Es roch nach Pfannkuchen!

Hu?
Werwölfe aßen echt Pfannkuchen zum Frühstück..?
Oder war das nur der Nachtisch gewesen?

"Dort drüben ist unser Badezimmer, Luna,
- wenn du dich dort vielleicht kurz ein bisschen frisch machen willst.", zeigte Elsa in dem hellen, lichten Flur nach rechts auf eine weiße Kassettentüre.

"Und da links geht es dann durch, in unsere Wohnküche. Wir warten dort auf dich, bedien dich einfach an allem was du gerade brauchst.", fügte sie noch hinzu und lächelte Rahel dann schon wieder so ganz nett und freundlich an, dass ihr ganz mulmig zumute wurde.

Rahel brummte nur einen immer noch skeptischen Dank und ging dann in das hoch moderne Badezimmer hinein.

WOW!!!

Das Bad in ihrem Zimmer war ja auch ganz nett aber das hier...?
Riesen Wirlpoolwanne, barrierefreie Riesen- dusche.
Alles in einem irren, geilen, gemischten hell und dunkel marmorierten Grün gehalten und an der Wand gegenüber... ein gigantischer Spiegel ... der wohl die gesamte Fläche einnahm, bis auf das eine große Waschbecken und die beiden Spiegelregale in denen Bürsten, Kämme und Handtücher bereit lagen.

Aber was sie total schockierte war ihr eigener Anblick in dem riesigen Spiegel...

Himmel!

Das mit dem Sumpf-Ding war wirklich nicht mehr sehr weit hergeholt. Halb verblasste Blutergüsse in einem total schmutzigen Gesicht...
Und ihr Pullover war mehr als nur ein bisschen zerrissen, total mit getrocknetem rostbraunen Blut besudelt und ebenso schmutzig wie alles andere an ihr.
Sie sah aus als währe sie gerade die Beute auf einer Treibjagd gewesen.
Und geschnappt worden.
Und so hatten die sie in ihr Haus eingeladen???

Mit bebenden Händen und weit aufgerissenen Augen wusch sie sich wenigstens Gesicht und Hände rein, bevor sie sich nach kurzen Gewissensbissen, doch noch Elsas Bürste lieh, um wenigstens den gröbsten Schmutz aus ihren zerzausten Haaren raus zu kämmen.
Von den zerdrückten Blättern und kleinen Ästchen mal ganz zu schweigen.
So sah also ein Werwolf nach einer Nacht im Wald aus?

Da klopfte es ganz leise an die Tür.
Ihre Wölfin fuhr als Erste zusammen und winselte dann aber los wie blöde. Weil sie sofort den angenehmen und anziehenden Geruch erkannte.

Unser Mate!!!

"Rahel?", sagte Dared sanft klingend durch die Tür.

Die Zwei hatten ihn hergeholt?!
Nee ne? War ja klar.
So blutig und fertig wie sie gerade aussah...
Die müssten gedacht haben sie wäre in einen weiteren Kampf geraten.
Die Schwangere Wölfin und ihr Gefährte  hatten sie mit ihrer Einladung in ihr Haus nur geködert, damit sie nicht gleich wieder weglaufen und vielleicht weiter so wie ein wilder Hund herumstreunen würde.

- Weil sie nicht zurück nach Hause gegangen war.
- Weil sie immer noch aussah wie nach einem Werwolfkampf.
-Weil sie zu blöd war eine Einladung einfach abzulehnen, wenn sie nicht im mindesten repräsentabel ausschaute.

Resignierend ließ sie die Schultern sinken und seufzte leise auf.
Jetzt würden sie sie also doch wieder nur einsperren.

"Rahel, mach bitte die Tür auf. Ich hab Mathias mitgebracht, wenn du verletzt bist...", sagte Dared nun etwas entschiedener.

Mach besser auf, Rahel, bevor er gleich wieder anders klingt. Er ist immerhin der Alpha!
Und du wolltest dich ihm doch sowieso gleich  stellen, schon vergessen?

Rahel legte die Bürste gereizt durchatmend auf das Waschbecken und schloss noch einmal ganz kurz um Fassung ringend die Augen, ...bevor sie es einfach durchzog, zur Tür ging und aufschloss.

Er sah schon ziemlich ernsthaft und auch besorgt aus, aber gerade mal nicht sauer.
Seine Augen waren unergründlich aber immerhin konnte er nun nicht ihre Gedanken lesen.
Sie hatte ihre Barrikade schon wieder aufgebaut und sah ihn hoffentlich nur mürrisch an.
"Keine Panik, ich war schon auf dem Weg zurück in dein Haus, als ich gerade eingeladen wurde einen Kaffee zu trinken.
Du brauchst mir echt nicht überall hin nachzusteigen.", ranzte dir ihn tonlos und leise an.
Seine Augen glitzerten daraufhin etwas.

Du solltest ihn nicht in der Öffentlichkeit anranzen. Er ist immerhin der Alpha. Er könnte dich alleine dafür schon in ein Verlies sperren und dich eine Woche lang drin lassen. , mahnte ihre Wölfin sie ängstlich winselnd.

Rahel zuckte nur mit den Schulter.
Er ist doch sowieso schon sauer. Und sowieso wird er mich bestrafen, nur gerade jetzt noch nicht... vor seinem Rudel. Sind ja schließlich gerade in der Öffentlichkeit. , erklärte sie ihrer Wölfin mit hart klopfendem Herzen, bevor sie wieder ihren Mut suchte und fand.

"Also... Warum bist du jetzt wirklich hier? Hast doch sicher noch viel zu tun.
Und es ist ja auch noch gar nicht die Zeit für deinen täglichen Besuch mit Plauderei bei mir im Zimmer.
Also tschüss, wir sehen uns dann nachher im Haus.", verabschiedete sie sich extra lahm und abweisend klingend bei ihm und ging dann mit fast schon eingezogenem Kopf an ihm vorbei.

Du hast echt mehr Mut als Verstand!, schimpfte ihre Wölfin nur wieder mit ihr.
Doch der Arsch ging ich auch ohne das gerade schon wieder auf Grundeis.

Mathias trat ihr in den Weg, als sie zur Haustür  wollte.
"Geht es dir gut, Luna? Warst du ... vielleicht jagen oder ist das da alles dein Blut?", fragte er sie ernsthaft und deutete auf ihren Pullover und auf ihre Hose.

"Okaaaay? - Doc... vielleicht besser mal zum Mitschreiben!", begann sie sauer zu ihm zu sagen:  "Gestern hab ich ein kleine Weile lang wie ihr Neandertslerwölfe es macht, in eurem dämlich Kreis gekämpft und dabei auch tatsächlich geblutet und das ist das hier!", wies sie betont langsam und für dümmliche Menschen sprechend auf ihre Kleidung.
"Aber diese ganze dämliche Kämpferei mit Werwölfen macht mich tatsächlich immer noch nicht zu einem reinen Werwolf, so wie ihr es seid.
Deine Annahme ist also höchst widerlich und außerdem beleidigend für mich.

Denn wenn ihr Wölfe in Zukunft tatsächlich  auch noch von mir erwartet das ich selbst noch lebenden Tiere jage und töte... Pech gehabt... könnt ihr dann verdammt lange drauf warten!
Vermutlich mein ganzes Leben lang sogar.
Und nun verzieh dich, Freund, bevor Dared wieder seine irren Ausrastet bekommt, nur weil du mich gerade ansiehst
Hier ist nämlich eine Hochschwangere anwesend.
Und die will ich echt nicht mit Dareds dunkler-seht-sie-nicht-an-sie-gehört-mir-Wolfseite in Gefahr bringen.
Mir geht's soweit nämlich gut.
Im Wolfsbuch stand nämlich geschrieben, als Wolf heilt man schneller. Also hab ich die letzte Nacht eben im Wald und das auch ganz als Wolf schlafend verbracht.
Seht ihr ?
Brav die Alpharegeln eingehalten, lese das Buch, dann weißt du auch wie alles geht und bist dann ganz ein feiner Werwolf. Ich brauche jetzt keinen Arzt mehr.
Keiner guckt oder fasst mich auch nur irgendwie an... Alle sind Glücklich!, meinte sie nur betont breit und ironisch grinsend.

"- Verzeihung jetzt, ich muss mich umziehen gehen! Wird wohl doch nichts aus dem Besuch bei niederen Wölfen, die nicht zum Alpha-Establishment gehören. - War ja klar.", schnauzte sie danach nur spöttelnd die Wand an und ging dann an dem mit erhobenen Händen Platz machenden Mathias vorbei und aus dem Haus heraus.

Da standen sie dann allerdings wieder... Ihre Wächter:
Der Beta, Tic, Olli, Tom, Jens... und eine sehr nervöse Kara.

???

"Du siehst total scheiße aus, Luna!", entfuhr es dem Mädchen bei ihrem Anblick. Sie hatte sich selbst immer noch ein leicht blaues Auge.
Dennis knurrte prompt böse auf, aber Rahel lächelte nur spöttisch darüber.
"Ey, komm runter Dennis! Endlich mal ein normaler Mensch unter den durchgeknallten Wölfen... Danke dir Kara. Das hab ich jetzt echt gebraucht. Etwas Ehrlichkeit an einem Platz an dem immer nur gelogen wird.", meinte sie mit kurzem sarkastischen Blick zurück zu der schwangeren Wölfin und ihrem Gefährten. Der prompt die Stirn runzelte, so wie auch Elsa.

Haben die gerade nicht kapiert.
Wölfe kennen Sarkasmus nicht so.

"Hab ich auch schon gemerkt. Aber trotzdem Danke für die Info.", murmelte sie leise an ihre Wölfin gewandt.

"Du sprichst richtig mit deiner Wölfin?", fragte Kara sie nun deutlich zurückhaltender und mit ängstlichen Blicken zum schon wieder knurrigen Beta hin.
Es nervte Rahel alles nur wieder maßlos an, doch die wollte ja wirklich nicht das Kara nun auch noch mit ihrem Bruder Sebastian der sie gerade leicht anstieß noch mit sonst einem Wolf Ärger bekam.
Also schaute sie nur wieder stöhnend hoch zum Himmel hinauf.
"Kara, so nett es auch ist mal nicht mit einem total assimilierten Bork-Wolf zu sprechen, besser du sprichst mich gar nicht mehr an.
Die Wächter wollen das nämlich nicht. Und sie wollen es nur deshalb nicht weil eigentlich der Alpha deines Rudels das nicht will, kapiert?
Am Ende reißt er dir auch noch die Hand ab, so wie deinem Bruder und ich muss dabei wieder zugucken. ...Brrr..." Sie schüttelte sich unbehaglich und schluckte hart.

"Immerhin darf ich jetzt mal zeitweise alleine rumrennen. Bin nicht mehr so komplett eingesperrt. Also... Kein Problem für mich. Menschen gewöhnen sich an fast alles, hat ein Wissenschaftler mal irgendwann gesagt. Weil wir nämlich extrem anpassungsfähig sind.

Außerdem brauchen wir nur als Babys Personen die uns echte Gefühle entgegenbringen, weil wir sonst nämlich eingehen.
Vermutlich wählt ihr darum auch erst mit 14 Jahren eure Mate.
Aber hey... ich entschuldige mich bei dir und hochoffiziell bei jedem einzelnen weiblichen Rudelmitglied das gar nicht irgendwie kämpfen konnte und das ich gestern trotzdem in den Kreis zerren musste, um euren mittelalterlichen Praktiken zu huldigen.
Ist bestimmt nicht so Sitte oder Brauch bei euch... oder Anstand sich zu entschuldigen aber ich bin halt ein Mensch.
Schiebs einfach darauf.
Ich verklopp nämlich nicht gerne Leute die schwächer sind. Aber laut dem Wolfs-Gesetzbuch war mir ja ein Kampf gegen den Alpha verboten.
Also... bis Montag dann in der Schule." , winkte sie auch ihr noch einmal zu. Dann lief sie die Treppe hinunter und bat ihre Wölfin stumm:

Hey, Wölfin, kannst du mal eben das Verwandeln übernehmen? So sind wir vermutlich schneller oben beim Haus.

Sie fühlte sofort das Ziehen und Reißen und die kurze schmerzliche, weil doch noch eher gewaltsame Übernahme, durch ihre Wölfin, weil sie gerade einfach nicht richtig loslassen oder sich konzentrieren konnte.

Sie bemerkte gar nicht das Dared auf ihr winsel-schreien hin die Treppe runtergestürzt kam, um ihr zu helfen. Sie jaulte nur schmerzlich wimmernd und zitternd auf, bevor die sich heftig schüttelnd und aufknurrend aus seinen Armen herauswand, die er um sie herum geschlungen hatte und die Straße entlang davon lief.
Die Allee war nicht weit entfernt und das Rudelhaus auch nicht.

Dared:

"Es tut ihr immer noch weh sich zu verwandeln.", sagte er vollkommen fassungslos und schüttelte den Kopf. "Warum zum Teufel tut es ihr jetzt noch weh?"
"Weil sie immer noch mehr Mensch als Wolf ist, Alpha. Das hat die doch gerade eben selbst gesagt. Und die redet laut mit ihrer Wölfin.", sagte Kara ganz ganz leise.
Er wollte erst auffahren doch Rahels Vorwurf von den vollkommen assimilierten und lügenden Wölfen, die ihr nicht die Wahrheit sagten, weil er das so anordnen und verlangen würde, brannte noch immer in seinem Kopf.
"Kara du hast die Erlaubnis dich mit meiner Mate anzufreunden und auch jedes andere Mädchen oder jede andere Frau in diesem Rudel. Behandelt sie wie euresgleichen.
Rahel wird dann selbst entscheiden wen sie gut leiden kann und wen nicht."
"Bei allem Respekt... aber ich glaube der Zug ist gerade schon abgefahren. Elsa und Marek haben sie hintergangen und der Beta hat mir gerade verboten frei heraus zu sprechen... direkt vor ihr.
Und Sie hat Recht, wisst ihr? Unsere Luna ist einsam. Denn hier in unserer Welt gibt es nun mal keine Menschen und ich glaube auch nicht, dass sie so bald schon darauf verzichten wird einer zu sein oder für immer zu bleiben.", sagte sie leise ohne Ihren Alpha dabei anzusehen. Ihr Bruder stieß sie erneut kurz an.

Doch bekam sie nun Hilfe von Elsa die besorgt dazu nickte.

"Sie ist nur ein junger, verwirrter Mensch der sich lediglich in einen Wolf verwandeln kann. Doch hasst sie diesen Zustand vermutlich genau so sehr, wie sie ihre innere Wölfin verachtet.
Sie müssen seid gestern eine Art Waffenruhe geschlossen haben. Sicher hat Rahel ihr eine Zeit als reiner Wolf versprochen, wenn sie sich dafür in der Menschengestalt zurückhält.
So wie letzte Nacht.

So verschmutzt und verwahrlost sieht man nicht aus, wenn man selbst die Kontrolle hatte.
Aber ihre Wölfin half ihr wohl im Kreis die Kämpfe zu überstehen und dafür blieb sie diese Nacht lang ein reiner Wolf.
Das währe wohl rein logisches Denken eines Menschenmädchens, das nicht versteht dass sie gerade mit sich selbst handelt. Das die Wölfin nun ein Teil von ihr ist.
Sie weiß vermutlich gar nichts von der Gefahr sich selbst in der Wölfin zu verlieren, wenn sie sich ständig so komplett von ihr übernehmen lässt."
"... Ober aber es ist ihr inzwischen vollkommen egal was aus ihr wird...", murmelte Kara nur wieder hauchleise vor sich hin.

Dareds Augen wurden groß vor Entsetzen, dann knallrot.
Schon hatte er sich verwandelt und raste hinter seiner Luna her, während Kara noch abwartete bis er auf der Allee verschwunden war und dann aber grinsend Gettofaust mit Dennis und Sebastian machte, während Elsa ihren Marek lieblich anlächelte, der sich nun seinerseits etwas räuspernd die Krawatte lockerte.
"Wehe uns, wenn der Alpha unsere Einmischung durchschaut.
Dann sind sie alle beide sauer auf uns und unsere Kinder werden zu Omegas.", murmelte er ihr noch besorgt zu, bevor es sich dann mit einem zärtlichen Kuss von ihr verabschiedete um endlich viel zu spät zur Arbeit zu fahren.

 

Rahel war eben erst am Haus angekommen und fragte sich gerade, wie sie möglichst schmerzlos wieder in die Menschengestalt zurück wechseln konnte, als plötzlich ein riesiger Wolf fauchend auf sie drauf sprang, sie in den Matsch schubste und heftigst knurrend in ihren Nacken biss, als sie sich aufjaulend zu wehren versuchte.

Wandle dich, Wölfin! Sofort!!!, brüllte ihr Angreifer sie über den Mind -Link an.

Es ist unser Mate...!!! Er ist böse auf uns... Auuuuuu!!!

Rahel jaulte ebenfalls auf, was aber schnell zum gequälten Aufschrei wurde, als sie sich unter dem Alpha-Zwang zurück verwandelte.

Sofort war auch er verwandelt und hielt sie fest im Arm, während sie heftig erbebend  aufschluchzte.
"Was tust du denn da!?"

Schon hob er sie einfach auf und trug sie zur Haustür hinüber. Inzwischen waren auch noch Oliver, Jens und Tom am Rudelhaus angekommen und verwandelten sich eilig.
Olli hielt ihm sofort grimmig schweigend die Tür auf und er trug sie einfach schnell hinein.

"Lass mich los! Bist du bekloppt oder was?!", zappelte und schlug sie nur wieder gegen ihn. Schon setzte er sie auf einem der Sofas ab und kniete dann unmittelbar vor ihr am Boden nieder.

"Ruhig Rahel... schhht... beruhige dich. Es tut mir Leid, wenn ich dich gerade vielleicht erschreckt habe... Ich wollte nur deine Wölfin daran hindern dich am wandeln zu hindern.
Du hast schon die ganze Nacht in Wolfsgestalt verbracht und eben gerade ganz und gar beim verwandeln die Kontrolle verloren... oder sie wissentlich abgegeben?!"

"Abgegeben!", knurrte sie heftig erbost und sah ihn kurz mehrfach tief durchatmen und schließlich den Kopf schütteln.

"Das ist gefährlich für dich, vor allem wenn du gerade auch noch verletzt bist und darum schwach. 
Erinnerst du dich an Marnie?
Genau so hat sie es auch gemacht, weil ihr niemand gezeigt hat, was sie besser machen kann.", erklärte er ihr besorgt. "Bisher war ich bei deinen Verwandlungen in den Menschen ja immer dabei und hab es kontrolliert, bis auf das letzte Mal heute Morgen.
Es sollte dich nun eigentlich schon gar nicht mehr schmerzen, wenn du dich wandelst, Rahel. Dass es doch so ist, zeigt mir dass du deinem Selbst noch immer nicht vertraust. Aber das musst du bald mal.
Du kannst nicht einfach deinen Wolfsinstinkten die vollkommene Kontrolle über dich lassen.
Dann driftest du weg, tauchst unter die Oberfläche und kannst mit jedem Mal, dass du es so tust, deine Wölfin noch schlechter kontrollieren. Es wird für dich dann immer schmerzhafter, dich bewusst zurück in die Menschengestalt zu wandeln ..."

"Ich kann aber nun mal nichts kontrollieren! Mein inneres Miststück schon mal gar nicht.
Wenn ich nur Rahel bleibe macht sie mich wahnsinnig und deshalb hab ich mir ihr diesen Deal geschlossen... "
"Rahel... nein...! Hör mir einfach mal zu...!!"
"Nein, fällt mir nicht mal im Traum ein! Ich höre dir schon seid Wochen zu, und es hat mir nichts gebracht, außer ein trostloses, mieses, kleines Zimmer oben unter dem Dach und zwei Leibwächter, die aufpassen dass ich auch ja brav da bleibe, wo ich hingehöre.
Ich darf ab und zu in deinem Bett pennen, wenn du mal wieder versuchen willst mich rum zu kriegen, ansonsten parkst du mich einfach immer da oben im Rapunzel-Turm und gehst deiner Wege, triffst deine Freude und Freundinnen, trainierst kämpfen im Wald, fährst mit deinem Porsche rum und hast Spaß am Leben.
Me-ga-toll!!!
Für Dich!!!
Ach und übrigens... wenn wir schon mal dabei sind: Du hast mir schon mal gar keine Vorwürfe zu machen, dass ich meine Schweinehündin ab und zu an die Macht lasse, Alpha. Du hast Sie schließlich selbst in mich rein gebissen.
Mir dann nur mal eben kurz am Rande mitgeteilt ich sollte mich in den anderen Körper reindenken, um mich zu verwandeln und hast ansonsten immer nur über eins geredet... nonstop... total egozentriert... selbstgefällig und arrogant... über Dich!
Gibt kein besseres oder anderes Thema für dich, nur Du.
Du bist der King.
Aber Danke dass du mir nun mitgeteilt hast, dass die Schmerzen daher kommen, dass Mann mir das Wandeln nicht richtig beigebracht hat.
Sicher willst du jetzt gleich wieder jemand anderen dafür killen gehen, weil er auf dich gehört und mich ignoriert hat. So wie alle in dieser verkackten Welt mich inzwischen ignorieren... und rate doch bitte gleich noch mal an wem das wohl liegt?! - Eh?
Richtig... Wieder nicht du!

Scheisse auch, gibt's doch nicht. Aber der Alpha hat ja immer Recht, nicht wahr? Schön wärs.
Währe eben auch echt nicht nötig gewesen mich mal wieder in den Boden rein zu stampfen, es sei denn natürlich du willst dich noch für gestern Abend an mir rächen.", fuhr die ihn zornig an und kletterte-sprang dann über die Sofalehne drüber, um ihm zu entkommen.
"Rahel du hast gerade ein großes Problem und es wird noch viel größer, wenn du dir nicht von mir helfen lässt.", sagte er ernsthaft zu ihr, doch Rahel war schon auf dem Weg zur Treppe.
"Problem... ich hör immer nur du hast ein Probem.
Ha!
Aber vielleicht habe ich ja gar kein Problem mehr, wenn ich mich einfach weigere je wieder Wolf zu sein, ok?

Ich krieg einfach nicht in den Kopf wie eine so nette Frau wie Lia einen solchen Sohn wie dich haben kann.
An ihrer Stelle würde ich mich für dich schämen, aber so was von!", giftete sie ihn noch hässlich an, weil er ihr schon wieder gefolgt war.
Weil er ihr Herz so wild zum Schlangen brachte.
Weil ihre Wölfin schnurrte statt ihn anzuknurren...
Weil seine Haare ihm verwegen ins Gesicht vielen, das gerade schon wieder viel zu gut und freundlich-besorgt aussah.
Ganz zu schweigen von seinem irren Body.

Aber ihre letzten Worte hatten ihn wohl doch hart getroffen, denn er blieb mit einem schweren Einatmer stehen und wurde sogar ein bisschen bleich um die Nase herum.

"Ich weiß dass ich dich mit meinem Verhalten verletzt habe, Rahel aber...", sagte er trotzdem nur wieder ihren Arm umfassend, als sie die erste Stufe hochgestiegen war.

"Verletzt???", unterbrach Rahel ihn höhnisch lachend und sah ihn dann gleich mal eiskalt an.

"Du hast mir mein Leben genommen.
Und ehrlich mal... ein Rogue zu werden wird für mich gerade immer interessanter, ebenso das unter die Oberfläche abtauchen und nie wieder hoch kommen.

Denn dann muss ich mir wenigstens nicht mehr dauern anhören was für Probleme du mir angetan hast, um mich nun dafür zu bestrafen, dass ich sie habe.
Und zwar indem du mich schon wieder beißt. Ehrlich mal... warum tust du das? Bist du Tollwütig oder was? Gibt's denn keine Impfungen für Wehrwölfe dagegen?
Du bist so was von krank im Kopf, - schlimmer geht's nimmer."

Er ließ sie immer noch nicht los, obwohl Rahel  jetzt gerade dringend Abstand brauchte.
Er war ihr viel zu nah... ihre Wölfin wollte sich an ihn schmiegen... wollte einknicken ... er roch einfach so unglaublich gut und anziehend und wenn er nun nett zu Ihnen war...

Nein, ...nein das dürfte sie nicht.
Nicht umfallen! Er war der Feind. Er sperrte sie ein und die hatte sich gerade erst ein bisschen frei gekämpft... sie dürfte jetzt nicht gleich wieder alles aufgeben was Rahel ausmachte, nur um ein triebgesteuerter Werwolf zu werden, so wie er sich das gerne vorstellte.

Also griff sie ihn nun noch weiter an und noch giftiger diesmal:
"Mathias sollte besser mal dich untersuchen. Vielleicht würde aber auch nur noch eine Hirntransplantation bei dir helfen, ein eigenes, intelligentes Hirn besitzt du nämlich scheinbar nicht. Wirklich zu schade...!

Und jetzt gib mir endlich meinen Arm zurück... Ich will nämlich duschen gehen. Ich bin schmutzig, weil ich die ganze Nacht lang ein ekelhafter blöder Wolf sein musste, nur damit meine Verletzungen von alleine heilen.
Denn HaHa.. einen Doc lässt du ja auch nicht wirklich an mich rann. Einen netten schon gar nicht, aber ich bin's ja inzwischen fast schon gewohnt nur noch dein Heulkissen, die Parkuhr, die du mit blödem Mist voll laberst oder aber deines Rudels ganz eigener Boxsack zu sein,
mir reicht's jetzt!
Entgültig!
HALT DICH ENDLICH FERN VON MIR!!!!!", brüllte sie abschließend noch mit ihrer nicht bewusst eingesetzten Luna-Stimme, unter der sogar der Alpha ein klein wenig zusammen zuckte und sie dann doch endlich los ließ.

Zum Glück.
Fast hätte sie nämlich angefangen zu heulen und wäre ihm in die Arme gesunken, damit er sie tröstete.
Als ob er das tun würde., nach ihrem Sngriff eben. Schon rannte sie die restlichen Stufen, bis in ihr Zimmer hinauf, knallte die Tür laut krachend hinter sich zu...
und schloss ab.

Dann erst brach sie in die Knie, weil ihre Brust plötzlich in Flammen zu stehen schien.
Gott diese Schmerzen...!!!???

Weil du mich gerade angelogen hast, Rahel.
Es tut dir nur dann weh, wenn du mir nicht das sagst was du wirklich denkst und fühlst.
Aber du hast Recht, wenn du mir sagst das ich das Problem für dich bin.

Ich habe dir nicht genügend geholfen. Ich bin ein geborener Beta, der versucht ein geborener Alpha zu sein.
Doch was ich dir getan habe, musste ich tun, denn du bist meine Mate, meine Seelengefährtin.
Du behauptest ich würde nur den Wolf an dir lieben, doch das ist nicht wahr.
Ich habe dich vom ersten Moment an geliebt, an dem ich dich auf dieser Bank einsam sitzend und weinend entdeckte.

Ich wollte dich sofort mitnehmen, deine Tränen trocknen und deine wunderschönen Augen mit Freude erfüllen.

Aber du hast dich sofort dagegen gewehrt. Gegen mich...
Und dann als ich dich herbrachte wurde es nur noch schlimmer.
Alles was einem Werwolf Freude macht, wobei er sich wohl und besonders fühlt, als Wölfin ein wenig gejagt, dann umsorgt und gehätschelt, beschützt und hervor gehoben zu werden ist für dich nicht akzeptabel, ist ein Gefängnis für dich, eine Bestrafung.
Doch das auch nicht von Anfang an.
Zu Beginn war es noch anders, oder?
Da hast du meine Geschenke und Gesten doch noch gern gehabt.

Sag mir was sich verändert hat?
Du musst mir nun bitte dabei helfen, dir zu helfen, dass du nicht mehr so unglücklich sein musst, Rahel.

Sie winselte beinahe vor Bestürzung. Er kam durch ihre geistige Barrikade durch!?
Und was er da sagte...
Nein, die schüttelte zornig den Kopf.

"Du hast mir alle Freiheit genommen und auch noch die Chance irgendwen hier wirklich kennen zu lernen. Du spielst dich andauernd groß auf und ich darf nichts mehr alleine tun, außer hier still in meinem Zimmer zu sitzen und deine beschissenen Gesetze zu lernen.", schniefte sie erbost und ballte die Hände zu harten Fäusten.

Aber jetzt nicht mehr.
Du hast dir doch das Recht erkämpft, alleine Du kannst hingehen wohin du willst, oder fahren. Möchtest du vielleicht mal gerne Auto fahren? Meinen Porsche?
Ich weiß dass du ihn bewunderst...

"Ich kann aber gar nicht Auto fahren. Und ich darf es auch noch gar nicht. Papa wollte nicht dass ich vor achtzehn den Führerschein..."

Als Werwolf in Waldbach brauchst du keinen Führerschein.
Und ich kann dir das Autofahren ja beibringen. Dann hast du in unseren Gesprächen vielleicht demnächst auch etwas beizusteuern und hörst mir nicht nur immer so still zu...
Ich wusste zuletzt gar nicht mehr was ich dir noch alles erzählen sollte...

"Du lügst doch!", murrte sie nur wieder ärgerlich schniefend.

Ich kann meine Mate nicht anlügen, Rahel. Sonst würde auch ich Schmerzen leiden. Du würdest es auch sofort über den Mind-Link spüren und die Verbindung währe trotz aller Mauern um dich herum, sofort aktiv.
So wie es jetzt gerade ist... Es ärgert dich, ich fühle es. Doch ich möchte dir wirklich nicht weh tun.
Also steh auf, denke kurz an etwas an mir oder über mich das wahr und wirklich ist, und der Schmerz wird vergehen.

Wir können später vielleicht weiter sprechen - nun, da du sprichst.
Selbst wenn es mich verletzt, oder uns beide. Wir sollten zumindest ehrlich miteinander sein.

"Sagt der Alpha zu seiner Gefangenen!", grollte Rahel nur wieder erbost vor sich hin.

Wir waren beide Gefangene, seid ich dich fand und erkannte dass du meine Mate bist.
Ein geborener Mensch als Luna...
Kannst du dir vorstellen, dass ich von dir genauso verwirrt und am verzweifeln bin, wie du es von mir bist?

Ich hatte vorher nur in der Schule flüchtig mit Menschen zu tun, aber nie persönlich, schon gar nicht intim.
Aristo hat per Gesetz verboten dass wir Menschen in unser Rudel rein lassen oder uns mit ihnen auch nur anfreundeten. Wer sich ihm widersetzte wurde Rogue.
Und eine gefundene Mate die aus diesem Leben kam, musste immer sofort alles was ihr dort etwas bedeutete zurück lassen und hatte nie ein Wahl.

Ich weiß also tatsächlich gerade nicht mehr weiter. Ich weiß einfach nichts über Menschen und du nichts über Werwölfe.
Doch verzeih... du wolltest nun für dich sein.

"Ja, schon. Aber... ich weiß nicht wie ich dich rausschmeißen kann, ... also... aus meinem Kopf.", flüsterte sie nur noch erschöpft.

Okay, ich helfe dir, nur ruhig.
Ich bin Dared, ich bin Alpha dieses Rudels... und ich bin ebenso dein Alpha. Sag es., verlangte er leise, beinahe liebevoll klingend von ihr.

Hä???
Warum denn jetzt schon wieder die sanfte Tour? Aber noch immer spürte sie ihn in ihrem Kopf. Seine Gefühle, Sorge... Zuneigung?!?

Sag es jetzt!

"Du bist Dared, Alpha dieses Rudels und... genauso bist du mein Alpha.", flüsterte sie heiser, fast schon gequält.

Das Gefühl in ihr verschwand sofort... sein Gefühl.
Es war wieder alles still und ruhig. Sie hatte ihren Kopf für sich und starrte Minutenlang nur vor sich hin. Bevor sie sich endlich doch noch aufrappelte, um duschen zu gehen.

Seltsam aber wahr, das hier war wohl ihr erstes richtiges Gespräch, das sie geführt hatten.
Und das nach so einem Zoff vorne weg.

Sie zog sich ihre blutverkrusteten und schmutzigen Sachen aus und stieg unter die Dusche.

Das Wasser war angenehm heiß. Es beruhigte ihren schmerzenden Körper und sie atmete ganz tief durch, während sie sich lange Minuten einfach nur nass regnen ließ.

Immer wieder gingen ihr dabei seine Worte durch den Kopf, dass er gar nichts über Menschen wusste. Dass es verboten gewesen war.
Unter Aristos Herrschaft zumindest.
Aber war Dared denn wirklich so anders als sein Vorgänger?
Konnte sie ihm vielleicht einfach sagen und erklären was sie brauchte?

Er hatte ihr gerade sogar angeboten ihr Fahrstunden in seinem Porsche zu geben ...
Langsam glitt ein leicht belustigtes Lächeln über ihr Gesicht und ihre Wölfin jubelte fast schon los:

Na siehst du? Er ist also doch ziemlich toll, unser Mate.