Ok, ok...
Sie war Schuld.
Natürlich.

Aber sie hatte ihn ja gewarnt, oder?
Hatte sie ihm nicht laut und deutlich gesagt dass sie nicht Autofahren konnte?!
Ja, bei Gott, das hatte sie!

Mit einer irren Mischung aus Panik, nahe an einem hysterischem Lachanfall und auch ein ganz klein wenig Schadenfroh stand sie am Straßenrand und sah zu wie Dared reichlich fassungslos vor seinem nun ziemlich zerknautscht aussehendem Porsche hockte.
...
Seine Miene verhieß echt nix Gutes.
Sie hätte eigentlich panisch kreischen weglaufen müssen. Aber eigentlich war ihr gerade eher nach prustendem Lachflash zumute, als sich zu fürchten, denn sein Gesicht war einfach Göttlich dumm und... tja eben und.

Andererseits würde er sie in dem Fall das sie ihn auslachte, vielleicht ganz schnell und grausam umbringen, also ließ sie es dann doch besser bleiben und kaute nur angespannt auf ihrer Lippe herum.
Schweigend.
Wartend.
Denn er hatte seid dem Crash immer noch nicht richtig reagiert...
Zumindest offensichtlich richtig...
Etwas sagend.
Oder fluchend.
Oder ihr den Kopf abreißend...
Oh Gott bitte.. was dauerte denn da gerade so lange? Und warum musste sie nun trotzdem grinsen wie blöde und sich noch fester auf die Lippe beißen, um nicht los zu lachen?!
Er würde dir umbringen, garantiert.
Und dann auf ihren sterblichen Überresten eine Runde Rumba mit Tanja tanzen...

Am liebsten hätte sie nun ihrer Wölfin einfach  gesagt: "Los, auf, Trulla, verwandle mich...! Damit ich so schnell wie möglich zurück zu dieser Höllen-Schlucht sprinten und mich gleich noch mal da runter stürzen kann, noch bevor Dared mich einfach packt und zerfleischt."
Aber sie tat es nicht.

Denn jetzt gerade war alles sanfte und nette an ihm restlos verschwunden.
Oh nein... jetzt knurrte er doch noch ganz leise los.

Gott oh Gott!!!!

Dabei hatte sie diese Fahrstunde im Porsche eigentlich gar nicht gewollt. Ja, es sogar eher für einen Scherz gehalten.

Doch als sie nach dem Duschen, Föhnen und anziehen (Leggins mit einem weinroten, flauschigen Longpulover und ihren weinroten, rustikalen landrover-Schuhen) ging sie wieder runter, weil ihr Magen nun wirklich extrem knurrte.
Doch im Kühlschrank fanden sich nur noch ein kümmerlicher Rest Milch und im Oberschrank ihr Schokomüslie.

Sie sah auf dir Uhr und dachte sich, dass es schon reichlich spät für ein Frühstück war aber auch alle anderen Schränke und Regale waren lehr.

Da kam Dared stirnrunzelnd hereinmarschiert.
"Darf ich fragen was du da gerade suchst? Vielleicht kann ich ja helfen!?"
Kurz schrak sie zusammen, doch dann entschied sie,  dass sie gerade ja gar nichts falsch gemacht hatte und drehte sich mit finsterer Mine zu ihm um.
"Ich suche nur was zu Essen. Aber es ist überhaupt nichts mehr da?!"
Er hob verdutzt die Brauen und schaute selbst noch einmal in die Schränke rein und kratzte sich schließlich kurz am Kopf und lächelte sie leicht hilflos an.
"Kennst du dich eventuell mit so was aus? Ich meine Kochen und Zutaten dafür einkaufen?", fragte er sie angestrengt feixend.
- War jetzt irgendwie nicht sein Ernst oder???

Doch dann hielt er plötzlich seinen Porsches Schlüssel in der Hand.
Wobei das noch nicht mal ein richtiger Schlüssel war, sondern mehr ein Sender, der den Porsche auf einen Knopfdruck hin anspringen ließ...

Ok, ok... ja!
Sie war alleine bei der Vorstellung auch mal selbst einen Porsche selbst zu fahren schon schwach geworden... war also doch käuflich. Nicht mehr nur mit Küssen aber wohl mit einem Porsche.

Schon saß sie mit ihm im Wagen und bekam die Pedalen erklärt, Gänge, Hebel und Lichter, Spiegeleinstellung, Sitzeinstellung und dann... Tja... hatte sie den Motor mit diesem halb versenkten Knopf in der Konsole gestartet und war unter den SEHR skeptischen Blicken der Rudelwächter, langsam vom Parkplatz gerollt.
Sie hatten das Anfahren und Halten geübt, das Blinken und Schauen.
Dann erst dürfte sie holpernd und die Gänge suchend weiterfahren.
Dared hatte sich nur noch grinsend im Sitz zurückgelegt und behauptet das sei jetzt schon alles.
Absolut Kinderleicht...

Jaaaaahaha!
War's wohl gewesen.
Ungefähr zwei Minuten lang pure Hochstimmung.
Sie fuhr einen Porsche... hurraaaaa!!!
Bis dann plötzlich ein Irrer Wolfwelpe einen Hasen nur ein paar Kilometer weiter über die Straße gehetzt hatte und sie die Bremse aus versehen mit dem Gaspedal verwechselte.

Sie waren eigentlich ja noch langsam genug gewesen, um ordentlich zu bremsen... tjaaaaa.
Eigentlich.

Dared hatte gerade noch rechtzeitig eingegriffen und das Lenkrad "Bremsen!!!" aufbrüllend herumgerissen, um den Wolfwelpen nicht zu erwischen aber da sie ja schon mit Bleifuß auf dem  stand...(?!)

Und so waren sie mit dem wunderschönen Porsche, frontal gegen den nächsten Baum gekracht.
Tjaaaaaaa...
und da standen und hockten sie gerade nun immer noch.

Plötzlich erhob Dared sich wieder knurrig klingend und kam mit gesenktem Kopf und großen Schritten auf sie zu.

Hu!!!?
"Es tut mir Leid...!", rief sie eilig, doch er hatte sie schon gepackt und gegen den nächsten Baum gedrückt, hielt ihr Gesicht zwischen den Händen und seine Stirn presste sich sanft gegen ihre.

OMG???!!!???

Sie keuchte leise auf und erzittere ein wenig, vor Schreck. Doch da stöhnte er nur leise auf und strich ihr sachte über die verkrampften Arme und den Rücken, bevor er sie kurz  ganz fest an sich zog.

"Du hast ja so Recht, ich bin ein egoistischer Arsch.
Wir bauen gerade erst einen Unfall und das erste was ich mir danach anschaue ist mein blöder Porsche!", flüsterte er hilflos und keuchte nun selbst reichlich hart und hastig auf, bevor er sich leicht von ihr löste und ihr noch einmal sachte und besorgt blickend über die Schultern strich.

"Bist du okay, Rahel?
Nichts verletzt?
Hast du vielleicht Schmerzen irgendwo?", fragte er sie so eindringlich und weich und besorgt, dass sie schon wieder nicht wusste, ob sie nun lachen oder los weinen sollte.
Sie entschied sich schließlich für's leise zittrig Aufkeuchen und Kopfschütteln.

Erleichtert seufzte er ebenso auf und zog sie noch einmal fest an seine Brust, bevor er sie schließlich wieder losließ, sich halb abwandte und kurz die Augen schloss.

"Dennis, ruf bitte den Abschleppdienst, mein Porsche hängt am Baum, in südlicher Richtung.
Ach und bevor du loslachst,  informiere bitte noch Grisa das ihr tolldreister Welpe Mika so gerade eben noch am Leben ist.

Lässt sie ihn noch einmal unbeaufsichtigt drei Kilometer von zu Hause auf Menschengebiet und in der Nähe der Ortschaft  jagen, dann schicke ich ihn zur viel besseren Erziehung an die nördliche Grenze hinauf.
Und es ist mir dann auch egal ob er erst acht Jahre alt ist und alle wieder herum heulen werden, wie streng ich doch mit dem kleinen, armen Bengel sei.
Sie hat mit ihrer Verantwortungslosigkeit gerade fast meine Luna getötet...
Das ist der dritte Unfall in diesem Monat. Er bekommt zwei Tage im Kerker diesmal. Und keiner übernimmt das für ihn.  - Sag ihr das.", brummte er leise und öffnete seine Augen schließlich wieder und sah nun total unglücklich zu seinem Porsche zurück.
"Der war noch ganz neu...", seufzte er schließlich leise.

Rahel sah ihn nur höchst zweifelnd an.
War's das jetzt schon?
Echt???

Aber... hatte sie gerade richtig gehört?
Dared würde einen achtjährigen Werwolf-Jungen in den Kerker werfen...?!

"Es ... Es war meine Schuld, Dared.", sah sie sich also gezwungen zu flüstern. "Ich hab... Gas und Bremse miteinander verwechselt.", flüsterte sie unsicher.

Er nickte nur "Offensichtlich" knurrend  und zog sie am Arm mit zurück zu dem Wrack, öffnete die Fahrertür und wies auf die drei Pedale.
"Links Kupplung, Mitte Bremse, rechts Gas!", erklärte er ihr nun deutlich knapper klingend als vorhin.

" 'kay...", murmelte Rahel nur noch einmal und diesmal noch leiser zu ihm und biss sich schon wieder auf die Lippe, um nicht doch noch laut los zu lachen.
Obwohl er sich gerade wirklich heldenhaft bemühte seine Fassung zu wahren, leuchteten seine Augen doch immer wieder glühendrot auf.
Daher wusste sie zweifelsfrei, dass er gerade wirklich... wirklich sauer war.
Und wirklich ...wirklich wohl auch auf sie.

Doch vermutlich wollte er nicht gleich wieder alles mit ihr verderben, was gerade ja erst wieder begonnen hatte... Also dass sie überhaupt redeten statt sich anzugiften und dass sie aus dem Haus raus ging... 
- Hätte er sie doch einfach übers Knie gelegt, dann würde die sich jetzt nicht so unglaublich schuldig fühlen, vor allem weil sie einfach nicht mit diesem blöden grinsen aufhören konnte.

Oh Gott!!!

Da zückte er sein Handy und grinste ihr kurz betrübt guckend zu.
"... Ja hier ist mal wieder Dared von Blackwood-Industries... Hm-Hm!
Ganz genau, ich hoffe die haben schon vorausgeplant.... Sehr gut. Ja, ich brauche schon wieder einen neuen ... ja, es war mal wieder ein Wildschaden. Aber dieses Mal ist das schöne Teil richtig Schrott.
Sie können natürlich noch sehen, was sie retten können, kein Thema..
Nein...  nein, nein ... hören sie...warten sie kurz...!", er hielt das Handy runter und fragte sie auf einmal total ernsthaft: Was ist deine Lieblingsfarbe, meine Liebste?"
"Äh... lila?", fragte sie ihn gedehnt und fühlte sich langsam immer mulmiger.
Warum wollte er das denn nun wissen?

Er hob das Handy allerdings nur breit grinsend wieder an sein Ohr.
"Bin wieder dran. Genau den Selben bitte noch einmal in lila-metallic ... ja, genau. - so wie meiner, komplette Sonderausstattung, alle Extras...  - nein, nicht für mich... der ist diesmal für meine Frau."

FRAU???
WOAHHH!!!

Sie öffnete schon protestierend den Mund, doch er beendete das Telefonat einfach und zugleich fuhr aber hinter ihnen ein Geländewagen vor.

Dennis, Sebastian und Oliver stiegen aus oder sprangen vom Hänger herunter.
"Genau 3,5 Kilometer. Mein Jackpot, Jungs, meinte Sebastian grinsend und ließ sich von den beiden Anderen jeweils einen Fünfziger zureichen.
Rahel sah ihn sofort wieder abgelenkt weil fassungslos an.
"Du hast gewettet das ich nur 3,5 Kilometer weit komme, bevor ich den Porsche schrotte?", fragte sie ihn ungläubig.
Sebastian grinste nur entschuldigend den Himmel an. War vermutlich auch besser so weil Dared schon wieder zu Knurren begann.

Er mochte es wirklich nicht, wenn einer der Jungs auch nur freundlich zu ihr war.

"Wenn niemand mich jemals ansehen und mit mir sprechen soll, wieso zum Teufel nennst du mich dann bitte Luna?
In eurem Gesetzen heißt es ja, die kümmert sich angeblich um das Rudel, um die Welpen, die weiblichen Wölfe aber auch verletzte und die Leadergruppe, die ständig im Rudelhaus wohnt.
Aber ich bin hier wohl die große Ausnahme was? Weil ich ja nur ein Mensch bin, eh?
Und du kannst mich auch nur immer nur weiter gängeln oder? Und zwischendurch einfach ausnutzen!", warf dir ihm erbittert vor.
Dared runzelte nur wieder kurz die Stirn.
"Rahel nein... so ist es nicht. Ich bin nur... von Natur aus sehr besitzergreifend..."
Ach nee? Ehrlich jetzt?
Warum darf mich dann keiner ansehen oder direkt mit mir sprechen ?
Warum muss ich immer alleine sein, außer mit dir...
Das ist ja noch schlimmer als Guantanamo. Denn selbst da hat man sicher wechselnde Gefängniswärter,.."

Er sprang mit einem Satz vor sie und hielt ihre Arme fest.
"Beruhige dich...", sah er sie besorgt an und suchte selbst dann noch ihren Blick als sie ihm ausweichen wollte. "Hey, hey, hey!  Ich hab doch gar nichts gesagt..."
"Aber geknurrt...!", warf sie ihm zornig vor.
"Na ja... ich bin eben ein Wolf. Und Wölfe Knurren eben."
- Aber nicht Ihre Freunde an, die nur nett zu mir sind. Weil das menschlich ist und freundlich und normal und weil ich ein paar Leute um mich rum echt gebrauchen könnte um nicht bald wahnsinnig zu werden oder Amok zu laufen..."
"Amok???", fragte er sie entsetzt.
"Ja Amok!", regte sie dich weiter auf.
"Hör endlich auf Stress zu machen und beherrsch dich mal ein Bisschen. Du kannst mich ja gerne irgendwie dafür bestrafen dass ich deinen Porsche geschrottet habe... aber nicht so!"

Dennis räusperte sich kurz.
"Sebastian hat nicht wegen dem Alpha in den Himmel geschaut Luna. Es war... nur eher Verlegenheit. Wir Hatten eigentlich eher gedacht das Dared das Steuer hier außerhalb wieder übernimmt, weil du schon wegen seiner Macken gar nicht so weit kommst.  Und er schrottet seine Porsche regelmäßig.
Das ist vermutlich so eine Art Reichending, schätze ich mal. Alle paar Monate ein neues Auto... ach ja und der Händler braucht kaum noch andere Kundschaft. Er bestellt sich tatsächlich immer wieder welche auf Vorrat, also das unlackierte Teil. Und dann baut er auch noch alle Extras ein, die unser Alpha gerade gerne so haben will... spezielles Soundsysthem, Klima, Reifen und so weiter.
Das hat nichts damit zu tun dass er uns weiter von dir abhalten würde, denn seid gestern ist dein Status, Glasklar, Luna und dein Wille ebenso. Wir sind stolz darauf eine so starke rough Luna zu haben.", sagte er zu ihr und Ragel sah Dared nur wieder böse an.
"Hast du ihm gerade irgendwie bedeutet dass er das sagen soll?",  fragte sie ihn misstrauisch.
"Nein, Rahel! Und ich Lüge auch nicht, ich knurre oft. Und daran wirst du dich gewöhnen müssen, denn ich höre garantiert niemals damit auf einWolf zu sein, nur weil du gerade vielleicht etwas zu empfindlich bist.", knurrte er sie an und führte Rahel dann fest am Arm anpackend zum Geländewagen hinüber, schob sie auf den Beifahrersitz und schloss die Tür.
"Bereite alles vor. Arms bekommt die noch verwertbaren Teile, alles andere wird entsorgt.", befahl er noch Dennis der ihn kurz betrübt oder entschuldigend anblickte.
"Nächste Woche steht dann also wieder ein Ausflug nach Stuttgart an? Oder kommt Aram diesmal zu uns?", fragte er Dared noch kurz
"Er kommt her.
Ich will den anderen Rudeln gerade noch nicht zu nahe kommen aber ich will das alle Wächter vorbereitet sind, klar?"
"Wir sind bereits vorbereitet, Alpha und warten nur noch auf deinen Befehl!", versprach Dennis ihm noch stolz und neigte mit gelb aufblitzenden Augen vor Dared den Kopf, der ihm noch einmal auf  die Schulter hieb.
"Dann ist's ja gut. Es geht schon bald los, keine Sorge.", sagte er noch knurrig zu ihm schon stieg er neben ihr ins Auto und startete den Wagen.
Wo willst du jetzt hin, Dared?, fragte sie ihn heiser.
"Einkaufen.", grollte er nun.
Na toll. War er also richtig sauer.
Und ... was hast du eben noch zu Dennis gemeint was bald los geht?", fragte sie ihn nun deutlich eingeschüchterter.
Sachte ergriff er ihre Hand und drückte sie leicht.
"Der Rudel-Krieg gegen Röhn und Kellerwald, was sonst? Denkst du etwa ich lass es auf mir sitzen, das sie beide versucht haben meine Mate zu töten?", fauchte diesmal er sie zornglühend an.
Oh je... ihre Ohren klingelten richtig davon. Rahel beschloss jetzt lieber doch erst mal die Klappe zu halten.

Zumindest, bis sie was zu Essen im Magen hätte.

 

Was sie später alles eingekauft hatten konnte Rahel gar nicht mehr genau sagen.

Es waren am Ende zwei Einkaufswagen voll, da sie ja selbst gesehen hatte welche Massen die Wölfe verdrücken konnten. Gott sei Dank hatte sie früher eine nette Oma gehabt die im Berufsleben eine echt gute Köchin gewesen war.
Also konnte sie Standards wie Beilagen Reis, Pommes, Kroketten, Salzkartoffeln und Nudeln natürlich kochen. Ebenso wie Rippchen, Hühnchen, Steaks, und Schnitzel.
Zu den Nudeln drei verschiedene Soßen: Tomatensoße, Bolognese und Carbonara, außerdem konnte sie noch eine Hammergute Lasagne zaubern.  -Und das war's dann auch schon

War zumindest genug der Kochkunst um auf keinen Fall zu verhungern, hatte ihre Oma immer lächelnd gemeint.

Aber sie war dann auch so früh gestorben, als Rahel erst dreizehn gewesen war.

Alle waren nun gestorben.

Und bald würde das Rudel in den Krieg gegen zwei andere Rudel ziehen...
Noch mehr Tote, die sie dann gekannt hatte.
Vielleicht auch Dared...
Unser Mate könnte sterben????
NEIN!!!!!! Ganz ausgeschlossen! Er ist Alpha, er ist stark, er ist groß...

Und wenn nicht er, dann gab es aber trotzdem noch genügend andere.

Dennis... zum Beispiel.
Oder Sebastian.
Oder Oliver.
Oder Mathias...

Sie saß still im Auto und starrte aus dem Fenster, während sie sich ausmalte wie die ganzen Werwölfe um sie herum in grausigen Rudelkriegen und wolffights sterben konnten.

Zu Hause dann wollte sie sich schnell einige Tüten greifen doch Dennis und Sebastian bedeuteten ihr nur sie das bitte machen zu lassen.
Sie waren so freundlich zu ihr, und Hilfsbereit. Und Dared nur immer so kühl und abweisend.
Zumindest in Gesellschaft.

Warum konnte er nicht auch so freundlich sein, wenn andere aus seinem Rudel mit dabei waren?
Warum musste er immer den dicken markieren und so schrecklich böse tun?
Waren den alle Alphas Monster?

Sie ging auf das Haus zu und sah zu ihrer Verwunderung Mia auf der Treppe sitzen.

"Hi Rahel
Mahmen hat mich hergeschickt, jetzt nachdem du wieder aufgetaucht bist... und wach... und nicht mehr ganz so sehr verletzt.", murmelte sie krächzheiser  und beinahe flüsterleise ... mit kurzem skeptischem Blick auf ihre unzähligen Blutergüsse.

Verwirrt sah Rahel sie an.
"Du klingst ja echt grauenvoll. Mia. Du solltest vielleicht lieber mal einen Salbeitee trinken. Und ansonsten Danke aber nein danke.
Ich brauch keine Hilfe. Komme bestens alleine klar!", wies sie sie mürrisch ab.
"Hallo? Du hast da aber zufällig jemandem was versprochen!
Mich Erziehen?
- Zur Luna des Taunus-Rudels!?!", spöttelte Mia kurz und noch krächzender als vorher

Ah, genau... da war ja noch was gewesen, richtig.
Luna-Erziehung...

Sie sah sich suchend nach jemandem um, der ihr für ihre Zwecke dienlich sein konnte.
Und groß und stark genug war.

"Okay, wenn du heute loslegen willst... Du brauchst zuerst mal einen männlichen Kampfpartner ..."
"Wozu denn das bitte?", fragte Mia sie nur abfällig schnaubend.
"Na, um das Kämpfen gegen Stärkere zu lernen. Oder denkst du dein Alpha wird plötzlich zum Mädchen, nur weil du das gerne so. willst!?", fragte sie sie finster.
Mia grinste nur spöttisch auf.
"Bin gespannt wie du das Dared erklären und seine Zustimmung dafür erreichen willst.
Vor allem jetzt wo du seinen nagelneuen Porsche geschrottet hast.
Da müsstest du schon zaubern können.", teilte sie ihr wieder ganz leise und noch krächzender mit und wollte weg spazieren.
Gott sie klang wie ein Nagel der über Wellblech streifte. Ihre Kehle war also immer noch nicht wieder gut.
Doch dieses kontraproduktive Verhalten...
Das hätte sie nun echt nicht gedacht. Die liebe Mia war in Wirklichkeitbund ohne Mahmen eine eingebildete kleine Tusse?, dachte Rahel nur und fegte ihr mit ihrem Fuß die Beine unterm Hintern weg, so dass sie hart auf ihren Hintern knalle.
"Au!!!"

"Mia? Rahel? Warum kämpfst du gerade gegen meine Schwester, Rahel?", fragte Dared sie von der Haustür aus.
"Luna-Training, Dared. Halt dich da am besten raus. Ach ja nee halt mal. Ich brauch noch einen Partner für sie, einen Werwolfpartner, männlich, riesig, stark und Kampferprobt.", ratterte sie ihre Liste herunter.

Seine Augen wurden augenblicklich knallrot vor Wut.
"Keiner wird hier mit meiner Schwester kämpfen!", fuhr er sie heftig an.
"Okay... dann rufst aber du jetzt sofort den Alpha Torben an und lässt sie abholen, zum fertig machen! Denn wenn die kleine Zicke da nicht schnellst möglich lernt gegen Riesen- Wölfe zu bestehen, dann geht sie im Taunus eben jammernd und nach ihrem Bruder kreischend unter, statt deren Luna zu werden und tatsächlich respektiert zu sein."

Dared starrte sie nur kurz finster an, doch dann knurrte er derbe auf und zückte sein Handy
"Kurzwahl 11. Das klärst du mit ihrem Mate, Luna. Und wenn er ja sagt, dann reden wir beide noch mal weiter!
Er will nämlich keine männlichen Wölfe um sie herum haben.
Ich räum derweil schon mal die Sachen ein. Viel Spaß.
Mia, du hilfst deiner Luna beim Kochen und tust genau das was sie dir sagt!"

"Och Menno!!!", motzte der Teenager mürrisch und wurde aber einfach von Dared mitgeschleift.

Etwas ratlos setzte sich Rahel auf die Eingangsstufen und seufzte leise auf. Dann aber drückte sie die Kurzwahl und die 11, bevor sie tief durchatmend das Handy ans Ohr hielt.

"Was willst du, Alpha?", knurrte Alpha Torbens Stimme ihr unmittelbar entgegen.

"Ja, äh... dir auch einen guten Tag, Alpha, hier ist Rahel... "
Er schwieg.
"Die Luna von Dared?", half die ihm genervt auf die Sprünge.
"Ich wiederhole mich! Was willst du?", knurrte er nur noch fieser in den Hörer hinein.
Ja was hatte den denn bitte gebissen?
Kurz musterte sie das Handy verständnislos bevor die schließlich ebenfalls zornig aufknurrte.
"Jetzt hör mal gut zu, Freundchen. Ich hab von dir den Auftrag bekommen deine zukünftige Luna, die übrigens gerade noch ein verzogenes jammeriches Miststück ist auszubilden, und wenn ich mich mit dir absprechen muss weil es um deine Mate und ihr Training geht, ist das keine Kriegserklärung, sondern ein Akt der Höflichkeit. Also rede nicht in diesem biestigen Ton mit mir, Freundchen!!!", fauchte sie den Rest des Satzes im Lunatonfall.
Und auf der anderen Seite herrschte kurz wieder Stille.
"Gut, dann also... jetzt wo wir die wölfischen Nettigkeiten ausgetauscht haben zum Hopsing Point meines Anrufes.
Willst du das Mia sich gegen Angreifer wehren kann? - Dann braucht sie einen Männlichen Kampfpartner..."
"Nein!!!", knurrte der Alpha sofort.
"Nein, sie soll sich nicht wehren können? Warum hast du sie dann überhaupt hier bei mir gelassen?", spottete Rahel eisig.
"Nein zum männlichen Kampfpartner!", knurrte der Wolf auf der anderen Leitung nun sauer klingend.
"Der Wolf hätte natürlich schon eine Mate und könnte ihr ..."
"Nein!"
"Aber Mia braucht um stark zu werden einen starken Gegner..."", versuchte sie weiter zu argumentieren.
"Nein!"
"Ach komm schon, jetzt stell dich nicht so an..."
"Nein!!!"
Rahel schnaufte kurz durch und grollte dann erst wieder leise auf.
"Okay, okay... soweit verstehe ich dein Problem. Du willst nicht das Mia mit Wölfen in Kontakt kommt die ihr den Kopf verdrehen könnten...
"Korrekt!"
"Die sie verführen könnten..."
"Du hast es erfasst."
In die sie sich verlieben könnte?"
"Sag mal willst du mich gerade absichtlich reizen, Luna aus dem Schwarzwald?", fauchte er Rahel finster und lautstark an, so dass ihr kurz die Ohren klingelten.
"Du hast den Kernpunkt meiner Weigerung begriffen also..."

"Und wenn der männliche Wolf schwul währe?", unterbrach Rahel ihn aus einer Eingebung heraus eilig, denn die sah gerade Sebastian der Jens kurz an dich zog, drüben beim ausladen des Kofferraumes scherzen und lachen.

Einen Moment lang herrschte absolute Stille in der Leitung.
"Bitte wiederhole das letzte, Luna!", krächzte der Alpha kurz und Rahel musste prompt laut loslachen. Er klang gerade genauso Kehlkopfkrank wie Mia.

"Ich hab dich gerade gefragt ob du immer noch um ihre Tugend besorgt wärst, wenn der Wolf  der ihr Kampfpartner sein soll schwul währe... und außerdem einen Mate hätte.", fügte sie noch breit grinsend hinzu.
"Ihr... duldet einen schwulen Wolf in euren Reihen?", fragte der Alpha sie noch einmal keuchend nachhakend.

"Ey... Voruteils-Alpha! Das ist einer unserer besten Kämpfer und natürlich ist sein Mate ebenfalls außergewöhnlich gut im Kampf. 
Einer der beiden hat mir neulich erst das Leben gerettet und sich für mich fast umbringen lassen.
Aber hey, sag mal...
Duldet ihr im Taunus denn keine , wenn auch schwule, aber hervorragenden Kämpfer? Denkt ihr denn nur solche die eine weibliche Mate haben eignen sich zum großen Krieger?", fragte sie ihn provozierend spöttisch.

Schon wieder war es ganz kurz still.
"Darf ich mit diesem schwulen Wolf vorher noch sprechen, der mit meiner Mate trainieren soll?", fragte er sie schließlich kurz.
"Das kann ich sicher arrangieren ...sobald er zugestimmt hat. Er hat nämlich gerade noch einen anderen Job zu machen."
"Damit das klar ist, ich verlange vorher ein Gespräch mit diesem... Kriegerwolf!", fauchte er noch kalt und beendete dann einfach das Gespräch.

"Ja, genau. Hat mich auch gefreut... nicht.", seufzte sie nur kurz und rieb sich erst einmal den schmerzenden Kopf.

Die Sache mit ihrer Lunapflicht  wurde gerade immer verrückter.

 

Sie schleppte sich schließlich lustlos und vollkommen fertig fühlend in die Küche, gab Dared grimmig guckend sein Handy wieder (obwohl er ja gerade echt verteufelte gut roch... so unglaublich toll aussah und sein Sixpack sich beim Einräumen der Dosen gerade noch verführerisch unter dem T-Shirt abgezeichnet hatte).

Verwirrt von ihren eigenen Gedankengängen schüttelte sie den Kopf.
Moment mal er roch gut?
Sixpack?
Alta...er sollte ihr besser aus dem Licht gehen!
Also sagte sie nur besonders giftig klingend zu ihm:
"Stell dir vor... Er erlaubt es, solange der Wolf, der mit Mia üben soll, auf Männer steht.
Ich hoffe also für dich dass du dem nun ebenfalls zustimmst, Alpha.
Ansonsten kannst du zukünftig auch gerne selber einkaufen und kochen lernen.", knurrte sie ihn derbe an. Doch er war gerade neben ihr erstarrt, sah sie verwundert und schließlich tief Luftholend an, während nun auch die anderen Wölfe mitten in der Bewegung stockten.

"Ohhhh... Maaaaann! Alarm alter! Wer riecht das noch?!", murmelte Oliver beunruhigt und holte ebenfalls ganz tief Luft.
"Holly Shit!!!" War Sebastians leiser Kommentar.
"Mate-Alarm?!", fragte Jens nur ganz Leise.
"Jap!", nickte Oliver knurrend.
"Kein Wunder das die beiden den Porsche an den Baum gesetzt haben..."
"Sag mal Dared, wir weit entfernt von ihr bist du denn, dass du das nicht kommen riechst?", fragte Dennis ihn nun ungläubig und Rahel war schon wieder nur ganz verwirrt von diesem riesigen durcheinander Quasseln, von unverständlichen Sätzen und Worten, deren Sinn sich ihr tatsächlich total entzog.

"Wisst ihr was, ihr Vollidioten? Ihr könnt mich alle mal!", fauchte sie darum auch besonders garstig in die Runde.

"Echt jetzt?", fragte Oli mit extrem großen Augen.
"Träum. Weiter!", knurrte Dared gefährlich sanft dazu und begann zu grollen wie ein Sommergewitter.

Rahel gab es nun endgültig auf dieser Idiotie weiter folgen zu wollen, wandte sich nur noch aufgebrachter schnaubend dem Kühlschrank zu, um sich noch was zu Essen raus zu klauen, doch auf einmal umarmte Dared sie... heftig die Luft direkt an ihrem Hals einsaugend ...von hinten und zog sie extrem fest an seine Brust.

"Oh Wow.... tatsächlich... also... ganz langsam Rahel... komm am besten wieder runter und beruhige dich! " brummelte er immer noch an ihrem Hals und sie warf kurz und ruckartig den Kopf zurück, während sie auf seine Hände einschlug, doch sie traf lediglich seine Schulter. Verdammt der Kerl war einfach viel zu groß.

"Lass mich!", fauchte sie ihn böse an... doch er knurrte nur erneut ganz leise, fast gefährlich auf. Seltsam dass ihr das gerade sogar total gefiel...?!

Echt jetzt...???

"Lasst uns besser mal sofort alleine Leute. Unsere schöne Luna braucht jetzt ganz dringend ein Bisschen Mate-Feeling, glaub ich.", brummte er laut genug und auf einmal stürmten die Jungs und sogar auch Mia wie gehetzt nach draußen und schlugen die Tür hinter sich zu.
"Mate -Feeling? Verdammt, Dared... Was soll der Scheiß?", fauchte sie nur wieder erbost und wollte sich frei winden, doch er drückte sie nun einfach gegen den Kühlschrank und brummte so seltsam leise an ihrem Hals, dass es ihr zittrig erschauernd durch und durch ging.

Woahhh...!

"Hör auf!", flüsterte sie leise... diesmal zittrig aufkeuchend...
"Nein, sorry, kann ich gerade nicht. Dir geht's Nicht gut, Rahel und ich spüre deine Schutzwälle gerade schwächer und schwächer werden. Weißt du, das liegt an der in dir drin aufsteigenden Hitze.
Du fühlst dich körperlich gerade sehr zu mir hingezogen, nicht wahr?
Deine innere Wölfin lechzt nach meinem Wolf. Das ist ja eigentlich auch ganz natürlich bei Mate, aber du versagst dir ständig meine Nähe...
Egal ob nun aus einem gerechten Grund oder aus Trotz. Aber genau das belastet dich nun... ebenfalls nur rein körperlich.

Es fehlt deiner Wölfin in meinen Armen zu liegen, genau so wie es mir fehlt dich nicht in den Arm nehmen zu dürfen, weil du mir ständig zürnst.
Du denkst jetzt sicher immer noch es wäre für dich weiterhin leicht mir fern zu bleiben, doch das ist es nicht mehr.
Menschen nennen es wohl Liebeskummer und auch bei ihnen kann das körperlich krank machen aber eine junge Wölfin die ihren inneren Wolf noch nicht im Griff hat...? Das kann gefährlich enden.
Du bist jetzt schon angeschlagen, hast Schmerzen im Kopf und bist sehr unruhig und aufbrausend. Wenn du mich jetzt nicht helfen lässt, Rahel übernimmt dich deine Wölfin einfach und wir beide werden ziemlich schnellen heißen Sex haben... uns Paaren, verstehst du?
Denn ich kann jetzt schon deine Hitze fühlen. Und es ist unser Instinkt uns dann zu suchen..."

"Hitze? Sag mal geht's noch??? Ich bin doch kein Hund!", schrie sie beinahe panisch, doch er strich ihr nur beruhigend über die Schulter.
"Ja, ich weiß. Und so gerne ich es doch vielleicht mal ausnutzen wollte, um mich mit deiner Wölfin zu vergnügen, ich warte lieber auf dich, Rahel.
Denn ich will dich ganz... in meinem Leben, meinen Armen und in meinem Bett."

Er küsste ihre Bissnarbe am Hals  hauchzart und zog dabei ihren Pullover ein Bisschen bei Seite, bevor sie noch die passenden, absolut barschen Worte finden konnte, seine Arroganz zu erwidern.

"Dared...", flüsterte Rahel statt dessen nur  noch atemlos und kribbelig und nervös und ängstlich fühlend.
Da wuchs eine Spannung in ihr... ein unglaubliches Knurren ihrer Wölfin durchschnitt ihre panischen Gedanken und er küsste derweil auch noch hauchzart ihr Ohr. 

Oh Gott... was passierte da denn nur gerade wieder?

"Ich beiße dich jetzt, Rahel. Ich weiß, du willst das nicht, aber ich muss. Hab keine Angst ... das wird wirklich nicht weh tun... Ist nur wieder ein Mate-Biss...", flüsterte er heiser... und knurrig ...und beinahe schon hechelnd?!
Sie geriet nun wirklich in Panik und zog fiepend die Schultern hoch.
"Nein... n... nein! Ohhhh... bitte, Dared, nicht...! Lass mich einfach nur ...nur los und geh... Oh Gott, was geschieht hier nur?
Ich will das nicht... Das tut doch dann nur wieder weh...", jammerte sie sofort ängstlich auf und wollte mit ihrer Hand ihren Hals schützen. Doch er fing sie ein und drückte ihre unter seiner Hand gegen den Kühlschrank.
"Schhhh ... ganz ruhig. Nichts wird dir weh tun. Das hat es auch letztes Mal nicht. Erinnerst du dich?
Das wird sich im Gegenteil sogar sehr gut anfühlen, du wirst keine Schmerzen spüren und nachher auch nicht mehr so gereizt sein.
Ich bau damit die Anspannung ein Bisschen ab. Vertrau mir einfach, ja?...", küsste er wieder und wieder ihren Hals und die Schulter, während sie nun allmählich die Kraft verließ.

Ihr Kopf hämmerte so sehr, hinter ihren Augen schien eine glühende Nadel zu stecken.
"Oh je, dein Duft... Du bist glaube ich schon viel, viel weiter als ich dachte, oder?", fragte er sie nun ehrlich besorgt.
Da nahm der pulsierende Schmerz, der nun in ihren Kopf und Nacken drang, ihr in einem gleißenden schmerzlichen Höhepunkt fast den Atem...

"Auuuuuuuuuuuu...!", weinte sie laut los und er knurrte wieder nur dunkel auf. Sie fühlte seine Zähne tief in ihre Bissnarbe eindringen...

Ohhhh....
Woooooaaahhhh!!!!!

Als würden Sterne vor ihren Augen explodieren, sie zuckte gegen ihn, alles verkrampfte sich in ihr.
Sie hörte ihn leise fluchen, während sie erstickt aufstöhnte und gegen ihn sank, nein schob... nein sprang!!!

Doch irgendwie hielt er sie dann doch immer noch fest.
Sie fühlte ihr Herz wie rasend schlagen, ihren Atem keuchen, hörte Stoff reißen, ihre eigenen Keuchlaute, sein wildes Knurren, Klirren, Scheppern... in ihrem Bauch eine seltsame, sich hochpeitschende Wärme, die vorher noch nicht da gewesen war und ihre Wölfin schnurrte nun los was dass Zeug hielt... bevor alles komplett in einem irren wirbelnden Gefühlschaos unter ging und sie unter die Oberfläche gedrückt wurde.

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Sie kam wieder zu sich, hastig einatmend und  zuckend aufschreckend.
Sie bebte irgendwie immer noch am ganzen Leib, aber Dared hatte sich mit ihr nun auf eines der breiten Sofas gesetzt und hielt sie fest im Arm.
Auch er schien total geplättet und zittrig zu sein.

"Hey... Rahel! Rahel, ganz ruhig...! Wie geht es dir, Kleines?! Alles okay?", fragte er sie stöhnend aber auch besorgt und ...erschrocken blickend.
Rahel bemerkte jetzt erst, dass er nur noch halb bekleidet war... wenn man die zerfetzten Lumpen an seinem Leib überhaupt noch Kleidung nennen konnte... genauso übrigens sah sie selbst aus... Und sie fühlte sich gerade auch ganz seltsam.
Im Bauch...?
Nein tiefer... autsch...
Hatten sie etwa gerade...?!
Sie trug nur noch Fetzen am Leib... nur noch Fetzen!!!
"Ach du Schande...!" , drehte sie sich verstört und heftig um Fassung und Luft ringend zu ihm um und starrte ihn entgeistert an.
Doch er schmunzelte nur ganz kurz ein wenig hilflos und schien sich sein Lachen nur gerade so eben verkneifen zu können, bevor er sich hochstemmte, ihr einen sachten Kuss auf das Haar drückte und sich dann erst leise räusperte.

"Du hättest es mir schon viel eher sagen müssen, dass du dich körperlich nicht wohl fühlst.
Kein Wunder dass du in den letzten Tagen so zickig und fies zu mir warst.
Die erste Hitze einer Wölfin macht dich echt zum Wolf.  Zum Werwolf, sogar und das hundert Prozent.
Ich hab dich leider viel zu spät gebissen. Das kurze Mal im Kreis hat ja wohl auch nicht gut geklappt, weil du dich gleich gewehrt hast.
Aber so... haben wir nun immerhin den Bund vollzogen... scheint es zumindest... hm... Ich habe gerade ein paar Schwierigkeiten mich daran zu erinnern, weil du dich so ... tja... auf mich gestürzt hast.
Ich glaube mein Kopf hat im Umfallen irgendwo was abbekommen... hm... aber... hey... das Positive daran ist:
Jetzt bist du wirklich die Luna des Rudels!", teilte er ihr nun leicht belustigt scheinend mit.
Obwohl er zugleich die Stirn runzelte...

Aber Rahel war gerade immer noch viel zu benommen, um das ganze Ausmaß seiner Worte zu verstehen.

Dared streichelte nun ganz sachte und beruhigend ihre Schultern, atmete tief durch und lachte dann plötzlich doch noch leise auf.
"Ein Glück nur dass ich die Jungs gerade noch rechtzeitig rausgeschickt habe, bevor du so losgelegt hast, besser gesagt... dein Instinkt, nicht wahr?
- Hey, aber ich hab zumindest wohl noch dafür gesorgt das du nicht jetzt schon schwanger wirst, okay? Also... ich dachte wohl.... so ist es sicher besser... ich weiß nicht mehr so genau... na ja... Bis wir zumindest mal darüber gesprochen haben ist es doch besser so, oder?", teilte er ihr immer noch breit grinsend mit.

"Ah ha...", machte Rahel nur immer noch geschockt von allem und atmete viel zu schnell ein und aus.
Sie hatte das also nicht nur geträumt?
Hatte sich ernsthaft auf Dared gestürzt und ihn... äh... besprungen???

OMG... SIE WAR EIN TIER!!!

"Ich... weiß gar nichts mehr... nur noch... der ... der Biss und dann war das so... verrückt...", sie zuckte hilflos mit den Schultern und fing irgendwann einfach an zu schniefen.

Auf einmal saß sie seitlich auf seinem Schoß und hörte ihn leise Fluchen.
"Oh Shit... nein... Hey, Rahel nein, ist schon okay. Ist alles okay, dir geht's gut.
Denk daran du bist jetzt ein Werwolf. Wir sind hart im Nehmen oder? Und wir sind halt alle ein klein bisschen zu viel Triebgesteuert.
Aber so kommt das in Zukunft sicher nicht wieder vor.  Nächstes Mal weiß ich ja nun wie sich die Hitze bei dir äußert.
Ich meine... Ich hab mich doch sowieso echt schon gewundert. Du bist sonst ja doch eher lieb... na ja... abweisend natürlich und mit den Tritten und einer Eisenstange in der Hand auch echt knallhart ...aber witzig... und immer ausgeglichen.
Außerdem hast du dich hier am Anfang auch nicht sehr unwohl oder eingesperrt gefühlt... also nicht die ganze Zeit.
Na ja, bis auf den ersten Kreis, aber ich dachte echt du hättest mir in der Hütte zugehört, als ich dir vorgelesen habe.
Ich hab deine Angst echt nicht verstanden. Es war doch alles klar...
aber nicht für Dich... und ich hab nicht noch mal nachgefragt.
Das du dann gleich nach dem Krankenhaus so auf mich los gegangen bist... war schon irre.
Ich hätte es an deinem Geruch erkennen müssen, aber das Krankenhaus hat viel überdeckt... Jod, Medikamente und Chemikalien von den Decken und Bezügen... ich dachte, wirklich du meinst alles genau so wie du es sagst... und war verletzt. Und ja okay, auch beleidigt.

Aber was jetzt gerade hier los war, dafür brauchst du dich nicht schlecht zu fühlen oder zu schämen. Du warst doch auch sicher viel zu schnell weggetreten um viel mit zu bekommen und ich vermutlich ebenso..."

Sie sah ihn nur zweifelnd an..."Du auch?", fragte sie ihn leise.

Er atmete kurz durch und zuckte mit den Schultern. "Weißt du... das ist nun mal leider so, bei uns Werwölfen. Wenn du heiß wirst, kann ich meinen Wolf irgendwann auch nicht mehr beherrschen.
Das liegt an unserer Mateverbindung. Ein Wolf kann seiner Mate nicht Wiederstehen.
Kein Werwolf kann das. Es ist wie... Himmel und Hölle gleichzeitig, es tut erst schrecklich weh und macht dich zugleich rasend glücklich, bis man da wieder durch ist... aber das geschieht so nur höchst selten!
Wenn man es nicht schafft die Spannung schon vor dem großen Knall wieder aufzulösen .", schloss er entschuldigend lächelnd.

Rahel nickte nur bestürzt dazu... und ließ sich dann erst wieder erschöpft gegen ihn sinken.
"Ich habe nicht gedacht, dass es so... so schlimm sein kann, sich in einen Wolf verwandeln zu können.
Dieses Chaos dass dabei in mir passiert ist. Diese Wölfin die ... einfach nicht das wollte was ich wollte. Ich war tagelang so schrecklich wütend auf dich. Schon seid ich im Krankenhaus wach geworden bin und du... hast mich dort nur so kalt angesehen.
Als wenn du mich hassen würdest weil ich versucht hätte... dich absichtlich zu töten.
Aber ich bin nicht absichtlich in diese Schlucht runter gesprungen. Ich wusste nur nicht dass sie da war.
Und zuerst... nach dem ersten Tag... und dem zweiten... und dann als du meinen Onkel in der Schule auseinander genommen hast... war ich doch echt ganz zufrieden hier. Besser als bei meinem Onkel oder im Internat.

Warme tolle Mahlzeiten, schönes, bequemes Bett... und wen sollte ich denn schon anrufen wollen?
Meine Freunde haben sich in der Sekunde von mir abgewandt, als sie gehört haben dass ich die Schule verlasse.
Nicht einer hat sich zu Hause noch bei mir gemeldet. Nicht einer, Dared.
Und du... bist doch eigentlich gar nicht so übel... wenn man dich erst mal näher kennt.
Und wenn du nur bitte den TiC am Leben lässt und... ihm nicht vor meinen Augen die Hände abbeißt ... ey das war echt heftig...", flüsterte sie erschauernd und schloss kurz die Augen, während er schon wieder belustigt auflachte.
Doch das verging ihm plötzlich wieder und
Dared zupfte knurrend eine heil gebliebene Decke vom Sofa und legte sie ihr sachte um die Schultern, während er noch weiter leise knurrend seufzte.

"Was ist?", fragte sie ihn beunruhigt, weil er wieder nur mal finster die Stirn runzelte.

"Wir kriegen gleich Gesellschaft, Liebste. Aber ich kann mich gerade nicht vom Fleck weg bewegen.
Am Besten ist es wenn wir also noch für eine Weile hier einfach so sitzen bleiben und etwas ausruhen, okay? Wir haben hier immerhin ganz schön gewütet...", lächelte er sie nur wieder amüsiert an und Rahel hob verwundert den Kopf... drehte ihn...

Oh Mann!

In der Küche standen Schubladen offen und Nudeln. Bohnen und Reis, wie auch Mehl und Gewürze lagen am Boden verstreut.
Außerdem war eine Riesen-Ecke von der Arbeitsfläche abgebrochen... hä?

Also... hatte Dared wohl da seine Beule seitlich am Kopf her?
Verunsichert schluckte sie kurz und berührte zögernd sein Ohr.
Es tut mir leid das ich dich verletzt hab", flüsterte sie zerknirscht.
"Keine Sorge, Liebste, mein Kopf ist doch sehr viel härter als die Platte.", raunte er ihr aber nur noch leise zu und grinste so unglaublich attraktiv, das ihr Magen wieder mal durchzustarten schien.

Seine unglaublichen Augen ruhten zärtlich auf ihr. Seine Hand strich über ihre Wange und dann den Hals hinab.
Er war so unglaublich locker und entspannt, wie sie ihn tatsächlich noch nie zuvor erlebt hatte. Es machte sie... ja... glücklich, ihn so zu sehen, denn sein Ausdruck änderte sich nicht n kein Stück mehr als nun vorsichtig die Tür aufgestoßen wurde.

"Bei Lunas Ohren... !", flüsterte jemand geschockt auf und atmete hörbar laut durch. "Ähm... hallo? Alpha? Luna?
Ist noch irgendjemand hier am Leben?", rief Dennis leise, zögernd und Rahel konnte ein wildes Kichern einfach nicht unterdrücken.

"Komm rein, Dennis!", sagte Dared reichlich kraftlos und lahm zu ihm aber nichts desto trotz mit einem strahlenden Lächeln im Gesicht.
Rahel kicherte darüber bloß noch mehr und zog die Decke dann ganz eng um sich herum.

Doch als sie sich zu Dared umdrehte, viel ihr Blick auf den Rest... besser gesagt den Überrest des Wohnzimmers.
Sie hatte ja schon mal gedacht das die Jungs hier viel Schaden angerichtet hatten, als sie neulich mit Dared durch das Fenstern raus spaziert waren, aber das war kein vergleich hierzu.

Sie schaute also weiter haltlos kichernd und den Kopf hebend im Raum herum und fand zerfetzte Kissen und Decken, Stühle und ganze, rausgerissene Sofastücke am Boden, zerstört liegen.

"Oh mein Gott! Hab ich das etwa alles gemacht?", fragte sie ihn sofort wieder auflachend.
"Mit Sicherheit nicht ganz allein, Liebste.", lachte er schelmisch zwinkernd auf sie runter und sie vergrub beim Anblick, der nun herangetretenen Wölfe, ihr nun heiß brenndendes Gesicht an Dareds bloßen Brust. Denn auch Mahmen und ein paar weitere Frauen standen nun, sich mühsam das Lachen verkneifend mitten in dem Müllhaufen herum der mal ein schickes Wohn-Esszimmer gewesen war.

Und Dared hielt sie derweil sicher und beschützt in seinen Armen.
Sie hatte nun überhaupt keine Schmerzen mehr und selbst Sorgen, Ängste oder Probleme hatten sich in diesem Gefühlssturm so was von in Rauch aufgelöst.