausbaueinheiten für Solaris die sich in den hinteren Tunneln stapeln. Wir hatten ein paar Mäuse und Katzen, die auch. Aber irgendjemand hat vergessen die kleinen Tiere zur Nahrung, die bei uns sein sollten mitzubringen Die sind wohl noch vor dem Berg in ihren Kisten und Körben verbrannt. Also gab es nur Müslie und Kartoffeln und die Tageslichtgewächsstellen, wo man Pflanzen angebaut hat. Salat, Kartoffeln, Möhren, Kohl und Tomaten, Zweibeln und so was alles.

Katzen haben wir inzwischen auch mehr als genug und die Mäuse haben wir nur ab und an mal paaren lassen um die gestorbenen zu ersetzen. Eine Palge sind die nicht geworden und so haben sich die Leute bei uns darauf vorbereitet nach der Öffnung draußen einen Nutzen zu haben, haben handwerke gelernt, Tischler, schreiner, Bauarbeiter. Sie haben eggen und Pflüge hergestellt und gelernt die Tunnel zu erweitern und Metallerz zu fördern, das alte Gerät das kaputt war einzuschmelzen und wieder neue Werkzeige daraus zu machen. Wir haben jeden Tag sehr viel und sehr hart gearbeitet und nur wer schwanger geworden ist dürfte mehr Pausen machen, und wenn es weiter fortgeschritten war aufhören um das Kind nicht zu gefährden.

Die Frauen haben sich dann an den Handarbeiten versucht. Wir haben da noch eine kleine Schafherde, die sich aber auch nicht reproduzieren sollte, bis auf wenige Züchtungen um ein totes Tier zu ersetzen. Mein Vater war der Meinung wenn wir sie alle unkontrolliert zusammen lassen, dann gehen uns zu schnell die Vorräte aus. Also hat er es verboten mit den Schafen zu züchten und es gab nur wenig bis gar kein Fleisch.“, erklärte sie der Psychologin leise.

Die nickte nur wieder und machte sich auf ihrem Klemnmbrett ein paar Notizen.

Was ist passiert, nachdem dein Vater Samuel zusammenschlagen und wegbringen ließ, Fee. Du hast gesagt er hat dich geschlagen...?“, fragte der Kommandant sie ernsthaft weiter.

Ja und dann eingesperrt, weil ich nicht gehorcht habe. Am Anfang war das Licht noch an, aber ich... hab Klaustrophobie. Die hab ich früher nicht gehabt, aber dann entwickelt, weil ich bei Jan stundenlang gefesselt war und er einmal was ganz schweres auf mich draufgelegt hat, damit ich kaum atmen und damit auch nicht um Hilfe schreien konnte, während er weggegangen ist – was Essen.

Dr. Georg hat gesagt das währe in so einem Fall typisch, dass man dann nachher Angst in engen Räumen bekommt. Mein Vater wusste das natürlich und hat es gegen mich verwendet, weil er mit Schlägen nicht zum Ziel gekommen ist. Das ist auch typisch für ihn. Nimm das schlimmste was du von einem Gegner weißt und verwende es gegen ihn.
Das hat er bei mir gemacht. Er hat mir den Auflösungsvertrag für die Verbindung mit reingegeben und ich hab ihn nicht unterschrieben, hab nur dauernd versucht zu argumentieren wenn er nachgucken kam, ob ich unterschrieben habe. Dann hat er immer mit dem mist angefangen dass er Sam nur an die Vrabredung erinnert hätte, das es ihm gut geht und er eingesehen hat das ich nichts tauge. Das er nicht wiederkommen wird, es sei denn ich bin nicht schwanger geworden. Dann würde er noch mal mit mir schlafen und sich opfern... damit ich den Vertrag erfüllen kann, was ich ja müsste. So was hat er erzählt und Dr. Georg auch. Irgendwann hab ich nicht emhr mit ihm gesprochen, ihn nicht mehr angesehen. Ich hab den Vertrag zerrissen und mit dem Kugelschreiber auf das Glas an der Tür eingehauen bis es gesprungen ist. Da hat er mir den Schreiber weggenommen und das Licht ausgemacht. Er war ...sauer. Er hat gesagt wenn ich verspreche den Vertrag zu unterschreiben, dann erst lässt er mich wieder aus und ins Licht zurück. Ich hab so lange durchgehalten wie ich nur konnte, aber als die Tür aufging und ich dachte er wäre es... ich hätte unterschrieben... hätte alles getan, nur... nur um die Wände um mich rumm nicht mehr näherkommen zu fühlen. Ich hab kaum Luft gekriegt, ich hab nichts mehr gesehen. Er hat sogar das kleine Fenster zugeklebt und ich war kurz davor loszukeischen. Hab mit den Fäusten auf die Wände eingeschlagen und mir die Arme aufgekratzt, bis es geblutet hat. Ich wollte nur noch raus und zu Sam. Wollte weg aus Arche 2.

Er war … verrückt das so zu machen. Ich weiß das er verrückt war, wahnsinnig. Ich hab ihm das auch gesagt. Das das mein Leben ist. Und er hat nur gemeint ich währe zu gestörrt um ein richtiges Leben zu führen, zu gestörrt um normal zu sein. Er hatte vor die Knder aufzuziehen, wenn ich sie bekommen habe. Ich sollte damit gar nicht viel zu tun haben... ich hab so gebetet nicht schwanger zu sein, hab gebetet das jemand kommt und mir hilft, das irgendjemand etwas macht. Aber die haben alle weggeguckt. Ich hab geschrien und ihnen erklärt was vorgeht als sie mich zum Duschen geschleppt haben. Ich hab ihnen gesagt ich will nur zu Sam nach 3 gehen, eil er mein Partner ist und das mein Vater mich nicht lässt. Es war denen allen egal. Ich war die verrückte. Ich. Weil Jan mich verrückt gemacht hat und mein Vater verhindert hat das ich jemals wieder gesund werden kann. Zumindest nicht in ihren Augen. Da bin ich für immer gestört und kaputt, obwohl sie mich zur Pferdetrainerin ernannt haben als Sonja starb. Obwohl die meine Arbeit brauchen, obwohl ich über Pferde fast alles gelernt habe, was ich nur lernen konnte und sie da ganz normal mit mir reden und umgehen, auf allen anderen Gebieten habe ich gefälligst weiter kaputt zu sein. Und das ist nicht fair.“, sah sie kurz zu Sam rüber der nur ermutigend nickte und ihre Hand dann sachte drückte.
„Ich halte dich ganz sicher nicht für kaputt, nur speziel.“, griente er kurz.

Fee griente ebenso - doch eher unglücklich und zweifelnd.

Aber hier kann ich viel weniger machen als in Arche 2. Mika kann die Pferde versorgen und alles, aber sie trainieren und die arbeiter anweisen das kann nur ich. Mika wollte es nicht lernen und die Mädchen sind zu schnell schwanger geworden die vorher mit dabei waren und weggegangen. Nur.. eine Expertiese zu geben wenn wior mal rausfahren...“

Du bist schwanger, vergiss das nicht, Fee.“, mischte sich nun Dr. Merte wieder ein und lächelte beruhigend. „Du solltest nun so viel wie möglich ausruhen, zu Kräften kommen und dann lernen was du alles lernen musst um später mit deinem Kind gut zurecht zu kommen.“, erklärte sie ihr warmherzig.

Wenn's überhaupt auf die Welt kommt und nicht doch noch abgeht. Stress kann echt tödlich sein und Folter auch.“, murmelte Fee unglücklich und wieder drückte Sam ihre Hand.

Wenn es abgeht, geht es ab... und wenn du ein anderes möchtest, bekommen wir das hin, Fee.“, beruhigte er sie sanft.

Dr. Merte sah ihn kurz strafend an, was Fee nicht verstand, doch auf einmal stand Samuel wieder auf und rollte mit den Augen.

Na los, dann machen sie schon. Fragen sie sie endlich. Es ist und war immer nur ihre eigene Entscheidung, verdammt!“, knurrte er Dr. Merte plötzlich gar nicht mehr so sanft und freundlich an, sondern wurde nun sogar richtig wütend.

Sam?“, fragte Fee ihn sofort wieder ängstlich und streckte eine Hand nach ihm aus, doch er ver-schränkte seine Arme diesmal nur erbost vor seiner Brust und wandte ihr den Rücken zu. „Sorry, Fee, doch ich darf gerade nicht.“, knurrte er dabei wie ein Höllendämon.
„Feeline, bitte hör zu. Wenn du denkst das die Dinge hier in Arche 3 genauso sind wie in deiner alten Arche irrst du dich. Wir haben es ernst gemeint mit unseren Worten. Du bist von ESA und dem Vertrag komplett befreit, Fee. Du musst
niemanden wählen, zu gar nichts. Ob du einen Partner haben möchstest oder nicht, es ist ganz egal, für uns bist du ein wertvolles Mitglied der neuen Gesellschaft und wir passen auf dich auf, beschützen dich und halten auch deinen Vater von dir fern. Was nicht bedeutet dass du eine Verein-bahrung treffen musst, so wie andere Mädchen. Verstehst du das? Sam kann dich nicht auf dem Vertrag festnageln. Du kannst da jederzeit wieder raus, wenn du es so willst.“
Fee sah nur absolut ungläubig reihum und dann wieder zu Sam hin der sich immer noch nicht zu ihr umdrehte. War das ihr ernst?
„Wollen... sie mich dann jetzt also auch zwingen die Partnerschaft aufzulösen, so wie mein Vater? Ist es das was hier läuft?“, fragte sie halb krächzend und begann am ganzen Leib zu zittern und fast schon zu hyperventilieren vor Entsetzen.

Dr. Merte stand besorgt auf.

Nein... nein Fee, hör doch zu. Wir zwingen dich zu gar nichts . Du musst nur begreifen dass es hier auf deinen Willen ankommt und nicht auf die dominante Art deiner Parntner oder deines Vaters. Du kannst frei wählen oder auch gar nicht. Das liegt nur an dir...“, versuchte sie dem Mädchen zu erklären doch Fee geriet schon wieder in Panik und riss sich die Nadel der Infusion aus dem arm heraus. „Nein... nein... Sam... Sam bitte, Samuel... bitte! Ich dachte du willst das auch, Samuel, willst du nicht mehr, ist es das? IST ES DAS?“, schrie sie und ihr Atem begann zu pfeifen, als der Kommandant nun fluchend vorstürmte und der Mann von der Tür irgedwas brüllte.

Dr. Rahel kam nun ebenfalls irgendwas brüllend zum Vorhang hereingestürmt und auch Samuel stand plötzlich wieder neben ihr. „Verdammt lassen sie sie doch einfach in Ruhe! Sie machen sie ja vollkommen kirre, Dr. Merte...!Kommandant... sie haben ihre Antworten, alles Andere fragen sie Fee einfach später... viel später, Gott Fee... Fee, atme langsamer, bevor du umkippst! Hier gibt es keine Stuten, hörst du? Und auch kein Fohlen. - FEE!“, brüllte er sie fast schon an, als sie nach hinten überkippte und sich den Hals hielt. Die Brust tat so weh. Dr. Rahel kämpfte sich nun zu ihr vor. „Raus! Raus, alle! Sie gefährden hier gerade zwei Menschenleben. Ich habe gesagt diese Patientin braucht Ruhe und keine Aufregung. Also gehen sie jetzt sofort oder ich rufe die Wache der Station und die untersteht nicht ihnen sondern mir!“, schimpfte die Ärztin und drängte die beiden Männer und die Psychologin zum Vorhang hinüber.

Samuel...“

Vergiss es ich bleib bei meiner Frau!“, zischte

der nur grob und nahm Fee vom Bett hoch, presste sie an sich und setzte sich dann einfach mit ihr auf dem Schoss zurück auf die Matratze. Sie klammerte sich an ihn wie eine Ertrinkende, keuchte und fiepte...

Ruhig... Fee ruhig, ich bin hier und geh nicht weg. Ich bin genau hier und zum Teufel mit allen anderen!“, schimpfte er nur wieder grob.

Seine Hände strichen sachte über ihren Scheitel. Und trotz seines Gefluches und der Härte in seiner Stimme hörte Fee ihn und auch seine tiefe Sorge. Seine Hand zittrte ein bisschen, oder? Und er war bei ihr geblieben.

Geh nicht weg, bitte Sam, geh nicht...“, flehte sie ihn halbwegs an.

Sam war es als hätte ihm jemand einen Dolch ins Herz gejagt.

Schhh... ich bleib genau hier bei dir, meine Fee. Alles gut ich bin dein Mann und keiner bringt uns auseinander, einverstanden?“, fragte er sie leise. Sie nickte nur heftig und keuchte wieder röchelnd, klammerte sich noch fester an ihn, während Dr. Rahel ihr eine Spritze, die sie eben aufgezogen hatte in den Arm hinein stach. Die Wirkung des Beruhigungsmittels ließ nicht lange auf sich warten. Nur wenige Sekunden später sackte sie in sich zusammen und Sam wiegte sie noch zwei Minuten weiter in seinem Arm, bevor er sie ganz sanft und vorsichtig zurück auf das Bett gleiten ließ.

Die Ärztin verband inzwischen stumm und böse guckend den Arm, aus dem Fee die Nadel rausgerissen hatte.

Alles gut. Sie schläft jetzt... nicht wahr, sie schläft doch nur?“, vergewisserte sich Sam besorgt bei der Ärztin die zustimmend nickte.

Sie haben gesagt nur ein paar Fragen zum Thema ihr Vater, wegen der Beweisaufname. Verdammt was sollte das eben?“, zischte sie böse zu ihm hin.

Sam hob nur finster die Schultern und fuhr sich mit beiden Händen durch das Haar, wie um sie sich auszureißen. Dann sah er die Ärztin grimmig an.

Bleib ein paar Minuten hier. Ich klär das mal eben.“, befahl er ihr finster und stürmte hinaus.

Dr. Merte und der Kommandant standen nicht weit von der Krankenstation entfernt.

Sam kam zornig auf sie zu, wurde aber kurz vor dem Kommandanten von zwei Wächtern abgefangen die ihn grob festhielten.

Was sollte das zum Teufel noch mal, Falker? Sie denken echt Fee will diese Verbindung nicht, obwohl sie nicht mal unter der Folter einen Auflösevertrag unterschreibt?

Denken sie ernsthaft das hat ihr jetzt gerade geholfen? Sie hat sich die Nadeln aus dem Arm rausgerissen, verdammt. Sie ist wieder in Panik geraten. Ich dachte hier ist sie vielleicht sicher, aber Sie...“

Samuel, wir mussten ihr diese Möglichkeit aufzeigen und diese Frage stellen. Sie ist äußerst labil, trotz ihres starken Protestes gegen ihren Vater.“, versuchte Dr. Merte ihm besorgt zu er-klären, doch Sam war kaum zu halten.

Wenn sie jetzt ihretwegen das Kind doch noch verliert, Doc, gehen wir alle beide! Und zum Teufel mit ihrem Zuchtprogramm für ESA und zum Teufel mit den Pferden und Fees Expertenkentnissen. Fee ist meine Frau und hat das selbst so gewollt. Sie machen sie hier nicht auch noch fertig, so wie schon drüben in Arche 2. SIE NICHT!“, stieß er noch einmal wütend hervor und riss sich von den Wachen los, die nun beide eine Pistole zogen. Sam starrte erst sie wütend an dann aber wieder spöttisch den Kommandanten.

Wenn sie sich wünschen das ich gehe – von mir aus gerne, Falker. Ich bin eben doch nur ein Sohn von Haggedorn nicht wahr? Das war von Anfang an das Problem von ihnen und mir. Aber ich lasse nicht zu dass sie ihre geringe Meinung von mir nun auch noch auf meine Partnerin Fee übertragen, nur weil sie in mir was Gutes gesehen hat das sie gerne behalten will. Und wen sie mich nun einfch erschießen ist das ach Mord. Stellt sie dann mit meinem Vater auf eine Stufe... toll nicht wahr?“, zischte er erbost.

Und Falker winkte an die Soldaten gewandt nur ab, das die ihre Waffen wieder sinken ließen. Doch Sam war noch nicht fertig mit ihm.

Sie haben Feeline ebenso leiden lassen wie Hoffmann, Falker. Sie hätten schon viel früher rüberfahren können und bei jedem anderen Mann in dieser Arche und jeder anderen Frau hätten sie es auch getan.

Aber bei mir ist das natürlich nicht wichtig. Selbst als wir zu ihnen gekommen sind, weil Daniel das mit Fee in Ache 2 mitbekommen hat, haben sie uns erst einmal stundenlang draußen vor dem Container sitzen und warten lassen, und sind tatsächlich erst rausgekommen als Dr. Merte endlich zu ihnen reingegangen ist.

Schließlich geht es hier ja nur um ein vollkommen verrücktes Mädchen, das irrer Weise den Sohn des alten Haggedorn genommen hat und damit einwandfrei bewiesen hat wie meschugge sie tatsächlich ist, nicht wahr?

Sie hat verdammt noch mal bewiesen das sie mich wirklich haben will und sie fragen sie nun auch noch mal so... Und lassen ihre Gefühle gar nicht gelten. Lassen sie in Panik fallen, nur um mir mal wieder eins reinzuwürgen, sie Dreckskerl. Sieht so etwa der ordentliche Führungsstil eines guten Kommandanten aus?

Der Sohn eines Mörders und Vergewaltigers ist es automatisch auch, und damit nicht mehr als ein echter Partner für ESA, ein Partner für ein ver-dammt hübsches Mädchen geeignet?
Aus 4 hatte ich gerade ein halbes dutzend Angebote, nur damit sie es mal wissen, sie Arschloch mit Streifen! Ich habe mich nun aber schon viel zu lange deshalb gerechtfertigt und gebüßt. Ich habe es satt immer den Kopf für meinen Vater hinzuhalten und sie mit brachialgewalt darauf eintreten zu lassen, Falker! Die Archen sind jetzt offen. Und sie brauchen mich schließlich auch gar nicht mehr viel länger zu ertragen und wissen es auch.

Nur so lange bis ich mein Wissen weitergegeben habe, nicht wahr? Deshalb also diese ganzen Typen, die auf einmal bei uns mitmachen sollen. Deshalb auch Daniel dem ich alles gezeigt habe, der aber leider zwei linke Hände hat. Ich bin nur nur von Wert bis das Öl aus ist und die Solarzellen keinen Saft mehr produzieren, bis wir kein Metall mehr zu verarbeiten haben und ich damit entbehrlich werde. Und dann darf ich natürlich verschwinden oder im Dunkeln irgendwo in einer Ecke erschossen werden, oder weil ich sie aus einem vollkommen gerechtem Grund, wie diesem hier angehe und zur Rede stelle, weil sie da eben auf der Krankenstation meine Frau angegriffen haben, Sir. Ist schon klar! Und das werde ich natürlich.
- Ich und Fee verschwinden von hier, sobald sie laufen kann. Denn bei solchen Leuten wie ihnen, die nur ein Opfer nicht aber einen Menschen in ihr sehen wollen, der es wert ist normal zu sein, der es wert ist auch genau so behandelt zu werden, wie alle anderen, lasse ich sie garantiert nicht alleine zurück.

Und natürlich werde ich hier auch keinen mehr unterweisen, nur damit ich irgendwann entbehrlich genaug werde und sie mich dann abknallen können.

Damit sie mich endlich doch noch ganz öffentlich und gehässig in einem gefakten Prozess, den sie schon seid Jahren vorbereiten, vor ihr komisches Tribunal stellen, so wie Hoffmann der den Verstand verloren hat, nicht wahr? Aber bei dem ist nur die Rede vom eine Weile einsperren, weil er ja angeblich seine Tochter aus Liebe gefoltert hat, ja klar!

Außerdem geht es bei dem Partner den Fee sich gewählt hat ja auch nur um mich, die Drecksmade. Eher werde ich Steine kauen, bis ich tot umfalle bevor ich ihnen allen hier noch ein Mal von Nutzen sein werde. Ich wollte sowieso nie in diese beschissenen Archen rein, hatte es auch tatsächlich abgelehnt, schriftlich sogar!

Und wenn mein verdammter, toter und zur Hölle gefahrener Vater mich nicht von der Straße weg entführt, mir eine Spritze in den Arsch gerammt hätte, die mich für zwei Tage ruhig gestellt hat und hier runter geschleift hätte, währe ich schon vor mehr als zwei Jahren im Feuer des Solarsturmes umgekommen.

Meinen sie echt ich geb noch irgendwas auf ihre beschissene Meinung hier? Meinen sie ich fühle mich nach eineinhalb Jahren als Aussätziger der ruhig sechzehn Stunden am Tag schufften darf statt nur neun und für alles und jedes den Sündenbock miemen darf, noch irgendwie ihnen oder irgendwem gegenüber verpflichtet?“, wich er heftig schnaubend vor den Wächtern zurück und stürmte zurück auf die Krankenstation. Zurück zu Fee.

Den Menschenauflauf aber, der ringsum seine Worte mitbekommen hatte und nun leise zu Raunen begann, hatte er noch nicht einmal bemerkt. Ebensowenig die Kommandanten aus Arche 4 und 5, die seid heute ebenfalls offen war und eigentlich zum Feiern rübergekommen war.

Falker-Johann starrte seinem Ex-Chefmechaniker den er gerne noch ein zwei Jahre zur Ausbildung anderer Jungs behalten hätte, finster hinterher.

Ihn für den Maschinenpark zu verlieren war herbe. Daniel war tatsächlich nicht so gut wie Samuel.

Dr. Merte hatte ihn schon vor diesem Gespräch mit Fee gewarnt, zu versuchen sich in diese äußerst bizzare Verbindung einzumischen. Doch er hatte seinen Willen durchgesetzt – und gerade verloren wie es schien.

Kurz sah er sich nach den anderen Kommandanten um, die nun mit ernsten Gesichtern herangetreten waren.

Jensen, von Arche 4 seufzte schließlich finster auf und schüttelte über die Situation des nachgerrück-ten Falker-Johann und sein Verhalten den Kopf.

Ich glaube Falker, mit dem Jungen werden sie hier nach der Sache eben nichts mehr gescheites anstellen können.

Und bis zum Frühjahr ist es noch weit. Die beiden überleben da draußen keine zwei Tage, das wissen sie genau. Unser Psychologe hat mich schon vor einem Jahr darauf hingewiesen, dass es hier demnächst ein großes Problem geben kann, den Sohn von Kommandant Haggedorn weiter arbeiten zu lassen aber aus der Gesellschaft ansonsten komplett auszuschließen.

Wir nehmen ihn und seine eingetragene Partnerin also gerne bei uns in Arche 4 auf.

Schließlich kennt sie sich gut mit Tieren aus und ist derzeit unsere einzige Expertin für die Arbeitspferde, die für unser aller Überleben wichtig sind.“, meinte Jensen kurzentschlossen. „Wir hatten sowieso zu viel Platz bei uns. Drei ganze Höhlen stehen immer noch lehr mit erdigem Boden, kaum geeignet für Maschinen oder als Lager, höchstens noch für Krabbeltiere, aber wir wolen ja keine Insektenplage auslösen. Für Pferde währen die Höhlen allerdings gut geeignet.

Wir holen dann die ganze verdammte Tierange-legenheit zu uns nach 4, wenn wir Fee F3 befragt haben, wie wir das am Besten anstellen, vor allem mit dem verletzten Hengst der ja auch zu uns rüber müsste.“, dachte Jensen weiter laut nach und Falker-Johann schien nun beinahe zu kochen vor Zorn.

Sehen sie mich nicht so an Mann, ich weiß das sie hier gerade Patz schaffen wollten. Die Pferde beiten ein enormes Ptenzial an und jeder von usn hätte sie gerne weiter in seiner Höhle behalten bis wir nach solaris rausgehen. In Arche 2 sind die Stallhilfen ohne Feeline Hoffmann aber hoffnungslos überfordert.

Das haben sie uns bereits bewiesen indem sie in den letzten vier Tagen vier Anfragen gestellt haben, ob wir nicht doch noch einen Pferdeexperten für sie haben, doch den haben wir nicht. Nuja ein paar Trainer für Kamele und Elefanten die schon sind Jahren nichts mit Tieren zu tun hatten. Aber die wollen auch leider nicht nach Arche 2 wechseln um dort die Arbeit . Nur Cara C 67 die mal Reitunterricht hatte und ein eigenes Pferd haben wir überreden können. Aber vom Tiertraining, dem Pflügen und von Verletzungen der Pferde und so hat die auch keinen Schimmer.

Ich stelle also hiermit den Antrag Samuel S12 und Fee F2 in unsere Arche aufnehmen zu dürfen, misamt den Pferden aus der Archehöhle 2.“, brummelte Jensen kopfschüttelnd vor sich hin.

Gut gesagt Kommandant.“, meinte auch Archekommandant Koch aus Arche 5 ganz ersthaft. „Es ist doch niemandem damit gedient die Kinder unserer früher so hoch geschätzten Kollegen zu verteufeln, Falker. Sie sind wertvolle ESA-Mitglieder und verdienen es nicht so behandelt zu werden.“, meinte Koch nur höchst salbungsvoll und nickte Dr. Merte kurz zu die sich nun entschlossen an ihren Kommandanten wandte: „Ich denke auch, das ist für alle Beteiligten die beste Lösung Kommandant Falker-Johann. Was ich schon lange gesagt habe und sie gewarnt, Sir.“, meinte sie noch spitz und wandte sch dann kopfschüttelnd zu Jensen um. „Gehen sie nun zu Samuel und bieten es ihm an, Sir?“, fragte Dr. Merte ihn und fasste ihr Klemmbrett nun deutlich fester.

Antipathien und Schuldüberträge sind natürlich alles menschliche Verhaltensweisen, vor allem nach dramatischen Erlebnissen. Aber es muss ja nicht noch länger so ausarten und zwei Menschen in den sicheren Tod treiben, die dieses alle beide nicht verdient haben.“, schloss sie beinahe fauchend und ging in richtung Krankenstation voraus um dort vor der Tür zu warten.


Falker-Johann aber sah sich kurz finster um und sah die ganzen Leute aus seiner und den anderen Archen da stehen und ihn groß anglotzen.

Heute ist ein Feiertag zu ehren von Arche 4 und 5, Leute. Wir sind nun alle wieder draußen, also feiert das!“, wies er alle kurz an dann stampfte er davon, dicht gefolgt von Kommandant Koch aus Arche 5, der noch einen kurzen entnervten Blick mit Jensen tauschte und die Augen verdrehte.
Zwei Jahre in den Höhlen waren wohl an keinem hier spurlos vorbeigegangen.


Kommandant Jensen, wandte sich nun zum Krankencontainer um und sah Dr. Merte immer noch sauer auf ihrem Klemmbrett herumkritzeln. R ging zu ihr hin und rieb sich nachdenklich wie auch kopfschüttelnd das drei-tage-bärtige Kinn.

Meinen sie nicht auch, Dr. Merte, ich sollte die beiden besser gleich und s wie sie sind einpacken und mit rüber zu uns nehmen, bevor es hier noch einen Aufstand oder Tote gibt? Fachwissen gut und Schön, aber der Junge hat eben eine offizielle Kriegserklärung abgegeben... auf Kommandant Falkers Provokation hin, möchte ich meinen.“

Dr. Merte sah erbost zu ihm auf.

Ja, nehmen sie sie besser sofort beide mit. Sonst ändert Falker nur wieder seine Meinung und lässt sie nicht gehen.“, knurrte sie ärgerlich ud beendete das geschreibsel auf dem Klemmbrett schließlich mit einem tiefempfundenen und frustrierten Schaufer, bei dem Kommandant Jensen nur wieder die Brauen hob, als würde er ihre Worte nicht für voll nehmen.

Sir, bei allem Respekt.“, sagte Dr. Merte also nur wieder entschieden. „Ich habe mir nun fast schon eineinhalb Jahre lang den Mund fusselig geredet um Samuel S12 wieder hier eingliedern zu lassen, aber Falker hat damals bei dem Aufstand seine Frau verloren – Durch Samuels Vater.

Und wie Sam schon sagte hat er heute wirklich extrem lange gewartet, um einem Mitglied seiner Arche zu Hilfe zu kommen.

Er hat es letztlich auch eigentlich nur für Fee getan und nicht für Sam, eil ich ihn daran erinnert habe dass wir laut gesetz zu Hilfeleistungen bei einem Ersuchen verpflichtet sind. Soweit ich nun begriffen habe, wollte auch er diese Verbindung der beiden nicht mehr weiter laufen lassen sondern nur einem wertvollen Archemitglied helfen sich bei ihm und unter seiner Führung noch weiter zu provilieren, indem er die Pferdezucht zu seiner Angelegenheit macht. Das war damals schon das Problem mit der Auslosung für diesen wichtigen Zweig.

Fee leistet hervorragende Arbeit. Ich selbst habe diese angriffslustigen Tiere dort drüben erlebt, als wir hinführen und Samuel sie nach der Befreieung zu den Pferden brachte, damit sie dort aufwachen und sich beruhigen würde.

Wen sie mich fragen sind diese Tiere gemeingefährlich, Sir und jetzt ist sie aber auch noch schwanger.

Sie hat Samuel ausgewählt, da hat der Junge schon recht. Er hat nur zugestimmt. Das weiß ich weil sie es mir gegenüber erklärte.

Und was die neuen Anfragen auf Partnerschaft aus ihrr arche Angeht, Sir, bin ich ebenfalls erstaunt das die hiesigen Soldaten anscheinend alle Order hatten anzugeben das Samuel nicht mehr als Partner für ESA zur Verfügung steht. Gleichzeitig aber sollte versucht werden Fee wieder aus dem Programm für ESA rauszunehmen und die beiden zu trennen, da wir ja nun seine DNA und auch ihre in ihrer festgestellten Schwangerschaft erhalten haben.

Ein Baby statt fünf für ein Mädchen das gewiss verstört ist, ihre Probleme und Panikattacken hat, das jedem Mann misstraut... außer Samuel Haggedorn.

Und er hat sich wohl nun tatsächlich auch noch richtig ud gänzlich in sie verliebt, weil er nun einen wirklich ausgeprägten Besitzanspruch an sie stellt und für sie Entscheidungen trifft.

Die beiden werden wohl ein Ehepaar vom alten Schlag werden und sie bekommen ihn sicher auch nicht dazu noch weitere Zuchtpartnerinnen zu akzeptieren, solange Fee ebenfalls an ihm fest hält.“, meinte Dr. Merte noch seufzend.

Komandanten Jensen griente nur kurz. „Arche 1 bis 3 waren mir sowieso immer ziemlich suspekt. Bei uns gibt es das ESA-Programm wie es sich erdacht wurde gar nicht mehr, Dr. Merte. Wir haben wieder ganz normale Ehen eigeführt und wenn die beiden Parteien sich nicht mehr mögen gibt es eben neue Ehen und die gute alte Scheidung, nur diesmal ziemlich unbürokratisch, ohne Wartezeiten.

Einer erklärt nur ich will dich nicht mehr, der andere hat es zu akzeptieren und schluss. Damit haben wir bisher die Besten Erfolge erziehlt und wesentlich weniger Stress in unserer Arche. Es gibt keine Anmachen mehr, wenn ein Mädchen das Bändchen trägt oder ein Typ. Erst wenn sie es ablegen sind sie wieder auf dem Markt, ganz einfach.“

Sie nehmen Bändchen?“, fragte Dr. Merte ihn überrascht.

Ja klar. Das haben sich die Teenager-Kids ganz alleine so ausgedacht und seidher läuft es richtig prima. Wenn man sich einverstanden erklärt und es keinen Stress gibt kann ein Junge auch zwei Mädels heiraten oder ein Mädel zwei Jungs, das gibt’s auch. Wir machen dann hinterher nur einen Vaterschaftstest für die Akten und alle sind zufrieden damit.“

Eine äußert liberale Umgangsweise – aber ich schätze es passt zu der Steinzeit, in der wir uns nun wieder befinden.“, kommentierte Dr. Merte trocken und ließ den Kommandanten von Arche 4 entnervt stehen, der ihr nur schmunzelnd hinterher blickte.

Ja, er freute sich schon auf Solaris, definitiv. Aber nun würde er erst einmal dem jungen Mechaniker-meister sein Angebot unterbreiten und sehen was der dazu zu sagen hatte.







12. Kapitel



Fee erwachte mit rasendem Herzen und wusste nicht wieso.

Erstickt aufschreiend setzte sie sich im Bett auf... in einem Doppelbett für zwei Personen und sah sich verstört um. Da brannte nur eine gnz kleine Lampe irgendwo.

Fee...“, berührte Sam sie plötzlich besorgt. Er war auch erwacht und nahm sie fest in den Arm als sie ihn ansah und zu schluchzen begann. Verwirrt und verängstigt klammerte sie sich an ihm fest.

Die wollen das ich unterschreibe.. das ich untrchreibe dass ich dich nicht will oder? Die wollen das immer noch dabei hab ich doch extra gesagt... Samuel, ich hab doch gar nicht vor auszusteigen warum bist du weggegangen?“, schluchzte sie verzweifelt und sam strich ihr sekundenlang nur beruhigend über den Rücken und das Haar ud murmelte dass er da war, das er jetzt da war und nicht weggehen würde.

Das war schön.

Das war erst mal beruhigend, fand Fee und fing sich schließlich wieder.

Brauchen sie hilfe, Samuel S12?“, fragte eine unbekannte Stimme von irgendwo.

Nein. Fee ist nur aufgewacht und hatte Angst das wir immer noch in Arche 3 sind. Lassen sie uns alleine . Sie fängt sich schon. Es ist alles in Ordung, nicht wahr Fee?“ fragte er sie leise. Fee sah ihn nur riesengroß an.

Wir sind nicht mehr in 3? aber der Antrag... der Kommandant hat mich dort aufgenommen und...“

Feeline Hoffmann, wir haben sie in Arche 4 willkommen geheißen weil sie auch in Arche 3 beide nicht wirklich sicher und zufrieden sein konnten. Samuel Haggedorn hatte aufgrund seiner Eltern dort einen schweren stand. Gerade sind alle Archen dabei Leute auszutauschen die hier nicht zurecht gekommen sind. Und bei uns in Arche 4 haben sie auch die Möglichkeit ihre Pferde mit zu nehmen, Stallmeisterin. Der Umzug ist für die kommende Woche geplant ud auch ihr Gehilfe Mika hat einen Antrag auf aufnahme gestellt wie auch ein weiteres Mädchen aus Arche 3 dass ihm seid gut einer Woche zur Hand geht. Doch sie fehlen dort und das sehr.

Natürlich versteht die Komandantur dass sie nicht zurück in 2 gehen können, vor allem weil ihr Vater wohl nicht lange eingesperrt sein wird. Er ist krank ud braucht dringend adäquate Psychologische Betreuung wie auch eine Abnabelung von ihnen, seiner Tochter. Was aber nicht bedeutet das er deshalb eine Gfahr für die Öffentlichkeit darstellt und das währe der einzige Grund ihn zu erschießen oder wegzusperren. Doch seine Aufgaben hat er den Umständen entsprechtend gut versehen, hat für Ordnung und Anstand unter den archebewohnern gesorgt und sie vielleicht nach ihrem schrecklichen Erlebniss zu hart geführt und zu viele Einschränkungen gemacht, was sich nun aber nach der Öffnung und dem Ausstausch mit den anderen archen deutlich lockert. Er ist nicht schlecht, nur Fehlgeleitet durch seine eigene Traumatische erfahrung, als er euch fand und darüber kurz den Vrtsnad verlor und einen Menschen erschoss. Er Wird nun behandelt und sie bekommen ihre Pferde, ihre Vorräte ihre Trainingsgerätschaften alle nach Arche 4 verbracht, weil wir hier reichlich Platz haben, nachdem uns Elefanten und Kamele und Krokodiele im ersten Jahr unter der Erde eingegangen sind. Wir haben drei große Höhlen für ihre Arbeit, ausgestattet mit Tageslicht. Das ist weit mehr platz als sie es in Arche 2 hatten und dazu ein Auslauf der noch für die Elefanten gebaut wurde wo die Stuten und Fohlen frei laufen können und die Hengste könnten in das Kamelgatter. Leider hat die Arche nicht für alle Tiere genutzt ud Gott hatte wohl auch kein Einsehen mit ihnen. Die Evolution hat sie uns nu genommen und die artenvielfalt ist dahin. Doch mit den Arbeitspferden könne wir vermiutlich das unterirdische Höhlensysthem in dem die Krokodiele in Bachbett für sich hatten rechts und links davon Pflanzen anbauen und eine Ernte einbringen. Alle helfen mit und bewässern die Felder. Eine Aquädukt wurde auch schon errichtet unter anleitung ihres Partners und Mannes. Hier in 4 gelten sie beide offiziell als verheiratet. Einen anderen Partner brauchen sie nicht zu wählen, Fee und wenn sie dies Bändchen beide tragen ist das ein Zeichen dafür das sie verbunden sind und keine anderen Annäherungen wünschen. Reichte der Mann der wie ein Wächter aussah aber keine Waffe dabei hatte ihr ein rotes, geflochtenes Armband zu. Fee sah verwirrt zu Sam hoch, der sofort sein Handgelenk hob und ihr sein eigenes Band damit zeigte. Hastig griff sie sich das Teil von dem fremden Typen und sah es sich kurz genau an. Etas war anderes daran als bei Sam... Sie hatten eine Holzperle mit eingeflochten.

Das ist ein Zeichen dafür das sie schwanger sind, Fee. Wenn sie ein Kind geboren haben erhalten sie eine weiße Perle dafür und wenn sie wieder schwanger werden bekommen sie die Holzperle zurück. Das haben wir uns so ausgedacht weil es oft mal Unfälle gab oder Frauen die zum Arzt gebracht wurden und beschwerden hatten aber nicht selbst sagen konnten das sie schwanger sind. Wir haben hier ein paar Kinder verloren, weil wir es nicht schnell genug wussten und Gegenmaßnahmen einleiten konnten. Darum ahben sich die frauen dieses Systhem am Gefährtenarmband einfallen lassen. Ich hoffe es gefällt ihnen beiden so. Und dann noch eine Sche: Wie heißen sie nun mit Nachnahmen. Die Zahlen geben wir nämlich nur beim arzt an der unsere Biometrischen Daten hat, nicht aber als Kennzeichnung. Wir sind mit Namen geboren worden dun wenn wir heiraten haben wir die selben rechte wie früher. Wollen sie also beide Hoffmann heißen, beide Hagedorn oder jeder so bleiben wie sie es vorher waren?“, fragte der Mann sie sachlich.

Fee sah wieder nur zu Sam hoch der ebenso verdutzt wirkte wie sie.

Haggedorn ist in den Archen eigentlich kein guter Name mehr. Wenn du willst nehme ich deinen Namen an, Fee.“, schlug er ihr ausdruckslos vor. Irgendwie ahnte sie dass ihn dieser Umstand verletzte und auch zornig machte – und entschied sich anders.

Haggedorn ist ein sehr guter Name, Sam und traditionell übernimmt eine Frau den von ihrem Mann.“, wandte sie stirnrunzelnd ein und sich dann an den fremden Typen.

Haggedorn. Wir heißen dann alle beide Haggedorn. Fee Haggedorn und Samuel Haggedorn.“

Fee...“, murmelte Sam nur leise auf. Doch Fee hob einmal mehr ihr Kinn und Sam wusste das sie dazu das letzte Wort gerade gesprochen hatte. „Na schön. Aber du musst damit leben dass dich jeder fragen wirst ob du mit Kommandant Haggedorn aus Arche 2 verwandt bist.“, stichelte er milde.

Bin ich nicht. Ich hab nur zufällig seinen echt tollen Sohn geheiratet, der ganz nach seiner Mutter kommt.“, griente sie an seiner Brust, kuschelte sich wieder an ihn heran und Samuel sprach noch ganz kurz mit dem Wächter, der ihren Wunsch aufschrieb und sich dann verabschiedete.

Werden meine Pferde wirklich zu mir umziehen?“, murmelte sie undeutlich.

Wenn du das ordentlich organisiert hast, schließlich braucht Butterball ganz sicher besondere Vorkehrungen, da er immer noch in der Hängematte liegt.“

Oh, ja, klar... Wie geht es Butterball eigentlich? Ist das Bein noch dick? Hat er Schmerzen? Hast du mit Mika gesprochen?“, sah sie prompt besorgt zu ihm hoch ud rückte ein klein wenig von ihm ab.

Nein. Ich weiß nur von der hiesigen Komandantur dass er einen Antrag gestellt hat den Pferden hierher nach Arche 4 folgen zu können und das Mädchen dass ihm seid deiner inhaftierung hilft will auch weiter beu euch arbeiten, doch das entscheidest dann wohl wieder du. Komandant Jensen hat außrdem gemeint ich könnte mich ebenfalls in den Ställen nützlich machen. Die elefantengehege sind aus Metall und ahben einen enormen Abstand sind viel zu hoch für Pferde. Er meint das oberte Metall könnten wir runternehmen und einschmelzen für Ersatzteile von fahrzeugen wenn wir so was wieder mal brauchen sollten. Außerdem ist in ihrem fuhrpark die hälfte aler Fahrzeuge defekt nachdem ihr Mechaniker sich als leider doch nicht so gut ausgebildet wie angegeben erwiesen hat. Die hatten hier ganz andere Probleme als wir in 3 oder ihr in 2. Und Schau mal wir aben sogar deine Sachen mitgebracht, Fee. Ich hab einen der Wächter von 3 geschickt deine Kiste zu holen.“

Und meine Gitarre hat er da gelassen. Die war unter dem Bett. Sicher hat die sich inzwischen irgendein anderer unter den Nagel gerissen ud macht mir die Seiten kaputt oder nimmt sie als Brennholz...“, murrte sie düster nachdem sie sich zuerst erfreut umgesehen hatte.

Du spielt ein Instrument. Davon wusste ich ja gar nichts. Aber egal... Wir holen sie uns. Ich hole sie dir, einverstanden?“, fragte er sie sanft.

Fee seufzte nur wieder müde auf und kuschelte sich einmal mehr an ihn heran.

Du bist genausogut wie die Pferde wenns um Paniksachen geht, weißt du das eigentlich? Du bist immer da und immer... eine Wand, ein Fels in der Brandung, ein Ruhepohl... so was alles eben.“, murmelte sie erschöpft vor sich hin und gähnte wieder.

Ich glaub die Spritze hat noch nicht ganz aufgehört zu wirken, Sam.“, nuschelte sie wieder an seine rBrust und sam lachte belustigt auf, zauste ihr die Haare.

Bevor du aber einschläfst musst du erst noch was Essen und trinken, Fee. Das habe ich Dr. Rahel versprochen. Außerdem hast du gesagt du schluckst die Vitaminpillen die sie dir verschreibt... für das Baby.“, erinnerte er sie sanft.

Es ist noch da?“, fragte sie nur wieder aufscheckend.

Ja, keine Sorge, alles okay soweit.“
„Aber nicht mit uns und nicht mit den archen oder? Arche 4 ist die dritte Station für mich. Sag mal, warum wollten die nun ebenfalls das ich mich von dir trenne. Ich hab doch deutlich gesagt dass ich das nicht will. Sind die alle denn verrückt geworden in den Archen?“

Samuel richtete sich auf und langte auf die Rechte Seite hinüber, holte einen Teller und ein gefülltes Glas vom Nachttisch, dass er ihr beides reichte, ebenso wie eine kleine runde, orangene Tablette.

Runter damit!“, komandierte er sanft und lächelte wieder sein allerschönstes Sam-Lächeln das Fee inzwischen schon richtig mochte.

Sie sah ihn forschend an, während er sich nur wieder zurücklehnte und gleichfalls beobachtete.

Was?“, fragte er sie wieder.

Ich kapier's nur nicht, das ist alles.“, gab sie verlegen zu.

Was kapierst du nicht?“, schüttelte er verwirrt den Kopf und verschränkte lässig die Hände dahinter.

Warum du bei mir geblieben bist. Warum du mich überhaupt noch rausgeholt hast, warum du dir keines der anderen Mädchen aus Arche 4 anlachst. Die stehen doch voll auf dich und sind bestimmt nicht so gestört wie ich. Warum du den ganzen Ärger mit deiner eigenen Arche in Kauf nimmst... und mit meiner. Bald sind wir in Solaris alle zusammen und dann werden die dich bestimmt scheiden. Also frage ich mich einfach – warum?“

Warum nimmst du meinen Namen an? Warum nimmst du mich überhaupt, nachdem du wusstest wer ich bin, wer mein Vater war? Hast du keine angst vor dem Wahnsinnsgen in mir? Vor einem Kind das genauso durchgedreht denkt und fühlt wie mein Alter? Hast du keine Angst vor mir, obwohl ich nicht gerade der netteste Mensch bin. Warum denkst du aber trotzdem ich bin es doch, kommst zu mir in meine Arche, hast mich nur einmal vorher gesehen und machst mir trotz deiner Geschichte so ein Angebot, obwohl ich bereits mit dem Leben und einer zukunft im ESA-Programm abgerechnet habe?“, fragte er sie zurück.

Fee sah ihn nur groß an und schüttelte verwirrt den Kopf.

Sam, das stimmt einfach nicht. Die anderen beiden Archen sind doch jetzt auch offen. Hast du die Mädchen am Stall nicht gesehen...? Die waren total scharf auf dich.“, wandte sie irritiert ein.
„Ach Fee!“, unterbrach Sam sie genervt aufseufzend und stand aus dem Bett auf. Er trug nur ein ärmelloses T-Shirt und einen Slip, mehr nicht, stellte Fee fest und biss sich schon wieder auf die Lippe weil er einfach so unglaublich gut aussah und es selbst scheinbar gar nicht so mitbekam.
„Du bist für die meisten Mädchen bestimmt der Hauptgewinn. Du arbeitest hart, hast die letzte Harley der Weltgeschichte, bist verrufen ud ein Bad-Boy, die stehen auf so was, Sam, ganz ehrlich.
Er rieb sich nur verstimmt die Finger durch die Haare durch und sah an ihr vorbei irgendwohin. „Ja klar... Fee wach mal auf, bitte. Ein Bad-Boy...? Verdammt solche Typen sind nur für eins gut und du weißt das auch. Die anderen Mädchen der anderen Archen hätten sich vielleicht gerade noch einmal in einem One-Night-Stand von mir schwängern lassen – und dann Ciao, auf Wiedersehen. Mit einem der Haggedorn heißt wollen die höchstens mal eine ruchlose Nacht vebracht ahben, ich aber will mehr als nur das, du nicht auch? - Und du kennst doch inzwischen ebenfalls die menschliche Natur, oder? Denkst du echt du bekommst mit meinem Namen in solaris irgendeinen Fuß auf die Erde?“, fragte er sie hart.

Fee schluckte kurz und stand nun ebenfalls auf.

Ich hab beide Füße auf der Erde. Ich bin die letzte Expertin für die Arbeitspferde, für den Boden, das Pflügen, die Arbeit um die Tiere herum und ihre Pflege, Krankheiten und all so was.

Außerdem Zuchtprüferin. Ich stelle sicher das die art sich drei Generationen lang nicht Familiär vermischt, die brauchen mich.. und dich für die Maschienen.

Denkst du echt Solaris kann es sich leisten nur einen von uns zu verlieren, Sam? Auch du wurdest fü eien bestimmten Zweck mit in die arche reingenommen. Denk nicht ich hätte nicht mitbekommen das dieser Kommandant gesagt hat du wolltest fortgehen. Ganz alleine, oder? Auch ohne mich...“

Das war bevor es dich gab, Fee. Arche 3 stellt schließlich bereits überall sicher das die wissen wer ich bin und wer mein Alter war.

Aber du hast dich davon nicht abschrecken lassen. Du hast mich gefragt, Fee, erinnerst du dich noch? Und jetzt sind wir beide hier und du hast gerade meinen Namen angenommen, oder? Also iss und trink etwas, und dann gehen wir noch mal schlafen.

Wir haben drei Uhr Nachts, falls es dich gerade interessiert und morgen hast du einen Pferdeum-zug zu planen, wenn ich dich daran erinnern darf.“

Hilfst du mir dabei?“, fragte sie ihn ganz leise und bittend.

Er kam zum Bett zurück und setzte sich diesmal auf ihre Seite.

Du brauchst mir nur zu sagen was du brauchst und ich beschaffe es dir, Fee.“, versprach er ganz ernsthaft.

Sie lächelte ein wenig schüchtern zu ihm hoch und biss von dem belegten Brot auf dem Teller ab- stutzte... Da waren sogar echte Tomatenstücke drauf!

Verdutzt und entzückt betrachtete sie kurz staunend das Brot und Sam lächelte erneut so lieb und gut und strich über ihre Wange.

Ja, ich hab auch gestaunt, als ich hier mein Brötchen gegessen hab. Die haben hier in Punkto Nahrungsmittelanbau deutlich bessere Arbeit geleistet als wir in unseren Stamm-Archen. Das lag aber auch an ihrer hohen Tiersterberate im ersten Jahr, als es zu heiß wurde – auch hier. Jungtiere verendeten, eine Krankheit brach aus, ganze zehn Höhlen wurden damit frei für mehr Ackerbau und Bodenfruchtbepflanzung. Und da es dort ebenso wie in allen Tiergehegen Tageslichtlampen mit UV-bestrahlung gab wuchs dort deutlich mehr als es unter der Erde eigentlich möglich sein sollte.

Sie haben einen Riesenvorrat an Samen angelegt. Siebzig Prozent aller Tomaten werden vor dem Verzehr entkernt und nur das Fruchtfleisch wird tatsächlich gegessen oder aber in eine Suppe oder Soße eingekocht damit nichts verdirbt.
Sie haben eine fünfzig Prozentige Normalernte... unterirdisch. Auf Feldern die sie mit Muskelkraft bestellen, weil bisher die Pferde dazu gefehlt haben. Wer weiß wie erst die Ernte mit den Pferden ausfällt. Auf alle Fälle sind sie nun dabei Lichtschächte anzulegen und eine zweite festbleibende Stadt neben Solaris anzulegen in der man gegebenenfalls Schutz suchen kann, wenn es draußen zu stürmisch, zu kalt oder zu hart wird um zu überleben. Ihre Bienen produzieren seid Anfang an genügend Honig und auch Wachs, sie ziehen Kerzen und drehten sich Dochte aus geponnener Schafswolle die sie ebenfalls wieder mit Wachs verdicken und haltbar machen. Handwerkliche Fähigkeiten sind hier sehr ausgeprägt, anders als in Arche 3 dort waren nur immer viele Wissenschaftler und die Maschinen für den Wiederaufbau, Ausgrabetechniker, Schlosser, Mechaniker, Metallgießer, Entwickler und erfinder, die Physiker eben. Und in eurer Arche 2 waren viele Soldaten, Zimmerleute und die Notfall-Pferde, wie auch die Baumaterialien für Solaris, das Ackergerät für alle Archen. Sie haben nicht überall so sehr auf Ausgewogenheit geachtet. Hier ja auch nicht. Die Pflanzexperten sitzen genau hier. Und sie werden diese tote Erde da draußen wieder begrünen. Alleine was sie hier unten geleistet haben ist ein Genesis-Projekt. Du musst nur mal durch die Höhlen laufen, Fee. Ein echtes Erlebniss, für alle die zum ersten mal herkommen. Man fühlt sich fast wie ein Hippi. Doch mangelt es ihnen hier an fachkundigen Tierexperten, an Maschinen- und Automechanikern und Elektrikexperten.

Trotzdem denke ich das sie mit Genesis, wie sie diese Stadt im Berg gerne nennen wollen, Erfolg haben werden... wenn das mit den Lichtschächten und den Spiegeln klappt die sie verwenden wollen um Licht zu haben. Außerdem möchten die Mechaniker aus 3 die Umgebung, das Gestein und die neue, eingeschmolzene Zusammensetzung der Erdoberfläche mit den Geologen und Physikern besprechen. Vielleicht können wir wieder Bergbau betreiben. Metalle neu gießen und die Mechanik damit am Laufen halten. Auch wenn wir Quarzsand und Silizium finden würden, könnten die Techniker die sich mit den Solarzellen auskennen und ihre Gerätschaften zur Herrstellung mitgenommen haben vielleicht doch wieder eine Industrie aufbauen. In 5 haben sie dazu alles Notwendige und auch die nötigen Wissenschaftler eingelagert. Jetzt müssen nur alle zusammenkommen und ihre Recourcen Bündeln. Die meisten Tierarten waren ja leider nun mal in Arche 1. Diese graben wir nun aus und dort werde ich tagsüber nun auch arbeiten gehen, sobald du deine Pferde hier hast, Fee.

Das hat Kommandant Jensen noch alles mit mir besprochen, bevor er uns eingeladen hat mit ihm nach Genesis zu kommen, weißt du? Auf der Krankenstation in Arche 3. - Was denkst du dazu?“, fragte er sie abschließend und Fee zuckte nur wieder verwirrt mit den Schultern.

Ganz ehrlich? Keine Ahnung. Ich bin schrecklich verwirrt, das Arche 3 mich nun doch wieder rausgeschmissen hat.“

Nein, das haben sie nicht. Sie haben nur versucht dich von mir wegzulotsen, weil ich in ihren Augen kein guter Umgang für dich bin. Aber weil die Kommandanten von 4 und 5 zufällig da waren und mitbekommen haben wie ich Falker-Johan verbal den Arsch aufgerissen habe, haben sie uns gleich eingepackt und mitgenommen bevor ich noch mit einer Kugel im Kopf Ende. Völlig schwachsinnig,

nach deiner Entscheidung und nach dem was du nun alles durch hast, nur damit der Vertrag mit mir nicht aufgelöst wird.

- Und das fand wohl auch Jensen ziemlich heavy, der sich gleich eingeschaltet und unsere Ü ersiedlung nach Arche 4 verhandelt hat, nachdem ich zurück zu dir gegangen bin.

Sie sehen hier wohl nur das was ein Mensch leistet, als das an was wirklich wertvoll ist, nicht das was mal irgendwann seine Eltern getan oder gelassen haben.

Hier bin ich zumindest wieder was wert. Und immer noch dein eingetragener Partner, in einer ehe die du nur durch die schlichte Aussage scheiden lassen kannst: Ich will ihn nicht mehr. Dann bist du frei.“, erklärte er ihr leise.
„Und die Kinder die man dann hat?“, fragte Fee Samuel zweifelnd.

Wie in einer althergebrachten Ehe bleiben sie bei der Mutter aber der Vater hat uneingeschränktes Umgangsrecht solange er sich benimmt und die Sache locker sieht. Nicht gegen die Mutter hetzt oder so, oder aber versucht die Kinder gegen sie einzunehmen. Später bekommt er vielleicht dann auch das Sorgerecht und die Pflicht, wenn die Kinder sich im Alter von zwölf Jahren entscheiden lieber bei ihm leben zu wollen. Es sei denn die Mutter stirbt früher dann sind seine Kinder automatisch bei ihm.“, meinte er noch schief lächelnd zu ihr. Fee zuckte nur vrwirrt mit den Schultern. „War das nicht sowieso klar?

Herrgott, die neuen Gesetze sind mal wieder verwirrend. Aber ich denke wenn sich alle Parteien nur mal einfach gut absprechen, kann nichts schlimmes passieren... es sei denn da ist irgendwo doch noch ein Jan dabei.“, murmelte sie heiser.

Wenn es so ist, wird er oder sie erschossen. Das gilt hier in Arche 4 und nun auch in allen anderen Archen für Vergewaltigung, Nötigung, brutales Verhalten Schwächeren gegenüber und natürlich Mord ohne Notwehr. Solaris hat keine Zeit um für ein Gefängnis zu sorgen. Wir müssen Wiederaufbau betreiben, überleben... so was eben.“
„Klingt vernünftig. Und genauso wie das was sie uns vor Vertragsschluss mit ESA erzählt haben. Wer sich nicht benimmt und an die Regeln hält hat in Solaris nichts verloren.“

Sam lächelte nur noch schwach.

Was?“, fragte Fee ihn irritiert.

Ich bin nicht so für Regeln. War ich noch nie.“, gab er zu.

Fee biss noch mal von ihrem Brot ab, und genoss das saftige Fleisch und die frischen Salatzutaten. Das beste Essen seid zwei Jahren. Selbst das Kaninchen in 3 reichte da nicht heran.
Sie aß zuende und legte sich dann wieder schlafen. Sams Atem neben ihr beruhigte sie seltsamerweise. Es war gut zu wissen das sie nicht ganz alleine war. Und die kleine Kerze ließ er ebenfalls brennen. Was für eine Verschwendung. In 2 hätten die das nie zugelassen, nur weil jemand vielleicht Angst im Dunkeln hatte. In 2 hätten sie sie mitgenommen, dachte sie noch bevor sie wieder in verwirrende Träume sank in denen sie einen Weg entlangging an dessen Seiten viele viele andere Wege abzweigten.

Aber alle diese Wege führten direkt in einen Vulkan hinein. Alle bis auf einen. Und an dessen Ende stand mit finsterem Blick und den Händen in den Hosentaschen vergraben – Samuel.




Der andere Tag begann mit einem Rundumweckruf:
„Guten Morgen Genesis! Steht jetzt bitte alle auf und versammelt euch in einer halben Stunde zur Wocheneinführung in der großen Höhle.
Wir haben gestern neue Mitglieder bekommen die wir euch gerne vorstellen möchten. Außerdem gibt es demnächst tierischen Zuwachs in den ungenutzten Höhlen und die Arbeiten für die kommende Woche werden neu Aufgeteilt. Haltet eure Einwandkarten bereit. Bis später.“

Das Licht flammte beldend hell auf und Fee die schon beim ersten lauten Wort aufrecht im Bett gesessen hatte sah sich blinzelnd in dem geräu-migen Wohnabteil um, das tatsächlich eine kleine Felsenniesche war, außen mit schweren Filzdecken aus Naturwolle abgehängt statt mit Planen.

So hatte man wohl nicht alle Geräusche der Nachbarn ständig im Ohr.
Guten Morgen Fee.“, knurrte Samuel neben ihr. Sie sah ihn an und musste prompt lächeln.

Was?“, fragte er sie brummig.

Du siehst ganz zerknautscht aus, Sam. Hast du überhaupt geschlafen?“, fragte sie ihn scheu lächelnd und stand nun ebenfalls auf.

Nein, nein... Bleib liegen. Der Weckruf galt nicht für dich.“, meinte Sam nur unwirsch, doch Fee ließ sich nicht beirren.

Die neuen Zuwachsleute sind wir und wir werden gleich vorgestellt, Sam. Also gilt es doch für mich, egal was du sagst.“, meinte sie viel fröhlicher als sie sich eigentlich fühlte.

Im Grunde hatte sie schon wieder ziemlich Angst was sie genau hier erwarten würde... in Genesis... Arche 4.

Sam seufzte nur, nachdem er in Hose und Arbeitshemd geschlüpft war und sich mit einem Kamm zwei drei mal durch das Haar gefahren war und kam zu ihr hin. Ergriff ihr Gesicht und drückte ihr einen leichten Kuss auf die bebenden Lippen.

Hey, keine Sorge, ich bin dabei. Wenn dir jemand an den Karren fährt, dann auch mir, okay? Und notfalls klauen wir uns einen deiner Gäule wenn sie hier sind und reiten denen einfach davon.“

Du kannst doch gar nicht reiten, oder?“, versuchte sie schwach zu lächeln, doch es misslang.

Dann lerne ich es eben. Kann auch nicht schwerer sein als in sieben Meter höhe auf einem dicken Vorsatz sitzend, neue Rohre zu befestigen die unter einem abrutschen, aus der Halterung herausbrechen und hin und her wackeln.“, meinte er grienend.

Oh aber ganz sicher ist es anders.“, meinte Fee grimmig. „Und eines der Pferde zu nehmen währe derzeit echt irre. Die sind ja noch nicht mal eingeritten - nur eingefahren. Die Stuten auch nur zu Zuchtzwecken da... eigentlich. Na ja, bisher. In Solaris soll ich sie dann auch einfahren, damit wir beweglich bleiben wenn den Maschienen der Saft ausgeht. Und wenn eine Stute später keine Fohlen mehr bekommt wird sie ebenfalls arbeiten müssen. So wie alle anderen.“, Fee seufzte und sank leicht gegen ihn. Sam strich ihr beruhigend über den Scheitel.

Du schaffst das schon, keine Sorge. Aber jetzt zurück ins Bett!“, komandierte er herzerweichend lächelnd.

Doch Fee ließ sich diesmal nur zum Schein darauf ein. „Okay, gab sie scheinbar nach und rutschte seufzend zurück unter die Decke.

Sam deckte sie liebvoll zu und schlüpfte dann in seine Schuhe. Ich seh kurz was läuft dann komm ich wieder und bring dir dein frühstück, okay?“, fragte er sie nichts ahnend. Fee nickte nur ud tat so als würde sie schon wieder einschlafen, kuschelte sich in die Decken zurück und schloss die Augen.

Ich pass schon auf dich auf.“, meinte sie ihn noch murmeln zu hören und öffnete kurz ein Auge. Er wandte sich gerade ab und ging.

Dämel.

Kaum war der Vorhang wieder ruhig da setzte sie sich auch schon auf und zog sich geschwind an, kämmte sich, flocht sich die Haare zu einem französischen Zopf, schlüpfte in die Stiefel und ging dann leise zum Vorhang hinüber um hinauszuspähen.

Sam war nicht mehr zu sehen – gut.

Schnell schlüpfte sie hinaus und sah sich staunend in dieser mehr als nur geräumigen Wohn-Höhle um. Es war bei weitem nicht so eng wie in Arche 2. überall hatten sie Felsennieschen angelegt in mehreren Parallelgängen, die die gleichen gefilzten Vorhänge hatten, für mehr Privatsphäre. Kein Zeichen des Jugendherbergsgefühls dass man in 2 immer bekommen hatte. Man hörte tatsächlich kaum ein Wort von dem was hinter den Vorhägen gesprochen wurde, nur dass jemand drinn war. Ab und an ein Baby unwillig, müde oder herrisch schreien, sonst nichts. Fast als hätte jeder hier sein eigenes Zimmer in einer riesen WG.

Aus dem Gang hinter ihr kamen lachend und lärmend ein paar junge Leute und blieben bei ihrem Anblick überrascht stehen.

Hi, bist du eine der neuen die heute in der Morgenrunde vorgestellt werden wollen?“, fragte ein blondes Mädchen sie freundlich. Fee sah an ihrem Arm auch so ein rotes Armband baumeln. Sie hatte aber noch keine Perle drann, hatte also kein Kind und war auch noch nicht schwanger.

Ähm... ja, bin ich. Wo muss ich denn hin?“, fragte sie die Gruppe ein klein wenig eingeschüchtert aber trotzdem lässig tuend.

Wir sind schon auf dem Weg, komm doch mit. Wie heißt du denn? He, du bist ja schon schwanger und verheiratet? - Schade. Da werden unsere Jungs sich aber die Augen ausheulen.“, lächelte ein lustiges braunhaariges Mädchen heiter und hakte Fee spontan unter.

Was ist das eigentlich für ein Satz gewesen wir bekommen neue Tiere? Ist doch nur ein Fake, oder? Damit alle antreten und Mike zuhören wie der uns wieder zu Latrienendienst verdonnert.“, murrte ein dünner. Schlacksig wirkender Typ mit Strohblonden Haaren und extrem moosgrünen Augen maulend.

Äh, nein das ist kein Fake. Die arbeitspferde kommen hierher.“, gab Fee von sich und war selbst überrascht das sie so locker klang.

Die Pferde?“, quietschte die Blonde und eine Rothaarige begeistert.

Au, ja. Ich war füher mal Tunierreiterin. Welche Rassen sie wohl haben, was meinst du?“, fragte die Rote die Blonde aufgeregt.

Deutsches Kaltblut, nicht eingerriten, nur eingefahren und am Pflug, der Egge und vor der Kutsche gehend. Sechs Hengste sieben Stuten und ein Fohlen. Das erste das geboren worden ist, doch die anderen Stuten brauchen nicht mehr lange, dann sind es noch mehr.“, seufzte Fee nun doch ein wenig verärgert. Dachten die Mädels echt die könnten hier demnächst Ponyreiten gehen?

Kaltblüter...? Ich dachte die hatten Araber und Hessen und Hanoveraner und … eben auch noch die Wildpferdrassen dabei. Aber Kaltblüter? Meinst du die kännen überhauüt springen, Pam?“, fragte die blonde nun die Rothaarige und fee machte sich entschieden von der brünetten los die darüber wild zu kichern begann.“
„Denkt ihr eingebildeten,
Ich hatte mal reitunterricht-Tussis echt Kaltblüter sind zu nichts Nutze?“, fragte Fee die Mädchen herrisch und böse, was diese nun verdutzt zu dem neuen Mädchen umdrehen ließ. „Denkt ihr echt, ihr spannt da draußen in dieser verbrannten, harten Erde einen Araber vor den Pflug? Denkt ihr echt dass man so ein Feld bewirtschaften kann? Das das Pferd das überlebt? Und denkt ihr ernsthaft die Pferde kommen nur hierher damit ihr alle mal zu eurer Unterhaltung reiten gehen könnt?

Verdammt, das sind meine Pferde! Und ihr haltet euch alle von ihnen fern.

Die sind nicht für Spaßaktionen, sondern ausschließlich für die Zucht und für die harte Arbeit am Ackerpflug und für unsere Zukunft da draußen in Solaris gedacht. Die Araber und Warmblüter und Vollblüter und Wildpferde die vielleicht für Reiter interessant gewesen wären waren alle in Arche 1, nur damit ihr es wisst. Aber meine kleine Herde stand in 2 und ich bete wirklich, das zumindest ein paar der Wüstenpferde und Isländer in Arche 1 die Hitze überlebt haben damit wir zumindest noch ein bisschen mehr Blut zum Reinkreuzen haben werden, wenn Butterball, unser bester, aber leider gerade schwer verletzter Hengst das alles doch nicht überlebt. Der hatte auch so ein Arschloch von Arbeiter an ihm drann der dachte die Pferde sind zu seinem persönlichen Vergnügen und zum Frust ablassen da. Gott, ihr habt ja keine Ahnung was da für uns alle auf dem Spiel steht, oder? Wenn wir nicht binnen von vier Jahren unseren Bestand verdreifachen dann schaffen es die Pferde nicht die Evolution zu überleben... Und wir damit natürlich auch nicht mehr lange.
Es sind nur noch so wenige von ihnen übrig. Und die dürfen sich nicht kreuzen, dürfen auch nicht für Freizeitritte hergenommen und dabei vielleicht verletzt werden. - Gott im Himmel. Ihr seid echt noch alle Kinder oder? Habt keinen Plan was noch passieren kann und wird. - Ach vielleicht sollte ich doch zurück nach Arche 2 gehen. Da sind die Tiere wenigstens sicher. War keine gute Idee das Ganze. Ich blas es ab...“, drehte Fee sich um und rannte einfach los, irgendwohin es war ihr egal. Die Mädchen und Jungen aber sahen ihr zutiefst erschrocken hinterher.


Es dauerte etwas bevor Fee die Höhle fand, in der sich die Leute versammelt hatten und einem bärtigen Typen auf einem Lastwagen lauschten der mit einer Art Flüstertüte zu ihnen sprach.

... und darum ist es wichtig in den nächsten zwei Tagen so viel wie möglich Kram aufzuräumen und die Höhlen bereit zu machen. Ich stelle dafür zwei komplette Trupps ab, die sich vielelicht auch nachher noch ein bisschen um die Pferde kümmern könnten, um die Trainerin zu entlasten. Ich hab's euch ja schon gesagt, sie ist schwanger und gerade nicht ganz bei Kräften. Wer meldet sich freiwillig für diesen Einsatz?“

Fee sah besorgt wie unglaublich viele Mädchen lächelnd ihre Hand hoben und wusste sofort dass sie nun was sagen musste.

HEY!“, rief sie also mitten rein, als der Typ mit dem Bart schon auszusuchen begann.

Sofort drehte sich alles zu ihr um.

Mike, ist sie das nicht? Die Pferdetrainerin? So kraftlos sieht sie aber nun mal nicht gerade aus, eher stinksauer!“, meinte ein Typ neben dem Laster und die Hälfte der Leute lachte, es waren bestimmt zweihundert die sich da versammelt hatten. Fee sah auch Sam der sich nun stirnrunzelnd zu ihr vorzuarbeiten versuchte, doch ihn ignorierte sie erst einmal und sah nur den Anweiser finster an.

Keiner hier hilft einfach mal so bei meinen Pferden mit, verdammt!“, stampfte sie flugs an ihm vorbei nach vorne zu Mike und entriss ihm die Flüstertüte. Der Typ starrte sie total perplex an.

Äh... wieso denn nicht? Ich dachte du kannst Hilfe gut gebrauchen?“, fragte er sie und sah dann an ihr vorbei. Fee drehte sich augenblicklich zu Samuel um und hieb ihm mit der Faust hart donnernd gegen die Brust.

Bist du Wahnsinnig Mann diesen Typen hier meine Pferde als neue Spaßattraktion für bescheuerte Reiterhoftussis anzubieten?

In den Höhlen da hinten haben sie schon so toll rumgealbert von wegen ob meine Kaltblüter auch einen Sprung über ein Hinderniss schaffen... ES SIND KALTBLÜTER!“, schrie sie Samuel an und dann wieder Mike: „ARBEITSTIERE!“, brüllte sie weiter und noch zorniger auf.

Einer der Hengste hat sich gerade erst durch einen verantwortungslosen, abgerissenen Arschkeks am Pflug, der mir auch so wie jetzt gerade einfach zugeteilt wurde, das Bein gebrochen und Sam hier musste ihm eine Hängematte bauen, aber für die Arbeit ist er nun nie wieder zu gebrauchen, verdammt. Wenn ihr hier alle Bemühungen von ESA vernichten wollt uns ein hartes aber immerhin wertvolles Leben aufzubauen, dann macht nur weiter so mit euren unqualifizierten Plänen, wie ihr mir armen Wesen bei irgendwas helfen könnt. Denn ich bin für die Pferde verantwortich und niemand sonst, also fragt ihr mich und nicht Samuel, was ich will oder brauche. Er ist nur ein Mechaniker, verdammt. Fragt ihn doch nach seiner Harley, wenn ihr wollt aber die Tiere, ihre Betreuung, die Pflege, das Training, alles das entscheide ich und nicht du, Sam und ganz sicher auch nicht sie, wer immer sie auch sind.

Und Helfer suche ich mir nach eingehenden Prüfungen über ihre persönliche Eignung aus. Und ich kann schon mal sagen das diese dort...“, sie deutete auf einen Haufen halbwüchsiger Mädchen die eben noch begeistert herumgehopst waren bei der Vorstellung sich um Pferde kümmern zu dürfen „... schon mal nicht ausgesucht werden. Ich brauche verantwortungsvolle Leute mit Dickkopf, die ein bisschen irre sind, die tatsächlich vor nichts Angst haben aber auch stures Einfühlungsvermögen kennen. Keine kreischen-den Teens, die sich über die Putzepferdchen auf dem Ponyhof freuen. Meine Tiere sind nicht putzig, sind nicht lieb, nicht verschmust und erst recht nicht ruhig. Die Stuten fohlen bald alle ab. Eine hat schon. Und das mit den Helfern war schon in Arche 2 ein Megaproblem, weil alle Welt hingegangen ist und dabei zugucken wollte.

Ein Typ hat aus langeweile dann tatsächlich vorgeschlagen meiner besten Stute einfach den Bauch aufzuschlitzen, nur damit es schneller geht, verdammt.

Aber Pferde sind keine Spielzeuge und die hier ganz besonders nicht.

Die sollen mal eure riesigen Felder Pflügen und die Hengste tun es auch schon. Nur die Stuten haben Ruhe. Bekommen ihre Fohlen, so viele wie es nur möglich ist. Denn wenn wir mit den paar wenigen Tieren, die wir noch haben nicht schaffen eine halbwegs ordentliche Zuchtlinie zu schaffen, können wir Solaris in den Harz kicken, oder habt ihr hier Lust auf Geburtenkontrolle? Habt ihr Lust auf eine Ein-Kind Politik und eine Population an Menschen im dreistelligen Bereich, weil wir bald keine Samen mehr haben werden und auch nicht genügend Hände, um die Äcker zu bestellen? Meine Pferde sichern uns hoffentlich das Überleben. Und damit sie uns überleben bin ich da. Also Finger weg! Alle!

Mika, mein Gehilfe kommt mit und ein Mädchen dass er sich bereits als Hilfe ausgesucht hat, die schon mal was mit solchen Tieren zu tun hatte. Und Sam ist auch noch da und hat sich angeboten. Er kümmert sich um Butterballs Konstruktion, damit sein Röhrbeinbruch vielleicht verheilen kann... Und mehr brauchen wir nicht an Hilfe. Ich bin nicht krank, ich bin nicht bettlägerig und wenn ihr denkt das diese fiese Sache in 2 mich so runtergerissen hat, dass ich mich nun nicht mehr um meinen Job und meine Pferde kümmern kann, dann erschießt ihr mich besser gleich, weil ich mich nämlich nicht davon abhalten lassen werde das zu machen was hier verdammt noch mal meine Pflicht ist. - Nach Sonjas Tod bin ich hier die einzige Trainerin die noch weiß was sie tut. Also haltet euch von den Pferden fern. Wenn die in den Höhlen scheu werden und Fluchtinstinkte entwickeln, weil jemand sie aufregt, dann gnade uns allen Gott...!“, regte Fee sich furchtbar auf.

Der bärtige Mike war nun sehr ernst geworden und sah Sam kurz an der nur leise aufseufzte.

Mein Fehler. Ich habe es gut gemeint, Fee. Du sollst doch noch ausruhen, hat Dr. Rahel gemeint. Der Schock...“

Ist vorbei. Ich werde mich bestimmt nicht noch mal für ein ganzes Jahr ins Bett legen und vor mich hinvegetieren, Samuel Haggedorn.“
„Verstanden, Fee Haggedorn. Aber jetzt, da du die Sache klargestellt hast, könntest du dich vielleicht erst einmal diesen eigentlich netten und hilfsberei-ten Leuten vorstellen, bevor du sie alle komplett auf die Palme bringst?“, fragte er sie etwas lahm.

Fee fühlte sich sofort gemaßregelt und sah sich unsicher unter den nun starrenden Menschen um... bevor sie einfach darauf pfiff.

Ist mir doch egal wo sie gerade sind, oder ich oder du. Es geht um meine Pferde Sam. Um unser aller Zukunft.

Entscheide bloß nie wieder ohne mich oder Mika wer sich bei uns im Stall um unsere Tiere kümmern soll, Samuel. Absolutes No-Go!“, drehte sie sich erneut um und rauschte wieder davon, ebenso zornig wie sie angekommen war.

Tja, Alter. Bis eben dachte ich ja noch du hast in dieser Beziehung mit deiner kleinen, schwachen und echt krank gemachten Frau die Hosen an, aber neben dem Mini-Vulkan da hinten siehst du echt alt aus.“, meinte Mike so laut das die meisten umstehenden es hören konnten und wieder belustigt auflachten.

Mike hob schließlich eine Hand bis wieder Ruhe eingekehrt war.

Trotzdem hat Fee Haggedorn natürlich recht. Wenn es wahr ist was sie sagt, dass sich hier schon die Leute auf den Pferderücken durch die Tunnel preschen gesehen haben, muss ich euch leider enttäuschen. Die großen Tiere aus Arche 2 können unsere Ärsche retten und für einen größeren Ernte-Ertrag sorgen. Doch das geht nur, wenn mit denen nun intensiv gezüchtet und hart gearbeitet werden kann. Wir brauchen Fohlen und die brauchen genügend Platz. Die Pferdeexpertin wird sich vielleicht noch ein paar Helfer aussuchen und ja, sorry aber auch da hat sie Recht. Sie kennt die Tiere und weiß mit was für einer Art von Persönlichkeit die zurechtkommen könnten. Jeder der helfen will trägt sich also auf eine Liste ein, die ab Morgen im Büro ausliegt. Fee Haggedorn kann sich dann die Leute in Ruhe und einzeln ansehen und entscheiden, wer dafür taugt und wer nicht.

Aber denkt dabei daran das wirklich keine Späße mit den wertvollen Tieren getrieben werden. In Arche 2 haben sie den Kerl an die Wand gestellt und standrechtlich erschossen der dem besten Zucht-Hengst der Herde das Bein gebrochen hat.

Also seht euch vor. Viel anders wird es hier nämlich auch nicht laufen, denn Tiere und Pflanzen sind unsere Zukunft. Ohne sie können wir nicht überleben – ganz ausgeschlossen!

Ponyhof und Freizeitspaß war einmal. Das hier ist Genesis und dort draußen wird bald Solaris entstehen, wenn der Frühling erst kommt. Ich glaube wir alle unterschätzen immer noch die Bedeutung von kleinen, früher sehr unwichtigen Dingen.

Zum Beispiel das Leben von Ameisen und Bienen.

Heute stehen sie noch weit vor einem Menschenleben – leider.

Doch anders funktioniert unser biologischer Kreislauf nicht mehr, also denkt Buddistisch, Jungs und Mädels. Euer Leben ist genauso wert-voll und wichtig wie das eines Pferdes und der große Spaß war einmal. Fee Haggedorn hat das kapiert und wir anderen kommen da ganz be-stimmt auch noch hin.

So... und nun die Maschaft für das Bohrteam an Arche 1; Bald sind die fertig und durchgebrochen. Arche 3 war sehr fleißig. Trotzdem haben sie um Unterstützung gebeten. Wer meldet sich freiwillig?“

Sam hob die Hand.

Samuel, tschldigung... aber du nicht. „Wir haben hier ungefähr dreihundert Maschinen und die Hälfte davon funktioniert nicht mehr richtig. Such dir unter den Jungs ein paar Assistenten aus, meine Empfehlung ist Elmer, da hinten und Freddy. Die haben ein bisschen was mit Schrauben und rumasteln versucht und ab und an auch was repariert bekommen. Vielleicht kannst du dennen noch mehr beibringen... Ach und nehmt noch zwei, drei Jungs mit ihr drei. Freiwillige vor? Sascha... Derek, Johannes, Hanniball, Gideon, Lars, Finnigan... Danke dass ihr freiwillig ins Bohrteam geht. Meldet euch bei Jensen für den Tag ab.“

Protestrufe wurden laut doch Mike ging einfach grinsend darüber hinweg.

- Kein Gemecker, Leute. Ihr seid heute eben dran!
Kai...Tristan... und Danny ihr geht noch mit in Samuels Schrauber-Team – gutes Gelingen.
Kartoffel und Rüben-Ernte... das ist nicht ganz so hart. Würde sagen Mädchensache. Christina, Sabiene, Tanja, Hella, Karin und Natscha – Danke für eure Meldung. Seht ihr Jungs.
So geht das. Tanja hat die Führung, geht schon mal. Bruno, such dir unter den restlichen dein heutiges Küchenteam zusammen und Samuel... könntest du deiner Fee, wenn sie sich abggeregt hat bitte sagen das der Kommandant und unsere Wissenschaftsteam um 10.00 Uhr eine Besprechung über den Pferdetransport nach Genesis und die Nutzung der Pferde hier hält? Sie möchte sicher gefragt werden und noch mal machen wir diesen Fehler sicher nicht, sie außen vor zu lassen. Die Experten sind auch bei uns immer dabei, wenn wir welche haben. Ansonsten ist sie erst mal freigestellt. Ja, Mädels sie ist frei, weil sie in ihrer Arche, und das war übrigens erst gestern arg Gefoltert worden ist. Das passiert wenn Leute durchdrehen und den Höhlenkoller bekommen. Sie suchen sich jemanden der Schwach erscheint und trampeln auf ihm rum, also haltet schön die Augen offen und wenn ihr mal selbst raus müsst und nicht mehr könnt geht zu Klaus der spricht mit euch und schafft euch raus ins Freie. Wenn ihr was an anderen bemerkt sagt bescheid, auch wenn es blinder Alarm ist. Vorsicht ist immer besser als nachher gefesselt und geknebelt in einer Gummizelle im Dunkeln zu sitzen obwohl man bereits in früheren Episoden Klaustrophobie entwickelt hat und das ist unserer neuen Bewohnerin bis gestern passiert – leider. Seid also nett zu ihr und um Himmels Willen Mädels fragt sie ja nie ob ihr mal auf den Pferden reiten dürft.“, scherzte Mike abschließend und die restlichen die unten standen lachten kichernd auf.

Samuel sah sich nach den Jungen Männern um die nun sein Team für den Fuhrpark bilden sollten. In 3 hatte er nur immer Daniel zugeteilt bekommen, erst ganz zum schluss ein paar mehr nerds die zwei linke Hände hatten denen er aber was beibringen sollte.

Denen in 3 war vor allem wichtig gewesen ihn, Samuel gut beschäftigt und ruhig zu halten, rund um die Uhr am Besten und genau so war es auch gewesen.

Und so war es auch Sam am Liebsten gewesen, da er sowieso überall anders nur schräg angemacht worden wäre.

Doch hier lief es anders: Los Jungs, ihr seid drann! - und Mike verteilte alle Aufgaben, auch die, die keiner Wollte und jeder respektierte ihn, statt ihn zu fürchten. Er hatte auch Fee nicht richtig vorgestellt. Und nur die letzte Episode ohne die Arche dazu erwähnt.

Okay, dann mal zum Fuhrpark!“, sagte er also zu den wartenden Jungs gewandt, die ihn aufmerksam und seltsam freundlich anblickten.

Da ich nicht einmal weiß wo der ist, geht bitte einer von euch vor?“, fragte er in die Runde, als die Jungs nur grinsten und sich gegenseitig anstießen.

Hast du wirklich eine Harley?“, fragte Kai ihn schließlich interessiert.

Wenn 3 sie nicht inzwischen zu Schrott

geschossen hat, weil ich mit Fee statt ihr gegangen bin... ja. Ich hab eine Harley.“, knurrte er böse und die Jungs sahen sich strahlend an.

Warum sollten sie ein wertvolles Motorrad zu Schrott schießen? Eine echte Harley, Mann! Läuft die denn noch?“, fragte Tristan ihn nun eilig und Freddy, ein schweigender Riese ging den jungen Männern nun voraus und Sam folgte ihm erleichtert.

Ja mit Öl, ich hab den Motor umgestellt und ich hoffe sehr ihr habt hier noch ein paar Ersatzteile, denn in 3 gibt es da nicht mehr so viele nach drei Tunneldurchbrüchen.“, gab er irritiert von sich. Elmer lief freudestrahlend an ihm vorbei und zupfte den Riesen an der Arbeitsjacke an.

Freddy, he! Nach der Arbeit fahren wir rüber nach 3 und hohlen sie Samuel hierher, zusammen mit seinem restlichen Zeug was ihm gehört, was meinst du?“, fragte Elmer den Riesen überraschend ruhig.

Samuel runzelte nur noch mehr irritiert die Stirn. „Warum solltet ihr das tun? Ich kann doch auch selbst rüber fahren und meine Sachen holen.“, brummelte er finster.

He, kein Stress. Es ist immer besser in den Archen zu mehreren aufzuschlagen in denen es früher mal Ärger gab.

Die benehmen sich ganz komisch da, auch in 2. Als ob sie keinem über den weg trauen würden, dabei sind wir doch die letzten Menschen der Erde und wurden extra für dieses Programm sorgfältig ausgewählt. Das man krank wird und den Koller bekommt, das passiert schon mal. Aber wir in Vier haben die Phylosophie das jeder Hilfe braucht und jeder unterstützt wird, egal ob wir ihn nun persön-lich leiden können oder nicht. Denn wenn wir wieder so mit Hackordnungen und Unterdrückung anfangen gefährden wir Genesis, das bisher erstaunlich gut geklappt hat und Solaris sowieso.“

Ihr wisst aber schon wer ich bin, oder?“, fragte Sam noch immer misstrauisch nach.

Samuel Haggedorn, S12. Der Sohn vom alten Kommandanten in 3. Die hätten ihn nicht erschießen, sondern beim ersten Anzeichen von Koller einsperren und ihm helfen sollen. Schließlich haben wir die ganzen Psychologen und Soldaten nicht umsonst mitgenommen. Statt dessen ist bei euch die halbe Manschaft durchgeknallt und hat die andere Hälfte bekriegt. Soweit wir wissen bist du aber gesund, bis auf eine leicht suizitäre Nei-gung dir deine Sachen schnappen zu wollen, loszuziehen und es ganz alleine da draußen zu versuchen, weil die Leute dich vielleicht gerne für das verantwortlich machen möchten was in 3 so passiert ist. Aber unser Kommandant hat gesagt, du hast an der Seite der gesunden Leute gekämpft und mitgeholfen deinen Vater und die durchgeknallten zu besiegen.

Das finden wir ziemlich mutig. Ich selbst könnte mir nicht einmal vorstellen gegen meine eigene Familie zu kämpfen, selbst wenn die gerade riesen Mist bauen würden, statt ihre Asche da draußen in der Landschaft zu verwehen.

Also Kopf hoch, hier bist du unter Freunden und wenn du nachher wirklich selbst rüber willst kommen Freddy und ich mit!“, gab Elmer nur ernsthaft zurück und Tristan räusperte sich energisch. „Ein Team, Elmer! Wir sind auch zugeteilt, Kai und ich. Wir kommen auch mit. Außerdem hab ich da so was mit einer kleinen Süßen Brünetten aus 3 am Laufen, die da gerne weg will. Mal sehen ob ich sie überzeugen kann probeweise mein Armband zu nehmen. Und Jensen hat ja schon gesagt das wir noch ein bisschen mehr Zuwachs brauchen.“

Alle Archen sind überfüllt außer Eure. Warum eigentlich?“, fragte Samuel die jungen Männer stirnrunzelnd.

Weil wir Idioten waren und alles auf eine Karte gesetzt haben. Unser Arzt hat im dritten Monat hier unten Krebs bekommen und ist nur wieder drei Monate später gestorben. Wir hatten auch nur den einen, denn der andere hatte mit seinen Qualifikationen unglaublich übertrieben, um auch in die Arche rein zu kommen. Und als wir dann eine Grippeepidemie hier unten hatten sind gut ein drittel der Leute dabei draufgegangen. Unter anderem jener arme Irre, der glaubte Doktor spielen zu können, was bedeutet nur Pillen auf Verdacht hin zu verscheiben. Für uns war das schlicht eine Katastrophe und für unsere Bevölkerungsdichte ebenso. Du siehst, ihr seid herzlich willkommen, auch mit sämtlichen Pferden, da ja unser Großwild schon im ersten Jahr alles eingegangen ist. Die waren einfach nicht an Höhlenhaltung gewöhnt. Wir hier ja auch nicht. Aber mit der guten Hippieinstellung sind wir dann zumindest besser gefahren als ihr Rebellen in 3 oder die Feldwebelmanschaft der hörigen Soldaten-Sklaven in 2 die bestens auf ''Wie hoch und wie weit, Sir?'' trainiert worden sind.

Durch ständige Wechsel in der Arbeitsstruktur haben wir immer neue Aufgabenbereiche erlernt, blieben gefordert und geistig fitt, mit neuem Input und beständiger Fortbildung, was uns allen schließlich zu Gute gekommen ist. Denn wir sind nun alle multibel an jedem Gerät einsetzbar. Auch unsere Frauen, obwohl die in letzter Zeit um etwas mehr Schonung gebeten haben. Na ja. Viele sind inzwischen schwanger. Da kann man sie kaum Reifen schleppen lassen oder Tierfuttersäcke aus den hinteren Höhlen rübertragen lassen, die fünfzig Pfund und mehr wiegen. Das leuchtet schon ein. ESA will schließlich die Populationsentwicklung gehörig ankurbeln. Wir haben aber erst auf dem letzten Drücker wieder damit angefangen, denn he... wir brauchen auch da draußen zur Neubepflanzung nicht nur die Männer sondern auch unsere gut ausgebildeten Frauen, die dabei anpacken sollten. Wenn wir aber gleich als erstes eine Kinderkrippe nur für die vielen Babys aufmachen geht alles klar. Dann müssen die Frauen genauso wie in Arche 2 immer einen Pieper mit sich rumschleppen und zum Stillen eben abrufbar sein, wenn Lotte oder Felix-Baby was trinken will.

Tolle Idee Kinder in die Welt zu setzen ohne die Mütter, die sich dann darum kümmern sollten, das daraus auch gescheite Leute werden, wenn du mich fragst. Aber mich fragt ja keiner.“

Fee hat auch vor weiter zu machen, wenn sie ihr Kind hat. Aber ich denken dass ich dann selbst einspringen werde. In ein paar Monaten ist das Öl aus und in zwei drei Jahren funktioniert die Hälfte der Solarzellen auch nicht mehr. Und egal was die Wissenschaftler in 5 denken. Die werden es nicht so schnell schaffen eine neue Industrie aufzubauen und die Maschienenteile oder ganze Solarzellen herzustellen, ohne neues Silizium. Das haben wir nicht, mehr müssten erst dannach forschen und Suchen, es beschaffen, dabei können wir es eigentlich kaum mehr aufspühren und wenn dann am Ende so umformen das daraus wirklich wieder Solarzellen werden, ganz zu schweigen von dem ganzen Kupfer für Drähte, die Silber und Goldverbindungen, Plastik das eigentlich vom Erdöl kommt, was wir auch nicht mehr haben und andere Kunststoffe, die uns auch in einigen Jahren ausgehen werden.

He, können wir nach dem Besuch in Arche 3 vielleicht auch noch mal nach Arche 2 fahren? Fee hat ihre Gitarre dort gelassen, die hätte sie gerne wieder, befürchtet aber das sich die ein anderer schon geholt und Sperrholz draus gemacht hat.

Instrumente zu vernichten steht bei uns unter schwerer Strafe. Mann dein Weib spielt Klampfe? - Spielt sie gut?“, fragte Tristan ihn begeistert.

Keine Ahnung, ich kenn sie erst seid ein paar Wochen. Seid Arche 2 nach draußen durchgebrochen ist, um genau zu sein.

Wir sind ihnen ja entgegen gekommen und ich war in der Tagesmanschaft und bin da rein. Bisher kenne ich sie nur von Besuchen und von Rettungsmissionen, von Traumatischen Situationen oder im Pferdestall, wo sie Fohlen auf die Welt hilft und nachher aussieht wie dem Axtmörder begegnet. - Das war echt heftig.“, murmelte er Erinnerungsträchtig.

Deine Frau hat's voll drauf. Ist zumindest kein Weichei, hat viele Facetten und wird nie langweilig, oder?“, brummelte Freddy träge.

Sam lachte kurz und hart auf. „Nein, das zumindest kann ich mir bei ihr niemals vorstellen. Fee und langweilig... Sie ist die reinste Seele und zugleich die brutalst offenste die ich kenne. Die wird nicht so schnell mit jemandem warm. Mit mir ja auch nicht, obwohl sie mich ausgesucht hat und inzwischen auch leiden kann – irgendwie.

Ich weiß selbst nicht wieso sie sich das alles antut.“, murmelte er düster vor sich hin.

Kai blieb stehen und wandte sich augenblicklich ernsthaft zu ihm um.

Erkenne deinen Wert, Samuel. Erst dann ent-scheide ob du es verdienst eine Frau und etwas Glück zu finden. - Nur weil dein Vater ein Arsch war, bist du es noch lange nicht. Ich sehe zumindest niemanden hier vor mir stehen, der eine Frau gegen ihren Willen zu etwas zwingt. Du hast deiner Frau im Gegenteil beigestanden, hast dich aktiv an ihrer Rettung beteiligt, sie da rausgeholt, wo sie eingesperrt war, bist dannach drei Tage lang nicht von ihrer Seite gewichen, hast kaum gegessen oder geschlafen, wie man deutlich sieht... Sag was du willst, deine Frau hat Glück mit dir, Samuel Haggedorn und du solltest das nicht in Zweifel ziehen.“, schloss er zwinkernd ab und die anderen grinsten ringsum.

Freddy hieb ihm sogar fest auf die Schulter um ihn zu ermutigen. Doch Sam schüttelte nur wieder den Kopf.

Ich glaub ihr habt keine Ahnung wer meine Frau ist, Jungs. Und das eben bezog sich auch nicht auf mich oder das was ich vielleicht verdiene oder nicht.

Es bezog sich alleine auf sie.

Sie wurde mit Zustimmung aller Kommandanten, sämtlicher Archen aus dem ESA-Vertag entlassen. Sie muss keinen Finger mehr krum machen, ihr Leben lang nicht, braucht auch nicht ein einziges Baby und auch keinen Mann für ESA zu haben oder wählen. Sie kann den Rest ihres Lebens in Frieden verbringen - mit ihren Pferden und jeder Menge Ruhe...“, murmelte er bitter vor sich hin und rieb sich den schmerzenden Kopf.

Elmer war es schließlich bei dem der Groschen viel. „Feeline Hoffmann?“, frahte er Sam nun total entsetzt. „Du meinst diese kleine starke Vulkan-diva, die eben Mike den grimmigsten Arbeitsein-teiler aller Archen auf der Welt so regiede in die Schranken verwiesen hat ist Feeline Hoffmann die in Arche 2 ganz am Anfang unserer Zeit von einem sadistischen, fiesen Arschloch fast zu Tode vergewaltigt und anschließend bei lebendigem Leibe nahezu filetiert worden ist?“, schluckte er aufgeregt und auch die anderen sahen Sam reichlich fassungslos an.

Wenn ihr das hier überall herumtratscht könnt ihr euch von euren Gesichtern verabschieden!“, knurrte er nur düster vor sich hin und bereute schon seine Ehrlichkeit und das ihm das mit Fee einfach so herausgeplatzt war.

Tristan nickte sofort wieder und hielt Freddy am Arm fest, als der grummelnd weggehen wollte.

Fred! Frieden! Samuel hat Recht. Das hier bleibt unter uns. Seine Frau braucht einen Neuanfang genauso wie Samuel. Wir sehen in ihr einfach ein neues Mädchen. Sie hat die Sache scheinbar ganz gut verkraftet, ist nur ein bisschen herrisch, wenn du mich fragst und hat die Mädels hier herbe enttäuscht. Aber das ist ihr Job und von dem verstehst sie offensichtlich was.

Sam, du hast keinen Grund uns zu misstrauen, bis wir dir beweisen dass wir es nicht verdienen, also halt mal bitte die Füße still. Und jetzt gehst du erst mal zu deiner feinen Fee und redest mit ihr, ob gerade alles in Odnung ist und so. Und dann kommst du wieder hierher. Wir warten solange auf dich. Ach und mach dir keine Sorgen wegen Mike. Der wird natürlich eingeweiht werden müssen, wegen deiner fee, doch auch er hält dicht. Und so kann er ihr Verhalten vielleicht auch mal kapieren. Sie schützt ihre Familie, nicht wahr? Die Pferde sind ihre neue Familie, genauso wie du.“

Samuel nickte nur irritiert und räusperte sich dann aber kurz. „Unerlaubtes Fehlen während der Arbeitszeit...“

...ist nur dann unerlaubt wenn du niemanden informiert hast was du tust und wenn du eigentlich nicht weggehen darfst, weil alle anderen dagegen sind. Wir haben hier eine Demokratie die von einem Sozialen Verhalten gestützt wird. Jeder kümmert sich um die Schwachen. Und auch wenn deine Fee echt monsterstark erscheint, glaub ich doch solltest du zwischendurch doch mal nach ihr sehen dürfen und sie dich auch. Weißt du... meine Achtung vor dir steigt gerade ziemlich, nicht nur weil du eine Harley hast, Mann.

Aber wenn ein so traumatisiertes Mädel in dir was echt gutes findet und sich sogar mit dir verheiratet, dann ist da auch wirklich etwas an dir drann. Andernfalls würde sie bestimmt kreischend vor dir wegrennen, Mann.“
„Ja, geh zu ihr! “, murrte auch Freddy finster und stieß Sam immer noch hochrot im Gesicht an.

Sam nickte nur kurz verwirrt in die Runde, wandte sich ab und ging davon.

Mach dir nichts draus Fred. Er hat es bestimmt nicht so gemeint. Er hat eben auch schon einen Knacks weg, genauso wie du, okay? Das heißt aber sicher nicht dass du gleich aus seinem neuen Schrauber-Team geschmissen wirst, nur weil du beleidigt bist und er dir noch nicht vertraut...“, tröstetet Kai den Hühnen leise, doch Samuel konnte es trotzdem noch hören.

Meinst du ich darf mir jemals seine Harley ansehen?“, fragte der Riese den anderen sehnsüchtig. Da erst begriff Sam das Freddy anscheinend auch etwas höchst traumatisches erlebt hatte oder aber sonstwie geistig nicht mehr ganz bei sich war. Eigentlich ein Ding der Unmöglickeit. Behinderte waren in die Arche doch gar nicht erst reingelassen worden, oder? Doch Freddy jammerte wie ein kleiner Junge herum und schien beleidigt von seinem, Sams, Verhalten. Dabei war er der größte Riese den Samuel seid langem gesehen hatte und so bullig dass nur bei seinem Anblick ein Gegner ins Schwitzen kommen musste.

Und er hatte Angst seine Harley nicht sehen zu dürfen.

Verdammt die würden sie ihm sowieso nicht überlassen auch wenn sie sein persönliches Eigentum war, dass er mit in Arche 3 gebracht hatte. Sein Vater hatte dafür gesorgt, denn außer Ashley und seiner Harley hatte ihn damals nichts und niemand interessiert.