Das kleine Forsthaus mitten im tiefsten Wald war dunkel. Alles war still und kalt, als sie nach halbstündiger Fahrt aus dem Wagen ausstiegen.

Nach den vielen Menschen auf der Party ein wahrer Segen, dachte Rahel bei sich und klappte die Tür des Porsche sachte zu.
Schon war Dared an ihrer Seite und ergriff ihre Hand. "Fürchtest du dich im Dunkeln?", fragte er sie sanft klingend.

Wieder einmal viel ihr auf wie anders er war und sprach, wenn er mit ihr alleine war. Wie ging das nur?
Er war doch sonst immer eher knallhart und böse zu allen Wölfen... und zu Menschen auch.
"Rahel?", fragte er sie wieder sanft klingend... oh sooo sanft.
"Ähm... nein, eigentlich nicht.", gelang es ihr irgendwie herauszubringen. "Ich meine... ich muss  ja nun keine Werwölfe mehr fürchten, oder?", lachte sie unsicher und hob die Brauen als er sie mit seiner Taschenlampe prompt anleuchtete und leise prustend auflachte.
"Must du nicht?", fragte er sie belustigt neckend.
"Nein... ich denke... ich... ich bin ja schließlich schon längst gebissen worden.", lachte sie auch nun ein bisschen hilflos fühlend auf und schalt dich selbst eine dumme Kuh...

Hm... Kuh... mjam... wir haben viel zu wenig gegessen. Es ist aber zum Glück Vollmond... du kannst dich noch einmal verwandeln....

"Rahel!", sagte Dared da scharf klingend zu ihr.
Sie blinzelte und sah dass sie ein Paar Schritte von ihm weggegangen war... ohne es zu merken.
"Ich ... ich...", stotterte dir nur verwirrt und schüttelte den Kopf.
Er aber lächelte wieder warm auf die runter und verschränkte seine Finger mit ihren.
"Ja, ich weiß. Es fällt dir schwer. Deiner Wölfin übrigens auch. Nur gut das du intelligent bist. Dumme Menschen werden auch zu dummen Wölfen. Und diese haben es hundert Mal schwerer als du im ersten Moon, weil alles das was sie sind auch ihre Wölfe spiegeln.
Deine hat sich heute doch sehr zurückgehalten, darum fällt dein tatsächlicher Kampf auch gar nicht so auf. Doch sie weiß vermutlich genauso gut wie du, dass es nicht mehr viel braucht, um dich über eine Kante zu schubsen und dich irre zu machen.
Genau deshalb bist du auch vorhin ins Haus geflohen, Rahel, deshalb willst du gerade auch noch weiter von den anderen Weg.. um niemanden zu verletzen.
Allerdings brauchst du das unter Werwölfen nicht zu fürchten. Schon gar nicht wenn ich bei dir bin. Hab also keine Angst.
Du kannst dich gehen lassen und es wird einfacher für dich. Oder aber du kannst dich beschränken. Dann kann es mitunter wirklich brutal sein.
Steht alles noch mal hier im Buch!", hob er den alten Schinken an und grinste zuversichtlich.
"Verhalten im ersten Moon, hast du sicher noch nicht gelesen. Ist aber wichtig, vor allem für Menschen.
Und dann lesen wir noch die ersten Wochen mit Wolf im Kopf.
Genannt Der Wolfbann.
Das sollte erst mal für heute reichen.", schlug er ihr vor und ging voraus, den kurzen Weg entlang, auf die kleine Veranda der Hütte hinauf und dann ins Innere hinein. Die Tür stand offen.
Es gab sogar elektrisches Licht, dass er an einem Drehschalter anstellte, bevor er die Taschenlampe ausschaltete.
- Zum Glück.

Rahel atmete unwillkürlich auf und sah sich immer noch verwirrt von ihrem eben beinahe Aussetzer in der kleinen Hütte um.

Einen krasserer Gegensatz zum Rudelhaus gab es wohl nicht.
Ein Tisch und eine Eckbank, eine Feuerstelle an der Dared sich nun zu schaffen machte, ein großes Doppelbett an der hinteren Wand wo es ebenfalls ein großes Fenster gab.
Die Tagesdecke war knallrot, ebenso der kleine Tisch der daneben stand und auf dem eine kleine Nachttischlampe stand.

Es ratschte...
Dared hatte den kleinen Holzstoss mit einem Streichholz angezündet.
Schon legte er seine Jacke und Schuhe ab und stellte die kleine Leuchte an.
Unsicher was nun kommen würde knabberte Rahel an ihren Fingernägeln herum.

"Rahel!", sagte Dared mit einem Seufzer und die drehte sich wieder unsicher zu ihm um, sah ihn an. Bemerkte seinen fragenden Blick...

Oh Gott... !!!

Vielleicht hätte sie doch nicht alleine mit ihm herkommen sollen... sie war erst sechzehn... sie war noch zu jung für diesen Scheiß.
Sie sollte besser wieder gehen, einfach raus und zurück zum Porsche gehen, ihn bitten zurück zu fahren.
Ja genau... Das war so eine blöde Idee gewesen mit ihm alleine zu sein... in einer Hütte.. mitten im nirgendwo...
Bist du irre???
Nein... nein nicht irre vernünftig...
Unser Mate ist hier. Hat sich mit uns verbunden und du willst weg?! Er sieht so gut aus, riecht so gut... ist sooo stark...

"Rahel!"
Sie knurrte noch immer halb im Wolfsmodus auf und versuchte sich an ihn zu drängen

"Hey... schhh.. schon gut!
ich möchte dass du weißt, dass ich dich nicht gegen deine Wölfin ausspielen werde.
Im Gegenteil bringe ich dir bei, größtenteils einvernehmlich mit ihr zu leben und was du tun kannst, wenn sie dich zu übernehmen versucht... so wie jetzt gerade."

Sie blinzelte, lag in seinen Armen und sah ihn groß an, während er ihre Arme festhielt. Was... hatte die getan?!
"Ich... ich weiß nicht...", sie brach ab und keuchte heftig aus und ein, während er ihr sachte über die Haare strich.
"Schhh, ich weiß. Das ist okay.
Erster Moon.
Ganz normal.
Das wird heute Nacht sicher noch öfters passieren, aber ich nutze es nicht aus, versprochen.
Denn du bist noch nicht so weit, Rahel. Und du hast mich heute um meine Hilfe gebeten, etwas Abgeschiedenheit... und ich hab und ja sowieso ein bisschen leichte Lektüre mitgenommen, okay?
- Damit du begreifst was du nun bist, was du kannst und wie du deine Wölfin kontrollierst, statt sie dich.
Wenn du zwischendurch kurz Aussetzer hast, hole ich dich einfach zurück und wir fangen  wieder da an, woran du dich zuletzt erinnerst... alles kein Problem, okay?", lächelte er sie besorgt an, weil sie schon wieder etwas zitterte und viel zu schnell atmete.

Rahel nickte nur, schüttelte dann aber wieder den Kopf.
"Ich hab Angst vor ihr. Sie macht dass ich Leute verletze, das ich einfach raus... irgendwie weg bin, oder zusehen muss und ich kann nicht eingreifen...", flüsterte sie heiser.
Er nickte nur und setzte sich auf das Bett mit dem Rücken an die Wand und öffnete das Buch, bevor er ihr frech grinsend zuzwinkerte.
"Mitlesen oder vorlesen?", fragte er sie sanft klingend und klopfte sachte auf den Platz neben sich.

Mate...er ist sooo sexy. Ich will in seinen Armen liegen. Er kann sooo gut küssen...

"Rahel!"

Sie blinzelte wieder, sah in seine belustigt funkelnden Augen, während sie quasi auf ihm lag und an ihm klebte... schnurrend!!!
Ihre Jacke und Schuhe waren weg und als sie sich hastig aufrichtete ... war die Bluse des Kleidoberteiles aufgeknöpft...?????

OMG!!!😱

Blitzschnell krabbelte sie von ihm runter und hielt sich das Kleid vorne zu.
"Ich...Ich... oh ... entschuldige. Oh Gott... ich wollte nicht... ich meine das .. das bin ich nicht...", versuchte die ihre Knöpfe wieder mit bebenden Fingern zu schließen, währen Dared nur leise aufgrollend einen Arm über seine Augen legte und grinsend seufz-stöhnend den Kopf schüttelte.

"Ernsthaft... ich mag deine Wölfin, Rahel. Genau so sehr wie mein Wolf.", lachte er schließlich glucksend los und Rahel bewegte sich schnell  vor, um ihn gegen den Arm zu boxen.
"Lass das! Das ist nicht witzig! Zumindest nicht für mich.
Ich bin immer wieder so schnell weg dass ich nicht mal mehr blinzeln kann.", beschwerte sie sich aufbrausend.
"Ja aber ich kann es und, Baby, wenn du nicht gleich zumindest ein bisschen nachgibst bist du in einer Minute wieder weg und ich werde wohl ernsthafte Probleme mit dem nicht ausnutzen der Situation bekommen, denn deine Werwölfin spielt ein echt super aufreizendes Spiel.", blickte er halb traurig blickend, fast so wie ein getretener Hundewelpe, auf die große Beule in seiner Hose hinab, bevor er ganz diskret räuspernd das Buch darüber schob.

"Oh mein Gott!", flüsterte Rahel nur wieder entsetzt und sah Dared bestürzt an.
"Oh... tut mir sooo Leid! Ich... Ich will das doch nicht... Bitte! Hilf mir, was kann ich tun? Ich... ich will das wirklich nicht... ich meine dich  so anmachen und ... und so..!", wurde sie puterrot als er nur prompt noch geknickter zu ihr aufsah... fast schon gequält...
Bevor er in schallendes Gelächter ausbrach sich blitzschnell vorbeugte, sie sich schnappte, während Rahel vor Schreck und Empörung schrill quietschte und mit dem Rücken dann schlussendlich an Dareds Brust landete. Er lachte noch immer.
"Oh... Dein Gesicht hättest du gerade sehen sollen, Liebste. Du hättest mir doch fast schon Mitleids-Sex angeboten!", zog er sie auf und setzte sich dann schnell so hinter ihr zurecht, dass sein Gesicht etwas oberhalb ihrer Schulter blieb.
Sie war nun knallrot angelaufen und atmete heftig aus und ein, krallte ihre Fingernägel in seinen Arm und strampelte heftig mit den Beinen.
"Spinnst du? Hätte ich nicht... ! Lass mich los...", wehrte sie sich aufbrausend, doch er lachte nur wieder leise auf und küsste ihr nur kurz federleicht auf die Wange und den Hals, was ein hitziges Gefühl in ihr auflöste, aber auch zugleich ihre Abwehr verstärkte
"Dared...!", kiekste sie mit heftig klopfendem Herzen.
"Schhhh..., alles Gut. Hab keine Sorge!", beruhigte er sie sofort wieder ernsthafter.
"Ich stürze mich schon nicht auf dich, nur weil deine Wölfin mich so sexy anhimmelt.
Aber weil es nun mal so ist braucht sie Beschwichtigung und das heißt schlicht Körperkontakt.", erklärte er ihr grinsend.

Rahel lief schon wieder puterrot an und wehrte sich rein aus Prinzip noch mindestens eine Minute lang weiter gegen ihn, bevor sie aufgab und sich schließlich nachgebend ganz vorsichtig gegen ihn lehnte.
"Du bist so ein Idiot!", schimpfte sie noch mal knurrend mit ihm.

"Ja ... genau...! Trotzdem... entspanne dich einfach, okay... ? Wir fangen an zu lesen, mehr nicht  ...", beruhigte er sie leise und begann mit ruhiger, ernsthafter Stimme laut aus dem Werwolfbuch vorzulesen.

Vielleicht hatte er ihr ja auch nur Vorlesen wollen, um sie zu beruhigen. Vielleicht war es auch gar nicht mehr so wichtig, was sonst noch in dem Buch drin stand.
Denn was er las war so unglaublich langweilig das Rahel irgendwann einfach stirnrunzelnd abschaltete und einschlief.

Ihre Träume geisterten dann um Werwolfpaar-konstelationen... wer aus diesem Rudel (laut dem Buch) mit wem genau starke Alphas, Betas, Tics und Wächter zeugen konnte...
sie träumte außerdem, das Dared sie auf einmal ablehnte, weil ja menschgeboren. Und Tanja, die auf einmal ein Spiegelbild von ihr war, im selben Kleid, die Haare wie sie, und mit knallrotem Lippenstift, stand mit glühenden Augen vor ihr und knurrte sie an, das die doch viel zu prüde erzogen worden sei um vor achtzehn Jahren Sex zu haben.
Dared würde immer noch ihr gehören...

Ich sehe sie nicht einmal mehr, ich gehöre nur noch dir, meine Mate.

Dareds Stimme klang so eindringlich und warm in ihrem Kopf, dass ihr Traum sich prompt veränderte... und Tanja verschwand..
Sie träumte wieder vom Vorlesen und lauscht seiner Stimme, die davon sprach dass ein Wolf auch ohne Seelenverwandte Nachwuchs zeugen konnte, auch mit Menschen, die nicht seine Mate waren...
dass deren Kinder zu fünfzig Prozent begabt sein konnten , aber nicht unbedingt sein mussten... Bei Mate waren es neunundneunzig Prozent...
Dass Menschen, die gebissen wurden im Durchschnitt eine höhere Intelligenz bekamen, so wie Albert Einstein, Newton und co...

Waaas? Die waren Werwölfe ????
Ganz Genau!

Werwölfe hatten auch bessere Chancen in der Arbeitswelt, durch schärfere Instinkte und den ehrgeizigen Jagdtrieb. Besonders im Finanzsektor toll einsetzbar...

Dieser Scheiß sollte ihr dabei  helfen ihre Wölfin besser zu kontrollieren???
Sie träumte weg vom Buch und hin zum Wald, zum laufen mit Dared.
Er sah dich immer wieder nach ihr um, während sie hinterher keuchte. Doch dann fand sie endlich den Rhythmus und es wurde ganz leicht...

Sie fühlte es kaum, als er das Buch lächelnd zuklappte und sie sachte in die weichen Kissen bettete, sich ganz dicht hinter sie legte, genüsslich seufzend an ihrem Hals schnupperte und noch einmal fest an seine Seite zog.
Er hätte wirklich nicht gedacht, dass sie ihm solche Nähe schon heute gestatten würde, so scheu und abweisend wir sie normalerweise war, doch sie war ja nun auch ziemlich KO. Also beschloss er über ihren Schlaf und ihre wirren Träume weiter zu wachen.

Sie erwachte erst im Morgengrauen von einem lauten Heulen geweckt und hob irritiert den Kopf - der gerade eben noch auf Dareds bloßer Brust gelegen hatte.

OH ... WOW!!!

Sie hatte sic im Schlaf wohl zu ihm rumgedreht. Oh Gooooott... und ihr Oberteil vom Kleid stand auch schon wieder ganz weit offen, - ganz Toll!

"Schlaf einfach weiter, Rshel, es ist nichts. Nur Wächter die Meldung machen, das alles okay ist.", streichelte Dared leise flüsternd und sanft ihre Schulter und den Arm hinab
Und zwar unter dem Stoff.
Was???
Gänsehaut!

Ihre Wölfin schnurrte was das Zeug hielt.
Und sie selbst plötzlich auch...
Ups....

Irgendwie konnte sie spüren dass er gerade grinste. Alles war ihr schon wieder viel zu viel. Streicheln, Schnurren, ein Werwolf der sich über die lustig machte...?!
"Lach nicht! Ich kann nichts dafür das dieser Hund in mir drin so nuttig ist.", beschwerte sie sich hochverlegen bei ihm.

"Sie? ... Du bist nicht nuttig!", prustete er sie leise an. "Du bist so wunderschön. Und deine Wölfin macht das ja auch nur bei mir, ihrem Mate. Das ist doch nicht nuttig.", schüttelte er glucksend den Kopf und gab ihr einen kurzen, schnellen Kuss aufs Haar.

Mann, wie da spontan ihre Kopfhaut zu prickeln begann...

"Wir sind Seelengefährten, Rahel. Ein Teil von dir weiß das auch und ebenfalls, dass dir bei mir keine Gefahr droht.
Du spürst die Zuneigung zu mir, die ständig wächst und bist davon verunsichert.
Dieser Teil von dir, der schon akzeptieren kann was ich für dich bin, will mich, so wie ich dich will.
Es ist einfach so. Absolut unausweichlich.
Hätte ich dich nicht gefunden, ich wüsste nicht was meine Schwester und dieser Torben miteinander verbindet.
Doch nun weiß ich es.
Auch für sie wird es unausweichlich sein, dass sie sich eines Tages lieben werden..."

Rahel stützte sich in seinen Armen auf und sah ihn bestürzt an.
"Das hast du schon mal gesagt oder? Zu mir... ?Das du... mich liebst...?
Oder war das nur ein Traum?", fragte sie ihn verzagt.

Auf einmal lag sie unter ihm und er sah sie sehr ernsthaft und eindringlich an, während er sich über sie beugte und ihr das verwirrte Haar dabei behutsam aus dem Gesicht zurück strich.
Ihre Blicke trafen sich, ihrer besorgt, fast ängstlich.

"Fürchte dich nicht, meine Liebste. Ich könnte dir nie weh tun", wisperte er sanft an ihrem bebenden Mund. Strich ihr zärtlich über das gerötete Gesicht und dann... küsste er sie.
So warm und weich. Eher Tupfer als grobe Aufdringlichkeit, verführend, statt aggressiv...

"Würde mir nie einfallen, je wieder zu sein. Meine Wölfin hat nämlich scharfe Krallen.", flüsterte er atemlos und verwegen lächelnd.
Seine Augen blitzten silbern, waren so unglaublich schön, dass sie ihn ewig hätte anschauen können.
Schon küsste er erneut ganz sachte über ihre Wange und ihren Hals hinab, strich mit der Zungenspitze hauchzart über ihre Bissnarbe, die nun kaum noch zu sehen war.

Rahel keuchte auf und bog instinktiv den Kopf zurück. Was er da mit ihr tat war der Wahnsinn!!!
Er glitt noch tiefer an ihr hinab. Strich über ihren BH und an ihren Seiten hinab, knurrte auf und Rahel hatte das Gefühl langsam abzuheben und zu fliegen, während seine warme Hand ganz langsam über ihren Bauch streichelnd  weiter hinunter wanderte...

Da hämmerte es plötzlich hart wummernd an dir Tür.
"Alpha!"
Es war Dennis.

Rahel erstarrte die Luft anhaltend und Dared sah mit augenblicklich zornig rot glühenden Augen zu Tür hinüber.
"Ich bring ihn um! Du wartest hier...", teilte er ihr schließlich ganz ernsthaft und knurrig mit, während sie sich nur noch ein Kichern zu verbeißen versuchte und er zornig los grollte.

Gerettet in letzter Sekunde... oh Mann!!!

Da klopfte es noch einmal an die Tür.
"Alpha! Bitte nicht gleich umbringen, okay? Verzeih mir die Störung, doch es ist wirklich dringend und geht um unsere Luna, sonst würde ich es nie wagen euch zu stören.

Die Bundespolizei ist an der Schule und auch Rahels Onkel, der sie schon wieder abholen will... mit deren Hilfe.
Außerdem hat er Leute vom Veterinäramt dabei um die Wölfe hier zu sichten und einzufangen, da sie offenbar gefährlich sind. Ich hab schon unsere Polizeistation angerufen und den Anwalt..."

Er war schneller auf den Füßen als Rahel gucken konnte und an der Tür.
"Der Direktor soll sie kurz hinhalten. Wir haben Wochenende. Es ist nicht verbotenen bei Freunden aus dem Ort zu übernachten, sag Wagner das. Und Weck auch bitte Kara auf, sie fährt mit ihr hin. Und auch Dal, ihren Vater. Alles hübsch menschlich halten, ok? Richte eines der Internatszimmer einer Werwolfschülerin so her, dass es Rahels Zimmer sein könnte und verteil ein paar ihrer Sachen dort. Das kann auch Olli machen, pronto!
Ich komme mit Rahel direkt zur Schule. Treffen an der Bushaltestelle in 5 Minuten!", knurrte er zornig.

Rahel hatte sich derweil schon wieder angezogen und die Bluse ihres Kleides auch wieder hochgezogen und zugeknöpft.
Jetzt band sie sich die Stiefel, während Dared leise knurrend zu ihr zurück kam.
Er kniete vor dem Bett nieder auf dem sie saß und hielt kurz ihre Hände fest.
"Merke dir bitte ganz genau wo wir gerade eben aufgehört haben, meine Liebste.
Und ich hoffe wirklich dass du nichts gegen Leichen im Garten einzuwenden hast, denn ich befürchte, dein Onkel hat meine Warnung neulich nicht so ganz verstanden...", knurrte er sie erbost an.

Rahel schüttelte nur mühsam ihr Grinsen unterdrückend den Kopf.
"Nein, du wirst ihn nicht umbringen! So gerne ich auch auf seinen Knochen Samba tanzen würde, doch das lasse ich nicht zu.", bestimmte sie ernsthaft.
Seine Augen glühten kurz zornig auf.

"Rahel... Der Antrag auf Selbstbestimmung ist noch nicht ganz durch. Sie könnten also tatsächlich versuchen dich gleich mit zu nehmen...", grollte er düster.
Rahel lächelte kurz.
"Soll er doch. Dann hat er es diesmal aber einem stinksauren Werwolf zu Hause zu tun, der sich von ihm garantiert gar nichts mehr gefallen lassen wird.
Trotzdem brauche ich natürlich auch Beweise, damit ich auf rechtlichem Weg nun deutlich schneller and Ziel komme.
Also, wenn du nun einfach mal deiner Mate und meinen eigenen Plänen, meine verhasste Verwandtschaft betreffend zuhören möchtest...?!", teilte sie ihm mit feurig funkelnden Augen mit. "Ich hab da nämlich einen verdammt guten Plan..."

*

Er fuhr wie ein Henker.

Rahel hatte sich beim Anblick der Polizei und des neuen Anwalts, die quasi ihre persönliche Inquisition darstellten, schon gedacht das die örtlichen Behörden nun doch erst mal überstimmt und sie gleich eingepackt werden würde.
War ja klar, das die Polizei sich von schicken Anzügen beeindrucken lies.
Oliver hatte ja auch nur nur ein paar ihrer eigenen Klamotten mitgebracht, aber das war soweit gar nicht schlimm.
Denn sie hatte gar nicht vor sehr lange bei ihren lieben Verwandten zu bleiben.
Sogar Tante Danika war heute mitgekommen, im vornehmen roséfarbenen Gucci-Kostüm ihrer Mutter für besonders langweilige Angelegenheiten.

Fast hätte Rahel über ihren bemüht vornehmen Anblick laut herausgelacht, doch das Einzige was sie tat, als diese so gesetzt lächelnd vor ihr stand  - und dann plötzlich ganz theatralisch auf sie zu tappend die Arme ausbreitete, um sie zu begrüßen: "Da ist ja mein Schatz!" - war, sie befremdet die Brauen hochziehend anzugucken und zu sagen:
"Gott... Tante... Warum ziehst du denn bitte Mamas Klamotten an?
Sorry echt, aber bei dir sieht's fast so aus als würden gerade zwei Schweine unter der Bettdecke miteinander kämpfen, wenn du dich so dolle darin bewegst!"

Okay, das war vielleicht fies aber bei ihrem dicken Po und Bauch absolut zutreffend.
Sogar der ältere Polizist räusperte sich kurz.
Kara kicherte und ihr Vater prustete schnaubend auf.
Ihr Onkel aber lief Tomatenrot an. Auftrag erfüllt. Er war sauer und zwar so was von...

Nachdem die Polizei, der Anwalt und auch ihr Onkel dann aber anschließend erklärten, dass ein junges, leicht zu beeinflussendes, weil trauerndes Mädchen wie sie, garantiert nicht von ihren letzten noch lebenden Verwandten fern gehalten werden sollten und auch die einstweilige Verfügung noch nicht rechtskräftig war, musste sie natürlich in den SUV ihres Onkels steigen und mitfahren. 

So weit so gut  im Plan.
Aber ihr Herz klopfte schon ziemlich und ihre Wölfin knurrte nur die ganze Zeit über, bei dem was nun folgen würde und sie kannte ihren kolerischen Onkel ja nun wirklich schon sehr gut.

"Jetzt hör schon auf mit diesem widerlichen Zähneknirschen! Und denk ja nicht dass du noch weiter auf ein Internat gehen wirst, du rotzfreche Göre, du.
Solche Sachen vor anderen Leuten über mich zu sagen...", beschwerte sich ihre Tante schrill klingend bei ihr.
"Ja, warte nur bis wir nach Hause kommen. Ich glaub die letzte Tracht Prügel ist schon viel zu lange her.", knurrte auch ihr Onkel und Rahel sah ihn nur grimmig an, und begann mit ihrem Handy zu spielen.
"Was denn? Hast du etwa festgestellt das die ganzen Fahrzeugbriefe und Schmuckzertifikate sicher bei meinem Testamentsvollstrecker liegen? Ist euch also jetzt schon das Geld ausgegangen, ja?
Hab da mal einen echt vernünftigen Vorschlag für euch ... nennt sich arbeiten gehen und nicht mein Erbe klauen und verhökern.
Das ist nämlich illegal und helfen werde ich euch sicher auch nicht noch einmal, so wie vor ein paar Wochen.", stellte sie grimmig fest.
Ihr Onkel fuhr scharf rechts rann, drehte sich zu ihr um und scheuerte ihr eine, die dich gewaschen hatte
"Halt den Rand du freches Gör! Sperr ich dich eben wieder in den Keller ein und hol jeden Tag den du dich weigerst mitzumachen den Knüppel raus, ja? Kannst du gerne haben... und danach wirst du winselnd um Gnade betteln!!!"
Ihr Onkel ereiferte sich so sehr, das sogar seine Spucke durch die Gegend flog und an der Innenscheibe hängen blieb... ihhh!

Sie hielt dich kurz die brennende Wange, die aber für ihren klugen Plan zwingend notwendig gewesen war, drückte ein paar Tränen raus, während er dich wieder anschnallte und den Gang einlegte und machte dann heimlich ein trauriges Gesichte Selfie, dass sie dann ganz cool an Dared schickte.  WOW, was für ein heftig roter Handabdruck in ihrem Gesicht. Darunter schrieb sie nur das Wort:
Hilfe!

Lief ja alles bestens soweit,  dachte die dann eine ganze Weile lang nur stumm und ganz behutsam ihren Kiefer bewegend.  Ihre Wölfin knurrte jetzt sogar noch saurer los. Wollte rausgelassene werden, wollte kämpfen, Fighten... ihn fertig machen. Und ihre dicke Folge Tante auch.

Das schaffen wir auch auf legalem Weg, keine Sorge, erklärte sie ihrer Wölfin, die nur finster brummte
Na hoffentlich...

Sie schaltete die Aufnahmefunktion der Kamera ein und tat schnell so als würde sie heulen.
"Hör auf mit dem Geflenne, du blödes Miststück! Das nützt dir rein gar nichts mehr, wenn wir gleich zu Hause sind.", keifte ihr Onkel derbe.
"Du wirst das unterschreiben was ich dir vorsetze und als erstes natürlich den Wiederruf dieser lächerlichen Klage auf Selbstbestimmung.
Als nächstes dann eine Verzichtserklärung auf das Haus sobald du achtzehn bist und dann Fräulein werde ich noch anstrengen dass du wegen seelisch labilem Verhalten unter Obhut bleibst, und das genauso lange wie ich es will..."

"Kannst du glatt vergessen, du mieses Arschloch! Wenn ich achtzehn bin verklag ich euch auf alles was ihr mir geklaut habt.", brüllte sie schrill und mit beinahe überschnappender, zorniger Stimme.
Und wieder fuhr er rechts ran, diesmal aber auf der Autobahn, ein Stück weiter begann der Wald. Da war Machendrahtzaun für die Rehe gespannt - perfekt.
Er schnallte sich ab, (sie auch) und brüllte horrend auf, während er kochend vor Wut nach hinten langte. Und nun hielt sie ihr Handy so, dass man ihren mehrfach nach ihr boxenden Onkel sicher gut erkennen konnte, sie steckte aber nur zwei Hiebe von ihm ein, bevor sie zurückschlug, nach ihm trat und ihm derbe mit den Fingernägeln über das Gesicht kratzte, sodass er aufschrie und wieder allerlei Schimpfnamen für die fand, während er dir Fshrertür öffnete
Sofort riss auch sie die Wagentüre auf und rannte so schnell die nur konnte zur Leitplanke hin, achtete nur noch darauf das das Handy weiter aufnahm, während ihr Onkel und ihre Tante ihr kreischend hinterher brüllten dass sie sofort stehen bleiben sollte.
Aber sie drehte das Handy nur übertrieben fiepend atmend dass man ihr nun langsam blau geschlagenes Auge sehen konnte, während sie auf den Zaun zu rannte. " Ja, ja schon klar... Polizei dein Freund und Helfer...einstweilige Verfügung wegen Misshandlung... ha!
So was gibt's in diesem beschissenen Land nur für erwachsene, aber nicht für mich.
Ich wusste es doch! Ist voll für den Arsch, wenn er einfach Papa's Geld nimmt, mein Geld... und sich damit einen tollen Staranwalt kauft, der die Richter austrickst.
... Alles Scheiße, ich will nicht mehr!", sagte sie noch bewusst tief schluchzend... und schickte das Video dann mit wenigen Drückern an Dared, noch bevor ihr Onkel sie erreichen konnte.

Da hielten gerade noch weitere Autos am Straßenrand an und sie wartete nur noch bis die Gelesen-Häkchen am Handy aufleuchteten, bevor sie ihm das Handy einfach an den Kopf warf und dann wie eine irre kreischend am Zaun hoch kletterte, laut um Hilfe brüllend. Da kamen auch schon schockiert aussehende Leute von ihren Autos angelaufen.
"Hilfe, Hilfe!"
Ihr Onkel hatte sich gerade noch ihren linken Springerstiefel geschnappt und zerrte nun daran, um sie wieder vom Zaun runter zu holen.
"Komm da sofort runter du miese kleine Schlampe, ich zeig dir wo dein Platz ist, du Saufreche Göre....! Na Warte.. wenn ich mit dir fertig bin...!"
Hey... ! Hey, Sie da!!! Lassen sie das Mädchen in Ruhe!!! , brüllte einer der Möchtegernhelfer die nun ebenfalls angerannt kamen und Rahel sorgte noch dafür dass er auch wirklich noch ihr zerschlagenes Gesicht  sehen konnte, bevor sie sich spielend leicht von ihrem Onkel los riss und auf der anderen Seite vom Maschendrahtzaun runterspringend, stolpernd und fallend tuend zusah, wie der bullige Helfer sich nun aufbrüllend auf ihren Onkel stürzte.
"Carola! Rief derweil ein anderer Helfer lautstark zurück zu seinem Wagen.  "Ruf die Bullen an! Der Arsch hier hat ein Kind zusammen gekloppt!!! Elendes Schwein... na warte, dir helf ich...!", kam er dem bulligen Typ zu Hilfe der nun ihren Onkel rasch in den Schwitzkasten genommen hatte.
"Danke... Danke...Danke!", rief sie nur gekonnt schniefend und noch einmal theatralisch aufheulend und verschwand dann stolpernd vom Zaun wegrennend und ohne auf die Rufe der Männer zu achten im Wald.

Rahel atmete tief durch, sobald der Zaun nicht mehr zu sehen war und blieb,  sich forschend umschauend, stehen.
Ein kleines Lächeln stahl sich auf ihre Lippen. Nur Hundert Meter weit entfernt warteten schon die Wölfe auf sie und damit auch Dared.  es waren sieben insgesamt. Oh wie Gross die waren...
Er verwandelte sich sofort als er die Misshandlungsspuren auf ihrem Gesicht erkennen konnte und knurrte eisigkalt auf, während er mit finsterer Miene zu ihr hingelaufen kam und sofort ganz sachte ihr Gesicht berührte und schließlich über ihren Scheitel strich.

"Ich bring ihn um!", teilte er ihr düster klingend mit. Sie aber lächelte nur lieblich zu ihm hoch.
"Hey, ich bin doch jetzt auch ein Werwolf!
Das ist morgen schon wieder gut, also reg dich ab, du Softie. Er ist glattweg in die Falle gerannt.", kicherte Rahel schadenfroh und drückte dich aufatmend an ihn.
Jetzt war sie endlich sicher.
Dennis verwandelte sich nun ebenfalls.
"Sirenen nähern sich, Alpha. Wir sollten besser gehen."
Dared nickte nur, dann würde er grimmig und sah Rahel eindringlich an.

"Das nächste mal üben wir die bewusste Wandlung, doch heute gehorchst du mir!
WANDLE DICH!", knurrte er sie in seinem besten Alpha-Ton an und ihre Wölfin übernahm sogleich mit Freuden die Kontrolle.