Die Fahrt zurück zum Rudelhaus verlief in düsterem Schweigen.
Rahel sah zwar ab und zu aus den Augenwinkeln heraus auf den finster bis gefährlich blickenden Alpha, aber im Großen und Ganzen war sie gerade viel zu geladen, um noch weiter mit ihm zu sprechen.
Das Meiste hatte die ohnehin schon in der Klinik gesagt.

Die Sonne ging gerade erst auf, als sie vor dem Haus vor fuhren und Rahel stieg immer noch zornig aus und knallte die Tür zu, dass es weithin zu hören war.

"Ruh dich am besten noch ein Bisschen aus.
Wenn du möchtest kannst du ja schon mal Kaffee aufsetzen...", schlug er ihr leise vor.
Rahel knurrte darauf aber nur gefährlich, stiefelte an ihm vorbei und sah ihn nicht einmal an.
Erst an der Tür drehte sie sich noch mal zu ihm um.
"Wenn du eine Haushälterin und Köchin haben willst, dann gib eine Anzeige auf, Alpha.
Ich bin schon lange genug hier herumgesessen, oder im Bett gelegen.
Ich hol mir jetzt mein Zeug und geh dann zur Schule... allein!", fügte sie hinzu, als Dared nur wieder zum Auto zurückkehren wollte, um es zu holen.
Doch bei ihren Worten blieb er stehen und ballte die Hände zu harten Fäusten.
"Rahel du hast mir gerade eben gesagt du hast einen Bruch und sollst dich verwandeln..."
"Ja, mit freundlichen Grüßen von deinem Wolf. Ist mir bewusst.
Die Ärztin hat mit aber auch gesagt das meine neue Werwolf-Konstitution so was in ein Paar Stunden wieder ausheilt.
Ich werde mich also nun meiner Wölfin zu liebe verwandeln und zur Schule laufen
Wenn ich heute Mittag zurück bin erwarte ich meine SHG hier vor dem Haus.
Das nennst sich Selbsthilfegruppe.
Werwölfe, die wie ich gebissen und verarscht wurden. Währe nett, wenn du wenigstens kurz mal dazukommen würdest, um eine ganz wichtige Sache zu begreifen und es dir auch mal selbst anzuhören, dass ich weder verrückt noch geisteskrank bin, nur weil ich mich mit meinem inneren Miststück richtig unterhalte.
Das tun hier doch alle Menschen die von euch einen Werwolf gebissen bekamen. Wie gesagt, frag einfach mal deine Mutter..."

"RAHEL, GEH SOFORT INS HAUS UND WANDLE DICH!"

Er hatte sie noch nie so angefahren.
Gab also immer noch eine Steigerung was?
Woahhh!!!

Und der Alphatonfall den er tief und befehlend benutzte tat ihr tatsächlich diesmal körperlich weh, als sie versuchte gegen seinen Befehl anzukämpfen.
Er fluchte leise auf, sie sich quasi an Ort und Stelle verwandelte, krampfte, winselnd jaulte und zitternd und windend zu Boden ging.

"Warum kann meine Luna nicht EIN MAL einfach nur DAS TUN was ICH IHR SAGE?", fluchte er aufgebracht, als er sie aufhob und sie sich über die Schulter warf. Rahel heulte und jaulte laut weiter.
Da hetzten eine ganze Menge Wölfe auf die Lichtung vor dem Haus.
Dareds Beta war auch dabei und verwandelte sich sofort. "Was ist passiert, Alpha?"
Rahel wand sich nun heftig in seinen Armen, kratzte und knurrte blind und taub für alles.

"Bring mir die Überwachungsbänder aus der Fabrik ins Haus und auch die aus dem Krankenhaus.
Alles von den letzten drei Tagen!", befahl Dared seinem Beta grimmig und im Alphatonfall.
"Ich habe Rahel gestern in der Küche was gebrochen und sie nun gezwungen in Gestalt zu gehen, um zu heilen.
Keine Schule heute, keine Wiederrede!"
"Du bist schon wieder ziemlich heftig zu ihr, oder?!", wandte Sebastian leise ein.
"Bei Weitem noch nicht heftig genug, wie es scheint. Fahrt runter ins Dorf. Da sind eine Menge kranke Menschen die gerade eilig ihre Sachen packen, um zu verschwinden. Unsere Luna hat es Ihnen in Ihrer Güte erlaubt, nachdem sie in der Klinik stundenlang nicht behandelt wurden. Das gilt auch für Otto. Er wird sich uns bald anschließen, falls er überlebt. Code 3, ab sofort!

"Nicht wahr!?!", knurrte Dennis entgeistert und riss die Augen auf. Dann aber verständigten sich alle nur noch mit Blicken und rannten Alarm heulend in verschiedene Richtungen davon.

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Er hatte sie rein geschleppt und ihr eine Schüssel Wasser hingestellt.
Als währe sie ein dämlicher Köter!!!
Mia war auch aufgetaucht und hatte stumm mehrere Decken auf den Boden ausgebreitet, worauf Dared sie ablegte.
Immer noch wehrte sie sich erbittert gegen den Zwang, den er auf sie gelegt hatte und auch tatsächlich bei behielt.

"Du kannst ein Gesetz der Wolfsrudelstadt nicht einfach eigenwillig ändern, Rahel.", versuchte Dared ihr nun mühsam beherrscht zu erklären.
Die Menschen können und dürfen unsere Stadt nicht mehr verlassen. Diesen Vertrag unterschreiben hier alle die bei uns ankommen und von einem besseren Leben durch höhere Löhne und kostenlos gestellte Häuser profitieren.
Es mag ab und an Missstände geben, doch diese zu bereinigen ist meine Sache.
Deine ist es hier erst einmal zu heilen, zu lernen und gewisse Dinge zu respektieren, selbst wenn du dir nicht akzeptieren willst oder kannst.
Zumindest jetzt noch nicht.

Es war okay von dir, mir im Auto diese Dinge zu erzählen. Es ist gut wenn die Menschen jetzt zu dir kommen können, denn dafür ist deine Position hervorragend geeignet.
Du bist die Mutter dieses Rudels, Rahel.
Du darfst die Kinder natürlich ganz so wie es dir beliebt zurecht weisen, sogar mich.
Aber du solltest dich mir nicht widersetzen, wenn es um dein Wohl und deine Gesundheit geht. Bleib liegen und ruh dich aus.
Dort steht Wasser. Benutz den Mind-Link wenn du etwas brauchst, Mia bleibt hier bei dir.
Und versuche dich einfach mal zu entspannen, dann weicht der Zwang auch von dir und du leidest nicht mehr darunter.
Heute Mittag wenn deine Gruppe kommt kannst du dich dann wieder wandeln, vorher heilst du und lernst, dass zum aneinander gewöhnen immer noch zwei Seiten gehören!"
Er seufzte knurrig auf und kratzte sich kurz heftig am Kopf.
"Ich habe jetzt erst einmal eine Menge zu tun, um den Schaden zu begrenzen und die erhitzten Gemüter wieder zu beruhigen.
- Mia!
Heute auch keine Schule für dich. Heute beginnt dein Lunatraining mit Sebastian und Rahel.
Hilf ihr bis dahin zu akzeptieren und sieh dir an wohin verbohrter Trotz dich führen kann,  wenn du es mit deinem Mate irgendwann genauso bunt und verrückt treibst wie Rahel mit mir."

Du bist zu hart zu ihr... schon wieder.
- Soll ich dir von Mutter ausrichten.
Soll es denn ewig so mit euch beiden weitergehen, dass ihr ständig überreagiert und immer wieder Aktionen gegeneinander startet?
Wenn mein Mate mich abholt werde ich ihm in allen wesentlichen Dingen gehorchen. Aber wenn er mich wieder verletzt hau ich ab, erklärte sie ihm über den Mind-Link.
Auch Rahel bekam es so mit und knurrte und grollte zornig auf, während sie immer noch wie festgenagelt am Boden lag.
Ihre Glieder bebten und zitterten, weil sie versuchte sich zu bewegen...
da kniete Dared auf einmal wieder neben ihr und packte ihr ins weiche Fell am Hals, zwang sie ihn anzusehen und sie knurrte gefährlich leise auf.
"Kämpfe nicht gegen alles und jeden an, meine Liebste. Es verletzt auch mich wenn du so leidest. Das muss nicht sein.
Und vermutlich hast du Recht, wenn du behauptest dass das Buch der Wölfe dir nicht genügend Auskunft über das Leben in einem Rudel gibt, doch wenn es so ist und du willst es ändern, dann schlage ich vor dass du selbst einen zweiten Leitfaden für Werwölfe verfasst, sobald du genügen von dem Begriffen hast, was du nun sehr bald mal akzeptieren musst.
Du musst Rahel!
Denn zumindest darin haben wir nun beide keine Wahl mehr."

Und obwohl sie noch immer jaulend und japsend und zitternd am Boden lag und knurrte ging er einfach davon und schloss die Tür, während Mia sich mit einem spöttischen Blick auf das Sofa warf und einen Musikkanal einschaltete.
Sie sagte nichts dazu, gab keinen Kommentar ab, war auch besser so.

Rahel wehrte sich weiter gegen den Zwang, wehrte sich verbissen, bis sie schweißüber-strömt war und ihre Gedanken darüber noch sehr viel zorniger wurden... Ihre Wölfin wurde dadurch immer stärker in ihr und das war sogar gut.
Es fühlte sich gut an ihrem heiß brennenden Zorn nachzugeben und Rahel langsam komplett zu verdrängen... nur noch die Wölfin zu sein, denn diese konnte Kämpfen.

Als Mia schließlich bemerkte das etwas ganz und gar nicht mehr in Ordnung war, war es schon viel zu spät um die Katastrophe noch aufzuhalten.

 

Dared:

Mia saß angespannt auf dem Sofa als er herein kam.
Rahel schien sich doch noch entspannt zu haben und lag leise brummelnd auf ihren Decken, sah den Musikvideos zu ... und merkte dann aber doch auf als er herein kam.

Na endlich sah sie ihn mal wieder an.
Er war direkt erleichtert dass sie nicht schon wieder sauer auf ihn war und ignorierte.
Denn das war sie ja beinahe nur noch.

Aber ... war doch klar oder? Über die Entdeckung seiner Mate und die Sachen, die nach dem Mateball passiert waren, hatte er einige seiner Pflichten einfach vergessen.
So auch die Sache mit dem Krankenhaus.

Doch das musste Rahel nun wirklich nicht auch noch wissen. Sie hatte ohnehin schon viel zu viele Kritikpunkte gegen ihn in der Hand und scheute sich überhaupt nicht sie ihm wieder und wieder vorzuwerfen.

Warum hatte er seine Mahmen eigentlich zurück ins Eigenheim geschickt, wenn es jetzt  mit den Vorwürfen trotzdem immer so weiter ging?

Aber gut.
Heute vielleicht nicht mehr. Vielleicht hätte sie es ja jetzt verstanden das er der Alpha war.

"Wandle dich jetzt wieder, Rahel!", befahl er ihr mit seiner Alphastimme und sah dann zu wie Rahel sich kurz unter seinem Befehl wand, aufstöhnte... ihr Fell verlor... dann war sie wieder seine bildschöne Mate, mit den langen wild um ihre Schultern fallenden braunen Haaren die  leicht Stirnrunzelnd und schließlich dann aber doch lächelnd zu ihm auf blickte.

Er lächelte ebenfalls ... war aber doch schon ein klein wenig irritiert von ihrem Verhalten, denn sie hatte sich ja nun wirklich total beruhigt.

Na also, geht doch, dachte er kurz und trat zu ihr hin während sie sich anmutig reckend und Streckend aufstand.
"Mein Mate ist zu mir zurück gekehrt.", strich sie um ihn herum und ja... das gefiel ihm wirklich gut, warnte ihn aber zugleich auch, dass sie vielleicht was ganz Bestimmtes vorhaben könnte.

"Hey, Liebste, denk nicht mal daran mir wieder in die Eier zu treten. Die Teile brauche ich später nämlich noch mal, für unsere Familienplanung...",  grinste er sie vorsichtig an.
Ihre Hand strich aber nur sachte über seine Schulter hinab... bis zur Hand.

"Hmmm...", schnurrte sie ganz sanft dabei.
Dared erstarrte erst als sie noch einen Schtitt näher kam und lachte leicht ungläubig auf.

"Rahel, komm schon, lass den Scheiß. Ich weiß doch das du in Wahrheit sauer bist. Und ja, du hast recht. Um die Belegschaft im Krankenhaus hätte ich mich schon längst kümmern müssen..."
Sie unterbrach ihn einfach indem sie einen Finger auf seine Lippen legte und sich wie rolling an ihm zu reiben begann.

"Wann fängst du denn endlich damit an... mein Mate!?", schnurrte sie erneut so anbiedernd und schmeichelnd klingend, dass er nun ernsthaft kugelrunde Augen bekam.
"Ähm... was... meinst du? Rahel.. was machst du denn da? Womit soll ich ...wann anfangen?", keuchte er fast schon erschrocken auf als sie ihn nun auch noch rückwärts in den großen Sessel rein schubste.
Sie lächelt plötzlich richtig schlampenhaft und schmachtend auf ihn runter, während sie sich auch schon auf ihn schob und dann auch noch auf seinem Schoß rumzurutschen begann.

"Na mit der Familienplanung?", schnurrte sie so einladend dass ihm glatt die Kinnlade herunter viel.

WHAT A F...???

Mit einem Satz war er auf den Beinen und stieß sie hastig von sich weg.
"Verdammt noch mal Rahel! Ich sagte lass den Scheiß! Was soll das? Erst aufgeilen und dann stehen lassen, ja?
Ist das dein neuer Schlachtplan, um mir jetzt gleich wieder eins auszuwischen, dafür dass ich meine Alphastimme bei dir benutzt habe, damit du erst einmal schnell wieder gesund wirst, statt in die Schule zu gehen?
Oder denkst du immer noch es ist mir egal wie es den Menschen in der Siedlung geht...?
Gerade habe ich eine menschlich Ärztin mit der Leitung der Notfallambulanz beauftragt, okay? Zwei Ärztinnen aus dem Rudel verstoßen einen weiteren Arzt für das Krankenhaus eingestellt und drei Werwölfe in meiner Fabrik getötet. Wolltest du das wissen?
Ist es nun gerecht genug für dich ?", fuhr er sie zornig an. Doch dir sah nur noch strahlender zu ihm auf.

"Du bist so herrlich stark... mir ist doch alles Recht was du tust, denn du bist der Alpha... mein Alpha...", schnurrte sie nur wieder mit lockendem Augenaufschlag und blickte lächelnd zu ihm hoch.

Kurz schüttelte er noch fassungslos den Kopf.. wollte was sagen, kniff schließlich die Augen kurz zusammen und beschloss dann, das sie sich wohl im Krankenhaus am Fieber angesteckt haben musste und fühlte ihr mit fliegender hast die Stirn... während sie sich erneut nur schnurrend an ihm rieb.

"...Rahel! Komm schon... Was soll das bitte?"

"Dared...?! Das da ist nicht Rahel.", flüsterte Mia plötzlich krächzend von der Couch herüber und sah ihn ängstlich an.
Er schüttelte nur wieder verwirrt den Kopf.

"Rahel hat sich noch so gewehrt, stundenlang, bis sie nicht mehr konnte, aber du hast sie ja unbedingt in den Wolf gebannt.
Ich hab  noch versucht mit ihr zu reden... hab versucht dich zu erreichen. Aber...  da war sie schon weg und das da hier.
Es hat sie einfach übernommen, Dared.", weinte Mia nun fast auch noch los und stand langsam auf.
"Ich hab Mahmen gerufen. Sie müsste gleich da sein. Wir haben dir beide gesagt dass du zu hart und zu sehr Alpha zu ihr bist.
Und sie hat dir sicher noch gesagt das Menschen viele Worte brauchen, nicht nur Taten.
Mahmen hat mir erzählt sie ist an unserem Vater fast verzweifelt, weil er nie mit ihr über Dinge sprach. Er hat auch nicht zugelassen dass sie darüber sprach. Aber Rahel... braucht Worte um zu verstehen. Sie spricht mit den Wölfen, spricht mit mir und Mahmen und dir, hört immer aufmerksam zu und ja... ist total zickig und alles. Aber du bist noch viel schlimmer, mein Bruder und Alpha.
Du hörst nicht alles was sie sagt, sondern nur das was du hören willst.

Du warst besorgt, weil die angefangen hat mit sich selbst zu sprechen. Tatsache ist aber das auch Mahmen eine innere Wölfin hat, mit der sie auch heute noch schimpft oder spricht.
Vater konnte es nicht leiden, wenn sie das tat. Also tat sie es irgendwann nicht mehr vor ihm.

Du kannst es jetzt aber nicht mehr länger ignorieren, Bruder. Rahel... ist jetzt nämlich weg und es ist nur ganz allein deine Schuld."

Dared sah erst seine kleine Schwester und dann aber wieder Rahel an, die bei Mias Worten ganz verstohlen  zu schmunzeln begonnen hatte und dann zu schnurren.
Ihre Augen blitzten erregt auf, als sie lächelnd wieder auf ihn zu gekrochen kam, ähnlich wie eine Stripperin beim Tabledance und sich dann noch lauter schnurrend an seinem Bein rieb... bevor sie letztlich auch noch eine Hand ganz langsam zu seinem Schritt hinauf wandern ließ.

"Ach. du. Scheiße!!!"

Er unterband ihre Anmache natürlich sofort indem er Rahel schlicht an den Schultern packte und hastig wieder hoch auf die Beine zog, während er nun ganz allmählich und entsetzt zu begreifen begann.

"Mia...?", fragte er seine Schwester trotzdem noch einmal beinahe würgend und sie wusste was er nun von ihr wissen wollte.

"Ja, es gibt sie wirklich, die zweite Persönlichkeit in den gebissenen Werwölfen. Mahmen hat es mir selbst erzählt.
Sie alle haben sie in sich und sie ist sehr stark.

Und das da ist nun leider ganz offensichtlich nicht mehr deine kriegerische und mutige, tolle Rahel, die dich gerade eigentlich gar nicht besonders gut leiden kann, sondern die Wölfin..."

Er nickte nur um Fassung ringend und packte dann nun gar nicht mehr so vorsichtig und sanft das Kinn und die Handgelenke der Wölfin die ihn immer noch weiter anzumachen versuchte.

"Also du bist das Miststück, Rahels innere Werwolfschlampe?", knurrte er sie aufgebracht an.

„Nett dass ich dich nun auch mal... so berühren darf.", hauchte das Miststück bewundernd lächelnd zu ihm auf und drängelte sich gleich noch ein Bisschen dichter an ihn heran.

Wie hast du es geschafft meine Rahel so vollständig zu übernehmen, Wölfin? Hört sie gerade zu? ANTWORTE!!!", fauchte er sie mit seiner stärksten Alphastimme an und lies ihr Kinn los.

Sie schüttelte aber nur prompt belustigt auflachend den Kopf und leckte sich langsam und genüsslich über die Lippen.
„Nein, stell dir vor... das kleine, prüde Menschenmädchen, das du dir zur Mate gewählt hast, hat noch nicht einmal gemerkt das deine Bannung sie extrem geschwächt hat.
So hat sie dann auch nur gegen dich angekämpft und ich bin, wir man so schön sagt, durch die Hintertür rein, hab sie raus geschubst und sogar auch noch die Tür ganz zu gemacht. Ist das nicht fantastisch?", freute sie sich ehrlich strahlend doch seine sauer bleibende Miene ließ sie rasch wieder schmollen.
Hey? Du freust dich ja gar nicht darüber?!
Wieso, denn nicht, Alpha? Du hast uns doch die ganze Zeit über nur in deinem Bett gewollt und nirgendwo anders.
Jetzt kannst du uns haben.
Sie kann dich nicht mehr aufhalten und ich... würde es sicher nur genießen.

Sowieso solltest du dir überlegen ob du nicht besser nur mich bei dir behalten möchtest.
Ich bin nämlich eine echte Wölfin, kenne jetzt auch die Regeln, ich halte mich aus deinen Verantwortlichkeiten heraus, weil Menschen mir sowieso total egal sind und bin sehr zuvorkommend, versprochen.
Und dank dem kleinen, prüden Menschlein kann ich nun sogar für dich kochen.
Ist es denn nicht genau das was du willst, mein Alpha?
Ich schaffe dir ein tolles Heim, bekoche dich, erwarte dich in unserem himmlischen Bett
Und die Schule? -pfff... wer braucht das schon? Oder Handys? Ich habe doch den Mind-link.
Das Dumme Mädchen hatte doch tatsächlich immer Probleme damit mir zu vertrauen und ihn einfach mal zu benutzen, ganz wie ein richtiger Wolf!", schmollte das Miststück ganz offensichtlich vor sich hin und Dared begann nun langsam ernsthaft sauer aber auch besorgt um Rahel zu werden.
Da war nichts mehr von ihr in diesem Biest... bei allem Göttern, was sollte er denn nun tun!?

Geh zurück durch diese Tür und lass Rahel wieder rein. Ihr habt eine Abmachung, soweit ich weiß!", befahl er ihr im Alphatonfall.
Zuerst blinzelte sie darauf ganz kurz, schüttelte denn Kopf, Runzelte die Stirn und holte tief Luft, für eine Sekunde oder so konnte er Rahel so gerade eben erhaschen... sah wie ihre Augen  sich erschrocken weiteten, doch dann war das Miststück plötzlich einfach wieder da, lächelte und lachte gleich noch einmal belustigt auf. „Ach Dared, du kleiner Schlingel du!", schlug die ihm spielerisch auf den Arm.
„Was willst du denn dieses armselige Mäuschen zurück haben, dass du doch nur dauernd bannen musst, damit sie endlich mal da bleibt wo sie hingehört?", spottete das Miststück glucksend.
Die Tür ging auf und Dennis und die Gruppenleader kamen alarmiert herein marschiert , dicht gefolgt von Mahmen, die kreidebleich aussah.
„Rahel!", rief sie aus und stürmte zu dem Miststück hin, das sie aber sogleich nur abschätzig schnaubend von oben bis unten anblickte.
„Also du bist die nervende alte Mama von meinem perfekten Mate?
Ganz schön alt, was?
Besser du gehst wieder, deine Vorwürfe kannst du dir nämlich echt sparen... will hier keiner hören. Denn er ist einfach perfekt, so wie er ist!", himmelte sie Dared schmachtend an, der nur ebenfalls erbleichend das Gesicht verzog, während Mia nun mit weit aufgerissenen Augen aufstand und heftig den Kopfschütteln an ihrer Mutter und auch den fassungslosen Wölfen vorbeischlurfte, die sich aus Rahels Verhalten gerade auch keinen Reim machen konnten.

„Ich geh mal eben schnell ne Runde kotzen, bevor die gleich noch zu strippen beginnt.", teilte sie ihrem Bruder noch trocken mit und sah dann bebend ihre Mutter an. „Und das eine sag ich dir, Mahmen... wenn ihr es nicht schafft die richtige Rahel wieder zurück zu holen, dann häng ich mich auf!
Von der da lasse ich mir nämlich garantiert nicht 2Jahre lang zeigen wie man eine toughe Luna wird, eher verrotte ich in einem Werwolfskerker im Taunus."
„Kannst du haben, kleines, ängstliches Miezekätzchen. Dein Mate währe sicher sogar froh darüber dich los zu sein.
So ein gut aussehender starker Alpha und du stellst dich an wie ein lächerlicher Babywelpe, statt deine mickrigen Hüften zu schwingen.
Sag mal, bist du denn überhaupt ein richtiger Werwolf, Püppy?
Oder doch nur ein tuzituzi-Kätzchen, das demnächst vom großen, bösen Wolf geholt wird? Oh weh....!", tat das Miststück theatralisch.

Dared konnte gerade kaum noch atmen, sah schon fassungslose Tränen in den Augen seiner kleinen Schwester glänzen.
Unmöglich das seine Liebe, gerechte und  süße Rahel sie jemals so fertig machen könntest mochte Mia. Hatte sich für sie eingesetzt...

„Sag mal... hat sich ein Dämon den Körper unserer Luna gekrallt, oder was geht hier gerade ab?", fragte Sebastian leise murmelnd und stieß Dennis kurz heftig an, der nur mit entsetzlich weit aufgerissenen Augen die nun hüftwackelnde und biestig-gemein lächelnde Rahel anstarrte.

Mia aber war es, die sich als erste wieder fing und zum ersten Mal in ihrem Leben ernsthaft zurück giftete:
„Ist kein Wunder das Rahel dich immer nur Miststück und Schlampe nennt, du Mistewolf
So was widerlich schleimiges wie dich würde mein Bruder niemals als seine Luna haben wollen! Ich bin echt froh zu sehen das sie gegen dich kämpft!"

Die falsche Rahel lachte darauf aber nur erneut höchst belustigt auf. „Aber Kindchen. Wie wenig du doch die männlichen Wölfe kennst... Glaub mir, er will genau das von der süßen unschuldigen Rahel. Zumindest hat er es immer und immer wieder klar gemacht und findet die kleine Halbstarke Menschenbrut doch ansonsten zum kotzen langweilig, wenn er nicht dauersauer auf sie ist, weil die sich einfach nicht anpassen kann und ständig in alles einmischen muss.  Und dann erst ihre langweiligen Vorträge... urrrgh!
Dabei ist es doch sooo leicht einem Wolf zu gefallen. Und dann auch noch einem so starken, tollen Alpha mit solchen Muskeln..."

Dared hatte sie gepackt und heftig geschüttelt noch bevor sie weiter sprechen konnte.
„Sofort verschwindest du, Wölfin und überlässt meiner Mate wieder die Kontrolle...!!!", fuhr er sie im stärksten Alpha-Bann an den er drauf hatte, sodass die Wölfin sich aufjaulend zu krümmen begann.

Und plötzlich schnappte die echte Rahel heftig nach Luft, packte halt suchend nach Dareds Arm und starrte ihn unter hervorspringenden Tränen an.
Hilf mir bitte...!", fiepte sie panisch.
Rahel...!", rief er aufgeregt.
Aber sie schrie nur noch einmal gellend laut auf, während sie sich selbst über das Gesicht kratzte und ging dann von Dennis Faust hart getroffen Bewusstlos zu Boden.

Dared keuchte darüber zuerst nur geschockt,so wir alle anderen auch, auf, war aber dann sogleich zornrot angelaufen... und drehte sich dann ganz, ganz langsam zu seinem nun leicht unsicher blickenden Beta um.

„Was... bei Luna... erlaubst ...du ...dir, Hund???"


*

Rahel blinzelte ins grelle Licht und erbebte heftig in ihrem Inneren hörte sie ihre durchgeknallte Wölfin jaulen, aber gerade schien sie irgendwie fertig zu sein, schlapp und KO.
Jemand strich ihr sanft über das Haar, sachte und vorsichtig. Rahel schloss ihre Augen wieder und atmete einmal ganz tief durch.
„Komm zurück Rahel... bitte! Hörst du mich?Ich habe es jetzt verstanden.
Rahel? Bist du das?
Oh, Luna, sei endlich wieder da! Ich verstehe es jetzt.
Du hasst die Wölfin in dir und nachdem was sie alles nur in knappen zehn Minuten vom Stapel gelassen hat kann ich deine gereizten Gefühle gerade wirklich gut verstehen.
Ich war ebenfalls sofort richtig sauer.
Also schimpf mich ruhig, kotz mich an, schlag mich ... Hauptsache du kommst zurück zu mir und nicht dieses fiese Miststück."

Dared... unser Mate

Rahel legte den Kopf leise stöhnend nach hinten und er setzte sich ein bisschen auf, dass die gemütlicher an ihm lehnen konnte.
„Rahel? - Rahel hörst du mich?", fragte er sie wieder ganz leise und sorgenvoll.
Sie nickte kurz doch ihr Kopf tat so höllisch weh...
„Du bist zurück?"
Wieder ein Nicken.. Hölle wie ihr gerade der Kopf pochte und schwirrte.
„Was is passiert? Mein Kopf...", flüsterte die nur ganz leise und schwach winmernd.

„Dein Inneres Miststück hat dich erzwungen übernommen und wollte dich nicht mehr hervorkommen lassen.
Es tut mir Leid... und du hattest vollkommen recht. Alle gebissenen Werwölfe haben anscheinend einen Wolf in sich der sie anfänglich entweder ständig quält oder mit dem sie eine Vereinbarung getroffen haben, an welche sich beide Seiten penibel halten müssen.
Mahmens innere Wölfin heißt Dracula.
Sie sieht in ihr ein blutgieriges Geschöpf, seid den Kämpfen.

Sie hat mit erzählt, das Aristo es schon vor Decaden verbieten lies, dass jemand darüber spricht einen inneren Wolf zu haben, weil wir geborenen ihn nicht hören können. Zumindest nicht so wie du's kannst.
Sie hat mit auch gesagt du brauchst mehr Worte um ausgeglichen und glücklich zu sein. Denn wenn du zornig wirst nährst du damit nur deine Wölfin, bis sie sich schließlich aus deinem Willen befreien kann."
Er schwieg kurz und zeichnete mit den Fingerspitzen ihre Hände nach.

„Ich hab vorhin beinahe meinen Beta getötet, obwohl er dir nur helfen wollte.
Und deine Gruppe war hier. Sie haben gehört was dir passiert ist und mich dann gebeten dich so lange immer wieder um zu hauen, bis du irgendwann wieder da bist. Das ist wohl auch das einzige Mittel einem inneren Wolf der den Körper beherrscht die Lust an einer dauerhaften feindlichen Übernahme zu nehmen. Doch ich habe es satt dich zu verletzen. Du bleibst jetzt da! Auch wenn du dich nun leider verwandeln musst, aber ich achte diesmal auf dich.

Deine Gruppe hat mir erklärt dass das erste Jahr das Schlimmste ist. Und der erste Monat die reinste Hölle.
Mit dem Biss habe ich dich in diese Hölle geschickt und mit meinem Schweigen alleine dort gelassen.
Das tut mir Leid."
Rahel bekam nach der Aussage „auch wenn du dich nun leider verwandeln musst..." kaum noch etwas mit.
„Nicht wieder Wolf. Bitte... Nicht schon wieder. Du tust mir weh...", schniefte sie schwach auf und schüttelte den Kopf.

„Nein... diesmal nicht. Ich bleibe die ganze Zeit bei dir und sorge dafür dass deine Wölfin dir nicht schaden kann. Möchtest du hier oder draußen?", fragte er sie und streichelte ihr beruhigend über das Haar.
„Drau...Draußen..." entschied sie sich nach einigen Schluchzern.
Er hob sie sofort auf und trug sie die Treppe runter.

„Alpha!?", hörte sie Dennis grimmig fragen. Er war mal wieder grün und blau.
„Rahel ist wieder da aber sie ist schwach. Sie muss sich verwandeln und heilen.
Recht mal eben schnell einen großen Laubhaufen zusammen, damit sie es etwas gemütlicher hat, Oliver...
- Und? Wie geht's in der Klinik voran, Dennis?"
„Die neue Oberärztin hat ganz schön zu tun doch dein Befehl an das Rudel ihr entweder zu gehorchen oder ausgestoßen zu werden zieht. Die Wartezeit ist runter auf maximal 2 Stunden, bei den leichteren Fällen. Es gibt nun eine öffentliche Wartetafel, die für die Patienten aufgestellt wurde. Notfälle werden darauf angezeigt, und die Belegung der Behandlungsräume, wie auch deren Behandlungsstatus.

Die geborenen Wölfe sind jetzt natürlich empört aber Tom und Jens passen auf dass sich keiner daneben benimmt. Dein Gesetz für die allgemeine Gleichbehandlung hängt nun wie du es schon vor sechs Monaten wolltest extragross im Wartezimmer, dass alle es noch einmal gut durchlesen können und auch wann es verfasst wurde."
„Na Endlich!", knurrte Dared sauer.
„Meine Rede!"
„Wir verwandeln uns jetzt. Rahel muss schnell heilen, um es bald wieder alleine mit ihrer Wölfin aufnehmen zu können."
„Pass aber auf, dass sie nicht gleich sofort wieder runter gezogen wird. Ihr Miststück ist echt viel stärker und heftiger als Marnies kleine Wölfin, die ist dagegen noch eher lustig..."
„Keine Sorge... die Schlampe erkenne ich inzwischen schon an ihrem Blick.", knurrte Dared nur wieder finster und trug Rahel dann ein Stückchen weiter, zwischen die golden blühenden Bäume, setzte sie in einen Haufen frisches Herbstlaub hinein und kniete dann über ihr, während sie leicht orientierungslos herum zu Blicken versuchte.
„Rahel, ich möchte dass du dich nun ganz bewusst verwandelst.
Denk an das Gefühl in deinem Wolfskörper zu sein. Deine Pfoten... wie du rennst, wie du mit dem Rudel heulst.
Ich helfe dir nur, wenn du es nicht alleine schaffst...", erklärte er ihr sanft klingend.

Rahel atmete nun ganz tief durch. Eine Träne rann ihr über das Gesicht und obwohl sie die Augen geschlossen hielt, fühlte sie Dareds Blick auf sich ruhen, spürte seine Sorge, - und Liebe...???
Unruhig begann sie sich zu bewegen, wollte sich am liebsten gar nicht verwandeln.

„Ich bin bei dir und passe auf dich auf. Warte... ich helfe dir es zu fühlen."

Eine Flutwelle aus Emotionen brandete kurz über sie hinweg. Das Gefühl als Wolf zu rennen, ihre Pfote, die den Waldboden berührten, wir die mit dem Rudel zusammen geheult hatte...
Ihr ganzer Körper prickelte und kribbelte. Dann erbebte sie und öffnete leicht hechelnd ihr Maul.
Eben war ihr noch ganz kalt gewesen, nun aber wurde es warm.
Sie bemerkte nur undeutlich das sich Dared um sie herum legte. Er war so groß...

Du musst jetzt bei dir bleiben. Denke deine Gedanken, von mir aus auch aggressive gegen mich, alles nur nicht wieder das Miststück. Mir ist fast schlecht geworden, als ich erkannt habe was sich da in dir verbirgt.

Rahel winselte nur leise und atmete wieder ganz tief durch. Sie spürte gerade so unglaublich viel über den Mind-Link...

Weil du deine Mauer nicht oben hast, Liebste.
Sie schützen dich vor meinen Gedanken, verhindert aber dass ich deine spüren kann. Bau sie bitte nicht ausgerechnet jetzt wieder gegen mich auf ...Bitte!
Ich muss dich gerade spüren, weil du schwach bist. Sonst übernimmt dich deine Wölfin erneut und ...

Er leckte ihr hastig über die Schnauze und sie bemerkte erstaunt dass sie auch in Wolfsform offenbar weinen konnte.
Zumindest jaulte sie... ganz kläglich und jämmerlich sogar.
Er leckte ihr erneut über die Schnauze und die Stirn und den Hals rückte noch ein wenig näher an sie heran und legte dann auch noch seinen Kopf auf ihre Schulter ab.

Rahel hatte keine Ahnung dass das ganze Rudel sie gerade hören und spüren konnte, ihre Schmerzen, die Angst und ihre Hoffnungslosigkeit. Egal ob am Arbeitsplatz oder zu Hause ...kurz erstarrte das gesamte Rudel und lauschte seiner Luna.

Alle die nicht arbeiteten kamen sofort zum Rudelhaus gerannt und plötzlich legte sich auch Mahmen in Wolfsgestalt zu ihr in den Blätterhaufen. Mia winselte sie mitleidig an bevor auch sie sich an sie kuschelte und ihre Pfote auf Rahels ablegte. Über den offenen Mind-Link hörte sie hunderte von anteilnehmenden, beruhigenden Worten, spürte hunderte aufmunternde oder Trost spendende Gefühle. Als hätte nun jemand in einem Eishaus bei minus hundert Grad die Heizung voll aufgedreht, so kam die Wärme nun von allen Seiten während Dared ganz sachte zu brummen begann und sie damit nun gänzlich beruhigte.
In sanfte Gefühle eingesponnen glitt sie in erholsamen Schlaf.

Doch noch bevor sie vollkommen wegdriften konnte, hörte sie ihre Wölfin noch ganz, ganz leise und sogar richtig erleichtert auflachen:

Na Endlich behandelt er uns zuvorkommend und lässt auch das Rudel an uns heran.
Hat ja ganz schön lange gedauert.
Sei nicht besorgt, wenn du jetzt Mal eine Weile lang nichts von mir hörst.
Ich mische mich prinzipiell nur dann ein, wenn unser Mate uns nicht anständig behandelt und noch nicht einmal erkennt dass das was er offiziell will, in Wahrheit ganz große Scheiße für ihn ist.
Das heute wird ihm eine Lehre sein, denke ich, uns nicht wieder einfach zu belächeln und unsere Worte in Zweifel zu ziehen. Wir sind schließlich seine Luna!

Ruf mich einfach wenn du mich brauchst, RahelUnd nenn mich ruhig auch weiter Miststück. Der Name gefällt mir langsam richtig gut.


Sie lag im schneebedeckten Laubhaufen und starrte durch die kahlen Baumkronen hinauf in den tiefblauen und vollkommen wolkenlosen Himmel.

Es hatte heute Nacht richtig gefroren, der erste Schnee war gefallen und das kristallweiße Eis überzog die Äste und auch Nadeln der Bäume wie eine mystische Diamantenkruste welche die Sonnenstrahlen unglaublich toll zum funkeln brachten.
Winterwunderland.
WOW...!

Ein ganzer Monat war inzwischen vergangen seid ihr Miststück die Sau rausgelassen und Dared richtiggehend angesext und den Rest der Wölfe mit ihrem Betragen unglaublich beleidigt hatte. 
So eine irre Bitch.
Aber echt einfallsreich, grinste Rahel nur mal wieder vor sich hin und lachte sogar leise glucksend auf.

Da kam eine graue Gestalt heftigst knurrend über sie gesprungen und leckte ihr wie ein übereifriger Schäferhund das Gesicht, während sie kreischend auflachte und sich mit den Armen zappelnd und mit den Beinen strampelnd zu Schützen versuchte.

Doch schon lag Dared verwandelt und mit leuchtenden Augen atemlos grinsend über ihr und drückte ihre Hände seitlich neben ihrem Gesicht und den Blätterschnee hinein.
„Du bist schon zurück? Hey, warum hast du nichts gesagt? Und warum verwandelst du dich nicht, sondern versteckst dich lieber hier draußen im Schnee, Geburtstsgskind?!", fragte er sie sanft und gab ihr einen zarten, warmen Kuss auf die inzwischen eiskalten Lippen, während sie ihn groß anstarrte... vor allem seine Brust... sixpack... eightpack... na eben Muskeln, und was für welche.
„Das du immer noch oben ohne und auch ganz ohne Schuhe rumrennen kannst ist voll gemein.", schmollte sie ein ganz klein wenig und prompt schüttelte er belustigt seinen pitschnassen Haarschopf, ließ sie sich schnell über ihr aufrichtend los und sprühregnete sie damit richtig nass.

„Iiiihhhhh! Du Sauhund!", schimpfte Rahel ihn aufkieksend loslachend und wollte sich von ihm Wegdrehen... aufspringen, doch schon hatte er sie gepackt und zurück in den Blätterhaufen gezogen, vergrub sein Gesicht an ihrem Hals und sog tief ihren berauschenden Duft ein, so als währe es das allerbeste Parfum auf der Welt.

„Das ist es auch... meine Rahel.", raunte er ihr sanft klingend ins Ohr und sie kuschelte sich an seinen heißen Body.
Inzwischen kämpfte sie nicht mehr so sehr gegen seine unglaubliche Anziehungskraft an.
Eigentlich ganz im Gegenteil, konnte sie nach den letzten Wochen, in denen sie endlich auch mal den wahren Dared kennenlernen durfte, der sie von vorne bis hinten verwöhnte, besorgt wegen ihrer  inneren Wölfin um sie herum schlich und immer wieder einfach so, wenn sie nur mal eben an ihm vorbeiging schnappte und auf seinen Schoß zog, mit ihren Haaren spielte oder an ihrem Hals schnupperte.

Es fühlte sich nun leichter an und verspielt.
Er war verspielt.
Die strenge und alles kontrollierende Alphafigur hatte einem fast erwachsenen Jungen Platz gemacht der sich (zumindest ihr gegenüber) nun wie ein ewig lustiger Draufgänger benahm, der ihr nun noch mal auf ganz andere Weise das neue Leben als Werwolf erklärte.

Er ging mit ihr walken, auch auf den Routen der niedrig stehenden Wölfe, stellte sie dem gesamten Rudel vor, jetzt ungefähr 1201 Werwölfen, denn das Baby war inzwischen geboren und sie hatte Elise und Marek diesmal ganz offiziell als ihre Luna besucht und das kleine Mädchen auf dem Arm halten dürfen.

Es war so wunderhübsch. Dared hatte daneben gestanden und ihr zugeflüstert ob sie nicht auch bald so eins haben wollte.
Das hatte sie ihm dann aber nicht beantwortet sondern ihn nur betont streng angesehen.
Weil...
Hallo??? - Sechzehn????

Aber das verstanden die Werwölfe wohl nicht. Laut ihrem Gesetz war man mit sechzehn ausgewachsenen, war ja klar!

Er ging mit ihr nun außerdem zwei mal wöchentlich in die Selbsthilfegruppe der gebissenen Wölfe (wenn es keinen Notfall gab) und hörte sich dort auch mal die Sorgen, Ängste und Nöte seiner weniger angesehenen Rudelmitglieder an, konnte sogar ab und zu helfen, Streitigkeiten mit geborenen Wölfen zu schlichten oder sie ganz beenden und auch bei Verwandlungsproblemen Tips geben.

Auch Rahel lauschte ihm immer sehr aufmerksam. Vor allem, wenn er über allgemeine und alltägliche Werwolfthemen sprach, mit denen er ja aufgewachsen war, die aber die gebissenen Wölfe so nicht wissen konnten, weshalb sie immer wieder bei den geborenen unhöflich, aufdringlich oder tollpatschig scheinend aneckten.

Dared verwunderte es immer wieder zu sehen und zu erkennen, dass die menschgeborenen Werwölfe nicht absichtlich oder aus Trotz oder Wut über ihre Verwandlung die allgemeine Rudelordnung störten.
Es machte ihn letztlich geduldiger, mit Ihnen und bald schon schickte er noch andere Werwölfe in der Gruppe vorbei, um die ahnungslos gelassenen gebissenen Wölfe mit ihren Erklärungen zu egal welchem Thema zu unterstützen.

Selbst Mahmen kam schließlich mit dazu und gab an selbst auch noch längst nicht alles zu Wissen.
Also wurde aus der Selbsthilfegruppe letztlich doch noch eine Lerngruppe gegründet, die sich bald schon in verschiedene Klassen mit verschiedenen Inhalten aufzuteilen begann. Denn immer mehr der gebissenen Wölfe kamen dazu, bis es letztlich fast alle sechshundert zu den Gruppen zog.
Sogar Marnies Mutter war dabei und sie selbst auch. Sie saßen zusammen mit Rahel in der Änfängerklasse, zusammen mit Otto, dem Arbeiter der überlebt hatte und mit seiner rein menschlichen Familie immer noch in seinem Haus im Dorf leben dürfte, solange sein Wolf nicht zum Problem wurde und mit noch einigen Mädchen und einem Jungen vom den diesjährigen Matebällen, die auch noch ganz neue Werwölfe waren.

Es machte sogar richtig Spaß.
Sie lernte endlich so viel mehr über die Werwölfe und ihre Verhaltensweisen, konnte sich damit auch besser anpassen und sogar zeitweise schon ganz zufrieden mit ihrem Leben an Dareds Seite sein.

Denn nun konnte sie auch endlich ganz ausführlich und richtig mit ihm sprechen und ihm vor allem tausende Fragen stellen.

So wie jetzt auch schon wieder, atemlos im Blätterhaufen liegend und seinen heißen Körper dicht an sich spürend.

„Warum sind gebissene Werwölfe immer noch so kälteempfindlich und geborene gar nicht?", fragte sie ihn nach den langen Sekunden des Nachdenkens, Schweigens und Kuschelns in seinen Armen breit grinsend.

Er betrachtete gerade ebenso wie sie den Himmel und die Eiskrusten auf den Zweigen, sah aber selbst nicht dieselbe Schönheit darin.
Doch er bemühte sich nun zumindest zu begreifen, dass sie es schlicht gerade brauchte so wie jetzt gerade in einem nagelneuen, eleganten und schweineteuren Wintermantel mit Kunstpelzkragen in einem mit Schnee überzogenen Laubhaufen zu liegen und den Himmel zu betrachten.

Er hob den Kopf und seufzte genervt und knurrig auf.

Tja... Pech gehabt mein Lieber... grinste sie amüsiert vor sich hin, denn er musste jetzt immer auf jede Frage die ihr in den Sinn kam antworten, egal wie unsinnig oder banal es ihm auch erschien, was sie da fragte.

„Aber das hier hast du mich doch schon gestern gefragt meine Liebste.", küsste er sie nur zart auf den Hals, das Ohrläppchen und die Wange.
„Und vorgestern..!", erinnerte sie ihn leise kichernd.
Er drehte sie mit einem Ruck zu sich um und
grinste sie nun ebenfalls belustigt an.
„Und vor-vorgestern auch schon mal...
Warum frieren geborene Werwölfe nicht?
- Ich habe keine Ahnung warum du so eingepackt herumrennen musst, wenn es draußen schneit.
Also... Meine Liebste Rahel, willst du gerade vielleicht einfach nur den Alpha in mir reizen?", vergrub er seine Hände in ihren wunderschönen langen Haaren und tupfte einen zärtlichen Kuss auf ihre lächelnden Lippen.

„ Vielleicht..., wer weiß?", kicherte sie nur belustigt weiter, denn das machte ihr ja nun schon seid Wochen keine Angst mehr. 

Statt dessen vergrub nun sie ihrerseits seufzend ihre Nase an seinem Hals.
Er roch so gut nach Dared und Wald und Schnee.
Ach, Wenn sie beide doch nur ewig so liegen bleiben konnten... kein Alpha, keine Luna, nur Dared und Rahel und der ewig blaue Himmel.

Er kraulte sanft ihren Nacken und wartete. Diesmal wartete er auf sie und nicht sie auf ihn. Aber Rahel wusste dass er sie nicht mehr drängen würde ihm zu Antworten, warum sie nicht ins Haus gekommen war sondern lieber hierher.
Nein... Jetzt nicht mehr.

„Zwölfeinhalb Jahre hat er gekriegt. Ich bin ja schließlich nicht gestorben. Und meine Tante hat sechs bekommen wegen Beihilfe.
Mein Onkel hat geheult wie ein Kleinkind!", erzählte sie ihm endlich ganz, ganz leise.

Er hob ihren Kopf an und schnaubte spöttisch.
„Zwölfeinhalb Jahre Knast?", fragte er sie ernsthaft.
Sie nickte nur tief durchatmend und küsste ihn ganz zart und sanft auf seinen leicht geöffneten Mund bevor sie direkt an seinen Lippen flüsterte. „Zwölfeinhalb Jahre wegen versuchten Nordes in besonders heimtückischen Absicht. Er wird auf neun Quadratmetern, hinter Gittern, ohne Wälder, freien Himmel, Armanie-Anzügen und teuren
Uhren bleiben müssen. Keine Reisen, kein Tapetenwechsel und seinen Erbteil von Papa bekommt er auch nicht mehr ausgezahlt.
Statt dessen wird er von seinem Knastgeld dass er dort verdient, seine Schulden zurück zahlen müssen, bei mir.
Und Isabelle und David? Kommen erst mal zu ihrer Oma Mütterlicherseits.
Und hey! Ich hab sogar meine Swarovski-Uhr und mein altes Handy wieder. Hab den Richter gefragt ob sie denn meine Sachen, Geschenke von meinen Eltern zu Weihnachten und Geburtstag - einfach so behalten dürfen.
Isabell hatte sie sogar am Handgelenk.
Wie doof kann man eigentlich sein? Jetzt sind beide selbst noch wegen Diebstahl und Nötigung dran. Hat der Staatsanwalt schon in Aussicht gestellt.", schloss sie nachdenklich.

Eigentlich hätte sie sich ja freuen und triumphieren müssen. Aber das konnte sie einfach nicht.

„Meine Luna hat sich noch im Gericht ihr Eigentum zurückgeholt. Das gefällt mir, auch wenn ich die alle lieber tot sehen würde!", brummelte er nur wieder grinsend und sie stützte sich mit blitzenden Augen etwas auf.
Aber... das wirst du nicht tun. Und ich bin jetzt übrigens für mich selbst verantwortlich. Der Richter hat es mir erlaubt, dank meiner hervorragenden Noten in der Schule. Ein Internat meiner Wahl, bis ich achtzehn bin, Direktauszahlung auf mein Konto und die Schulgebühren plus Nebenkosten direkt an die Schule aus dem Fonds.
Alles geklärt. Ich bin jetzt frei!", lächelte sie ihn leicht gequält an.
Schon hatte er sich mit ihr zur Seite gedreht und sein Blick wurde ernsthaft, während er sich aufstützte und sie forschend anblickte.

„Alles in Ordnung mit dir, Liebste?
Du wirkst ja nicht sehr glücklich?!
Haben sie dich etwa doch noch einmal in den Zeugenstand gerufen?", fragte er sie besorgt.

Sie nickte nur kurz stirnrunzelnd und er nahm sie fest in die Arme. „Es hat dich aufgewühlt?", vermutete er leise, doch sie schüttelte nur den Kopf.
„Ich ...hatte nur bisher das Video noch nicht gesehen.  Und genau das ist es, warum ich jetzt hier so rum liege, Dared.
So ein krasses Video, so brutal. Und hier ist es so friedlich und still dagegen.

Ich will lieber friedlich und still haben, als so was, verstehst du das?!", fragte sie ihn leise, obwohl er es ganz eindeutig nicht verstand,
Werwölfe lebten und atmeten nun einmal für einen guten Kampf.

„Mir war gar nicht bewusst dass du es selbst noch nicht gesehen hast. Ging doch im Fernsehen rauf und runter und vergiss nicht... Du hast es gemacht.", erinnerte er sie verdutzt.

„Ja, aber ich hab's dir doch nur noch ganz schnell geschickt, damals. Ich hatte keine Zeit es noch selbst anzuschauen, weil ich meinem Onkel das Handy danach an den Kopf geworfen hab um Zeit zu haben über den Zaun zu kommen. Aber dort im Gericht..."
Sie seufzte tief auf und presste sich wieder fest an ihn, vergrub ihr Gesicht diesmal an seiner Brust und erbebte ganz kurz.

„Hey...?!", zog er sie gleich noch mehr besorgt zu sich empor und zwang sie dazu ihn wieder anzusehen.
„Ehrlichkeit!", verlangte er von ihr.

Denn das waren die Regeln, die sie gleich nach dem Rudel-all-in vor einem Monat, verabredet hatten.
1. Auf jede Frage gibt es eine Antwort!
2. Ehrlichkeit!
3. Gegenseitiges Einmischen in laufende Prozesse erlaubt, sofern es wichtig ist für das Rudel oder Leib und Leben des Gefährten!
4. Wenn einer den andere missachten, ignorieren oder kalt behandeln würde, dürfte der Partner handgreiflich werden, auf gleich welche Weise auch immer.

Dared küsste und umarmte sie nun immer.
Tja und sie...?
- Hatte immer noch die Eisenstange in der Ecke hinter der Tür stehen.
Fand sie zwar fies, aber er absolut nicht. Typisch Werwolf...
Es härtet ab und ist außerdem der tief greifende Nachdruck, den du brauchst um bei mir Eindruck zu schinden.
Ich kann nämlich manchmal wirklich ausgesprochen dickköpfig sein...
und eigensinnig...
und auf dem absoluten Holzweg.", hatte er ihr schlicht mitgeteilt und sie lieb angelächelt, so als hätte er ihr gerade vorgeschlagen ihn mit Blumen zu bewerfen statt mit einer massiven Eisenstange zu verhauen.

Rahel begriff seid diesem Tag immer mehr dass er sie wirklich nicht verletzen wollte.
Er war viel aufmerksamer, als vorher. Er fragte sie jeden Tag mindestens zehn Mal ob auch alles in Ordnung war. Und wenn sie sich auch nur mal ganz leicht schnurrend an ihn lehnte, weil er sie gerade kraulte oder sie ihn ganz leicht spöttelnd wegen irgendwas provozierte, sah er ihr sofort ganz tief und forschend in die Augen.

Oh ja, ihr Inneres Miststück hatte doch noch weit mehr bei ihm eingeschlagen als die harte Eisenstange. Und er wollte sie nicht zurück. Nicht mal für nur eine Minute.
Er wollte nur Rahel... das Original.

Seidher waren sie beide dann aber auch oft viel zu ehrlich zueinander, dachte sie um Fassung bemüht.

Zum Beispiel vor zwei Wochen, als sie Morgens direkt vor der Schule erfuhr, dass er mal eben für zwei - drei Tage in den Krieg gegen Röhn und Kellerwald ziehen würde.

Woahhh!!! Daran wollte sie am Liebsten gar nicht mehr denken...

———

Er hatte sie nur noch lächelnd geküsst und gemeint er würde sie heute Abend vielleicht mal anrufen... wenn er nicht mit Kämpfen beschäftigt sein würde.
Ha Ha ... nicht lustig.
Wirklich gar nicht!
Dann hatte er sie aber auch schon geküsst und war gegangen.
Der reinste Horror!!!
Und er war ganze fünf Tage weggeblieben, nicht drei.

Die letzten zwei Tage hatten sie dann gar nichts mehr von ihm oder dem Rudel gehört und als Oliver, der zum Schutz mit seiner Wächtergruppe zurückgeblieben war eindringende Kellerwald Wölfe meldete, hatte Mia sich ein Herz gefasst, sich Rahels Handy geschnappt und beim Taunusalpha angerufen:

„Hier ist Mia. Wir werden angegriffen. Mein Bruder ist gegen Röhn und Kellerwald raus, aber die kommen jetzt von eurer Seite gegen uns... dachte das interessiert dich vielleicht. Wir haben hier aber noch eine Gruppe Wächter stehen, keine Sorge. Hab zwar keine Ahnung wie viele es sind, aber alle geborenen Wölfe halten sie auf... ich auch. Rahel hat mich schon gut unterrichtet, ich schaff das schon. Wollte dir nur Bescheid sagen, falls doch was schief geht. Schließlich bist du mein Mate. Rahel hat gesagt ich soll dir Bescheid sagen. Also Wiedersehen.", schloss sie leise und tonlos sagend, weil sie dann nicht ganz so krächzig klang.
Bevor er noch irgendwas erwidern oder es ihr verbieten konnte hatte sie einfach wieder aufgelegt und Rahel bebend angesehen.
„Der kommt ganz sicher... Ich muss aber mit dir zusammen draußen sein, wenn er kommt. Sonst reißt er mir noch wegen Lügen den Kopf ab.", hatte sie ängstlich geflüstert.
Also hatten sie sich verwandelt und waren zu Oliver dazugestossen, der sie erst total entsetzt angesehen hatte. Doch noch mehr Wölfinnen wären Mias Aufruf zum Kampf gefolgt und wie es sich herausstellen sollte, war das auch bitter  nötig. Rahel hatte sich so einiges auf die Schnelle abgucken müssen und ihre Wölfin hatte bei einigen Gegnern den Kampfpart komplett alleine übernommen um ihr das Leben zu retten.
Sie hatte in Notwehr einen Wolf schwer verletzt, aber Oli hatte ihn schließlich getötet. Drei Stunden lang hatten sie im Wald gekämpft, bis auf einmal eine weitere wilde Horde über sie kam.
So irre und gewaltige Riesenwölfe.
Den Auftakt machte der Taunusalpha, der einen Gegner von Mia runter holte, den Rahel gerade hatte treten wollen.
Das zierliche Wolfsmädchen hatte gegen den hühnenhaften Wächter gar keine Chance gehabt.
Doch der Alpha zerfetzte ihn einfach nur und blieb dann bei der sich zitternd aufrappelnden Mia stehen, ebenso wie Rahel, die sich sofort wieder verwandelte und die Gunst der Stunde nutzte.
Deswegen benötigen wir einen männlichen Wächter als Übungspartner. Du hast ihn zu nahe an dich rangelassen, Mia! Bleib auf Abstand!", sagte sie zittrig fühlend bei seinem grimmigen Blick.
Okay.. sie musste also doch noch mehr sagen. Es war eigentlich unnötig extra zu kommen, Alpha, dich begrüße ich euch auf unserem Territorium. Wir kommen auch ohne euch mit Ihnen zurecht.", sagte sie genau so arrogant wir Mia es ihr befohlen hatte. Denn Schwäche konnte sie sich gegenüber einem solchen Gegner nicht erlauben, hatte die ihr erklärt.

Der Taunusalpha wandelte dich daraufhin und auch Mia tat es und sah ihn böse an.
Aber Rahel sah wie sehr sie unter seinem finsteren Blick  tatsächlich zitterte.
Er lächelte trotzdem kurz zufrieden zu Rahel hin und nickte schließlich.
„Aber nur der Schwule Wächter, kein anderer fasst sie an.
Ist er hier? Ich will ihn sehen.", verlangte er gefährlich knurrend.
Rahel lächelte nur entschuldigend und schüttelte den Kopf.
„Er ist beim Alpha, wo er im Krieg auch hingehört!", krächzte Mia furchtbar klingend auf.
Der Taunusalpha sah sie erst verwirrt, dann aber spöttisch an.
„Hast du solche Angst vor mir, dass es dir die Stimme verschlägt?", hatte er sie gefragt.
„Nein.", mischte sich nun Rahel zornig aufbrausend ein. „Stell dir vor... das ist deine Schuld, dass sie nun so klingt. Du hast ihr auf dem Mateball den Kehlkopf zerquetscht, schon vergessen, Alpha?
Und als du sie markiert hast, hast du sie wohl auch noch mal dort erwischt, wobei du viel zu tief und zu brutal zugebissen hast. Es ist bis heute nicht geheilt und wir wissen nicht warum."
Er blinzelte erst verwirrt dann aber entsetzt auf die immer noch böse guckende Mia runter.
„Mia...", sagte er diesmal leise, doch fast so als hätte Rahels Nähe ihr Kraft gegeben, ihre Angst vor ihrem grausamen Mate zu überwinden, hieb das junge Mädchen ihm ihre Hand einmal blitzhaft hart ins Gesicht, verwandelte sich dann blitzschnell und rannte in Wolfsgestalt davon.

Ja...  das war auch noch mal so eine Sache gewesen.

Eine gute für Mias Selbstbewusstsein und eine schlechte für den Taunus-Alpha.
Er hatte Rahel danach auch nur noch angeknurrt Mia bitte zu folgen und sie weiter zu beschützen und noch besser auszubilden. Dann hatte er die Grenzen des Reviers mit seinem eigenen Rudel verteidigt bis Dared und seine Wölfe zurückgekommen war... siegreich und stinksauer über die Ehrlosigkeit des gegnerischen Rudels.

Aber zumindest die Röhn würde sie nun nicht mehr so schnell angreifen.
Denn Dennis, der sowieso von diesem Rudel abstammte, hatte im Kampf ihren neuen Alpha getötet und würde darum ab sofort der nächste Alpha sein.
Es gab dort niemanden mehr der auch nur ansatzweise gegen ihn hätte ankommen können.
Und nach den abgehaltenen Alphazeremonien musste sich das Rudel nun wohl oder übel Dennis Herrschaft über sie beugen.

Das war ein Punkt der Rshel nicht do gut gefiel. Sie hatte den lebhaften Dennis der gut mit Dareds Kraft zurechtkam gemocht.
Ihn nur noch bei Besuchen oder den Matebällen zu sehen verwirrte sie schon sehr.
Außerdem hatte sie nun noch eine Schülerin zur Kampfausbildung anzuleiten.
Die junge Marnie, die Dennis im Moment ja noch nicht mit sich nehmen konnte.
Ab sofort wurde auch sie von Rahel lernen wenn es um den Mensch ging und Sebastian und sein Mate Jens würden die Wolfskampfausbildung übernehmen.

Damit war nun also die Röhn ein Verbündeter und nur der Kellerwald blieb einzig noch als ihr Todfeind übrig. Angeführt von einem sehr zornigen Jungen, der um seinen Vater, den letzten Alpha trauerte.

———

Wo bist du nur mit deinen Gedanken? Der Krieg ist doch längst vorbei!", holte Dared sie sanft auf die Lippen küssend in die Wirklichkeit zurück.

"Krieg unter Werwölfen ist echt brutal.
Ich bin froh dass du mich da rauslassen wolltest.

Aber das Video hat mich wieder daran erinnert dass auch die Menschen echt brutal und grausam sein können. Es hat alles wieder aufgewühlt.

Und das ist irgendwie echt komisch, weil ich es damals im Auto eigentlich gar nicht als so brutal empfunden habe.
Ich hab nur die ganze Zeit geplant... mir gesagt, Schrei noch ein Bisschen schriller, lass bloß das Handy nicht los und dreh es zu ihm hin, dass man vielleicht wenigstens ein Bisschen was von ihm sieht, aber heute dann im Gericht... als sie es sich alle angesehen haben und ich auch..."
Rahel schüttelte nur hart schluckend den Kopf und er strich ihr beruhigend über den Kopf und die Schulter hinab.
„Ich saß noch im Zeugenstand und... hab nur andauernd gedacht das da... auf dem Video... das bin nicht ich! Das kann ich gar nicht sein!
Das ist doch alles nur halb so schlimm gewesen, in dem Moment... damals zumindest hab ich das so gedacht.
Ich hab es nicht gewollt, ehrlich... Aber als ich mich selbst gehört hab, die da so bestialisch laut geschrien hat, wenn er mich getroffen hat... Als würde ich am Spieß stecken und lebendig braten..." Sie schüttelte gleich noch einmal den Kopf und schniefte an den aufsteigendenTränen.
„Ich hab voll losgeheult und bin dann auch noch raus gerannt. Die mussten die Verhandlung sogar wegen mir unterbrechen und ich wollte am liebsten auch nicht mehr da rein gehen, weil mich alle do angesehen haben als währe ich ein Opfer.
Und oh Msnn der Film!  hey... es war kein Wunder, dass du so daüber ausgerastet bist. Absolut kein Wunder.
Wenn ich heute nur sehe was du schon machst wenn mich jemand auch nur seltsam oder ärgerlich ansieht..."

Er richtete sich augenblicklich angespannt auf und atmete keuchend aus.
„Dann denkst du nun also doch noch mal darüber nach ob ich deinen Onkel killen darf... ich meine... sobald er wieder raus kommt, ja?", fragte er sie hoffnungsvoll.

Rahel sah ihn nur kurz düster an, konnte aber ihre gespielte grimmige Miene nicht lange aufrecht erhalten.
„Frag mich das einfach noch mal in zwölf Jahren, okay?!", spöttelte sie schließlich schnaubend.
Er grinste breit in sich hinein und ballte siegessicher seine Faust.
„Yes!!!"

„Uh-Uh!", wedelte sie sofort leicht hilflos auflachend mit dem Zeigefinger vor seinem Gesicht herum.
„Ich hab nicht Ja gesagt!"
„Aber auch nicht nein, meine Mate.
Und das bedeutet für mich dass ich jetzt Zwölf lange Jahre Zeit habe dich davon zu überzeugen, dass die Welt viel besser ohne diesen Arsch auskommen kann!", stellte er zufrieden fest.

Rahel grinste nur verlegen zu ihm auf.
„Ich hab dich auch mal Arsch genannt.", flüsterte sie leise.
Da rollte er sich halb über sie und Rahel blickte mal wieder ganz erstaunt in seine silberfarbenen und unglaublich tollen Augen hinein, zeichnete mit ihren Fingerspitzen fasziniert sein leicht kantiges Gesicht nach und brachte ihn dadurch sofort zum schnurren...
Und Brummen...
Wahnsinn, wie das sogar noch in ihr nachvibrierte.
Hach, und immer wieder diese durchstartenden Düsenflieger im Magen...

Er grinste breit, las offenbar mal wieder ihre Gedanken mit.
„Nur du darfst mich ungestraft so nennen, wenn ich es in deinen Augen verdient habe, meine wunderschöne, tapfere Rahel!", gestand er ihr leise zu.

„Und nur du darfst mich so wie jetzt im Arm halten und Küssen... und mich heute Nacht vielleicht zu deiner Luna machen.", flüsterte sie mutig lächelnd zurück und sah die Freude und Verwunderung  und schließlich aber Skepsis in seinen Augen aufblitzen.
„Ich dachte du willst noch warten bis du achtzehn bist?!", flüsterte er leicht heiser klingend und strich ihr sanft die Haare aus dem Gesicht zurück.
Sie griente kurz etwas verlegen. Mit ihm über so was zu sprechen viel ihr doch immer noch sehr schwer.

„Also... ich hab mir gedacht... jetzt bist du doch soo viel netter und aufmerksamer zu mir.", lächelte sie leicht unsicher zu ihm auf.
Er runzelte nur sofort noch skeptischer die Stirn und schnaubte kurz. „Was?"
„Und ... na ja ...Werwolf-Mädchen sind schon mit sechzehn erwachsen... und ich bin jetzt Siebzehn, das währe also ein Kompromiss...", fügte die vernünftig klingend hinzu.
„Sag mal, willst du mich verarschen?", fragte er sie sich abrupt aufsetzend.

Rahel kicherte schon fast los über seinen halb entsetzten und halb begierigen Gesichtsausdruck, bemühte sich aber immer noch um ein eher ängstliches oder unsicheres Gesicht.
„Na ja... ist eben nun mal so. Ich bin deine Luna und meine Wölfin wird ja auch bald schon wieder heiß... Und ich dachte mir, ich komme ihr vielleicht diesmal zuvor?", fragte sie ihn so halb und sah seinen Mund aufklappen... weit.

Sie biss sich auf die Unterlippe und runzelte noch heftiger die Stirn während sie hastig weiter sprach und sich erneut das Lachen verkniff..
„Weißt du, ich glaube inzwischen, das mit der Übernahme diesen Tag... hat nur daran gelegen dass ich nichts von dir wollte, die ganze Zeitbüber.
Sie ist sooo heiß auf dich, sie will dich haben, in deinen Armen liegen, geküsst werden, sich an dir Reiben und ich inzwischen..."
Er hatte sie aus dem Blätterhaufen hochgezogen noch bevor sie blinzeln konnte.
Die Schlampe versucht es gerade wieder, oder? Es fällt dir schwerer ihr zu widerstehen, wenn ich dich anfasse.
Ich tu es also erneut, oder? Ich lenke dich von ihr ab und sie kommt dann einfach durch die Hintertür reinspaziert...
Kämpfe dagegen an Rahel! Komm schon! Lass das Luder bloß nicht noch mal gewinnen!"
Er war nun total entsetzt und schüttelte sie schon fast... wurde sogar kreidebleich.

Rahel konnte einfach nicht mehr anders.
Sie wollte sich ausschütten vor Lachen, über sein panisches Gesicht.

Oh nein... scheiße... zu spät!", stöhnte er leise keuchend auf, und schüttelte sie dann sofort verzweifelt noch viel mehr.
Bring mir meine Rahel zurück, du mieses Flittchen!!!
Sofort lässt du die gehen, sonst passiert wieder genau das Selbe wie letztes Mal!", brüllte er sie aufgebracht an und Rahel kreischte nun fast vor Lachflash los, bevor sie dann einfach mal kichernd und glucksend so tat wie ihre Wölfin ja angeblich zu ihm gewesen war und sich ganz breit grinsend an ihm rieb
Aber Schnäuzelchen...?! Wie sprichst du denn mit deiner Luna?!", flötete sie bemüht sogar zu schnurren, doch es wurde doch eher nur ein Prusten draus.
Und so langsam schien er zu begreifen, dass es doch immer noch Rahel war, die er in den Armen hielt.

Du kleine, fiese Laus!", atmete er erleichtert auf und zog sie einfach ganz fest an sich.
Wehe du erschreckst mich noch mal so!"
Rahel kicherte wieder nur leise auf und schüttelte, sich immer noch die Lachtränen wegwischend, den Kopf.

„Na ja... was kann ich denn dafür dass du nicht kapierst dass ich jetzt bereit bin mein Leben mit dir zu teilen, du großer böser Wolf du?
Ich gestehe dir hier quasie meine Liebe und du schüttelst mich durch und nennst mich auch noch Flittchen. Da konnte ich einfach nicht anders!", plapperte sie einfach nur kichernd drauflos.
Im nächsten Moment hatte er sie schon wieder von dich geschoben und sah die superernsthaft und fast schon geschockt an.

Sag das noch mal!", krächzte er nun beinahe genau so wie Mia immer
Rahel schüttelte nur leicht verwirrt lächelnd den Kopf. „Oh ja... okay, reg dich ab. Ich hab nur kurz mal so getan wie meine Wölfin... es tut mir Leid. Ich dachte nicht dass es dich so aufregt..."
„Nein... Rahel nein... nicht das. Ich meine den Teil mit der Liebe... du hast eben zu mir gesagt... ich meine... du hast mir gerade doch auf deine irre Rahel-Weise deine Liebe gestanden, oder?!", fragte er sie angespannt.

Rahel sah ihn nur leicht zweifelnd und dann aber doch ernsthaft säuerlich an.
Irre Rahel-Weise nennst du es, wenn ich dir vorschlage heute Nacht schon deine Luna zu werden, weil ich mich inzwischen hoffnungslos in dich verliebt habe, du Arsch???
Sag mal... Hast du eigentlich noch alle Nadeln an der Tanne, eh? Ich dachte es freut dich und statt dessen markierst du hier schon wieder mal den Dicken...?"
Er hatte sie gepackt und würgte jedes weitere Wort mit seinen heißen Küssen ab, noch bevor sie überhaupt kapiert hatte dass er es tat.
Erst trommelte sie noch mal mit der Faust hsrt gegen seine Brust doch dann... presste sie sich an ihn und hopste sogar an ihm hoch und schlang die Beine um seine Hüften.

Schon dachte er wieder an ihr Miststück, das übrigens gerade in ihrem Kopf leise los kicherte und ihr innerlich High-Five anbot und wollte sich von ihr lösen. Da zog Rahel nun selbst gefährlich aufknurrend ihren Kopf zurück und umfasste diesmal selbst mit warnend funkelnden Augen und beiden Händen sein Gesicht.
Ich schwöre es dir... wenn du mich auch nur noch ein Mal fragst ob ich das Miststück bin und jedes Mal wenn ich eine Umarmung erwidere von mir abrückst, nur um mir in die Augen zu gucken, wirst du warten bis ich Einundzwanzig bin, bis wir zusammen ins Bett gehen, kapiert?!, knurrte sie ihn so wölfisch an dass er kurz verdutzt blinzelte, bevor er nun ebenfalls breit zu grinsen begann.

„Ernsthaft, also? Du liebst mich?", fragte er sie verführerisch tief brummend.
Sie verdrehte die Augen und wollte knurrend von ihm runter rutschen, doch diesmal hielt er die fest und drückte die zudem auch noch mit dem Rücken gegen den nächstbesten Baum.
„Du liebst mich!", stellte er leicht atemlos fest und fand erneut ihre Lippen für einen weiteren Kuss.
Rahel lächelte nur breit und nickte derweil wieder los kichernd.

Du liebst mich!", wiederholte er nun restlos überzeugt auflachend, als er sich wieder zum Luftschnappen von ihr löste und erneut nickte sie hell auflachend und nach Luft schnappend zu ihm auf.

Ohhh ... wie er sie anblickte ...

Er sah sie so voller Liebe und Hoffnung und Stolz an dass sie dachte er müsste gleich platzen vor Glück und ebenso fühlte sie es auch in sich selbst erblühen.

Ihre Herzen und Seelen waren eins, als sie sich erneut küssten und dann beide den Kopf in den Nacken warfen, um mit ihrem gemeinsamen jubelnden Wolfsgesang das ganze Rudel an ihrem endlich gefundenen Glück Teil haben zu lassen.

Ende

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Da das Buch jetzt auch im Handel erhältlich ist, gibt es hier leider nicht mehr die total komplette Rohfassung zu lesen. Aber die abgeschlossenen Kapitel so wie ich sie hier im Brainstorming geschrieben habe (nur ohne den Epilog) lasse ich hier stehen.
Wie gesagt im Buch ist einiges noch mal anders, besser erklärt, klarer und mehr Fragen werden beantwortet.

Aber was danach aus Rahel wund Dared wurde und auch die vielen kleinen Überraschungen und Zusatzkapitel könnt ihr euch nun im 
Hardcover , demnächst auch im E-Book und voraussichtlich ab August 2018 auch im Softcover nachlesen.

Jetzt überall im Handel erhältlich ( auch in Österreich und in der Schweiz!)
Wurde mir zumindest so gesagt.

Und bitte 🙏🏻🙏🏻🙏🏻
Über die Buchläden wäre es mir am liebsten, damit diese darauf aufmerksam werden!!!
Doch auch über Amazon könnt ihr es natürlich unter dem Titel oder meinem Namen: Bea Stache finden.