Ich bin dann mal weg...

Hey Leute, die Ihr hier noch immer meinen Blog lest. Es tut mir leid, doch ich gehe zurück zu www.Wattpad.deDort schreibe ich meine Rohfassungen unter dem Usernamen: Beatrixi2508, wer Interesse daran hat mehr von mir (ausschließlich unfertige Rohfassungen) kostenfrei zu lesen.Doch inzwischen habe ich unter dem Namen Bea Stache schon zwei Romane von mir überarbeitet, vervollständigt, lektorieren lassen und dann mit schon durchaus beachtlichem Erfolg veröffentlicht. Ein historischer Liebesroman (ab 18J) aus den schottischen Highlands: Die Rache der Highlander Und Seelenverwandt, Rahel- Die Mate des Alpha Demnächst kommt ein weiterer Roman von mir heraus, der Auftakt zu einer weiteren Erwachsenen Liebes-Drama Reihe von mir (auch ü18)Solaris - Der Durchbruch.Und am Ende des Jahres möchte ich noch den Auftakt zu meiner zweiten Jugendbuchserie herausbringen:Das Zeichen der DrachenDieses Jahr, 2018, starte ich meine Karriere als echte Autorin, auch wenn ich leider nicht in jeder Buchhandlung vertreten sein kann, denn für die Bezahlverlage fehlt mir schlicht das nötige Geld. Meine Taschenbücher werden aber bei Amazon vertrieben sein und meine eBooks bei Amazon(Kindl), Thalia (Tolino), Weltbild, Hugenduble, Buch.de, Maiersche, Bücher.de und noch einigen anderen in dem mytolino befindlichen Buchhandel-Abkommen.Hier werde ich nicht mehr weiter schreiben da es für mich ziemlich umständlich ist hier hochzuladen. Dauernd kommen Kapitel durcheinander und dann findet man sie am Ende gar nicht mehr. Wie gesagt, wer es leichter haben will schaut bei Wattpad vorbei, oder aber Ihr sucht meine fertigen und vollendeten Romane im Handel. So oder so, ich freue mich auf Euch!

2.9.18 18:36, kommentieren

Halbblut - Black Raven Kapitel 2

Rave Bainbright stand im Schatten des Saloons, als die Postkutsche aus Sleepy Eye in der Stadt ankam.

Ein Telegram, das Harald Thomas, der Sohn des hiesigen Poststellenleiters, ihm heute morgen in aller Frühe wiederwillig überbracht hatte, hatte ihn gerade noch rechtzeitig erreicht, damit er hier sein und die Postkutsche ankommen sehen konnte.

Seine frisch angetraute Braut sollte darin sitzen.

Endlich.

Rave ballte wütend die Hände zu Fäusten.

Fünf Monate hatte er auf irgendein Lebenszeichen dieses verfluchten, betrügerischen Heiratsinstituts gewartet. Fünf staubige, miese Monate.

Seinen Wechsel, den der armselige Hund eines Heiratsvermittlers vorab von ihm verlangt hatte, war unterdessen schon nach nur einer Woche eingelöst worden.

Wenn er ehrlich war, hatte er nach so langer Zeit gar nicht mehr mit einer Antwort oder gar einer Frau gerechnet. Es war einfach schon zu lange her.

Er hatte geflucht, um das viele Geld, das dieser sinnlose Versuch eine Frau zu bekommen, die kräftig mit anpackte, kochte, wusch und ihm nachts sein Bett wärmte, ihn gekostet hatte.

Hier in der Gegend gab es keine einzige Frau, die erstens heiratsfähig, zweitens gesund und drittens willens war, ihn zu nehmen.

Die Postkutsche hielt in einer Staubwolke vor dem Kontor und Harvey Smitthesson, der Bewacher der Kutsche, der immer mit schussbereiter Flinte auf dem Bock neben dem Kutscher saß, sprang rasch vom Sitz, um den Postsack am Telegrafenamt abzugeben.

Gleichzeitig öffnete sich der Wagenschlag und einige der Fahrgäste stiegen mit zum Teil leicht grünlich-bleichen Gesichtern aus, um sich eine Weile zu verschnaufen und die Füße zu vertreten, solange die Pferde gewechselt würden.

Ein altes Ehepaar, das ängstlich die Tür zum Saloon im

Auge behielt und eine ziemlich kleine, noch sehr jung aussehende Frau im eleganten Kleid und reizendem Hütchen auf ziemlich dickem, dunklen Haar das sie elegant aufgesteckt trug, und die sich sofort unsicher an ihre Tasche klammerte, die der Kutscher ihr von oben hinabreichte.

Sie sah sich besorgt nach allen Seiten um und runzelte schließlich die Stirn.

Rave spuckte den Zahnstocher aus, auf dem er nun schon seit zwei Stunden herumkaute und schob seinen Stetson in den Nacken zurück, um sie besser ansehen zu können.

War dies etwa die kräftige, gesunde, arbeitswillige Braut, die er von dem Heiratsvermittler verlangt hatte? ...Dieses schmächtige, blasse Mädchen, im städtischen Kleid?

Die Menschen im Osten mussten sich etwas völlig anderes unter gesund und kräftig vorstellen, als die im Westen, dachte er missgelaunt.

Empört betrachtete er die kaum wahrnehmbaren Rundungen. Er hatte eigentlich an etwas weitaus dralleres gedacht. Sie war einfach nur mager. Ja genau, ...das und noch dazu schwächlich, bleichgesichtig und fast noch ein Kind.

Nicht einen Winter würde die Kleine hier überleben. Ja, vielleicht nicht einmal eine Woche, nachdem sie sein Haus und all die Arbeit gesehen hatte, die dort auf sie wartete. Wahrscheinlich würde sie letztendlich nur einen Blick ins Hausinnere werfen und sogleich laut aufkreischend auf und davon laufen.

Mit finsterer Miene stieß er sich von der Wand ab und ging auf die so hilflos dastehende und umhersehende junge Frau zu, die bestimmt noch nicht einmal eine einzige Nacht im Leben unter freiem Himmel verbracht hatte.

Ma´m!“, brummte er düster und die Frau zuckte zusammen und wandte sich ihm erschrocken zu.

Ja, Mister?“, fragte sie mit heller, vor Aufregung leicht rauer Stimme.

Es schien ihm, als währe eine unsichtbare Faust in seiner Magengrube gelandet, denn die großen, wasserblauen, eindringlichen Augen der Frau, bewiesen das sie tatsächlich doch ein wenig älter war als ihr Aussehen von weitem vermuten ließ. Doch der Blick ihrer klaren hellen Augen, die wie Edelsteine funkelten, rissen ihn beinahe von den Beinen.

Er atmete tief durch und versuchte sein aufgewühltes Blut sofort wieder zu beruhigen.

Sie war nur ein Weib, verdammt. Sie bedeutete nichts. ...Obwohl sie doch irgendwie recht hübsch aussah. War sie das vergeudete Geld am Ende doch wert? Über sich selbst verärgert runzelte er die Stirn.

Verzeihung Mister.“, sagte sie nun deutlich zurückhaltender. „Ich warte hier... auf Mr. Rave Bainbright. Er sollte mich von der Kutsche abholen. Haben sie ihn vielleicht zufälligerweise gesehen?“

Ihre Stimme war kaum mehr als ein höfliches Flüstern, doch es bestätigte Rave, dass es sich hierbei wirklich um seine Braut, jene Abbygail Warren-Bainbright handelte, die vor fast einer Woche aus einem Ort namens Silver Springs, irgendwo sehr viel weiter östlich im Land, losgefahren war, wie der Postjunge ihm in den Morgenstunden mit roten Ohren laut vorgelesen hatte.

Seine Frau.

Himmel und Hölle...!

Verlangen stieg in ihm auf, als er ihr nochmals tief in die Augen sah, die wie ein kleines Stück vom Himmel wirkten und ihn ruhig aber verwirrt betrachteten.

Nun, dachte er bei sich, wenigstens zeigt sie keine Angst vor meinem Aussehen.

Wortlos griff er nach ihrem Arm und zog sie mit sich mit zu seinem wartenden Pferd.

Verzeihung ...Mister!“, rief sie atemlos und nun auch ein bisschen verärgert, als sie schon fast vor dem großen gescheckten Pferd standen, das sie abwartend betrachtete. „Ich muss hier auf meinen Ehemann warten, Sir!“, stieß sie atemlos hervor. „Sie können mich doch nicht einfach so... - Lassen sie mich auf der Stelle los, sie ungehobelter Kerl, sie...!“

Das ältere Ehepaar aus der Kutsche sah schockiert zu, wie der riesige dunkelhaarige Mann, die kleine zarte Frau von dannen zerrte, die sich so nett mit ihnen unterhalten hatte. Abbygail warf ihnen kurz einen hilfesuchenden Blick zu. Doch die beiden Alten hatten zu große Angst vor dem fremd aussehenden, düsteren Cowboy. Die würden sich garantiert nicht in seine Angelegenheiten einmischen, nur um in Gefahr zu kommen, Ärger zu erhalten.

Wagen sie es ja nicht mich von dannen zu schleppen, Mister! Sonst schreie ich ganz Hot Fields zusammen!“, drohte Abbygail schrill und zerrte erneut an ihrem Arm. „Ich warne sie, Sir! Ich kann wirklich sehr laut schreien, wenn es die Umstände erfordern...!“, fügte sie noch die Absätze ihrer neuen Schuhe in den Boden stemmend hinzu, als er sie auch schon packte und mit der anderen Hand die Zügel von der Stange löste.

Mein Name ist Rave Bainbright..“, wies er sie derweil äußerst brummig zurecht.

Abbygail sah geschockt zu dem großen finsteren Mann auf der so raue, harte Hände hatte und stark wie ein Ochse schien, obwohl er doch im ganzen eher schlank und drahtig aussah.

Hör also endlich auf dich anzustellen, Weib.“, grummelte er ärgerlich, als sie sich nun noch zusätzlich versteifte und beinahe an Ort und Stelle stehen geblieben wäre. Rücksichtslos zerrte er sie um sein Reittier herum auf dessen linke Seite.

Ihr schien es nun endgültig die Sprache verschlagen zu haben, was Rave im Moment aber nur recht sein konnte.

Sie wehrte sich auch nicht mehr gegen seinen festen Griff, sondern ließ sich von ihm auf sein Pferd heben, bevor er sich leicht hinter ihr in den Sattel schwang. Er hob sie an und setzte sie dann unsanft auf seinen kräftigen Schenkeln ab.

An ihren vorhin noch so bleichen Wangen konnte er nun ihre tiefe Verlegenheit ablesen. Sie waren hochrot angelaufen. Doch hielt sie den Kopf weiterhin oben und reckte ihr kleines energisches Kinn sogar noch ein wenig
vor.
Das gefiel ihm irgendwie. Sie war wohl doch nicht so zart besaitet, dass bereits jede noch so winzige Kleinigkeit sie zum Weinen und Jammern bringen würde.

Wäre es so gewesen hätte er sie vermutlich gleich wieder

vom Pferd gestoßen und dort gelassen, wo sie gerade

war.

Doch so bestand wenigstens ein winziges Bisschen Hoffnung, dass das Leben mit ihr nicht allzu schlimm werden würde.

Mit den Beinen lenkte er den jungen Hengst auf den staubigen Weg, aus der Stadt heraus und binnen weniger Minuten lag der Ort weit hinter ihnen. Abbygail biss sich auf die Lippe, um nicht laut aufzustöhnen.

Die Leute auf der Straße hatten sie ganz seltsam angestarrt, als sie vorübergaloppierten. So fassungslos und entsetzt

Auch Rave hatte es natürlich bemerkt und stellte sich

vor, was die vornehmen Leute der Stadt nun tuscheln

oder denken mochten.

Rave Bainbright hatte eine Frau auf seinem Pferd mit sich genommen.

Ob sie wohl ein liederliches Flittchen war, dem seine Abstammung nichts ausmachte oder einfach nur dumm, würden sie Lästern, sobald sie erfuhren dass sie seine Frau war.

Niemand, der bei klarem Verstand in diesem Ort oder anderswo lebte, wollte etwas mit einem Halbblut zu tun haben. Keine anständige Frau würde auch nur im entferntesten daran denken sich auf solch einen Wilden einzulassen, wie sie ihn schimpften.
Pech für dich, Abbygail Warren, dachte er mit grimmiger
Genugtuung.
Sie war eine
weiße und überaus anständige Frau, wenn man dem Heiratsvermittler im Osten glauben konnte.

Wahrscheinlich sogar noch unschuldig, wenn er ihr erröten richtig deutete.

Das gefiel ihm ebenfalls.

Das gefiel ihm sogar viel zu gut.

Sie fühlte sich zart und weich an, weiblich und roch zudem sehr sauber und frisch, ganz wie eine Blumenwiese.

Blieb nur noch zu hoffen, dass sie nicht vor Schreck ohnmächtig werden würde, wenn sie erst ihr neues Heim erblickte, ...oder sogar auf der Stelle tot umfiel.


Abbygail hatte Mühe zu atmen, so fest hielt ihr frischgebackener Ehemann sie um die Taille gepackt.

Er sprach kein Wort und schaute nur mit bedrohlicher Miene gerade aus an ihr vorbei. Er hatte wohl eine ganz andere Art von Frau für sich erwartet und war nun herbe enttäuscht, dass sie statt dessen zu ihm gekommen war.

Abbygail schluckte die aufsteigenden Tränen hinunter.

Das war nicht gerade ein toller Anfang. Dabei hatte sie doch extra neue Schuhe, einen hübschen Hut und gute Kleider an, trug das Haar aufgesteckt statt frei herabfallend, nur zu einem Zopf zurückgebunden, wie sonst immer.

Kaum war sie hier, begannen schon die neuen Probleme.

Sie hatte gewiss keine Blumen oder Geschenke zu ihrem Willkommen erwartet, ...nun wenigstens nicht ernsthaft, obwohl sie doch darauf gehofft hatte. Doch sollte man nicht annehmen, dass sich ein Ehemann sehr wohl ein winziges kleines Lächeln abringen könnte, wenn er seiner eigenen Braut gegenüber stand?
Und so richtig vorgestellt hatte er sich ihr gegenüber
auch nicht, sondern hatte nur seinen Namen geknurrt, weil sie sich gegen seinen harten Griff gewehrt hatte und sie dann einfach mit sich zu dem Pferd gezerrt.
O
h Gott, ich habe einen furchtbaren Fehler gemacht, dachte Abby bei sich und nun kamen ihr doch noch die Tränen. Würde dieser barbarische Kerl sie nun einfach nach Hause bringen, aufs Bett werfen und dann über sie herfallen? Oder würde er sie einfach nur nach Hause bringen und sie sich dann vom Halse schaffen, weil sie so unansehnlich und mager war?

Entsetzt hielt sie kurz den Atem an und schloss die Augen. Nein, das wollte sie einfach nicht glauben. Wäre er tatsächlich so enttäuscht von ihr gewesen, hätte er sie doch einfach in der Stadt zurück gelassen, oder?

Ein leichtes Beben durchlief sie, noch bevor sie es

unterdrücken konnte.

Ihr wundervoller Traum, vom kleinen Häuschen mit weißgetünchtem Zaun, dem guten, fleißig arbeitenden Ehemann und einer eigenen kleinen Familie, die sie lieben konnte und würde, rückte schon wieder sehr weit von ihr fort, zurück in die Welt der Fantasie, wo er auch all die Jahre zuvor geschlummert hatte. Anscheinend würde sich an ihrem Unglück nichts ändern, gar nichts....

Abbygail musste nun einfach nur die Augen schließen, um es sich wieder ins Gedächtnis zurück zu rufen. Sie war und blieb eben eine unverbesserliche Träumerin.

Die Realität sah doch ganz einfach so aus, dass sie ständig die falschen Entscheidungen traf, kein Glück im Leben haben dürfte und auch keinen guten Mann, der sie zumindest achten konnte, wenn schon nicht ehren.

Doch ihr Mann sah eher so aus, als würde er sie schon jetzt äußerst lästig finden. Wenn das mal kein schlimmes Ende nehmen würde.

Man hatte schon auf der Fahrt so viele Geschichten aus dem Westen gehört wo sich unglaublich harte Männer ihrer weniger hübschen Frauen einfach so mit Hilfe ihrer Pistolen entledigten.

Verstohlen wischte sie sich die Tränen mit den Fingern

fort und betrachtete dann die feuchten Finger.

Sofort wurde sie ärgerlich auf sich selbst.

Warum weinte sie überhaupt noch darüber? Sie sollte es einfach als gegeben hinnehmen, das ihr Ehemann enttäuscht war und irgendwie weitermachen. So hatte sie es von jeher gemacht und sie würde es auch diesmal so halten.

Sie hatte diesen Mann nun mal geheiratet und war damit ehrbar. Sie sollte zufrieden sein, sagte sie sich wieder und wieder, bis es zu einer beruhigenden Litanei wurde, die

sie selbst anfing zu glauben.

Erst dann dachte sie darüber hinaus, versuchte optimistisch zu bleiben und alles ganz genau durchzudenken, was geschehen war und immer noch geschah.

Das ihr Empfang ein wenig kühler ausgefallen war, als erwartet, war kein Beinbruch und hieß nicht, dass ihr Ehemann sie von vornherein ablehnte. Immerhin saß sie ja nun auf seinem Pferd, auf seinem Schoss und spürte seine Körperwärme und Härte durch ihre Kleidung hindurch.

Er war weder betrunken noch hatte er sie geschlagen.

Seine Schenkel waren kräftig und muskulös, so wie alles an ihm. Er war es anscheinend gewöhnt hart zu arbeiten. Also musste er auch fleißig sein, nicht war? Kein Mann, der wirklich faul und versoffen war, sah so aus wie er und hatte einen solch kraftvollen Griff.

Wieder rang sie kurz nach Atem.

Und wenn Rafe Bainbright sie im Moment vielleicht auch noch nicht mochte, hieß das nicht unbedingt, dass das für immer so bleiben musste. Sie würde sich eben um so mehr anstrengen seinen gewiss hohen Anforderungen an eine Ehefrau zu genügen, ...hart Arbeiten und ihm keine Wiederworte geben. Dann würde er sie bestimmt irgendwann schätzen, oder auch nur in Ruhe lassen, solange er sich um sein Vieh kümmerte und sie sich um die Kinder, die sie vielleicht haben würden – Gott, hoffentlich...

Diese Worte immer wieder im Geiste vor sich hinsagend, machte sie sich selber Mut auf ihrem stundenlangen Ritt, durch das einsame weite Land.

Vereinzelt gab es Büsche und Bäume, doch das meiste, was sie sah, waren grasbewachsene Hügel und viele

verstreut grasende Rinder- und Pferdeherden.

Hier und da hatten die Farmer begonnen Zäune aus Stacheldraht zu spannen. Jedes Mal, wenn sie an einem solchen Gebilde vorbeiritten, spuckte ihr Ehemann mit verächtlicher Miene aus und sein Griff wurde beinahe brutal fest, bevor er sich wieder halbwegs entspannte.

Abbygail unterdrückte den Drang sich über die nun schon arg schmerzenden Rippen zu reiben und versuchte noch langsamer und gleichmäßiger zu atmen, damit er auch ja nichts von ihrem Dilemma erfuhr.

Bestimmt wäre er verärgert, wenn sie schon jetzt anfangen würde zu jammern.

Toby jedenfalls war immer ärgerlich gewesen, wenn es ihr aufgrund seiner Quälereien nicht gut ging. Stets hatte er sie dann noch viel mehr bestraft, wenn sie Schmerzen litt und es ihm mitteilte. Irgendwann hatte sie sich dann einfach angewöhnt ihre Leiden nur noch stumm zu ertragen.

Hilfe bekam sie ja ohnehin nicht, ...von niemandem.

Und warum sollte ausgerechnet ihr ernster, stiller und so bedrohlich wirkender Mann, eine Ausnahme bilden?

Lieber nichts riskieren. Vielleicht würde er sie sonst noch vom Pferd werfen und ohne sie weiter des Weges reiten. Dann müsste sie zu Fuß hinter ihm hereilen und dabei taten ihr doch jetzt schon die Füße weh, wegen der ungewohnten, steifen Schuhe.

Sie erinnerte sich daran, wie ihr zumute gewesen war, als er aus dem Schatten des Hauses herausgetreten war und sie so seltsam eindringlich angesehen hatte.

Abbygail wäre beinahe vor Schreck in Ohnmacht gefallen, denn er war so riesig und rau, ...so überaus männlich und doch auch sehr düster, als erwarte er vom Leben immer nur das allerschlechteste.

Er glich rein äußerlich einem dieser Bösewichte aus den

im Osten sehr beliebten Wildwestromanen, die Mrs. Smith - sehr zum Missvergnügen ihres Mannes - verschlang, mit seinen schwarzen Bartstoppeln im braungebrannten Gesicht und den dunklen, harten Augen eines Revolverhelden. Wahrscheinlich war er so um die einmeterfünfundachtzig groß.

Sie selbst reichte ihm jedenfalls gerade mal bis zur Brust.

Ein Zwerg von einer Frau, ...genau das war sie.

Und das schien auch er zu denken, so wie er sie von oben herab gemustert hatte.

Sein Blick war äußerst skeptisch und düster gewesen. Wahrscheinlich hatte er sich in ihr eine Frau vorgestellt, die fast ebenso groß und muskulös war wie er selbst...

Bei diesem Gedanken musste sie trotz ihrer Leiden leicht schmunzeln. Unwillkürlich stieg ihr das Bild von einem solchen Mannweib vor Augen, das ihren eigenen Kopf hatte und schwarze Bartstoppeln am Kinn, riesige kraftvolle Arme und in der Lage einen ganzen Ochsen in die Luft zu stemmen.

Beinahe hätte sie über diesen dummen Gedanken aufgelacht, doch sie rief sich gerade rechtzeitig wieder den harten kalten Blick ihres Ehemannes in Erinnerung, mit dem er sie vorhin angesehen hatte. Bestimmt mochte er es noch viel weniger, wenn sie nun ganz absurderweise kicherte und über unmögliche Bilder, die es sowieso nur in ihrem manchmal etwas wirren Kopf gab, lachte.

Toby war darüber schließlich auch immer sehr verärgert gewesen.

Abbygail unterdrückte ein leichtes Frösteln und wurde

schlagartig wieder ernst.

Sollte denn ihr Mann denken, dass sie jetzt schon Angst vor ihm hatte? Allerdings, vielleicht wollte er es ja auch genauso haben? Vielleicht bezweckte er genau das mit seinem abweisenden Gehabe.

Gleichzeitig fragte sie sich, wie sie ihre Angst überhaupt vor ihm verheimlichen konnte. Schließlich hatte er ja Augen im Kopf.

Hoffentlich würde er ihr nicht gar soviel Beachtung

schenken, wenn sie erst einmal angekommen waren. Vielleicht ließ er sie sogar noch für eine Weile in Ruhe, um sie erst einmal ein Bisschen kennen zu lernen.

Am liebsten hätte sie den Kopf geschüttelt über diese unsinnigen Gedanken.

Sie wollte doch nicht in Ruhe gelassen werden. Sie wollte eine Familie! So schnell wie möglich.
Ein molliges Baby, das sie lieben und von dem sie wiedergeliebt werden konnte.

Doch wollte er das auch?
Sie wusste es nicht und würde sich hüten ihn danach zu fragen. Überhaupt würde sie wenig mit ihm sprechen, wenn er immer diese schlechte Laune hatte. Damit würde sie dann bestimmt öfter um eine Tracht Prügel herumkommen.
Abbygail sah zaghaft zu ihm auf. Sein scharfes Profil

wirkte nach wie vor ernst und mürrisch. Ganz und gar

unzufrieden, ...vor allem mit ihr.

Wie sollte sie ihn nur besänftigen? Konnte sie das überhaupt?

Da spuckte er schon wieder vor so einem Stacheldrahtzaun aus und sein Pferd tänzelte leicht.

Keine Frage, Stacheldrahtzäune regten ihn mächtig auf.

Sie würde sich bemühen dieses Thema nicht

anzuschneiden.

Verstohlen sah sie nochmals zu ihm hoch.

Er hatte eine sehr tief gebräunte Haut. Sein Haar war

ziemlich lang, bis über die Schulter und im Nacken mit einem Lederband zusammengefasst. Es war rabenschwarz. Er trug außerdem wildlederne Hosen, eine helle Lederweste mit kurzen Fransen, ein helles, allerdings ziemlich schmutziges Hemd aus gutem Kattunstoff und weiche Lederstiefel, ebenfalls mit Fransen besetzt. Sein Hut sah noch sehr neu, schwarz und teuer aus. Mrs. Pendelton hatte einmal einen ähnlichen Hut in ihrem Geschäft ausgestellt gehabt. Einen Stetson, wie sich Abbygail erinnerte. Der Hut alleine hatte über zehn Silberdollar gekostet! Viel, viel mehr als ihr hübsches Kleid, das nun leider durch den staubigen Ritt schaden nehmen würde.

Hoffentlich gelang es Abbygail nachher die Flecken wieder herauszuwaschen.

Wieder glitt ihr Blick zu ihrem Mann, der nun seinerseits auf sie heruntersah.

Abbygail errötete und senkte rasch wieder den Blick.

Was?“, fragte ihr Mann sie nun ziemlich barsch.

Abbygail schüttelte nur rasch den Kopf und duckte sich instinktiv.

Es...Es ist nichts!“, beeilte sie sich ihm zu versichern.

Ich... wollte sie nur... ansehen, Sir. Schließlich sind wir

nun...äh“, sie zögerte kurz.

...verheiratet.“, beendete Rave ihren Satz mürrisch.

Abbygail nickte verlegen und senkte den Blick auf ihre Hände.

Genau.“, hauchte sie nur zustimmend.

Hast du denn schon genug gesehen?“, fragte ihr Mann beinahe angriffslustig und sie sah ihn erschrocken an.

Ich...Ich dachte, es stört sie vielleicht...“, stotterte Abbygail verwirrt und verkrampfte prompt die Hände ineinander.

Rave Bainbrights Blick folgte dieser kleinen unbedachten Bewegung, und er kniff noch wütender die Lippen zusammen.

Ist mein Anblick für dich denn so unerträglich, dass du deshalb gleich beten musst?“, stieß er wütend hervor und Abbygail wurde vor Entsetzten blass.

Sie machte wirklich alles falsch. Ihre Nervosität war daran Schuld, doch letztendlich zählte ja nur der Eindruck den sie in ihrem Mann erweckte und der war augenscheinlich nicht besonders Vorteilhaft.

Heftig schüttelte sie den Kopf.

Ich habe nicht gebetet, Mr. Bainbright. - Bestimmt nicht! Ich... bin nur ein wenig nervös, das ist alles. Schließlich war ich noch nie zuvor verheiratet. Bitte entschuldigen sie, falls ich diesen Eindruck in ihnen erweckt haben sollte. Das lag nicht in meiner Absicht.“

Rave sah misstrauisch in die riesigen ängstlichen Augen seiner Frau und fand keine Lüge darin. Sie sagte wohl die Wahrheit.

Ärgerlich seufzte er auf.

Nenn mich Rave, Weib. Du bist meine Frau.“, brummte er verhalten und Abbygail nickte hastig.

Natürlich, Verzeihung! ...Wie dumm von mir...“,

flüsterte sie scheu und errötete erneut.

Innerlich schimpfte sie mit sich selbst.

Wie konnte sie ihren eigenen Mann nur siezen?

Kein Wunder, dass er darauf gereizt reagierte. Er dachte bestimmt, sie lehnte ihn ab.

Tränen schossen ihr in die Augen und wieder rannen einige davon über ihr Gesicht, bevor sie es bemerkte und

sie fortwischen konnte.

Hatte er es gesehen?

War er ärgerlich darüber, dass sie eine solche Heulsuse

war?

Bestimmt.

Welcher Mann mochte schon eine Frau die weinte?

Abbygail schluckte und verkrampfte sich noch mehr in seinem Arm.

Ihr Ehemann brummte etwas und zog sie noch enger an sich, so dass sie nun praktisch mit dem Oberkörper direkt an seiner Brust lag.

Sie fühlte seine Wärme nun noch deutlicher und das Spiel seiner Muskeln.

Er war tatsächlich überall steinhart.

Es war beängstigend. ...und aufregend... und seltsam.

Mit leichtem Grauen dachte sie an die bevorstehende Nacht. Was würde er mit ihr tun?

Sie atmete tief durch.

Hoffentlich wird es nicht allzu unangenehm für mich werden, sorgte sie sich insgeheim. Doch er ist jetzt mein Mann.
Ihre Gedanken wanderten dennoch unwillkürlich zurück zu Mrs. Robins, die in der Nähe der Stadt auf einer Farm lebte. Ihr Mann hatte überaus regelmäßig nach den ehelichen Pflichten verlangt und sie genommen wo und wann immer er es gerne wollte. Manchmal, wenn sie auf dem südlichen Feld gearbeitet hatte, hatte sie die arme Frau qualvoll schreien und ihren Mann lustvoll Stöhnen und sie zwischendurch lautstark beschimpfen und schlagen hören, weil sie sich gegen seine Brutalität erbittert wehrte.

Es war sein Recht gewesen, das mit ihr zu tun, so wie ihr Mann nun ebenfalls das Recht hatte sie zu nehmen wie,

wann und wo immer er es wollte.

Abbygail blinzelte und kehrte wieder zurück in die Realität.

Schnell versuchte sie für den Rest des Rittes lieber an gar nichts mehr zu denken das schlecht oder grausam war, doch so richtig gelang ihr das nicht.


Rave nahm alles an ihr überdeutlich wahr, seit er ihr erneut in die strahlend, himmelblauen Augen gesehen hatte.

Ihren leichten, frischen Duft, ihr braunes, dickes, zu einem Knoten geschlungenes Haar unter diesem lächerlich kleinen, vornehmen Hüttchen und auch ihren beängstigend mageren Körper, den sie unter diesem äußerst schicken Kleid verbarg.

Er runzelte die Stirn.

Sie war in der Tat viel zu dürr.

Du musst mehr Essen.“, grummelte er unwillkürlich und maß sie mit einem Blick von oben bis unten. Schließlich entschied er sich gleich für klare Verhältnisse zu sorgen. „Bei mir auf der Farm gibt es keinen faulen Lenz, wie du es anscheinend von zu Hause aus gewohnt bist, Weib.

Du wirst also tatkräftig mit anpacken verstanden? Ein verhätscheltes Stadtkind, das mit Nachsicht und mit viel Zeit zum Nichtstun aufgewachsen ist und sich wie eine Hätschel-Blume benimmt, kann ich nicht auf meinem

Land gebrauchen.

Ich hab keine Angestellten auf der Farm und mache alles selber. Du wirst dich ums Haus und ums Essen kümmern, kapiert? Sag`s lieber gleich, wenn du nicht kochen kannst, dann bringe ich dich wieder zurück in die Stadt. Irgendein Idiot dort wird dich sicher nehmen.“

Abbygail konnte vor Erschütterung nicht sprechen und

sah auf ihre abgearbeiteten Hände herab. Sie hätte ihm erklären können, dass sie oft fünfzehn Stunden am Tag und länger, gearbeitet hatte, gekocht, geputzt und Fußböden geschrubbt und auch jetzt nicht vorhatte, sich auf die faule Haut zu legen. Doch dann unterließ sie es lieber. Taten sprachen mehr als tausend Worte, hatte Mrs. Jones immer gesagt. Sie war ihre liebe Lehrerin in der Schule gewesen und hatte diesen Spruch stets angewandt, wenn jemand eine zweite Chance erhalten und diese auch genutzt hatte.

Sie hatte nicht sofort schlechte Noten verteilt, wenn jemand die Schulaufgaben mal nicht gemacht hatte, sondern war verständnisvoll und liebenswürdig gewesen. Auch zu ihr.

Seltsam, dass ihr nach so vielen Jahren wieder dieser Spruch einfiel und sie sich plötzlich schmerzlichst zurück nach Silver Springs wünschte.

Dort kannte sie zumindest die Menschen und hatte, wenn sie es auch nicht wirklich wusste, einige Freunde gehabt, wie Mrs. Smith zum Beispiel.

Zu dumm, dass sie das nie bemerkt und Abstand zu ihren Dienstherren gewahrt hatte.

Sie hatte nur immer angenommen, dass sie einfach nicht gut genug war, um mit solchen gut situierten Leuten befreundet zu sein. Deren Güte und Freundlichkeit zum Abschied hatten sie tief beschämt.

Ich kann kochen.“, antwortete sie ihrem Gatten leise, als er nun in seiner Ungeduld auf eine Antwort den Hengst zügelte und grimmig auf sie nieder starrte.

Rave ritt knurrend wieder an und Abbygail sagte für die restliche Dauer des Rittes kein einziges Wort mehr.


Irgendwann sank sie dann an seiner Brust zusammen.

Beinahe schlief sie sogar ein, obwohl sie doch so verspannt war. Doch als hätte Rave es gemerkt und nicht für gut befunden, stieß er sie leicht an und Abbygail hob ruckartig ihren Kopf.

Sie errötete als Rave finster auf sie nieder sah und irgendetwas vor sich hin brummelte. Sein Blick schweifte wieder nach vorne und auch Abbygail sah nun was da seine Aufmerksamkeit fesselte.

Es war ein kleines schlichtes Blockhaus und eine große, etwas weiter vom Haus entfernt stehende Scheune, mit angebauten Stallungen für das große Vieh. In einem nahen sehr robust aussehenden runden Paddock sah sie einige wenige Pferde stehen und auch eine behäbige wiederkäuende Kuh im Pferch daneben.

Das Haus war nur mehr aus rohen Stämmen gezimmert und bildeten ein einziges großes Viereck. Darauf war ein mit noch recht neu aussehenden Holzschindeln gedecktes Dach. Ein aus vielen runden Steinen gemauerter viereckiger Schornstein ragte daraus hervor. Es gab auch ein wirklich großes, allerdings halbwegs blindes Fenster mit zwei hübschen neu aussehenden Holzfensterläden in einem sehr viel dunkleren Farbton, auf der Hofseite, durch das man allerdings kaum etwas vom Inneren des Hauses erkennen konnte, so schmutzig waren sie.

Ich muss sie unbedingt gründlich reinigen, damit ich genug Licht im Hause habe dachte Abbygail sogleich,

begierig darauf auch noch den Rest zu sehen.

Neugierig sah sie sich weiter um, die Landschaft, die nahen vereinzelt stehenden alten Eichbäume und den etwa fünfhundert Meter entfernt beginnenden Wald, die großen Schweinekoben hinter der Scheune, die nun ebenfalls in Sichtweite kamen und dann wieder zurück zu dem kleinen gemütlich wirkenden Haus. Ein Brunnen stand zwischen Scheune und Haus, den sie nun ebenfalls bemerkte.

Es gefiel ihr in seiner Schlichtheit.

Es war nicht weiß, wie in ihrem Traum, es gab keinen Garten dabei. Doch man konnte auch schwerlich von einem alleinstehenden Schweinebauern erwarten, dass er sich obendrein noch Gemüse anpflanzte und das lästige Unkraut jätete.

Gewiss hatte er auch sonst noch genügend andere Dinge zu bewältigen, vor allem wenn er auch alles alleine machte, wie er ja schon gesagt hatte.

Lautes empörtes Grunzen empfing sie, als sie vor dem Haus stehen blieben, sowie auch ein ziemlich strenger Geruch nach Schweinekot. Der Wind stand offenbar gerade ungünstig.

Hinter der Scheune, jetzt auch erst zu erkennen da sie vor dem Haus hielten, war ein großer Koben, in denen sich viele kleine, lustige, schwarz-braune Ferkel im Schlamm suhlten und mit Dreck herumspritzten. Drei große Muttertiere lagen daneben, ebenfalls tief im Schlamm vergraben und dösten leise grunzend vor sich hin. Einen Koben weiter waren mehrere große Schweine, die wohl demnächst geschlachtet werden würden, denn sie waren fett und sehr rund. Weiter hinten in einer kleinen Senke, gleich unter einem krüppeligen, tief herabreichenden Eichenbaum, stand noch ein weiterer, kleinerer Koben, indem nur ein einziges mächtiges Tier in einer tiefen, blubbernden Schlammkuhle lag und döste. Es hatte riesige hervorstehende Hauer und sein Blick war unheilverkündend und bedrohlich. Er grunzte nur einmal tief und angsteinflößend auf, als er seinen Herrn erblickte der gerade vom Pferd stieg. Wahrscheinlich war das der Eber für die Zucht, dachte Abbygail unbehaglich erschauernd.

Es gibt hier einiges zu tun.“, knurrte Rave mürrisch.

Ich habe schon den halben Tag damit verloren, nur um die Postkutsche in Hot Fields noch rechtzeitig abzufangen.

Die Tiere sind hungrig. Du wirst also für eine Weile alleine klar kommen müssen. Am besten du fängst gleich da drüben im Haus an sauber zu machen. Ich hatte bislang keine Zeit dazu. Die Schweine haben geferkelt und die Jungtiere mussten durchgebracht werden. Außerdem ist das ja nun auch dein Job. Wenn es dämmert will ich eine ordentliche Mahlzeit auf dem Tisch stehen sehen, verstanden?“

Seine Worte waren hart und schroff, deshalb nickte Abbygail rasch und eilte zum Haus hinüber. Als sie die unverschlossene Tür nach außen hin öffnete, die nur von innen mit einem hölzernen Riegel zu sichern war, schlug ihr auch schon ein dermaßen wiederwärtiger Gestank aus dem Hausinneren entgegen, dass sie die säuerlich riechenden Schweineausdünstungen glatt für eine sanfte Frühlingsblumen-Prise halten konnte. Es ließ sie beinahe wieder rückwärts aus dem Haus heraus taumeln.

Entsetzt und sehr um Fassung bemüht, sah sie sich dann ihr neues, von innen wirklich grauenhaftes Heim an, das leider sehr viel Ähnlichkeit mit dem draußen stehenden Schweinekoben aufwies. Schlimmer noch:

Halb verbrannte dicke Knochen lagen auf dem Holzboden, Schmutz und Essensreste und dazu noch eine faulige Mischung aus Schlamm und Schweinesuhle waren in dicken Spuren dort verteilt wo der Mann mit seinen Dreckstiefen entlanggeschlurft war.

Abbygail schluckte hart, fasste sich dann aber ein gewaltiges Herz und drang langsam weiter vor.

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