Halbblut - Black Raven Kapitel 35

Abbygail sah Milly an die nur hastig das Geld unter das Bett zurückstopfte. Abbygail half ihr dabei und es klopfte erneut, noch energischer. Schnell stand Abbygail auf, griff nach dem Revolver und rannte in den Hauptraum hinüber.

Wer ist da?“, fragte sie durch die geschlossene Tür.

Machen sie die Tür auf, Mrs. Bainbright!“, sagte eine ihr unbekannte Stimme.

Also ganz sicher nicht!“, zürnte Abbygail dem Sprecher aufgebracht. Die Tür bleibt zu, Sir, bis mein Mann von seinem Weg zurückkehrt. Sie werden sich gedulden müssen, wollen sie Schinken oder Sülze kaufen.“

Es krachte. Der Mann versuchte wohl die Tür einzutreten.

Sir, ich warne sie! Ich bin bewaffnet und meine Freundin ebenfalls. Ich werde schießen, wenn sie sich gewaltsam zutritt verschaffen wollen!“, schrie sie laut hinaus. Das Krachen hörte auf. Statt dessen sah sie eine Gestalt am Fenster ein Mann der mit gezogenem Revolver hereinblickte.

Abbygail spannte an ihrer Waffe den Abzugshahn.

Treten sie vom Fenster fort, Mister!“, herrschte sie den Kerl an der sie nur verblüfft musterte.

SOFORT!“, schrie sie, hetzte zum Fenster und riss die innen angebrachten und nur mit einem kreuzförmigen Schlitz versehenen Holzklappen vor, schob den Riegel ein, so das der Mann sie nicht mehr durch das Fenster hindurch anstarren und erst recht nicht erschießen konnte.

Rave hatte sich schon einiges gutes dabei gedacht, als er diese Dinger gebaut hatte. Sie hörte wie Milly im Schlafraum den Riegel vorschob und hetzte zum Nähzimmer hinüber. Da stand noch so ein Kerl vor der Scheibe und drückte dagegen. Abbygail hielt die Waffe vor sich und schrie laut auf. „Weg mit Ihnen! Hier gibt es nichts zu hohlen!“ und klappte ebenfalls die Holzverkleidung vor.

Endlich war das Haus gesichert.

Draußen hörte sie das Wiehern der Pferde das Rufen der Männer.

Was nun, Boss. Das Weib ist bewaffnet!“

Und da ist noch eins drinn. Im Schlafzimmer, Boss. Und die hat auch eine Knarre und feuerrote Haare. Muss diese Mrs. Hargraves sein. Noch so 'n Indianerliebchen.“, hörte Abbygail einen anderen Kerl knurren.

Sie rannte wieder hinüber in den Hauptraum und holte sich eines der langläufigen Schrotgewehrte, lud es durch und streckte den Lauf dann durch das Wohnraumfenster hinaus, wobei die Scheibe zerbarst. Gerade als sie von draußen hörte. „Das ist doch lächerlich Männer. Da drinn sind nur zwei Weiber. Hohlen wir uns die Beute...“

Abbygail schoss und hörte Schmerzensschreie.

Das Schrot hatte anscheinend gut gestreut.

Auch Milly griff sich nun solch eine Waffe und rannte in den Schlafraum zurück wo eine weitere Scheibe splitterte. Sie schoss durch den Ritz und schrie trium-phierend auf. „Nur zwei Weiber, eh?

Wir sind bis an die Zähne bewaffnete Weiber, du Pistoliero. Komm nur zurück! Dann jage ich noch eine Ladung Schrot in deinen fetten Hintern, passend zu der Ladung im Bauch!“, fauchte sie böse. Abbygail lud derweil schon wieder in aller seelenruhe und schoss, lud durch schoss wieder, seitwärts, gerade aus. Links und rechts bevor sie zum Nähimmer zurückging, sich unterwegs einige Patronen schnappte. Das Baby war inzwischen erwacht und schrie aus Leibeskräften. Milly schrie mit, aber fröhlich. Abbygail kam gerade noch rechtzeitig im Nähzimmer an. Einer der Banditen versuchte die Holzverkleidung einzuschlagen. Es mussten mindestens fünf oder sechs vielleicht auch sieben Männer dort draußen stehen, überlegte sie nicht lange und schoss erst mit dem Revolver den sie auf das wieder aufgerichtete Regal gelegt hatte durch den schlitz, schob dann die Flinte hinterher und drückte auch diese ab.

Nach vorne!“, brüllte jemand. Abbygail rief Millly eine Warnung zu und blieb wo sie war... hatte richtig geraten das es eine Finte war. Drei Männer warfen sich nun gegen das robuste Holz.

Tatsächlich, dachte sie und schoss einem der Männer in den Bauch, spannte den Hahn erneut und schoss einem anderen in den Arm, der dritte flüchtete nun tasächlich wieder nach vorne. Abbygail stand auf, warf das Schrotgewehr zur Seite, ging wieder hinüber in den Wohnraum wo Milly ihr gerade mit grimmiger Miene ein frisch geladenes Gewehr hinhielt.

Schnappen wir uns die Mistkerle. Ich habe keine Lust das klein Steven heute noch erschossen wird. Das machen die Pistoleros nämlich immer so mit den Frauen und Kindern die sie alleine auf den Farmen vorfinden.“, erzählte sie Abbygail, lud durch und kehrte wild knurrend ins Schlafzimer zurück, während Abbygail wieder aus dem Schlitz in der Tür blickte.

Über ihr rumste es. Das Dach war mit Holzschindeln gedeckt, viel ihr ein. Aber nicht so dickes Holz wie die Außenmauern. Sie legte Das Schrotgewehr nach oben an,

wo es krachte... drückte ab.

Ein Körper viel kreischend vom Dach herunter. Dafür hatte dieses nun ungefähr zwanzig Löcher... na Toll! Rave würde es gewiss nicht sehr schön finden, wenn er nach Hause kam und bemerkte das er nach all dem Ärger nun auch noch das Dach reparieren musste.

Plötzlich krachten von Draußen weitere Schüsse, weiter entfernt.

Indianergeheul trillerte durchdringend durch die Luft. Pferde wieherten schrill. Jemand schrie und dann hörte Abbygail wie eine menge Pferdebeine davonjagten... und das Indianergeheul preschte am Haus vorbei.

Grey-Wolf“!“, sagte Milly erleichter, die in der Tür stand, immer noch das Gewehr in der Hand.

Geht es euch beiden gut?“, fragte Abbygail die Freundin leise. Die nickte nur. Abbygail nickte auch dann riss sie den Riegel zurück, drehte den Schlüssel im Schloss und öffnete die Tür.

Bleibt im Haus, ich helfe Grey-Wolf die Banditen zu verjagen!“, erklärte sie Milly entschlossen und stürzte hinaus ind Freie. Grey-Wolf kämpfte nicht weit entfernt mit erhobener Axt... na ja so was ähnliches zumindest gegen einen der Typen. Abbygail sah einen der Banditen von hinten heranreiten. er war nur um die Stallungen herumgeritten. Schnell legte sie an, zielte und schoss.

Sie wahr ehrlich überrascht als nicht nur der Mann sondern auch das Pferd mit ihm zu Boden gingen und wild kreischten. Grey-Wolf schoss überrascht guckend herum. Er hatte sein Gesicht bemalt. Ganz weiß und Braun und schwarz... na ja, zumindest sah es aus der Entfernung so aus. Abbygail nickte ihm nur ernsthaft zu und deutete wieder nach vorne. Es näherte sich nämlich ein weiterer Bandit mit einem Revolver in der Hand. Grey-Wolf ließ sich neben dem Pferdeleib beiseite gleiten, so erwischte ihn die Kugel nicht, richtete sich ebenso schnell wieder auf und schwang die Axt. Abbygail sah sich inzwischen nach weiteren Angreifern um. Einer war wieder auf das Dach geklettert. Sie schoss ihn herunter, ebenso wie einen anderen Typen der flüchten wollte. - Das Gewehr war lehr, sie warf es weg und nahm wieder den Revolver den sie sich in ihre Schürze gesteckt hatte heraus, lud ihn mit neuen Patronen die vorne in der Schürzentasche steckten nach, zog den Hahn... gerade noch rechtzeitig riss sie ihn hoch und fand sich Auge um Auge mit einem der Banditen wieder der gerade sein Messer gegen sie erhoben hatte.

Keine Bewegung, Mister!“, sagte sie kühl zu ihm und sah ihm geradewegs in die Augen.

Später würde sie gezittert haben, später würde sie heulen und zähneklappern, doch gerade jetzt konnte sie sich gleich welche Schwäche auch immer nicht erlauben.

Der Mann erstarrte und sah auf den Lauf des Revolvers hinab. „Chicka... wirr gönnen übrrr alles rreden...!“, sagte er mit deutlich mexikanischem Akzent.

Da ging er auch schon zu Boden. Etwas ragte hinten aus seinem Kopf heraus und Grey-Wolf blickte ihr finster in die Augen.

Schieß! Unterhalten kann man sich nicht mit Pistolieros.

Die töten Frauen oder fangen sie und verkaufen sie nach Mexico an die dortigen Hurenhäuser!“, zischte er ihr mit starkem Akzent aber unverwechselbar auf englisch zu.

Also konnte er es doch, hatte sich nur bisher geweigert mehr mit ihr zu sprechen, als iss, Skwah, trink, Skwah, schlaf, Skwah.

Abbygail spührte Ärger in sich aufbrodeln, doch viel größer war die Erleichterung das Raves Bruder hier war und sie ganz eindeutig gerettet hatte. Schnell ließ sie ihre Pistole sinken und blickte an ihm vorbei... Kein Badit mehr da der noch lebte oder laufen konnte

Die mit dem Wind fliegt hat gut gekämpft!“, meinte Grey-Wolf nun aber nur noch kurz und trat dann grimmig guckend an ihr vorbei ins Haus ein.

Grey-Wolf! - Himmel, fast hätte ich dich erschossen!“, tönte es schrill von Milly aus dem Wohnraum hinaus. Das Baby heulte wieder und sie hörte Grey-Wolf irgendetwas unverständliches brummen.

Also kehrte Abbygail nun ebenfalls ins Haus zurück, ging direkt zu dem neuen Herd hinüber und nahm den frisch gebackenen Apfelkuchen den sie abgedeckt dort stehen gelassen hatte. Wortlos ging sie zu dem Indianer hin der sie und Milly nur missmutig beäugte und drückte ihm das Ding in die Hände.

Am besten wir räumen hier wieder ein bisschen auf, Milly. Bevor Rave nach Hause kommt und sieht was ich mit seinem Haus gemacht habe!“, meinte Abbygail trocken zu ihr. Milly grinste breit. Grey-Wolf guckte skeptisch zu den vielen Schrotlöchern im Dach hinauf.

Du hast geschossen, Weib?“, fragte er Abbygail kühl.

Wäre ich dein Weib würde ich dir auf diese törrichte Frage zweifellos antworten, Grey-Wolf, doch für dich bin ich Abbygail. Nicht 'Die mit dem Wind fliegt', ich bin keine Indianerin und ich möchte auch nicht so behandelt werden, nur weil ich mit Rave verheiratet bin. Oder würde es dir gefallen wenn man dich als weißer betrachtet, sobald du eine weiße Frau heiratest, Grey-Wolf?

Möchtest du dann nur Wolf Bainbright genannt werden oder gar Wolfgang, wie die Deutschen Siedler manchmal heißen?“, zürnte sie ihm scharf.

Mein Name ist Grey-Wolf!“, sagte er schlicht.

Abbygail nickte kühl. „Mein Name ist Abbygail.“, entgegnete sie ebenso schlicht. „Iss deinen Kuchen, du hast ihn dir verdient. Du kannst noch einmal kommen diese Woche, dann bekommst du noch mehr für Smiling Feather und deinen Großvater.

Nenne ihn Sneake Eye.. Er heißt Sneake Eye!“, merkte Grey-Wolf mürrisch an. Abbygail lächelte schwach. Dann zog sie den Revolver wieder aus ihrer Schürze hervor legte ihn auf den Tisch und kramte die Patronen aus der Tasche heraus um nachzuladen.

Erwartest du weitere Gäste?“, fragte Raves Bruder überrascht.

Wir erwarten John Fletcher. Er hat mich gestern hier auf der Farm überfallen, Grey-Wolf. Er hat die Kuh getötet und Raves Pferd Red. Dazu noch die Hühner die wir gerade erst gekauft hatten und er hat eine Menge Sachen hier im Haus komplett zerstört. Ich bin rüber in den Voratskeller geflüchtet, nachdem ich ihm aus dem Fenster im Nähzimmer entkommen konnte. Er wusste zum Glück nichts davon und Rave hat mir gezeigt wie man den Hebel wieder verschwinden lässt, so dass alles unberührt aussieht.

Aber Rave ist mit Trey deswegen gestern Abend noch zum Sheriff geritten. Sie wollten auch noch nach Sleepy Eye, Richter Carter informieren das Fletcher mich umbringen wollte. Milly ist hier weil sie so gut schießen kann. Ich hab sie bekocht, dann kamen die Banditos, oder wie auch immer die heißen und jetzt warten wir wieder. Wenn du möchtest kannst du gehen. Mit einem Mann werden wir schon fertig. Rave hat dafür gesorgt das ich ausreichend Waffen und Munition hier habe und schießen kann ich auch!“, prahlte Abbygail mit wild klopfendem Herzen, denn eigentlich hätte sie Grey-Wolf am liebsten angefleht zu bleiben, bis Rave zurück wäre. Sie fürchtete sich fast zu Tode. Doch der Indianer mit den grauen Augen sah sie nur noch einmal schweigend an... sekundenlang... dann ging er hinaus und sprang auf sein Pferd.

Na dann eben nicht!“, knurrte Abbygail wütend und warf die Tür zu, schob den Riegel wieder vor und wünschte sich halb dem Bastard den Kuchen nicht gleich gegeben zu haben. Sicher war er nur deshalb gekommen. Was mit ihr und Milly geschah konnte dem Kerl vollkommen egal sein.

Milly kam zu ihr und legte ich sachte eine Hand auf die Schulter.

Abbygail, sei nicht verärgert. Ich habe auch sehr lange gebraucht mich an Grey-Wolfs Verhalten zu gewöhnen. Er ist unberechenbar, weißt du?

Kann sein das er nun Fletcher dort draußen für uns jagd, kann auch sein das er Rave informiert seinen Hintern hierher zu bewegen, weil wir Schwierigkeiten hatten.“

Oder er nimmt seinen blöden Kuchen und reitet zurück in sein blödes Reservat in dem die Leute mit Fellen am Leib herumlaufen und unverständliches Zeug quatschen, den Gästen neue Namen geben und dann wie selbstver-ständlich erwarten das du natürlich jedes Wort verstehst das sie murmeln.. wenn sie überhaupt mal etwas sagen.“, schnaubte Abbigail aufgebracht. „Nein, ich mag ihn nicht sonderlich, Milly. Er ist vom Aussehen her weißer als Rave, aber sein Verhalten ist Cheyenne. Ich bin mir sicher er würde mich bedenkenlos töten, wenn ich nicht seinen Bruder geheiratet hätte.“, sagte sie zu ihr und schaute in Millys fassungsloses Gesicht.

Abbygail!“, wisperte Milly nur.

Dort im Reservat hat er mich angesehen als würde er

mich hassen.“, murmelte Abbygail nur flüsterleise.

Alle haben mich angesehen als würden sie mich hassen und ich verstehe jetzt wie es Rave unter den Weißen ergangen ist... wie es ihm immer noch ergeht. Es ist

furchtbar.“

Aber Rave hätte nie zugelassen dass du an einem Ort bleibst an dem man dich verachtet.“, wandte Milly ein.

Abbygail zuckte nur die Schultern.

Er hat mir nicht einmal Hoffnungen gemacht, dass er mich dort wieder abhohlen kommt, Milly. Ich dachte er würde mich dort lassen, weil... er mich nicht mehr mag. Weil ich ihm nur Unglück gebracht habe. All die Angriffe, Verletzungen und die Schande die ich über ihn gebracht habe, nur weil ich eine Weiße bin.

Ich habe tagelang gedacht er will mich nicht mehr. Er hat nur gesagt, „Abbygail... ich gehe jetzt. Ich muss ein neues Haus bauen, das kann eine Weile dauern... du bleibst hier. Hör auf das was Smiling Feather dir sagt... Dann hat er noch irgendwas zum Abschied gemurmelt und ist gegangen.“

Nein!“, flüsterte Milly fassungslos.

Doch.“, flüsterte Abbygail zornig zurück. „Ich habe nicht gewagt ihm zu wiedersprechen. Ich dachte... das meint er nicht ernst. Ich wusste auch noch nichts davon das er es sich überhaupt leisten kann das Material für ein neues Haus zu kaufen, ich dachte er geht auf Arbeit um es sich erst noch zu verdienen. Ich habe überlegt ob er mich im Frühjahr wieder holen würde... oder im Herbst darauf. Wie lange dauert es bis man soviele Dollar verdient hat um ein Haus bauen zu können und die Einrichtung zu bezahlen? Fenster sind teuer. Die Wände kann man sich im Wald schlagen und zurechtsägen doch das dauert ebenfalls ziemlich lange. In Silver Springs hat ein Farmer mal zwei Jahre an einem neuen Haus gebaut. Ich hatte auch keine Ahnung dass die Schinken noch da sind, die Keller noch voll, Milly. Ich habe zu Gott gebetet und ihm gesagt ich tue alles was Rave will, wenn er mich nur wieder aus dem Reservat abholen kommt.“, gestand sie der Freundin noch, dann schüttelte sie den Kopf und wischte sich eine Träne aus dem Auge.

Und jetzt sieh dir an was der Mann in so kurzer Zeit getan hat? Er hat ein viel größeres Haus für mich gebaut, ein Nähzimmer, ein großer Schlafraum. Er hat es weiß gestrichen, weil er mich in einem Fiebertraum sagen hörte das ich mir das wünsche.

Er ist so gut zu mir, Milly, und ich enttäusche ihn immer nur. - Jetzt habe ich sogar das neue Dach zerstört.“

Milly runzelte ärgerlich die Stirn.

Du hast dich gewehrt, gegen Banditen, die dich schänden und töten wollten, Abbygail Warren-Bainbright. Du hast kalt, wie es sein muss die Revolver geschwungen, die Schrotflinte abgeschossen, wieder und wieder. Ich bin stolz auf meine Freundin. Also zieh dich nicht in den Dreck indem du so einen Unsinn behauptest!“, warnte sie sie fast brüllend.

Abbygail blinzelte nur.

Aber ich habe nach oben geschossen ich hätte raus

gehen können und von dort aus...“

Grey-Wolf war noch nicht da, die waren zu mehreren. Wärest du hinaus gegangen wärst du jetzt tot und ich und klein Steven auch!“, bellte Milly sie rüde an. „So und jetzt hilf mir diese Säcke hinunter in den Voratskeller zu schaffen. Sie unter dem Bett aufzubewahren ist so was von leichtsinnig.

Dein Mann ist derart vermögend, er könnte sich problemlos achtzehn Farmarbeiter leisten, eine Frau die überall saubermacht, so dass du keinen Finger mehr rühren musst, eine Villa wie sie John Fletcher in Hot Fields gebaut hat, Kleider, Perlen, Edelsteine für dich, Abbygail-Warren Bainbright. Und gerade ist er unterwegs um den Sherrif zu informieren das du angegriffen wurdest. Mein Mann ist bei ihm, sie werden bald kommen. Also schwing die Hufe, Mädchen, und hör auf Trübsal zu blasen.“ Sie reichte Abbygail den Besen und rollte den Teppich bei Seite, öffnete die Falltür und ging mit einem finsteren letzten Blick an Abbygail vorbei in die Schlafkammer hinüber um den ersten Sack mit Scheinen zu hohlen. Klein Steven hatte sie sich bei ihrer Rückkehr mit einem langen Tuch an den Bauch gebunden. Er wimmerte noch ein Bisschen, schien sich aber allmählich zu beruhigen. Abbygail zündete rasch Petroleumlampen an, die sowohl hier oben bei den geschlossenen Laden, als auch unten im Keller, für Licht sorgen sollten, dann begann sie wortlos zu fegen.

Nicht lange, dann half sie Milly bereits die schwereren Säcke nach unten zu bringen. Sie stellten alles hinter und unter die Mehlsäcke, weil es dort niemand sah und gewiss auch nicht vermuten würde.

Bei nächster Gelegenheit werde ich Rave sagen er soll ganz viele große Blechdosen kaufen. Die Scheine verderben sonst in den erdigen Beuteln!“, murmelte Abbygail noch seufzend.

Wo du recht hast...“, brumelte Milly nur finster. Sie schien Abbygail noch immer nicht ganz vergeben zu haben, dass sie eine so geringe Meinung von sich selbst und auch ihrem Ehemann hatte.

Beide Frauen kehrten gerade rechtzeitig in den Wohnraum zurück und legten den Teppich über die Falltüre, denn draußen auf dem Hof rappelte ein Fuhrwerk auf den Hof.

Abbygail rannte zu den Waffen und Milly lud sofort das Schrotgewehr nach.

Schon hämmerte es erneut an die Haustür.

Mrs.Bainbright, öffnen sie die Tür!“, rief eine raue Männerstimme.

Das können sie vergessen! Scheren sie sich von unserer

Farm und warten sie, bis mein Ehemann zurückkehrt, Sir. Ich habe den Banditen nicht die Türe geöffnet und ihnen werde ich sie garnatiert auch nicht auftun!“, rief Abbygail einmal mehr erbost durch die Tür und streckte den Lauf des Revolvers durch den Schlitz nach draußen, gab einen Warnschuss in den Himmel ab.

Hallelujah!“, tönte es verwundert von draußen. „Da liegen Leichen auf dem Hof. - Pistolieros.. schau mal deren Hüte, Mexikaner? Die arme Frau muss angegriffen worden sein.“, erklang eine erschrockene Frauenstimme von dem Fuhrwerk her.

Abbygail sah kurz zu Milly herüber die nur verwundert die Schultern hob

Abbygail zog ihre Waffe zurück. „Wer sind sie und was wollen sie hier?“, fragte sie durch die geschlossene Tür hindurch.

Ma'm... beruhigen sie sich bitte. Wir kommen aus

Sleepy Eye. Ihr Mann, Mr. Bainbright, schickt uns her. Wir sind seid kurzem Geschäftspartner und mein Name ist Mike Hughton, Ma'm.“

Abbygails Herz schlug wie verrückt in ihrer Brust.

Mein Mann ist mit Trey Hargrave in die Stadt gefahren, Mister. Warum also ist der nicht mit gekommen?“, fragte sie scharf.

Ma'm, sie werden beide festgehalten. Es heißt sie haben

seid Jahren keine Steuern bezahlt, Mrs. Bainbright. Der Mann der diese erhebt ist stets in die Stadt gekommen und hat sich den Grundbesitz aller Farmer auflisten lassen. Aber ihr Ehemann, Ma'm ist nicht gekommen. Er sagt, er wusste nichts davon, doch davon wollen die Oberhäupter in der Stadt nichts wissen.

Mr. Fletcher, als letzter Bürgermeister dort hat gar behauptet der Indianer hätte den Boten stets mit seinem Gewehr von Hof gejagd und sie wollen ihm darum nun den Prozess machen.

Mr. Hargrave ist dort geblieben, weil er verhindern will das man ihn einfach am nächsten Baum aufknüpft.

Rave sagt sie sollen sich beeilen und viel Geld mitbringen, damit der Steuereintreiber zufrieden ist. Es heißt er hat über eintausend Dollar Steuerschulden. Mrs. Bainbright.“

Der Mann schwieg kurz. Abbygail sah Milly wieder an die nur fassungslos den Kopf schüttelte.

Die müssen ihn reingelegt haben. Die haben ihm die Briefe nicht gegeben, oder ihm nicht Bescheid gesagt.“, flüsterte sie heiser, während Milly „Eintausend?“, vor sich hinmurmelte und dabei fassungslos den Kopf schüttelte.

Abbygail, überlegte nicht lange und riss die Falltüre erneut auf.

Pack ein paar Waffen ein und Patronen.

Wir fahren mit den Leuten in die Stadt und wenn sie uns unterwegs ausrauben wollen wehren wir uns!“, entschied sie eisig, ging hinunter und kramte den Sack mit den einhunderter Dollarnoten hervor. Milly hatte gesagt es wären mehrere Tausend Dollar. Dann nahm sie noch nach kurzem Überlegen einen kleinen Schinken mit. Bestechung wollte sie nicht üben, doch so wie sie den Bürgermeister kannte war der Fähig und in der Lage zu behaupten Rave hätte das Geld irgendwo gestohlen. Dann kehrte sie wieder zurück nach oben, griff sich ihren Mantel vom Haken, ihren dazu passenden feinen Federhut, dann öffnete sie die Tür.

Wir kommen jetzt raus und sind bewaffnet, Mister. Wenn sie uns reinlegen wollen überlegen sie es sich

gut!“, rief sie nach draußen.

Alles was recht ist, Micky, der Indianer hat eine wild entschlossene Frau, kein wunder dass er lieber nicht bei uns einkehren mochte“, spöttelte die Dame auf der Kutsche, die ebenfalls einen feinen Federhut trug und dazu so unanständige Kleider, dass es Abbygail fast die Augen aus dem Kopf fallen ließ.

Mrs. Bainbright. Ich bin Miss Merinda, Besitzerin des ...Etablissements in Sleepy Eye, welches sich dem sündhaften Gewerbe armer, verstoßener Frauen hingibt. Eine Hauptabnehmerin ihres Gatten, was ausschließlich seine köstlichen Waren betrifft, Mrs. Zu Schade dass er nie mit uns auf andere Weise Geschäfte tätigte, als über den Verkauf seines Schinkens. Doch nun da ich sie sehe weiß ich zumindest warum. Eine Frau die mit der Flinte in der Hand zu Hause wartet ist ein verdammt guter Grund brav zu bleiben, nicht wahr?“, grinste sie gutmütig und reichte Abbygail die Hand.

Es freut mich sehr sie kennen zu lernen.“, fügte sie noch hinzu. „Ebenfalls. - Fahren wir jetzt zu Rave?“, fragte Abbygail sie finster.

Ich sagte es dir doch, sie kommt mit uns, wenn wir ihr alles erklären und nun nimm den Hut ab, Mike. Sie ist eine feine Dame, diese Mrs. Bainbright!“, stieß die Frau den gaffenden Kerl an der daraufhin sofort seinen Hut zückte. Ma'm.. ja, Ma'm, wir fahren, Ma'm. Darf ich ihnen übrigens sagen wie … bezaubernd ich sie finde?“, grinste der Kerl schmierig. - Und bekam dafür prompt das Retikühl von Miss Merinda über den Kopf gezogen in dem es erheblich schepperte.

Sie nehmen Geld mit auf die Fahrt?“, fragte Abbygail die Frau verunsichert.

Um ihren Mann auszulösen, Schätzchen... falls sie nicht

genug beisammen haben. Es wäre doch Schade um ein solches Mannsbild und noch mehr um seine köstlichen Schinken. Huh... sie haben eine Freundin zu Gast?“, fragte sie als sie Milly mit dem Schrotgewehr erblickte.

Schluss jetzt mit den Höflichkeiten. Wir müssen Abbygails Mann retten... Wenn es denn stimmt was sie sagen, Miss... und Mister...“, knurrte Milly erbost stellte den Korb mit klein Steven auf den Wagen und hopste hinten drauf. Abbygail schob ihr den Sack in die Hände.

Tu ihn in den Korb!“, raunte sie leise und Milly nickte nur, lud ihr Gewehr hörbar durch. „Alles in Ordnung da vorne. Wir können jetzt fahren!“, rief sie kühl. Das Fuhrwerk zog an. Sie fuhren zur Stadt.


9.5.18 14:42

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bisher 7 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Alexandra (9.5.18 19:50)
Ich liebe die Story. Du Überrascht einen von Kapitel zu Kapitel, es wird nie langweilig. Mach weiter so... Danke😊


Bloodyangel85 (9.5.18 22:35)
Bin jetzt schon Mega gespannt wie es weiter geht.mach weiter so. 🤩


PP (9.5.18 22:56)
stinklangweilig .. schnarch


PP (9.5.18 23:00)
Hab mir mal deinen "Verlag" angeschaut: Du musst ja wirklich noch Geld mitbringen, damit einer deinen Schrott veröffentlicht .. Möchtegernschriftsteller, die die Welt nicht braucht .. Du solltest deine Zeit sinnvoller verbringen ..


Katrin (9.5.18 23:23)
Vielen Dank für das spannende Buch. Ich freue mich auf das nächste Kapitel.

@PP wenn du das Buch so langweilig findest ... wieso liest du dann 35 Kapitel?


Elrod1973 (9.5.18 23:30)
Puhh kommen die Zwei irgendwann mal zur Ruhe? 🤤😓
VOOOOLLLL SPANNEND 😊😊😊


@PP Wenn dir die Story so gar nicht gefällt, dann ließ sie doch einfach nicht. Meiner Meinung nach bist du nur neidig. Ganz ehrlich ich kann deine Kommentare langsam nicht mehr ab. Behalte deine schlechte Laune für dich.


(11.5.18 10:11)
Danke Elrod, finde ich auch.
Wenn’s dir nicht gefällt dann geh einfach, PP. Du musst hier nicht Stimmung machen. Es gibt genügend Leser die meine Bücher gut finden und gerne lesen. Egal was du persönlich nun daran auszusetzen findest.
Und ...haha... schau dir mal die ganzen großen Verlage an! Carlsen, Fischer und co.
Hier in Deutschland musst du immer dafür zahlen dass sie dich veröffentlichen. Es sei denn du bist Bestsellerautor aus dem Ausland. Selbst Cornelia Funke bezahlt über 5000€ für ihre Veröffentlichungen in den großen Verlagen und nun sag das noch mal... das ich voll der Looser bin weil ich dafür bezahle (n muss!)

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