Die Heimkehr ins Rudelhaus verlief wieder erwarten Ruhig.

Dared schien sich auch soweit erholt zu haben, lächelte wieder und war freundlich zu ihr.
Ihre Wölfin beäugte ihn trotzdem genauso skeptisch wir Rahel es nun tat.
Und es gab so viele Dinge die einem bei näherer Betrachtung  ins Auge stachen.
Er ging immer ohne sie zum Walk. Immer mit den anderen Rudelmitgliedern.
Er brachte ihr zwar Essen und Trinken und Pralinen und Blumen mit doch außer in ihrer Ynähe rumzuhacken und über Werwolfkram zu reden... wer mit wem Streit hatte, das Alphs Torben angerufen und gefragt hatte ob Mis denn nun von Rahrl unterwiesen werden würde... wann das beginnen sollte...
Neue Kriegs-Androhungen vom Kellerwaldrudel oder was er beschlossen hatte mit einem gefundenen Rogue zu tun ... ihn zu töten...
Er fragte sie nicht wie es ihr ging. Er plauderte nur. Doch die sagte nichts mehr weiter dazu.
Und das schien ihm auch total recht so zu sein.
Wenn er ging grinste er immer total friedlich vor sich hin.
Oh ja... brave Wölfin die nun aber mal endlich  wusste wo ihr Platz war.
Rahel hätte glatt kotzen können.
Doch davon bekam dieser Dämel nun zum Glück nichts mehr mit.

Sie hatte das Buch nun noch einmal von vorne und inzwischen auch ausgelesen und ein paar neue Erkenntnisse gewonnen... das zumindest mal.
Ein Rogue zu werden war gleich bedeutend mit tot sein. Kein Rudel würde sie bei erkennen ihres Wolfsgeruchs verschonen, selbst wenn sie sich nie mehr verwandeln würde.
Doch immerhin hatte sie auch ein paar wenige aber wichtige Rechte für sich entdeckt.

Sie war gerade immer noch minderjährig. Und selbst bei Wölfen zählte das etwas.
Dared dürfte sie nicht dazu zwingen ein Zimmer oder das Bett mit ihm zu teilen.
Also hatte sie bei ihrer Rpckkegr darauf bestanden in ihr altes Zimmer unterm Dach zurück zu kehren und richtete sich dort auch wieder wohnlich ein.
Auf Dareds Stirnrunzeln hin teilte sie ihn dieses Gesetz schlicht mit und er ging mit versteinerter Miene weg... walken...
Sie spürte ihn noch ganz kurz, wie er sauer in ihren Kopf eindringen wollte, um nach ihren Gefanken und Gefühlen zu forschen, doch auch dazu hatte es zum Glück eine Anleitung für gebissene Werwölfe im Buch gegeben, wie man sich eine geistige Barrikade errichten konnte, die einen vor Beeinflussung und dem Eindringen anderer Wölfe in ihre privaten Gedanken schützte.
War eigentlich auch ganz einfach.
Mann stellte sich eine Mauer vor... stellte sich stille vor... fühlte sie...
Dann war man für sich und der Alpha hätte immer seinen Alphatonfall und außerdem einen Befehl gebraucht wir auch direkten Blickkontak, um diese Barrikade zu durchbrechen.
Zwei Tage sollte sie noch ausruhen, hatte der Werwolfarzt ihr noch gesagt. Dann währe ihre Kraftreserve wieder aufgebaut.
Alles währe wieder heil und gut.
Innere Verletzungen und Brüche ade.

Das Werwolf-Gen hätten ihre Eltern auch verdammt gut gebrauchen können, dachte sie sich, mehr als einmal, während die wieder ganz normal zur Schule ging, ganz normal Hausaufgaben machte und nur immer danach dem sie abholen Dared ihren Rucksack überreichte, um als Wölfin nach Hause zu laufen.
Herrlicherweise hatte die neue Klamotten bekommen die auch nicht zerrissen, wenn sie sich nun verwandelte.
Natürlich freute es ihn, dass sie sich scheinbar endlich mit allem abgefunden zu haben schien.
Das es nicht ganz so war bemerkte er allerdings erst ein paar Tage später, als er sie gleich nach der Schule packte und streng ansah.
"Heute keine Verwandlung. Wir fahren heute raus in den Wald. Der Kreis der Wölfe tagt noch einmal für dich!", sagte er halbwegs lächelnd zu ihr.
Wohl um die aufzumuntern und tatsächlich tat es das auch.
Sie hatte schon geahnt dass er noch einen Versuch seiner mittelalterlichen Rituale starten würde.
Also verdrehte sie nun nur die Augen und stieg in seinen Geländewagen. Dennis und Olli zwinkerten ihr vergnügt zu... Doch ihre Wölfin knurrte einzig kämpferisch auf.

Sie hatte nämlich nur auf diesen Tag gewartet und sich bis jetzt total still verhalten, um heute allen im Rudel zu zeigen das hier tatsächlich so einiges schief lief.
Vor allem für sie.

Im Buch hatte  gestanden das eine verbundene, neue Werwölfin zu einem Rituellen Ehrenkampf um ihre Akzeptanz nie den Alpha wählen durfte , sondern immer nur ein ebenbürtiges Mitglied des Rudels.

Bei einer Luna aber war es tatsächlich total anders. Sie musste und sollte sich den oder die stärksten Gegner wählen, es sei denn sie hatte überhaupt keine Machtvolle und eigenverantwortliches Position im Sinn, weil ihr diese bereits von ihrem Alpha-Mate zugestanden wurde.
Bei einer Luna die nicht akzeptiert war, war aber gerade dieser Kampf entscheidend.

Dared hatte ihr das nicht erzählt weil er nichts weiter für ihr Leben geplant hatte, außer eine Mühelose Existenz, wie sie sie nun gerade führte.
Schule, Essen, ein kleiner begleiteter Walk dann und wann, eine Feierlichkeit bei der ihr gesagt wurde wir sie aufzutreten hatte... später Kinder kriegen und das war's.
Alleine dass er darüber nicht mit ihr gesprochen hatte war empörend und erniedrigend und das sah auch ihre innere Wölfin so.
Ein echtes Unding bei einer Luna, las sie im Buch.
Es zeugte einzig vom mangelnden Respekt und Akzeptanz in ihre Person. War eine eher abfällige Geste, mit der man ängstliche geborene Menschen vor dem restlichen Rudel schützte, weil zu schwach um sich selbst zu verteidigen.

Doch diesen einen Weg gab es noch, um ihre Stellung in ihrem derzeit beschissenen Leben zu behaupten und zumindest Anerkennung im Rudel zu finden, wenn schon der Alpha sie nicht genügend respektierte.

Es war zudem auch noch ein eindeutiges Statement gegen den Alpha, welches Rahel heute auf Werwolfsweise setzen konnte. Weil sie nicht genügend Unterstützung von ihm erfuhr, kein Vertrauen oder auch nur genügend Zuneigung, um sich ein bisschen wohler oder geborgen zu fühlen.
Um es kurz zu machen:
Was die vorhatte war ein Statement für eine Wölfin die zwar den Titel Luna tragen dürfte aber ansonsten in allen Anderen Belangen abgelehnt wurde,

Und genau das tut unser Mate !
Er lehnt uns ab.
Also zeigen wir es Ihnen jetzt!
Zeigen wir Ihnen wie er uns behandelt, der Stinker.

Sie schloss die Beifahrertür und starrte die ganze Fahrt lang nachdenklich aus dem Fenster hinaus.
Sie brauchten auch nur wenige Minuten bis zu der Lichtung im Wald.
So einige Blicke ruhten da spöttisch oder abfällig auf ihr. Andere auch freundlich-nachsichtig lächelnd.

Als würden die einen kleinen Welpen bei seinen putzigen Spielen beobachten.
Denk daran was das Buch gesagt hat!, knurrte ihre Wölfin sie an.
Ja, mach ich ...absolut keine Gnade mehr zeigen.

Rahel stieg diesmal ohne jeden Zwang durch Dared aus.

Dared war sofort bei ihr und ergriff ernsthaft ihre Hand.
"Wenn du mich wieder wählen möchtest, weißt du ja nun, dass du keine Angst haben musst.", raunte er ihr belustigt zu.

Arsch! Schlag ihn!
Feste in die Fresse!

Nein, das tu ich nur noch mit seinen eigenen Waffen. Dem Werwolfrecht nach ist er dann nicht mehr ganz so toll angesehen, wenn wir das durchziehen und nicht vorher schlapp machen, beruhigte sie ihre Wölfin und sah ihn nur ganz ernsthaft an, ganz offen... bevor sie ihre Hand aus seiner löste, stumm an ihm vorbeiging und schlicht den Kreis betrat.

Oliver reichte ihr wieder mit entspannter Mine den Eisenstab zu.
Sie aber schüttelte nur den Kopf.
Waffen zu benutzen war nur den schwächsten Werwölfen gestattet.
Schon wieder eine bewusste Beleidigung und Erniedrigung für sie. Aber er dachte anscheinend nicht dass es dir groß störten könnte.

Da begann Dared auch schon zu sprechen.
Sie sah ihm an das er von ihrem heute so offensivem Verhalten irritiert war.

"Rahel, Luna der Schwarzwald-Devil, du bist aufgefordert deine Ehre zu verteidigen. Wähle dir deinen Gegner aus und wähle weise!"

Sie sah nur kurz schmunzelnd in die Runde bevor sie Dared wieder anblickte...Der ebenfalls sofort zu schmunzeln begann.
Das verging ihm aber sofort wieder als sie mit nun zuckersüßer Stimme zu sprechen begann:

"Ich bin noch neu in diesem Rudel, Leute das ist mir bewusst. Ich wurde nicht als Wolf geboren und deshalb lehnt ihr mich, also den Menschen Rahel auch alle ab.
Das verstehe ich jetzt, da ich endlich Zeit hatte das Buch auszulesen und mit einige Gedanken um euer Verhalten mir gegenüber zu machen.

Natürlich weiß ich nur durch diese tolle Lektüre immer noch nicht wie es ist ein echter Werwolf zu sein, denn ich kenne überhaupt keine Werwölfe, ich kenne euch nicht.", sagte sie offen und begegnete nun do. einigen genervten Blicken. Die dachten die wollte Zeit schinden... Das Geraune klang abfällig und boshaft, was sich aber verdammt schnell ändern sollte.

"Wisst ihr... Ich schinde gerade echt keine Zeit, denn ich weiß ja nun diesmal, weil ausreichend vorbereitet, was meine Aufgabe ist. Darum möchte ich euch nur erklären wieso ich gleich tue was ich tue. 
Ich stelle also als erstes hiermit fest dass ich lieber Kein Rogue werden möchte, wie es mir unlängst, sogar noch im Krankenhaus und gleich nach dem aufwachen, freundlichst angedroht wurde, wenn ich mich nicht ab sofort füge und meine Entschlossenheit aufgebe gegen das eigene Rudel zu kämpfen, wie es hier ja leider Brauch und Sitte ist."

Totenstille!!!

Rahel sah in die nun entsetzten, überraschten oder geschockten Gesichtervhinrin und grinste sie belustigt aber auch gefährlich böse an. "Wisst ihr... Zivilisierte Menschen würden dazu nur sagen ihr seid allesamt Idioten. Aber bitte... Mann lebt schließlich nur einmal ..."
"Rahel...", knurrte Dared nur wieder finster auf . Vermutlich weil sie das Ritual gerade wieder zerstörte oder sein Ansehen...

Aber sie schüttelte nur gleichgültig den Kopf und sah starr hinunter auf ihre Fusspitzen.
"... Ja, ja, ich weiß schon, Alpha, was du mal wieder sagen willst: Halt dein Maul, interessiert sowieso keinen... Danke schön... sehr freundlich von dir (ironischer Tonfall).
Er kam knurrend einen Schritt in den Ykreid hinein schöner dir schüttelte nur mit wedelndem Zeigefinger den Kopf. 
Ah-ah-ah! Ich wähle jetzt doch meinen Gegner... weil uns diese Angelegenheit hier ja allen so viel Spaß zu machen hat, schon klar:
Aber mach dir bewusst, Dared dass das hier auf deinem Mist gewachsen ist!" Zischte dir ihn noch einmal allerliebst mit den Augen klimpernd an bevor sich ihre süße freundlich-nachsichtige Tonfall ebenso Schnellverfahren wir ihre gespielte Belustigung.

"Ich wähle mir  - genau den Richtlinien der Werwölfe entsprechend und so, wie es in euren Gesetzen offiziell Brauch ist, für eine Luna die von allen im Rudel als solche rundheraus abgelehnt wird weil menschgeboren und auch von ihrem eigenen Mate aus eben diesem Grund keinerlei Unterstützung in irgendeiner Art und Weise erhält, außer dass er mir gütigst ein Zimmer, das Atmen und was zu Essen gestattet... - alle weiblichen Wölfe dieses Rudels, zum Gegner, die mein Alter haben oder aber älter sind als ich bis sagen wir fünfundfünfzig Jahre.
Denn hey, mal ernsthaft... ich soll sogar Greise und Kleinkinder zum Kampf herausfordern nach euren irre wichtigen Regeln, suf Seite 576 Absstz drei und vier und das weigere ich mich schlicht. Jemanden zu kloppen der noch ein Kind ist oder viel zu schwach zum kämpfen ist vielleicht das Niveau eures Alphas, aber sicher nicht meins.
Also wer bitte ist hier nun der Rangniedrigste weibliche Wolf? Mit dieser soll ich laut eures bescheuerten Werwolf-Gesetzes nämlich anfangen aber im Grunde ist es mir scheißegal!"

Das kollektive fassungslose Luftholen und die ungläubigen Rufe waren markerschütternd laut... Erschrockene oder entsetzte Blicke folgten, die nun fast alle zu dem gerade kreidebleich gewordenen Alpha schossen, wie auch wütendes Knurren von verbundenen Gefährten, die ihre Frauen oder Töchter nun eiligst hinter sich zogen.
Doch die Regeln dieses Kreises in einem Ehrenkampf waren ganz eindeutig, und das wussten die Wölfe auch Haargenau.

Darum lächelte Rahel nur kurz äußerst grimmig in die Runde, bevor sie einfach mal Kara zunickte, die sie bleich und hart schluckend ansah, dann aber entschlossen die Fäuste ballte und in den Kreis hinein trat.

"Ich, Kara, Schwester des Beta und Tochter des ehemaligen Tic dieses Rudels nehme die Herausforderung meiner Luna zum Kampf um ihre Ehre gegen alle weiblichen Wölfe des Rudels an!", rief sie laut und mutig.

Sie nickten sich beide noch beide kurz grimmig zu, und Rahel sagte dich noch einmal den Satz aus dem Buch vor der sich in ihr Hirn eingegraben hatte: Im Kampf um die Ehre zeigt eine Luna keine Gnade
Oh ja dachte sie noch, als sie wild wölfisch aufknietet und dann den ersten Tritt in Karas Bauch landete, die im Kampfsport anscheinend kein bisschen unterwiesen worden war, bevor sie sie mit der Faust ins Gesicht und damit niederschlug.
Kampf gewonnen sie blieb am Boden und wurde von einem grimmigen Dennis aus dem Kreis geholt und weggetragen.
"Die Nächste!", nickte sie einer anderen jungen Frau zu, die ebenso zögerlich in den Kreis hinein trat und sich mit ihrem Namen und Rang vorstellte.

Das würde heute ein verdammt langer Tag werden.

 

Die Kämpfe dauerten bis tief in die Nacht und dank ihrer Wölfin hielt sie auch einigermaßen durch. Nur einmal gab es eine verlegene Stille als eine hochschwangere Wölfin unter dem wütenden Gezische ihres Mate in den Kreis hinein trat und schützend ihren dicken Bauch umfasst hielt.

Nee ne?
Echt jetzt?

Sie keuchte fast schon auf dem letzten Loch und starrte die Schwangere kurz groß an, bevor sie eine Idee hatte, wie sie dieses Problem lösen konnte, ohne noch jemanden zu killen.

"Was zum Teufel machst du da? Hab ich nicht vorhin extra noch gesagt ich schlage keine Kinder, die jünger sind als ich?", deutete sie spöttisch auf ihren gewaltigen Bauch.
"Sitzt du also auf deinen Ohren, Wölfin? Verzieh dich, bis dein Kind geboren ist. Dann können wir beide meinetwegen noch mal alleine unseren Fight nachholen.", fuhr sie sie leise keuchend an.
Die Wölfin sah Rahel erst verwirrt, dann aber begreifend an und lächelt kurz dankbar.
"Oh... Verzeihung Luna. Das habe ich nicht bedacht.", verneigte sie sich kurz vor ihr und Rahel sah sich auch schon nach der nächsten Kandidatin um.

Längst nicht alle weiblichen Werwölfe waren unausgebildet, einige hatten vermutlich sogar noch weit mehr drauf als sie, hielten sich aber doch ziemlich zurück, vor allem nach der Sache mit der Schwangeren.

Wie Dared es im Krankenhaus ja noch gesagt hatte, wurden diese Kämpfe nicht so ganz brutal und blutig.
Na ja... Zumindest nicht sehr viel Blut.
Rahel lief es nur von einigen herben Schlägen ein bisschen aus der Nase heraus und ihr Gesicht sah vermutlich schon aus wie das von Rocky Ballboa aber wenigstens lernte sie die Wölfinnen des Rudels jetzt mal alle mit dem Namen und allem kennen.
Und diese nun ebenfalls auch sie.
Es waren sicher an die dreihundert Gegnerinnen. Weniger als erwartet, denn die menschgeborenen dürften sich auch weigern gegen sie zu kämpfen.
Sie kamen dann nur schlicht in den Kreis, stellten sich vor, sanken auf ein Knie und erklärten ihr ihre Niederlage -Fertig!

Und genau so tat es schließlich auch Mahmen, die Rahel schwer besorgt ansah, während sie die kurze Pause nutzte um vornüber gebeugt und auf ihren Knien aufgestützt nach Atem zu ringen und etwas Blut auszuspucken, wo sie sich selbst auf die Zunge gebissen hatte.

Als dann schließlich die letzte Werwölfin den Kreis verlies und Rahel sich keuchend den Schweiß und das Blut an ihrer Jeanshose abwischte, trat Dared wieder vor und verkündete ausdruckslos das die
Luna des Rudels nun ihre Ehre verteidigt hätte.

Oh Mann, endlich... Hurra!

Die Wölfe sahen im düsteren Fackellicht nun total verändert und sogar ziemlich ernsthaft aus. Vor allem die Weiblichen.
Keiner lachte sie mehr aus oder grinste seltsam oder abfällig, wie vorher.
Was ein Wunder, dachte Rahel nur ironisch und schüttelte heftig schnaubend den Kopf.

"Und so was hier haltet ihr Werwölfe also für vollkommen normal...? ", fragte sie sie spöttisch, aber keiner Antwortete.
"Eure Gesetze... Eure Kultur...!", wies sie verächtlich auf die schwangere Frau, und sah dann erst wieder zu Dared hin.
"Echt, Alpha... ich scheiße so was von auf solche Kultur, die Alte, Kinder und Schwangere verletzt. Schade nur das ich trotzdem dran gebunden bin wie auch dein armes Rudel.
Aber bitte.
Meine Ehre ist verteidigt... hahaha!", lachte sie höhnisch und theatralisch zwitschernd auf und wich ihm dann aber aus, als er zu ihr kommen wollte, um ihre Hand zu ergreifen.
"Ach nee, nee echt mal Alpha, lass stecken!Jetzt brauchst du ganz ehrlich auch nicht mehr so zu tun als würde dir deine menschgeborene Mate irgendwas bedeuten."
"Rahel, ich bitte dich. Das ist nicht wahr, du bedeutest mir alles... Aber nun komm nach Hause. Lass Mathias wenigstens deine Wunden versorgen!"
"Danke ich laufe lieber alleine zurück. Schließlich kenne ich ja inzwischen den Weg... ach nein, hm, sorry . Ich meine natürlich meine Wölfin kennt ihn. Denn Menschen finden sich ja per Werwolfdefinition noch nicht einmal in ihrem eigenen Kleiderschrank zurecht, geschweige denn können sie eine gerade Straße runter laufen ohne sich zu verirren.", spottete sie nur noch einmal bitter auf und verwandelte dich dann schüttelnd in ihren Wolf.
Zum Glück, denn Dared hatte gerade wieder versucht nach ihr zu greifen... wirklich zu blöde.
Tja... Für ihn!

Kurz ließ sie ihre Barrikade
sinken und sah ihn leise knurrend an, während sie nun zum ersten Mal aktiv den Mind-link benutzte:
Sei doch froh, Alpha!
Du musst dich jetzt immerhin nicht mehr länger um das garstige Menschenblag kümmern.
Zumindest hast du mit deinem ewig so eiskalten und knallhart berechnenden Wesen erreicht, dass meine Wölfin und ich endlich doch mal einer Meinung sind.
Wir können dich nämlich alle beide nicht mehr leiden.
Also kannst du von mir aus auch gerne in Zukunft auf die lästige Pflicht verzichten mich täglich für ein paar Stunden in meinem Zimmer zu besuchen und mit mir über deine Alpha-Unsinn-Entscheidungen zu reden, was mich sowieso nicht die Bohne interessiert hat.
Menschen stehen nämlich absolut nicht auf Killer die verstoßene und wehrlose Wölfe killen, die sich in den letzten zehnJahren nicht ein mal mehr verwandelt hatten und hier nur rein zufällig durch euer Gebiet gefahren sind.
Das gleiche gilt übrigens auch für die anderen fünfzig Prozent von mir, die nun dank deiner Bissigkeit Werwolf geworden sind.
Das nur zu deiner Info.
Schließlich nimmst du uns Menschen ja nicht für voll. Naja...

"Rahel, ernsthaft... Du verstehst mich gerade vollkommen falsch. Du bist meine Mate, keine Plage. Du missverstehst die Absichten hinter meinen Taten vollkommen...

Tu ich das??? Wirklich???
Du hast mich seid ich im Krankenhaus aufgewacht bin nicht ein mal gefragt wie es mir geht.
Ich bin bei dem Sturz in die Schlucht fast gestorben, aber alles was dich eiskalter Hund gekümmert hat warst nur du selbst.
Ich habe also Rücksicht darauf zu nehmen, das es dir an nichts fehlt, denn wenn ich verletzt bin leidest ja du...
Ach du armer kleiner Alpha! Das tut mir aber leid( ironischer Tonfall).
Und ich habe natürlich auch nicht einfach so ohne deine Erlaubnis zu sterben, sonst stirbst ja gleichfalls du.
Du, Du, DU!
Egoistisches Arschloch!

Wenn ich irgendwann mal für Fünf Minuten zwischen Vergiftung und Schmerzen kurz in dich verliebt war ... DA hast du's wieder kaputt gemacht.

Du hast mir schon seid ich von dir hergeschleppt wurde verboten eigene Freunde zu haben und alle männlichen Wölfe deines Rudels, denen ich ausschließlich begegnet bin, dürften mich noch nicht mal ansehen,
außer natürlich deine Mahmen und Mia.

Ich war bisher doch nur dein beklopptes, kleines und hoffentlich bald abgerichtetes HAUSTIER , belächelt von den anderen Wölfen, belächelt auch von dir... oder mit Alpha-Feind-Stimme zurecht geschissen, wenn dir doch mal wieder irgendwas an mir nicht gepasst hat.

Und das war letztlich eine ganze Menge.
Denn stell dir vor... ooooch! Menschen haben keinen Werwolfs-link, mit dem sie die Gedanken von großen bösen Alphas erraten könnten.
Menschen nehmen auch nicht für sich in Anspruch schon alles auf der Welt zu wissen oder von einem reinen Chinesen in nur einer Woche perfekte Deutschkenntnisse zu erwarten.
So was erwarten nur idiotische Alphas von Menschen, die sie einfach beißen und dann ein bescheuertes Buch hinschmeissen, ... "hey du, ließ das, lern das, sei ein Wolf und wehe du benimmst dich nicht morgen so wie ich das will".
Du hast mir nichts erzählt!
Mir nichts erklärt!
Nichts getan, um mir dabei zu helfen mit dieser neuen irren Welt irgendwie fertig zu werden, hast einfach nur befohlen, es hat jetzt alles gut zu sein und alles ganz genau so wie du es willst.

Aber deine ganze Macht, dein ganzer Wille und ja auch nicht einmal dein beschissener Biss konnten mich bisher zu einem echten Werwolf machen.

Und damit bin ich tatsächlich auch nicht deine Luna.
Hörst du, ich weigere mich!!!
Geh alleine zum Mateball, hast doch sowieso mein einziges Kleid zerfetzt... ein Kleid dass ich von meiner Mutter hatte!
Meine Mahmen!
Meine Erinnerungen!
Meine Familie, du Sauhund!!!

Sei versichert, Alpha du und deine Familie ihr gehört nicht mit dazu.
Denn selbst wenn du dir einbildest deine Verbindungsfeier hätte irgendwas bedeutet..."

"Es war unsere Verbindungsfeier, Rahel! Unsere, nicht nur meine!!!", knurrte er sie böse an.

"Du hast mich niemals gefragt ob ich überhaupt verbunden werden möchte. Und keiner meiner Freunde war da.
Kein einziges Menschen- Schwein, das mich vielleicht auch nur ein bisschen gemocht hätte. Ja nicht einmal du magst mich!
Denn du magst nur ganz allein den Wolf! Mut und Stärke, mehr liebst du nicht!
Du liebst nur den Wolf, den du selbst geschaffen hast und gerade zu domestizieren versuchst.
Abzurichten mit einem neuen Handy und Schokolade und Rucksäcken für die scheiß Schule. Küsse gegen Wünsche...

"Es hat dir doch gefallen! Und es waren Geschenke die du dir selbst gewünscht hast!", brüllte er nun ebenfalls erbost auf.

Nein, mächtiger Alpha, da verstehst du gerade etwas ziemlich falsch.
Es hat mir nicht gefallen... es hat mich nur verwirrt! Es hat mir kurz mal eben weis gemacht ich würde dir vielleicht wirklich etwas bedeuten.
Also ich, Rahel, nicht der Wolf den du gezüchtet hast.
"Gezüchtet...", lachte er grimmig auf, dich Rahle knurrte ihn nur wieder erbost das Fell sträubend an:
Aber dann hab ich mir dein Geschenk , also das tolle Handy doch noch mal etwas näher angesehen. In den letzten Tagen, in der Klinik. Und tatsächlich musste ich feststellen, dass ich ausschließlich deine, Mias und Lias Nummern anwählen oder ihnen und dir alleine Nachrichten schicken kann.
Ha!
Und das soll ein Geschenk sein, ja?
Bei dem nur du wieder alleine entscheidest mit wem ich nun schreiben, telefonieren oder ob ich mir auch nur eine verdammte App runter laden kann!?
Ich will ja echt nicht auf deine Todesliste kommen, weil ich doch lieber Rogue wäre. Aber das ist auch der einzige Grund warum ich jetzt gerade noch hier bin, Alpha!

Und im übrigen das Handy... Kannst du wieder haben. Papas Anwaltskollege besorgt mir gerade wieder ein eigenes, genau das selbe sogar, mit Vertrag und allen Nummern aus meiner Cloud und allen Kontakten zu meinen Freunden, die nicht deine sind und die ich hatte, bevor dieser ganze Mist hier passiert ist und stell dir vor... du stehst da noch nicht einmal im Adressbuch drin!
Kein Kontakt zu Alpha Dared, oh wie himmlisch. Er hat noch nicht mal meine Nummer und bekommt sie auch nicht. Was sagst du nun?

Ich bin nämlich immer noch Rahel Degenhard, ein reiner Mensch, der bloß von dir tollwütigem Bastard gebissen wurde und sich auf einmal auch in ein wildes Tier verwandeln kann.
Rahel... ein Mensch!
Und das in DEINEM Rudelhaus!

JUHU!

Hört sich das nicht absolut Mega geil an? Dared's Mate ist ein Mensch!!!
Kein Werwolf, keine Luna, nur eine popelige RAHEL ... und ich bin verdammt noch mal echt stolz darauf!

Lerne du nun auch mal, das zu akzeptieren, Alpha. Vorher haben wir uns beide nämlich gerade so absolut gar nichts mehr zu sagen.

- Ach ja, stop... außer eines noch:
Ruf endlich deine Wachhunde von mir zurück, ja?
- Toll!
Klasse!
In deinem bescheuerten Werwolf -Gesetz steht nämlich auch noch zufällig mit drin, dass ich mir mit diesem absoluten bitchigen und Neandertalerinnen-Wölfinen-Rudel-Kreiskampf das Recht auf freien und vor allem unbegleiteten Aufenthalt, egal wo auf deinem blöden Wolfsrudelgrund verdient habe... wenn meine Ehre tatsächlich erfolgreich verteidigt wurde.
Und das hast du Arschloch gerade vor allen deinen Leuten behauptet!
Haha!!!

Übrigens ... war auch nur dass der einzige eigentliche, gute und gerechte Grund diesen Schwachsinn heute überhaupt so durchzuziehen!
Verteidige deine Ehre... Ha! Zum Totlachen!
Freiheit für Rahel...!
- So wird ein Schuh draus, Freundchen.

Und natürlich auch wieder Selbstbestimmung wann ich wohin gehen will und wann nicht, ohne das mich dabei bescheuerte und eigens von dir oder deiner Mahmen ausgewählte, bestens instruierte, hochrangige, weil speichelleckende Werwolf-Idioten begleiten, mit null Grips im Kopf und null eigenem Leben.

DAS WAR MIR HEUTE DAS WICHTIGSTE!

Und nicht mal du, Alpha, kannst mich jetzt wieder an die kurze Hundeleine legen, sonst würdest du damit gegen dein eigenes, in Stein gemeißeltes Gesetz verstoßen ... wouuuuw!

- FREIHEIT!!!

Ihre Wölfin jaulte noch mal kurz glücklich und begeistert hopsend und tobend los, bevor sie einfach kläffend davon rannte, immer einer Wolfsfährte folgend, die höchst wahrscheinlich zurück zur Siedlung beim Rudelhaus führen würde. Aber vielleicht ja auch wo anders hin... piep egal!
Sie konnte jetzt hingehen wohin auch immer sie wollte und sogar draußen schlafen... vielleicht sogar in Wolfsgestalt, weil sie so ja auch ein warmes Fell hatte...

Gerne gerne. Lass mich ruhig noch ein bisschen länger laufen. Dem hast du es aber gerade gezeigt...

Sie schaute nicht einmal mehr zurück zur Lichtung.
Sie drehte sich nicht ein Mal mehr um.
Obwohl da ja nun doch etwas ziemlich schmerzlich und halb sehnsüchtig in ihrer Herzgegend zog...

Mein Mate

 

Dared:

 

Fassungslos starrte er hinter der Wölfin,
seiner Mate, her und schluckte... schluckte ... und schluckte gleich noch mal.

Das hat sie nicht ernst gemeint.
Das kann sie unmöglich ernst gemeint haben.

"Doch, Dared. Sie hat es so gemeint.
Absolut!
Sie hat gerade ihren Luna-Tonfall benutzt und es vermutlich noch nicht einmal gemerkt.
Das ganze Rudel hat sie gehört.", sagte sein Beta leise hinter ihm. Vollkommen ausdruckslos, ohne jede Wertung oder Gefühl.
Gut für ihn!

Dared drehte sich bebend vor Zorn um.
Da stand nun allerdings nicht nur Dennis, sondern sein ganzes Rudel und starrte ihn vorwurfsvoll an.

Elsa, die Rahel zum Glück im Kampf verschont hatte, indem sie irregulärerweise ihr ungeborenes Kind als bereits eigenständige Person betrachtet hatte, trat nun entschlossen vor.

"Hast du sie wirklich von uns fern gehalten und tatsächlich nur hochrangige Wölfinnen zu ihr befohlen, Alpha? Haben wir sie also deshalb nur das eine Mal draußen im Wäldchen gesehen, weil sie sich fortan geweigert hat unter der Aufsicht von Oliver oder Dennis herumzulaufen und uns nur kontrolliert zu treffen?", fragte sie ihn aufbrausend.
Ihre Mutter trat neben sie.
"Alpha Dared, das ist doch sicher nicht dein Ernst, oder? Die ganzes Zeit über denken wir uns alle nur was für ein Feigling deine menschgeborene Gefährtin doch sein muss, nur dieses eine Mal rausgegangen zu sein und tatsächlich schon von unseren spielenden Welpen genug zu haben.
Dabei hast du sie danach regelrecht bewacht und eingesperrt gehalten?"

"Warum hältst du unsere Luna von uns fern? Sind wir denn Monster?" , fragte eine der Wächterinnen die Rahel vorhin tatsächlich ziemlich zugesetzt hatte grimmig dazwischen.
"Sie lehnt uns jetzt alle ab, weil sie natürlich denkt wir lehnen sie  ab. Dabei hat uns nur unser Alpha eingeredet, dass sie ein verängstigtes kleines Mäuschen ist!", ärgerte sie sich derbe.

"Kam mir gerade aber gar nicht so verängstigt vor. Eher ziemlich selbstbewusst und stinksauer!", sagte eine mittvierziger Ausbilderin für Wächterwölfe schnaubend.
"Seh ich ebenso!", warf auch Kara erbost ein.
"Ich bin mit ihr in einer Klasse und da ist sie immer ganz normal, auch wenn es sie wirklich nervt das ständig die Wächter überall auftauchen. Sie hat doch tatsächlich verboten bekommen mit irgendwem in der Schule zu reden, glaub ich. Und von Jungs oder männlichen Lehrern hält sie sich komplett fern, ist mürrisch und abweisend in deren Unterricht, und sitzt in den Pausen immer nur ganz alleine und weit von uns weg auf einer Bank im Park.
Das war in den ersten drei Tagen noch anders. Da hat sie uns alle angesehen und auch gegrüßt, war viel offener, auch wenn sie mal traurig war...", berichtete sie den älteren Wölfen angespannt

"Das gibt es nicht... das unser Alpha ihr noch nicht mal das allernötigste erklärt hat, sondern ihr nur dieses How-to-be-Buch mit den uralten Gesetzen in die Hand drückt und dann wirklich von ihr erwartet sie soll von jetzt auf gleich ein Wolf sein!
Hey, bei mir selbst hat es Jahre gedauert, bis ich mich halbwegs zurecht gefunden habe, Alpha! Und noch immer komme ich nicht mit allen Werwolfaktionen klar, die hier laufen."

"Da ist gerade was ganz schrecklich schief gelaufen. Beim ersten Kreis hatte sie solchen Schiss dass der Alpha sie sogar bannen musste, um sie überhaupt in den Kreis zu zwingen und sie hatte aber offensichtlich gar keinen Plan was wir alle von ihr wollten.
Also lief sie einfach weg und stürzte sich fast zu Tode.
Heute aber fightet sie hier stundenlang, wie eine Wächter-Amazone aus längst vergangenen Zeiten, bis fast zum Umfallen, weil sie dieses bescheuerte uralte Buch nun so schrecklich ernst genommen hat.
Freiheit für sie wenn sie uns allen gegenüber ihre Ehre verteidigt? - Bitte???
Wo habt ihr sie denn eingesperrt gehalten, im Mäusekeller!?"

Da trat Mahmen vor und atmete kurz tief durch.
"Ich kenne die Gefährtin meines Sohnes besser als ihr alle und ich muss euch mitteilen, Rahel wollte das hier nicht so tun. Sie wollte uns alle nicht anfighten, schlagen oder treten. Sie hat es selbst gesagt: sie wollte nicht gegen ihr eigenes Rudel Kämpfen müssen in einem überholten Ritual das Aristo als einziger Alpha weltweit noch zelebriert hat... und nun aber plötzlich auch noch mein modern erzogener Sohn.

Rahel hat nicht wirklich das Rudel mit ihren harten Worten gemeint, auch nicht mit ihren Schlägen. Sie wollte nur das was jeder Wolf in uns will... frei und unbegleitet raus gehen zu können, ohne das der Alpha oder einer seiner Wächter sie daran hindern oder auf Schritt und Tritt bewachen.
Denn genau das ist im Rudelhaus geschehen.
Sie war verletzt... mehrfach doch selbst unseren guten Mathias hat Dared beinahe umgebracht nur weil er es wagte ihr bei einer Behandlung leicht zuzuzwinkern.
Sie musste um sein Leben kämpfen und auch sich selbst und gewisse Zuneigungsbezeugungen einsetzen, um Dared zu stoppen und weiter behandelt werden zu dürfen.
Sie hat gerade einen großen Schritt auf das Rudel zugemacht, aber einen gewaltigen Schritt von Dared weg.
Ich schlage vor das wir jetzt alle gehen und unserem Alpha vorerst seiner Sorge und nun sicher auch Not überlassen.
Ich für meinen Teil , bin schon gespannt wie er seine Mate nun zurückgewinnen will.
Ich und Mia aber werden uns zukünftig komplett heraus halten."

Sie wandte sich noch einmal zu ihm um und schien nun wirklich mehr als nur sauer zu sein.
"Dir zu sagen ich hab dich ja gewarnt, ist mir gerade eine echte Freude, mein Sohn.", meinte Mahmen nur noch streng zu ihm und nickte ihrer Tochter kurz zu, sich zu verwandeln. Binnen von Sekunden waren dann alle Wölfe verschwunden, bis auf Dennis und Sebastian.

Dared schüttelte nur kurz benommen fühlend den Kopf.
Warum machte sein Rudel denn nun ihn dafür verantwortlich das Rahel gerade so durchdrehte?

"Du hast uns alle von ihr fern gehalten, Dared. Keiner sollte deine Luna ansehen, keiner konnte ihr auch nur freundlich oder höflich entgegen kommen und ihr beim Verstehen helfen. Eigentlich dachten wir ja dass du es tust, dass du ihr alles genau erklärst
Und ehrlich gesagt hab ich auch nicht so ganz begriffen warum du die ganze Zeit über so furchtbar streng zu ihr warst."
"Dennis was redest du da? Sie ist menschgeboren, sie muss noch lernen, dass sie sich bei uns einfügen muss. Sie soll hier allen eine  Luna sein, hört aber noch nicht einmal richtig zu..., ja interessiert sich kaum für ihre veränderte Welt. Und nun nicht einmal mehr für mich, ihren Mate..."
"Ich weiß einfach nicht was du willst, Dared?!Sie war doch von Anfang an nur klasse drauf.. mutig... stark... hart im Nehmen und gar nicht so verweichlicht, und jämmerlich wie Menschen sonst alle immer nur sind, wenn sie zum ersten Mal Werwölfen begegnen...", knurrte Dennis nun ernsthaft ungehalten.
"Ich weiß wie meine Luna ist, Beta! Halt mir jetzt keine Vorträge. Sie läuft gerade ungeschützt durch einen ihr vollkommen fremden Wald...", brauste Dared unwillkürlich auf.
"Ich glaube sie hat heute uns allen bewiesen das sie soviel Schutz, wie du es gerade für nötig hältst, nicht braucht. Außerdem sind die Wächter alle auf ihrer Runde. Der Wald ist friedlich und ruhig. Vom Rudel wird sie nun ebenfalls keiner mehr abfällig belächeln oder gar angreifen. - Nicht nach heute Nacht.", sprach Dennis entschieden weiter.
"Und wenn du tatsächlich ernsthaft denkst sie ist hier durch uns, dein Rudel... zum Teufel noch mal... auch ihr eigenes Rudel, in großer Gefahr...", warf Sebastian ein, doch er sprach nicht weiter, sondern knurrte nur noch verärgert auf.
Dennis aber war gerade nicht so beherrscht.
"Sie ist es nicht, Alpha!", stellte er lautstark klar. "Es sei denn natürlich das du für sie diese Gefahr hier draußen bist."

Das saß.
Dared keuchte zischelnd auf. Aber diesmal duckte sich Dennis nicht vor ihm und hielt seinem Blick überraschenderweise sogar stand.
"Gute Nacht!", wünschte er ihm schließlich nur noch ausdruckslos... aber trotzdem eindeutig und absolut beleidigt.

Erneut fühlte Dared sich als hätte ihn gerade ein Pferd an den Schädel getreten.
Erst seine Mate, die total außer Kontrolle geriet und jetzt auch noch sein ganzes Rudel?
Hart schluckend sah er zu, wie sich seine besten Freunde verwandelten und ohne jeden letzten Gruß davon liefen.
Er lauschte noch Minutenlang auf ihre verklingenden Schritte.
Sie rannten nicht einmal ansatzweise in Rahels Richtung.
Sie würden ihr also tatsächlich nicht mehr länger als ihre Wächter folgen... weil seine Luna, ohne es zu wissen, erwacht war.
Weil sie Befehle im Luna-Tonfall gesprochen hatte.
Und dabei hatte sie keine Ahnung davon was nun bald als nächstes passieren musste. Er hatte ihr Zeit lassen wollen, einen beschützten Raum, in dem sie langsam älter werden konnte, lernen konnte, sich gewöhnen sollte.

Auf einmal kniete er am Waldboden und lauschte weiter... nun auf die friedliche Stille der Nacht. Nur sein Keuchen, war das einzige was gerade die Ruhe störte.
Der Wald war friedlich und sicher.
Warum fühlte es sich dann trotzdem gerade so an als hätte ihm jemand nur mit einem Löffel sein gesamtes Herz aus der Brust heraus gerissen?

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Rahel:

Sie hob den Kopf als von Ferne ein leises Geheul erklang.
Hm? Uhhh? Schon morgen?

Sie hatte diese Nacht tatsächlich draußen geschlafen... in einem Blätterhaufen, ganz nahe bei der Wolfssiedlung.
Schließlich musste Dared nach ihrem Abgang nun ziemlich sauer auf sie gewesen sein und sich dann aber gleich noch mitten in der Nacht ihre Schelte abzuholen, - dazu war sie einfach nicht mehr mutig und stark genug gewesen.

Sowieso hatte ihr von den Kämpfen alles nur noch weh getan.
Sie stand auf und schüttelte sich kurz und verwandelte sich schließlich um das Gefühl ein Mensch zu sein bemüht in Rahel zurück, angestrengt, dabei möglichst leise zu sein, obwohl es tatsächlich immer noch ziemlich weh tat sich zu wandeln...

Oh Gott, so oft würde sie das sicher nicht durchexerzieren wollen.

Du willst mich also ebenso einsperren wie Dared dich?, fragte ihre Wölfin sie säuerlich klingend.

Rahel pustete kurz durch und schüttelte schließlich den Kopf.

"Nein, du kriegst natürlich jeden Tag deinen Ausgang, wohin du auch willst. Solange du dabei nur niemanden verletzt oder beißt ist es mir fast schon egal.
Genieße die Freiheit. Ich hab sie schließlich nicht.", knurrte sie sarkastisch schnaubend vor dich hin.

Oh sorry, war nicht meine Absicht dich zu verärgern. Schließlich waren wir ja gerade erst eine halbe Nacht lang Wolf. , meinte ihre Wölfin ein bisschen zerknirscht aber nichts desto trotz gut gelaunt.

Rahel schüttelte nur noch mal ziemlich mürrisch über ihr inneres Miststück den Kopf.

Das sind wir dann aber auch wieder beide, denk daran!
Wir sind eins, uns gibt's nicht getrennt voneinander., erinnerte ihre Wölfin sie noch einmal fröhlich japsend.

Grienend streckte Rahel daraufhin ihre müden Muskeln und gähnte laut.
Der Morgen war so friedlich und schön.
Zu friedlich und schön, um ihn mit einem schizophrenen Streit zu beginnen, also ließ sie es nun besser bleiben und schaute sich lieber lächelnd den frühmorgendlichen Wald an.

Da waberte zwischen den Bäumen noch leichter Bodennebel herum, die Sonne durchdrang ihn schon mit ihren Strahlen.
Es war so faszinierend, wie das Licht auf den nassen Spinnennetzen funkelte und sich dort in Hunderttausenden Facetten brach...

Sie wünschte sich eine Kamera oder aber ihr altes Handy von zu Hause herbei, um diesen friedlichen, sanften, warm und schön aussehenden Ort zumindest einen Augenblick lang fest zu halten.

Kaum vorstellbar das nur ein paar Meter weiter schon der Bär steppte... ach nein... eher der Wolf.
Oder besser gesagt die Wölfe, um ganz genau zu sein.

Wie die wohl reagieren würden, nachdem sie sie gestern noch alle so ziemlich ausgelacht und sich über ihre wichtigen Bräuche lustig gemacht hatte?

Sicher das krasse Gegenteil von Sonnenaufgang zwischen Nebelbäumen mit Tautropfen, die wie Diamanten an den unzähligen Spinnennetzen funkelten.

Dann bleib doch einfach hier und genieße es noch ein Bisschen, schlug ihre Wölfin nun nicht mehr ganz so vergnügt winselnd vor.

Okay, die war ja so was von feige.

Und das bist du auch, sonst wärst du letzte Nacht nämlich einfach wieder in dein warmes Bett gekrochen.

"Wo du Recht hast...", brummelte sie leise vor sich hin und schüttelte traurig den Kopf. Zeit wieder in ihr Gefängnis zurückzukehren und das Donnerwetter eines egozentrischen Alpha über sich ergehen zu lassen, dass er vermutlich jetzt gerade schon in fünf Seiten umfassender Anklageform ausarbeitete.

Gut nur dass der Mind-Link zwischen Alpha und Luna privat war.
Sowieso kannte sie den Rudel-link ja auch noch gar nicht richtig. Da war nur dieses eine Mal nach der ersten Verwandlung gewesen... und auch keine Stimmen sondern nur verschwommene Gefühle...

Seufzend schaute sie noch einmal auf das friedliche Nebelbäume im Sonnenlicht- Bild und wandte sich dann erst endgültig davon ab... und der Wolfssiedlung zu, die sie zur Rechten durch die Bäume hindurch schimmern sah.

Sie wanderte auf einem schmalen Wildwechsel auf den Waldrand zu... na ja sie bezweifelte, dass bei so vielen Wölfen hier jemals Wild herumrennen konnte.
Schließlich hieß es ja im Buch, dass die geborenen Wölfe durchaus so wie ihre Namensvetter auf die Jagd gingen und Wild rissen, frisch und blutig - urrrgh!
Wenn sie sich das nur vorstellte.

Unterhaltung in Werwolfsfamilien:
"Mama, was gibt's heute zum Frühstück?"
"Kaninchen, liebes, hab's gerade eben erst gejagt. Ist noch jung, frisch und schön blutig."

Da bekamen die Worte: Schatz, ich fahr mal kurz zum Bäcker, doch eine völlig neue Bedeutung.
Hier hieß es wohl eher:
Schatz, ich fang uns mal eben schnell ein Reh.

Hoffentlich musste sie das nicht irgendwann auch selbst so zu ihren Kindern sagen.
Gott im Himmel nee.
Alleine bei dem Gedanken kam es ihr schon hoch.

Aber tatsächlich hatte sie nie einen Werwolf im Rudelhaus beim Frühstücken getroffen.
Der Gedanke war also doch gar nicht so abwegig.

Du vergisst die Luna-isst-first-Regel, Rahel!,
meldete sich ihre Wölfin wieder zu Wort.

"Ja, ja!", murmelte sie nur finster vor sich hin und trat dann zwischen den Büschen hinaus auf einen gut gepflegten Bürgersteig.

Verwundert sah sie sich hier aber einer fast ganz normalen Wohnsiedlung gegenüber.
Keine Ahnung was sie statt dessen erwartet hatte, aber ganz sicher nicht solche Normalität.

Rechts stand eine Reihe gutbürgerliche und gepflegt aussehende Einfamilienhäuser.
Zäune um ein Grundstück zu markieren gab es nicht, nur Rasenflächen, keine Rabatten.
- Aber dafür Autos (ganz normale, nicht Porsche) und Wäscheleinen und Grillplätze auf den Balkonen in den angrenzenden Nachbargärten.

Okay!?
Sah doch eigentlich ganz friedlich aus.

"Guten Morgen Luna!", grüßte sie ein Mann der gerade im Abzug und Krawatte und ordentlich frisierten Haaren aus der Haustür trat verblüfft aussehend.

Sie sah ihn ihrerseits nur überrascht blinzelnd an.
Er war ... freundlich zu ihr?
"Hm... ja ... äh... Guten Morgen!", grüßte sie ihn also nur verunsichert zurück.
Seine Frau trat nun ebenfalls rasch aus dem Haus heraus auf die Treppe.
Hui... es war die schwangere Werwölfin.

"Ach.. wie nett! Guten Morgen, Luna. Ist es nicht herrlich heute früh?
Mein Marek schläft ja auch noch oft draußen im Wald. Aber nur am Wochende hat er auch die Zeit dazu dort auszuschlafen...", strahlte sie ihren leicht verlegen wirkenden Gefährten an.

"Möchtet ihr uns vielleicht die hohe Ehre erweisen auf einen Kaffee zu uns herein zu kommen?", fragte er sie plötzlich freundlich.
Auch die Frau sah sie gespannt an... und lächelte immer noch.

Okaaay???
Gestern hatte der Typ sie doch noch wütend angeknurrt.

Ey, du bist von gerade freundlichen Wölfen eingeladen worden. Reagierst du jetzt vielleicht mal irgendwie?, fragte ihre Wölfin sie säuerlich.

"Äh... ich... Ähm... befürchte ich bin leider gerade etwas schmutzig.", sah sie kurz an sich herab.
Jep, blutige und schlammverkrustete Hosenbeine, eingerissener Ärmel, Blätter in den Haaren und am Pullover...
Sie musste beinahe so aussehen wie das Ding aus dem Sumpf. Tolle Art sich so bei irgendwem beliebt zu machen.

Der Mann lächelte der Frau nur kurz verschmitzt zu und schloss seine Wagentüre wieder.
"Kommt trotzdem ruhig herein. Wenn ihr mögt. Wisst ihr... Wir beißen euch nicht.", schmunzelte er sie kurz breit an und erntete dafür einen tadelnden Klaps von seiner Frau auf den Arm.
"Hör auf sie zu necken, du Schelm. Oh Verzeih diesem Wolf, bitte Luna. Du kannst es auch noch gar nicht wissen, doch tatsächlich ist es üblich sich im neuen Rudel mindestens einmal ordentlich und persönlich vorzustellen und die Mitglieder in ihren Heimen zu besuchen. Das steht natürlich nicht im Wolfsgesetzbuch.
Schande über den Alpha dass er es dir nicht schon längst erklärt hat..."
"Elsa!", mahnte der Wolf sie sofort ernsthaft.
"Ist doch wahr. Woher soll sie es denn wissen? Lia dürfte sich ja auch nicht richtig einmischen und die arme Mia ist nur noch über den Rudel-Link zu hören.
Doch wir warten alle schon ewig darauf, dass du endlich mal herkommst und dich bei uns einfachen Wölfen blicken lässt.
Wir waren wirklich neugierig auf dich, vor allem weil es heißt du hättest den Alpha schon zwei Mal im Kampf nieder geschlagen.
Und das schafft doch noch nicht mal der Beta."

"Aber der hatte ja auch nicht den Vorteil der Mate des Alpha zu sein, Liebes." , grinste der Werwolf nun wieder schelmisch und beide lachten sie hell auf.

Rahel ging langsam auf das Pärrchen zu und über die Straße.
"Also... ich meine... wenn sie mich wirklich so einladen, komme ich natürlich gerne zu Ihnen, aber ...ich trinke eigentlich gar keinen Kaffee, ...nur Tee oder Kakao.", meinte sie innerlich mal wieder auf ihre Unsicherheit schimpfend.
Die würden sie schon nicht ins Haus locken um dann aus ihr das heutige Mittagessen zu machen.
Schließlich gehörten sie ja zum selben Rudel... Na ja, zumindest irgendwie.
Der Mann schien seine Arbeit nun total vergessen zu haben, deutete ihr nur freundlich lächelnd an, voraus und die Treppe hoch zu gehen.

Rahels Herz klopfte schon ein bisschen schneller bei dem Gedanken, nun bei ihr im Grunde völlig unbekannten Menschen eingeladen zu sein.
Aber irgendwie musste sie sich ja mal mit denen arrangieren, wenn sie hier in Zukunft noch frei und ungestört rumlaufen wollte.

Die Haustür schloss sich mit einem sanften Klicken hinter ihr. Der Atem stockte ihr kurz.
Hoffentlich hatte sie gerade keinen Fehler gemacht.