"Ich... habe was getan???", flüsterte er kreidebleich werdend.

Rahel schluckte heftig.
Mehrmals hintereinander.
Er sah zuerst absolut geschockt aus, doch dann im nächsten Moment schon wieder so was von sauer...
"Wo zum Teufel steckt mein Beta? - Dennis!", knurrte er erbost los.

"Ich bin hier Alpha!", sagte er ausdruckslos, von der Tür her und sah seinen Alpha nicht an.

Ehrlich, es verwunderte mich wie schnell die Wölfe da und wieder weg sein konnten. Von jetzt auf gleich...
Aber - Oh Gott, er sah noch schrecklicher aus als eben, wenn das überhaupt möglich war...
Blut lief über seinen Mundwinkel und Kinn hinunter und auch über seinen zerbissenen Arm.
Dared musterte ihn trotzdem total Mitleidlos.

"Was ...zum Teufel war hier los?", verlangte er finster zu wissen.

Rahel  ging darüber fast in die Luft vor Wut. Kanonier er denn nicht sehen dass Drnnis schwer verletzt war?
Doch bevor er noch den Mund öffnen konnte oder Rahel, trat nun Mahmen in Aktion:
"Du hast nicht auf mich gehört und dir etwas angesehen, was du besser nicht hättest sehen sollen, Dared.  Dein Wolf hat dich so schnell übernommen das du es vermutlich noch nicht einmal gemerkt hast.

Ich musste fliegen, damit dein rasender Wolf mich nicht tötet. Statt dessen hat Wolf dann aber wohl deine schlafende Mate aus dem Bett gezerrt. Sie heulte um Hilfe und sie bekam sie umgehend.", fasste sie trocken klingend zusammen und reichte Rahel dann Dareds Handy zu, bevor sie mit einigen beruhigenden Tätschlern auf Dennis Arm hinaus ging.
Der auch sofort nickte und das Erzählen übernahm.

"Wir waren unten, als Luna heulte.
Du wolltest doch nicht dass wir sie ansehen...
Ich weiß nicht wie sie dich und deinen Wolf verärgert hat, Alpha, denn sie schlief ja schon in deinen Armen, als du sie hinein getragen hast... aber du hieltest sie, als wir hereinkamen, würgend hochgedrückt an der Wand gefangen.
Dein TIC, erkannte deinen Wolf zuerst, der sich nicht einmal von meinem Ruf ablenken ließ.
Wir sind also dazwischen gegangen, konnten dich aber nicht an die Oberfläche zurückholen.
Dein Wolf fing an zu töten.
Er hat Sebastian die Hand abgerissen und war dabei ihn zu zerlegen als unsere Luna uns doch noch einmal beistand.
Sie hat dich von uns abgelenkt und überrascht. Mit dieser Eisenstange schlug sie dich schließlich nieder...", zeigte er auf die Kleiderstange und Dared hob sie auf um den Geruch von Schweißfeuchten Händen seiner Luna zu wittern. Eine bittere Unternote von Angst war gut herauszuriechen.
Ein Kampf auf Leben und Tod... oh nein.
Er sah kurz entsetzt zu seiner Mate hinüber die an dem oberschenkellangen Hemd von ihm zog .
Derweil berichtete Dennis ausdruckslos weiter.
Wir haben... uns sofort danach umgedreht... das schwöre ich. Wir wollten sie nicht ansehen, Alpha. Doch..."
Er stockte und Dared knurrte verwirrt auf.
"Was genau habt gesehen?"

Rahel mischte sich erbost klingend ein.
"Na was denn wohl? Du hast mir alles weggerissen, Decke und Bettdecke... ich war nackt, verstehst Du? Deine Rudelwölfe mussten mich vor dir retten weil du ein Irrer durchgeknallter Arsch bist.
Und wenn du deine Jungs jetzt deshalb noch mehr zurichtest.. für etwas was nur deine Schuld war, dann Gnade dir Gott, denn dann wird's da sicher nix mehr mit Welpen in deinem armseligen Tierleben, werden. Weil wir zwei dann nämlich geschiedene Leute sind...", fuhr sie ihn heftig an.

Und sah sogleich nur noch Dareds Augen rot glühen.
Er war so schnell bei ihr und riss sie an sich, dass sie erschrocken aufkiekste.

"MEINE MATE!", knurrte er plötzlich wieder ausgesprochen biestig.
"DARED!!!", brüllte sie erschrocken zurück und stemmte sich gegen ihn, als er sie auch schon fest an seinen Körper zog.
"WAGE ES NICHT MIR ZU DROHEN, MICH ZU VERLASSEN, DENN ICH LASSE DICH NICHT GEHEN, RAHEL !!!", brüllte er nur zornig klingend zurück.

Rahel zuckte unter dem irren alles beherrschenden Alphaklang seiner Stimme zusammen und duckte sich unwillkürlich, ebenso wie Dennis.
Da strich er ihr mit nun bebender Hand ganz sachte über denn Scheitel.

"Niemals... Du kannst doch nicht von mir gehen. Das darfst du nicht, meine Liebste...", flüsterte er nun beinahe heiser... erschüttert...

OMG!!!

Wie schnell seine Stimmung doch schwanken konnte... Rahel sah nur voller Angst zu ihm hoch, ob der Wolf nun wieder die Oberhand über ihn gewonnen hatte, doch es waren seine eigenen, wunderschönen Silberaugen, die sie flehend anblickten.
Augenblick mal?
Dared Superalpha ... guckte flehend???
Sie dachte er sei wütend!?!

"Oh Okay...", war alles, was sie dazu also noch tief verunsichert herausbrachte.
Sofort hob er sie auf, knurrte nur ganz kurz finster auf als er bemerkte dass die unter seinem Shirt tatsächlich nichts weiter trug.

"Hier ist Lunas Decke, Alpha.", reichte Dennis ihm ohne Rahel auch nur im geringsten anzusehen die ausgebreitete Decke zu.
Doch sofort wurde sein Knurren eiskalt und bedrohlich.
"Wenn ich auch nur ein einziges Wort von dir oder den anderen gesprochen über den Körper meiner Luna im Rudel vernehme, Dennis, dann reiße ich euch allen die Zungen heraus und verfüttere sie an die Welpen, bevor ich euch dann erst richtig fertig mache.", drohte er ihm leise zischelnd.

Dennis schluckte nur hart, nickte und senkte unterwürfig den Kopf.

"Bedankt euch später bei eurer Luna.
Tatsächlich... ist sie die hier wohl die Einzige in diesem Rudel die gerade stark genug ist es mit mir auf zu nehmen oder wir sehe ich das? gerade?
Ich glaube langsam wir müssen das Training ab sofort deutlich verschärfen. Denkst du das nicht auch... Beta?", grollte er tiefstimmig und extrem böse.

Rahel sträubten sich sämtliche Haare bei diesem Tonfall, den sie bisher noch nie von ihm gehört hatte.
Und auch Dennis presste nur wieder die Lippen fest aufeinander und nickte erneut finster.

Dared trug sie ohne weiteres an ihm vorbei aus dem Schutt seiner Alphasuite hinaus in den Flur, die Treppe hoch und in ihr altes Zimmer hinein.
Uff!

Dared:

Behutsam setzte er sie auf dem Bett ab und ging dann mit grimmiger Miene zum Fenster hin, um hinaus zu sehen.
Es behagte ihm gar nicht dass seine Mate gerade vor ihm zurückgezuckt war.
Und Dennis... ?
Er konnte Schuldiger nicht aussehen.
Da war also noch mehr passiert. Außer das sie alle ganz kurz seine Rahel nackt gesehen hatten oder!?
Als er bewusstlos war... weil sie ihn hatte nieder schlagen müssen.
Weil er ein brutales Monster geworden war...

Was hast du nur angerichtet, Wolf?
Du hast unsere Mate angegriffen und nun hat sie Angst vor uns und ist zornig!, schimpfte er mit seinem inneren Wolf der aber gerade unglaublich still war... ihm nicht antwortete.

Tja, der schämte sich wohl gerade in Grund und Boden. Hatte wohl auch allen Grund dazu.

Ja, Schweig du nur. Wenn ich könnte, ich würde dich aus mir raus zerren und eigenhändig töten, ist dir das eigentlich klar?
Unsere Mate ist so mutig und stark und du tötest sie beinahe? Machst ihr Angst vor uns? Verletzt sie?
Unsere MATE???
Und das ausgerechnet jetzt, wo es so gut lief...
Wir haben sogar schon ein Bett miteinander geteilt und hätten den letzten Schritt heute Nacht sicher auch noch vollziehen können, wenn du sie nicht gerade verschreckt hättest, du räudiges Monster!!!

Ich weiß nicht mehr warum ich es getan habe.
Ich war wohl wütend... auf irgendwas.
Doch es liegt im Dunkeln.
Doch glaube ich ernsthaft sie verschweigt dir etwas...
Was tut sie gerade da mit deinem Handy?

Er drehte sich schnell zu ihr um.
"Rahel, was machst du da?", fragte er sie knurrig. Sie hielt sein Handy ganz komisch in den geschwollenen Händen und versuchte mit ihren geschwollenen Fingern auf seinem Touchscreen herumzudrücken.
"Na was wohl? Erinnerst du dich nicht? Ich will das Video das ich dir geschickt habe an meinen Anwalt schicken, damit der sich um Onkel Harald kümmert.", erklärte sie ihm finster brummend. "Da du es ja nicht machst..."
Mit einem Schritt war er bei ihr nahm es ihr ab , sah das es schon komprimiert und sendefertig war und drückte für sie auf Senden, bevor er es weg legte und ganz sachte ihre Finger ergriff.
"Du hast furchtbar wunde Pfoten... der Weg war heute wahrlich viel zu weit für dich. Sie sind ganz geschwollen...", murmelte er mitleidig und küsste hauchleicht ihre Fingerspitzen.
Sie errötete sofort und sog heftig die Luft ein.
"Es... geht schon wieder...", murmelte sie, doch ihr rascher Herzschlag verriet ihm dass sie ihn gerade anlog.

"Rahel du leidest Schmerzen!", stellte er darum ganz ernsthaft fest und hob nun auch noch ihr Kinn etwas an, um sich die rot-lila Druckstellen auf ihrer zarten weißen Haut anzuschauen, die seine eigenen Hände dort hinterlassen hatten.

Sie hatte recht. Er hätte sie eben tatsächlich fast getötet. F..ck!!!

Die Schuld die er augenblicklich spürte erdrückte ihn beinahe.
"Bei Lunas Ohren...", flüsterte er krächzend und keuchte schwer atmend aus und ein.
"Was ich doch für ein Monster bin... es tut mit so unendlich Leid, meine wunderschöne Rahel. Nie würde ich dich vorsätzlich töten wollen.
Du bist doch meine Mate, meine Liebste... Meinst du... du könntest dich jetzt noch einmal verwandeln? Dann heilt alles sehr viel schneller...", fragte er sie sorgenvoll.

Sie biss sich hart auf die Lippen bei der Vorstellung gleich wieder Wolf sein zu müssen.
"Was ist, wenn ich dann auch wieder die Kontrolle verliere, so wir du gerade!?", fragte sie ihn besorgt wispernd.
Er runzelte nur kurz die Stirn, dachte nach... dann aber biss er sich selbst entschlossen in die Hand.
"So nimm dir wenigstens mein Blut, meine Mate. Auch dieses wirkt heilend und belebend.", bot er ihr leise an und schaute voller Reue in ihre ängstlich zweifelnden wunderschönen, dunklen Augen hinein.

 

Er hielt ihr seine blutende Hand entgegen und sein Blick war so unglaublich besorgt und sogar liebevoll.

???

Wie zum Teufel vertrug sich das denn bitte mit seiner grausamen, brutalen Werwolf-Seite?

"Denkst du nicht dass du gerade besser wo anders sein solltest, als bei mir?", fragte Rahel ihn heiser, fast erstickt.
Er sah aus als würde er brennen.
"Auf gar keinen Fall. Du bist verletzt... und schwach."
"Du hast mich verletzt, Dared. Und du hast mich auch noch dazu gezwungen dich zu verletzen, weil du sonst jemanden getötet hättest. Jemanden der mir das Leben gerettet hat.", wies sie ihn unglücklich ab.

Er blinzelte kurz. Ihm wurde wohl gerade erst bewusst dass er sie beinahe zu Tode erschreckt hatte. Seine Kehle Arbeitete mühsam und er starrte auf seine blutende Hand hinunter und dann aber plötzlich finster-entschlossen auf sie.

"Nimm mein Blut!", befahl er ihr im strengsten Alphaton und noch ehe sie realisierte dass sie unter einem Zwang stand hatte sie schon seine Handkante im Mund und schluckte das kleine Rinnsal das in ihren Mund hineinlief, während er ihr zugleich behutsam über den Scheitel strich.

"Rahel... Wirklich... Du musst noch so viel lernen. Zuallererst dass unser Leben sehr brutal ist und wir oft gegeneinander oder gegen unsere Feinde kämpfen.
Und ich bin hier der Alpha, ich bin der brutalste von allen, ich muss streng sein und meinen Willen auf manchmal grausame Weise durchsetzen, denn das muss so sein.

Vermutlich glaubst du wirklich daran, dass in einem Werwolf-Rudel immer alles zum Besten stehen sollte, das alle mit ihrer Position oder mir als Alpha zufrieden sein sollten, wo es doch gerade hier bei uns mehr als friedlich erscheint, fast schon idyllisch, wie wir hier leben.
Doch dieser Friede ist hart erkämpft worden und hat viele Opfer gekostet. Und wie du selbst noch bei unserer Verbindungsfeier erlebt hast, gibt es hier noch eine Menge Wölfe, die sich keinen Nachwuchs von einer menschgeborenen Luna wünschen.
Denn wir sind echte Wölfe.
Echte Werwölfe!!!
Wenn unser Wolf in und die Oberhand erlangt dann können wir sehr, sehr gefährlich sein, Rahel. Selbst gegen den besten Freund und nun in deinem Fall sogar gegen unsere geliebte Mate. Oft wird dabei einer von uns verletzt. Sogar schwer.
Doch wir heilen schnell, wenn wir nicht sterben und unsere Gliedmassen nicht zu zerstört sind, um sie wieder anzufügen, heilen auch diese wieder an. Es dauert nur ein paar Wochen bis man es wieder richtig und ohne Einschränkungen benutzen kann."

Er strich ihr bedauernd über das Haar, während sie erneut von ihm gezwungen schlucken musste und dabei heiß brennende Tränen in ihre Augen traten.
Obwohl sie es nicht wollte, ihn wegstoßen, ihn schlagen wollte, konnte sie nicht anders als sich an ihn und seine Hand zu klammern und auch noch den dritten Schluck zu nehmen.
"Wehre dich nicht so gegen mich, meine Rahel.", flüsterte er nun besorgt scheinend.
"Es bereitet dir nur Schmerz gegen den Alphabann anzugehen und das will ich nicht für dich.
Es muss nichts erzwungen sein, du kannst dich immer entscheiden ob du mein Blut nimmst oder deiner Wölfin deine Heilung überlässt. Ich will dir  nicht schaden, kann aber sich nicht tatenlos zusehen wir du leidest.", wisperte er sofort deutlich weicher und wehmütiger werdend.

Er beendete den Bann, gleich nach dem vierten Schluck und zog seine Hand zurück, während sie nun hastig über das Bett auf die andere Seite floh und leise aufschluchzte.
"Hör auf mit dem Scheiß und lass mich in Ruhe! Ich will dein bescheuertes Blut nicht trinken, bin doch schließlich kein Vampir!!!"

Sorgenvoll leckte er sich selbst über die Handkante und der Biss schloss sich sofort.
Dann setzte er sich niedergeschlagen zu ihr auf das Bett doch sie sah nun erbost zum Fenster hinaus und versuchte ihn zu ignorieren.
Wie konnte er es nur Wagen sie zu zwingen... nach allem was er heute schon verbrochen hatte?
"Es tut mir Leid dass du jetzt böse bist. Aber deine Verletzungen werden nun sehr schnell heilen.
Ich vermute mal, dass du nun lieber alleine sein möchtest. Darum werde ich nun vielleicht besser deinen Plan ausführen und mit deinem Video zur Polizei gehen...", seufzte er leise.
"Sieh dir das Video nicht an, sonst wirst du nur wieder zum Wolf und zerreißt sie alle!", flüsterte sie ärgerlich aber auch ängstlich schniefend.

Er stutzte kurz.
"War es das was mich dich vorhin verletzen lies?", fragte er sie nun ziemlich rau klingend. Sie nickte nur hart schluckend ohne sich zu ihm umzudrehen.
Er knurrte leise auf und griff entschlossen nach dem Handy.

"Willst du mich nun vollends töten, oder warum hörst du nicht auf mich?!?", brüllte die ihn verzweifelt aufschluchzend an.
Er knurrte nur leise, das Handy in der Hand, aber noch hatte er es nicht eingeschaltet.

"Es war doch nur alles gespielt, klar? Und es war gar nicht so schlimm wie ich es hab aussehen lassen. Und geschrien hab ich auch viel lauter als nötig. Trotzdem bist du deshalb ausgerastet... vollkommen!
Also wenn du's dir ansiehst dann.. spring ich wohl besser jetzt gleich aus dem Fenster! Dann hab ich vermutlich größere Chancen als mit dir hier alleine im Zimmer gefangen zu sein! Ich werde nämlich sicher nicht noch mal um Hilfe rufen und dann zusehen wie du deine Freunde auseinander nimmst!"
Sie sprang auf und öffnete das Fenster doch schon war er bei ihr und zog sie zurück und an seine Brust. Sie zappelte und kiekste laut auf, hatte aber gegen seine überwältigende Kraft keine Chance.

Vor allem da er diesmal schleunigst ihre gefährlichen Hände festhielt und sie so an sämtlichen Gegenmaßnahmen hinderte.
Sein Mund strich leise knurrend über ihren hart pochenden Puls am Hals und die Gefühle die das dabei in ihr auslöste ließen sie wohlig aber auch angstvoll erschauern.

"Bitte...", schluchzte die leise auf.
"Wenn es meinen Wolf so sehr aus der Fassung gebracht hat, muss auf diesem Video wirklich scheußliches zu sehen sein...", knurrte er sie leise an. "Und wenn du nun nicht willst dass ich's mir ansehe, weil du befürchtest dass ich erneut darüber rasend werde,  dann hast du jetzt zwei Minuten Zeit mich zu überzeugen warum ich es mir nicht ansehen sollte."

Rahel hielt erbend im Winden inne und versuchte den Kopf halb zu ihm umzudrehen.
"Weil... du mir damit einen großen Gefallen tun würdest...?", flüsterte sie schließlich zittrig.
"Netter Versuch, ... aber nicht genug!", knurrte er nur gefährlich ruhig.
Rahel erzitterte erneut als sein warmer Mund nun zart über ihr Schlüsselbein glitt und sie darüber wohlig und auch abgelenkt aufstöhnte.
"Ich... ich kann nicht mehr denken, wenn du das... so tust!", keuchte sie,  als sein Mund nun wieder ihren Hals hinauf wanderte.
Sein leises Knurren war beinahe schon ein Lächeln... es fühlte sich zumindest so an.
"Aufhören oder weitermachen?", fragte er sie leicht atemlos.
Rahel hatte schon ernsthaft Mühe sich aus diesem Gefühlschaos wieder empor zu kämpfen. Eigentlich wollte sie lieber weitermachen... sein Mund war so herrlich und wie er sie küsste... es rieselte wie ein Erdbeben durch sie hindurch. Erschütterte sie bis ins Mark.
Doch er hatte sie gerade erst fast erwürgt... Er hatte Sebastian die Hand abgerissen... Und er wollte das Video noch einmal ansehen...!!!!!

"Dared..."
"Ja, meine Liebste?"
"Ich ... kann jetzt nicht... ich meine... du hast gesagt... zwei Minuten und... bist gerade so unfair!", stöhnte sie, weil seine Hand ihre Hände inzwischen losgelassen hatten und unter das T-Shirt geschlüpft war... und nun ganz sanft ihren Bauch streichelte, an ihr hinauf glitt und  über ihre rechte Brust strich... (OMG!!!!), während seine andere Hand ihr Haar aus dem Nacken beiseite zupfte und er mit seinen Zähnen dort zärtlich an ihrer empfindlichen Haut knabberte.
Sie hechelte schon fast, weil es sich so unglaublich guuuut anfühlte...

Dared:

Ok, ja sie hatte recht. Er verhielt sich unfair. Er seufzte knurrig auf, zog seine Hände zurück und lehnte sich frustriert an das Kopfteil des Bettes an.
Sie hatte nein gesagt.
Bei Lunas Ohren...
Aber er würde seine Mate sicherlich nicht gegen ihren Willen nehmen, auch wenn sie seine Zärtlichkeiten durchaus genoss und sich von ihm tatsächlich verführen lies.

Doch noch immer roch er an ihr die ausgestandene Todesangst... vor ihm... spürte,  dass sie sich verspannte, auch wenn sie gerade eigentlich nur genießen sollte, was er tat.
Doch ihr innerer Zwiespalt war offensichtlich.

Nein, so nicht,  dachte er nur wieder, atmete tief durch um runter zu kommen und lies auch ihr ein wenig Zeit sich von seinen Angriff auf ihre Sinne zu erholen.

Natürlich hatte sie auch Recht ihm gerade nicht zu vertrauen. Er hatte sie beinahe erwürgt.
Na ja, sein Wolf, doch darin sah sie sicher keinen großen Unterschied.
Er spürte das neuerliche Beben, dass sie durchlief, sie verspannte sich schon wieder, als ihr nun wohl bewusst wurde, dass er sie immer noch im Arm hielt und beruhigend ihre Arme hinauf und hinunter streichelte.

"Okay... meine Liebste.  Du hast Recht mich abzuweisen. Ich spiele aber nicht mit dir. Und damit du das begreifst, sage ich dir folgendes:
Ich vermute dass auf diesem Video eine für mich inakzeptable und sicher darum auch brutale Gewalt gegen dich, meine Mate, zu sehen sein wird.
Denn das wäre wohl das Einzige, was mich derzeit tatsächlich alle Kontrolle vergessen ließe.
Weiter vermute ich, hat es außerdem mit heute Morgen zu tun, als du mich schwören ließest dir diese reine und absolut ungefährliche Menschenangelegenheit zu überlassen.", grummelte er leicht angestrengt.

Rahel zog schon fast schon den Kopf ein.

Volltreffer dachte er nur und atmete kurz mal eben ganz tief durch, um sich zu beherrschen. Schließlich wollte er sie nicht schon wieder  erschrecken, indem er sie anfuhr, warum sie sich wissentlich in Gefahr gebracht hatte und ihn selbst angelogen mit ihren Worten ein zwei Backpfeifen würden dem Anwalt schon genügen um schneller aus diesem Vormundschaftsverhältnis raus zu kommen.
Da war tatsächlich viel mehr geschehen.
Aber Rahel begann gerade wieder so schwer nach Luft zu ringen, so als würde sie gleich in Tränen ausbrechen.
Schnell zog er sie wieder an sich und küsste sie auf das Haar.

"Nein..., hab jetzt keine Angst. Ein Werwolf hält seinen Schwur... immer. Auch wenn ich es jetzt gerade ziemlich bereue.
Aber du hast Recht. Ich sollte mir dieses Video besser wirklich nicht noch einmal ansehen, wenn ich dich beim ersten Mal deshalb verletzt habe. 

Es ist meine Schuld... das du dich nun wieder fürchtest, obschon du noch lange nicht das ganze Ausmaß meines Werwolf-Wesens kennst und auch nicht an unsere alltägliche Gewalt oder aber eher Überzeugungskraft, wie wir es nennen, gewohnt bist.
Ganz zu schweigen von deinen eigenen, sicher bald höchst wirksamen Mitteln, mit denen du mich am besten rum bekommst, das zu tun was du willst.

Er lachte kurz unfroh auf, dann seufzte er wieder und streichelte ihr noch einmal sachte über die Schultern und Arme hinab, bevor er dich vorlehnte und ihr leise und bemüht sanft klingend ins Ohr raunte:

"Du hast fünf Minuten um mir überzeugend zu erklären, warum ich deinen Onkel und deine Tante nicht auf der Stelle töten sollte."


Rahel lief es kurz eiskalt den Rücken hinunter.

"Weil du mir versprochen hast es mir zu überlassen!? Und es hat doch auch alles soweit geklappt...?! Er ist verhaftet worden... ich komme bestimmt bald raus aus der Vormundschaft ... und er ist dann weg...", stotterte die hastig.

Sie fühlte, wie er seinen Kopf schüttelte.
"Vier Minuten...", sagte er ganz leise an.
Rahel wollte sich zu ihm umdrehen, doch schon wieder hielt er sie eisern fest.
"Besser du redest, statt mich jetzt zu reizen!", raunte er ihr leise ins Ohr.

Oh... sein Atem strich über ihren Hals... war so warm... ihre Wölfin regte sich wieder ein bisschen, winselte und wollte sich am liebsten an ihn kuscheln...

Rahel schloss ganz fest die Augen und sagte ihr dass sie weg... weg... wegbleiben sollte, wenn sie jetzt nicht vernünftig sein und sie in Ruhe mit Dared reden lassen konnte.
Derweil überlegte sie schon fieberhaft, was sie ihm nun überhaupt noch sagen sollte... wie sie ihn überzeugen konnte.

"Drei Minuten.", raunte er wieder und sie biss sich hart auf die Lippen.

Wenn er nur nicht so warm und gerade auch noch sanft zu ihr sein würde.
Mit dem aggressiven Arsch kam sie deutlich besser zurecht. Tritt in die Weichteile, Eisenstange gegen den Kopf und Ruhe!
Aber wenn er sie berührte, so wie jetzt gerade... Himmel... dann konnte sie nicht mehr klar denken. Was sollte sie ihm bloß sagen?
Worum ging es gleich noch mal?!
- Ach ja, Onkel Harald...

"Du gibst dir ja überhaupt keine Mühe... Zwei Minuten.", lächelte er kurz und sie seufzte leise auf...

...Bevor die dann ihre Schultern resignierend sinken ließ und es aufgab.
"Es gibt absolut keinen guten Grund ihn nicht zu töten. Ich selbst will ihn liebend gerne töten, Dared und ich würde ihm vorher sogar noch höchst persönlich die Arme ausreißen, mit denen er mich festgehalten und verprügelt hat, gleich in der ersten Woche nach dem Tod meiner Eltern.", flüsterte sie leise vor sich hin und hörte ihn hinter sich ganz tief und zischelnd-knurrend einatmen.
Doch er sagte zum Glück nichts und sie schüttelte auch hastig den Kopf um ihn, davon abzuhalten was zu sagen.

"Ich hab so geweint und getrauert und erst gedacht, hey, da ist ja doch noch wer. Ich bin   nicht ganz so alleine auf der Welt.
Beim Anwalt hat er mich auch noch in den Arm genommen und war freundlich zu mir. Doch dann haben sie mich nach der Testamentseröffnung nach Hause gebracht und ....
Weißt du, er war ziemlich wütend, weil er kaum bedacht worden ist. Und dann hat man ihm auch noch gesagt, dass mein Erbe bis ich achtzehn bin in einem Fonds fest liegen würde und mir nur für die ein Ein Einhalb Jahre das Schul-, Essens- und Kleidergeld ausbezahlt werden würde. Außerdem natürlich noch ein großzügiges Taschengeld und zu Weihnachten und zum Geburtstag mehr, auch den Führerschein und ein Auto meiner Wahl mit dabei sein. Mehr brauchte ich ja auch nicht und wollte ich gar nicht.
Für ihn dagegen sollte es nur 20.000€ im Jahr Aufwandsentschädigung geben, bis ich volljährig währe. Dafür dass er mir alle meine Zettel und Erlaubnisscheine unterschreiben und gelegentlich einen Elternabend besuchen würde.
Die Ferien hätte ich ja auch alle im Internat verbracht, mein Vater wollte das so.
Erst fand ich das ja schon komisch von ihm, das so zu bestimmen. Aber mein Vater hat seinen Bruder ganz genau gekannt.

Und als ich mich dann sauer dagegen wehrte, dass sie gleich noch an dem Tag in unser Haus einzogen, das Zimmer meiner Eltern genommen, mein Zimmer für meine Cousine und das beste Gästezimmer für ihren bescheuerten Sohn okkupiert haben, haben sie mich eingesperrt und ein paar Wochen lang jeden Tag verprügelt."
"Und das hast du dir gefallen lassen?", fragte er sie nun mehr als skeptisch.
Rahel schniefte nur unglücklich auf.
"Bei der ersten Dresche, war ich doch gerade dabei Papas Anwalt anzurufen und hab ich es nicht mal kommen sehen. Und die anderen Male war ich schon viel zu zerschlagen und geschockt, um mich noch groß zu wehren.", flüsterte sie unter Tränen.

"Alleine schon dafür...", knurrte Dared sie mit leuchtend roten Augen an und sie drehte sich nun doch in seinen Armen um, und sah ihn schmerzerfüllt an... und ja, auch zornig und traurig, während sie sich über seine Beine kniete und dann auf einmal sogar die Arme um seinen Hals schlang.

"Bitte... sei mir nicht böse. Dein Wolf ist mir böse. Er hat gesagt ich hab dich ... euch ... angelogen und soll dich machen lassen aber das hab ich nicht. Ich hab nicht gelogen.
Ich wusste nicht wie er im Auto drauf ist. Ich hab gedacht mehr als eine schnelle Ohrfeige passiert mir da nicht, weil's ja in der Öffentlichkeit ist ...", flehte sie ihn leise an und er knurrte nur wieder düster auf.

"Keiner hat das Recht dir weh zu tun. Und wenn du tatsächlich selbst auch nichts dagegen hast..."
"Doch, Dared... doch hab ich! Ich will ihn jetzt gerade echt nicht tot sehen.", viel sie ihm rasch ins Wort und sah sofort dass ihre Worte ihn verärgerten. Darum beeilte sie dich schnell noch hinzuzufügen:
"Ich will ihn lieber eingesperrt sehen, im Gefängnis!"

Er knurrte nur noch lauter, schnaubte und lachte schließlich sogar kurz böse auf.
"Gefängnis???", fragte seine Exorzisten-Alpha-Stimme nur wieder horrend sauer.

"Das währe noch viel, viel mehr Bestrafung für ihn als der Tot. Tausend mal mehr. Weißt du... Er reist doch so gerne, klaut sich mein Geld und reist nun dauernd herum und trägt teure Anzüge.  Er liebt außerdem das Meer, Kreuzfahrten und die Berge, ja die Weite.
Aber im Gefängnis hat er nur noch neun Quadratmeter Zelle, Dared, mit Gittern an den Fenstern, täglicher Arbeit, Schilder stanzen, Kisten Nageln und noch dazu etwas täglichen Auslauf auf dem Gefängnishof, sonst nichts...!"

Er knurrte wieder auf, doch das rote Glühen in seinen Augen ging nun langsam zurück.
Er runzelte nun sogar ein ganz klein wenig die Stirn.
"Kannst du es dir nicht vorstellen, wie verrückt ihn das machen wird?", flüsterte sie fast schon tonlos.
"Mich selbst würde es total verrückt machen. Ich liebe den Wald und die Farben des Herbstes, Eis und Schnee im Winter und Wiesen mit Blumen im Frühling. Baden gehen im Sommer...
Vielleicht bekommt er ja sogar 1-2 Jahre. Diebstahl, Nötigung, Körperverletzung, er hat mich wochenlang eingesperrt. Das ist Freiheitsberaubung, Dared..."

"Sei mal realistisch, unterbrach er sie knurrig. Ohne Vorstrafen bekommt er sicher nur Bewährung."
"Nicht nach heute Morgen!", widersprach sie ihm hastig. "Nicht nach dem was er auf dem Video gestanden hat. Das war alles Vorsatz zum Zweck sich zu bereichern. Ey, mein Vater war Anwalt für Strafprozesse, klar? Mit Strafrecht kenne ich mich also besser aus als du. Es gab Zeugen und auch noch das Video.
Sie dürfen ihn also nicht laufen lassen und meine Tante auch nicht, schon wegen ihrer Beihilfe...
Bitte, Dared, Versuch es doch wenigstens!
Ihn zu töten geht mir einfach zu schnell. Selbst wenn du ihn vorher noch in Stücke reißt. Ich will ihn aber lieber noch lange, lange zappeln und leiden sehen, eingesperrt... und dadurch gequält...", flüsterte sie eindringlich.

"Rahel, du bist hier die Luna. Deine Feinde sind auch meine Feinde. Wenn du es also so willst, können wir ihn und seine Frau und selbst seine Kinder auch hier bei uns irgendwo einsperren...", bot er ihr knurrig an.
"Aber hier bekommen es doch nur wir mit und nicht die ganze Welt da draußen.", wandte sie sofort ein.
"Und das ist es was ihn letztlich am allermeisten fertig machen wird.", seufzte sie nur noch leise und kuschelte sich dann wieder erschöpft an seine Schulter an.
Sie wusste nichts mehr weiter zu sagen.
Und auch er sagte lange nichts brummte nur irgendwann irgendwas, was sie aber nicht verstand, denn ihre Kräfte waren nun endgültig erschöpft.

"Ich bin so schrecklich müde, Dared. Und mir tut immer noch alles weh. Darf ich bitte endlich ein bisschen schlafen, ohne dass dabei gleich wieder die Welt untergeht?", jammerte sie ihn gähnend an und bettete ihren Kopf erneut an seine Brust, atmete tief und schloss die Augen
Er umarmte die nur stumm und zog sie mit sich in die weichen Kissen hinein.

Lange noch hielt er sie still und nachdenklich in seinen Armen, bevor er ihr irgendwann die Bettdecke bis zum Hals hinaufzog und noch einen kurzen Kuss auf das Haar gab, den sie aber gar nicht mehr spürte, sich dann wieder sein Handy griff und es lange nur ansah, bevor er es einsteckte und das Zimmer ganz leise verließ.